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Veröffentlicht am 10.07.2022

Eher Psychogramm denn Psychothriller

Dunkle Tiefen
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"Dunkle Tiefen" von Elizabeth Kay ist (tb, brosch., 411 S.) bei Lübbe erschienen (2022) und trägt auf dem Cover den Genrenamen: Thriller

Ich muss dazu sagen, dass der 2. ins Deutsche hier von Rainer Schumacher ...

"Dunkle Tiefen" von Elizabeth Kay ist (tb, brosch., 411 S.) bei Lübbe erschienen (2022) und trägt auf dem Cover den Genrenamen: Thriller

Ich muss dazu sagen, dass der 2. ins Deutsche hier von Rainer Schumacher aus dem Englischen übersetzten Buch der Autorin für mich eher ins Genre Sozio- oder Psychogramm einer Familie als ins Genre Thriller passt. Denn mir hat während des Lesens der dennoch interessant konstruierten Geschichte der "Thrill" sehr gefehlt....

"Ein abgelegenes Cottage an der Steilküste Englands. Es ist kurz vor Weihnachten, als die drei Schwestern Jess, Ella und Lydia in dem einstigen Ferienhaus der Familie eintreffen. Um kurz darauf festzustellen, dass keine von ihnen die Einladungen für das gemeinsame Weihnachtsfest verschickt hat. Doch wer sollte sie an diesen Ort gelockt haben, an dem vor zwanzig Jahren ihre jüngste Schwester Rosa unter mysteriösen Umständen ums Leben kam? Hat ihr Tod etwas mit der rätselhaften Einladung zu tun? Als unheilvolle Erinnerungen alte Zweifel wecken, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche - und mit ihnen eine tödliche Gefahr...."

(Quelle: Buchrückentext)

Meine Meinung:

Drei Schwestern kehren an den Ort zurück, an dem 20 Jahre zuvor ihre jüngste Schwester ums Leben kam: War es ein Unfall oder steckt doch mehr dahinter?

Seit diesem Ereignis gingen sich die Schwestern aus dem Weg; 9 Jahre haben sie sich vor diesem Treffen im Cottage ihrer Kindheit nicht gesehen - und begegnen sich von Beginn an mit Misstrauen und Ablehnung; doch wer steckt tatsächlich hinter den Einladungen, die sie bekommen haben? Als am Weihnachtstag noch ihre Mutter Bernadette auftaucht, die "nur helfen will", wie sie sagt, ist das (Gefühls)chaos perfekt und die Frage drängt sich geradezu auf (und deren Lösung), was sich wirklich an jenem Sommertag an den Klippen ereignet hat.

Der Roman ist in zwei Zeitebenen unterteilt, die sich immer wieder abwechseln: Mal lernen wir die Schwestern in der Kindheit kennen (1997), in der sie - fast immer sich selbst überlassen und m.E. emotional sehr vernachlässigt - sich allerlei Streiche ausdenken, die die Ferienzeit im Cottage füllt und alle Spaß haben. Was niemand merkt, ist die Tatsache, dass ein Streich aus dem Ruder läuft - mit ungeahnten Folgen. Die Mutter packt stets Brote für den Strand und verköstigt ihre Töchter; Zeit jedoch darf man hier nicht erwarten, denn sie ist nach der Trennung ihres Mannes von der Familie alleinerziehend und hat ihre Arbeit (Buchhaltung) mit ins Feriencottage gebracht. Sie wirkt auf mich seltsam achtlos, überfordert und immer gestresst. Das Ereignis und die Familienkonstellation sollten sich auch im Erwachsenenleben (2007 - 20 Jahre später) auf alle Schwestern auswirken; Lydia entwickelt sich zu einer Person mit Panikattacken und Ängsten; in Ella's Leben findet Sport, besonders Joggen einen hohen Stellenwert und am 'normalsten' lebt wohl die Älteste, die dennoch von Schuldgefühlen geplagt wird. Zur Mutter besteht kaum bzw. kein Kontakt bis zum Zusammentreffen im Cottage.

Wird es der Familie gelingen, Dunkel ins Licht von damals zu bringen? Wer war maßgeblich am Tod der jüngsten Schwester beteiligt?

Leider passte inhaltlich einiges für mich nicht zusammen; die Düsterkeit lag eher in den Personen begründet als in der Handlung und auch die Nachbarin, die ebenfalls ein Kind vor langer Zeit verloren hat, ändert nichts an dieser Tatsache. Der dennoch gut und flüssig zu lesende "Thriller" ähnelte für mich eher einer Familientragödie, einem Drama, das seinen Anfang in einer völlig überforderten Mutter und emotional vernachlässigten Schwestern nahm. Auch der Vater spielte hier keine Rolle, er hatte sich einfach "verdünnisiert". Fehlende Tiefe und fehlender Thrill lassen mich leider maximal 3* vergeben - allerdings kann ich mir vorstellen, dass Elizabeth Kay, eine junge brititsche Autorin, sehr gut noch "Potenzial" hat - und so besteht zumindest 'Luft nach oben'.


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  • Spannung
Veröffentlicht am 10.07.2022

Einfühlsame, warmherzige Geschichte vom sich selbst finden und zu sich stehen

Briefe an Moa
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"Briefe von Moa" von Jenny Fagerlund erschien (HC, geb., 334 S.) im Verlag Dumont, 2022.

"Moa dachte immer, ihre Großmutter Elsa und sie hätten noch alle Zeit der Welt. Doch dann verstirbt Elsa unerwartet ...

"Briefe von Moa" von Jenny Fagerlund erschien (HC, geb., 334 S.) im Verlag Dumont, 2022.

"Moa dachte immer, ihre Großmutter Elsa und sie hätten noch alle Zeit der Welt. Doch dann verstirbt Elsa unerwartet und hinterlässt Moa ihre Wohnung im Zentrum von Stockholm, mitsamt einbem trauernden Königspudel. Aber sie ist noch nicht fertig mit ihrer Enkelin: Mit der Zeit trudeln immer mehr Briefe bei Moa ein. Briefe, in denen ihre Großmutter sie teilhaben lässt an ihrer Lebensgeschichte und ihr ganz konkrete Aufträge erteilt. Die Wohnung renovieren, zum Beispiel. Moa stürzt sich in das Projekt und findet dabei jede Menge über sich selbst heraus - und endlich den Mut, zu sich zu stehen."

(Quelle: Buchrückentext)

Meine Meinung:

Diesem sehr flüssig und gut zu lesendem Roman von Jenny Fagerlund, einer schwedischen Autorin, liegt eine sehr schöne Buchidee zugrunde: Die kürzlich verstorbene Großmutter versucht in Form von Briefen, die sie ihrer Enkelin Moa in gewissen Zeitabständen immer wieder zukommen lässt, die Geschicke ihrer geliebten Enkeltochter zum Guten zu wenden. Kurz vor Elsa's Tod hatten beide einen Disput und daher kam es zu keinen weiteren Gesprächen.

Moa's Großmutter ist es wichtig, dass ihre Enkelin ihren eigenen Weg geht, zu sich steht - und ihre eigenen Träume und Wünsche nicht hintenanstellt: Obwohl Moa und ihr Freund anfangs fest entschlossen sind, nach gründlicher Renovierung eine superschicke Wohnung in einem angesagten Stockholmer Viertel zu kaufen, merkt Moa mehr und mehr, dass dies mehr dem Wunsch ihres Freundes (der nicht sehr sympathisch rüberkommt; von Karriere sehr geprägt und oberflächlich erscheint) geschuldet ist denn ihr eigener: Während der Renovierung stößt sie auf Geheimnisse aus dem Leben ihrer Großmutter, die diese nie erzählte, nun aber peu-à-peu in ihren hinterlassenen Briefen preisgibt. Zugleich stellt sie Moa Aufgaben, die diese an ihre frühere Lebenshaltung zurückbringen sollen; kreativ zu sein, zu reiten - und sich selbst und seine Wünsche zu respektieren, gut für sich zu sorgen. Mit der Renovierungsarbeit verliebt sich Moa immer mehr in die Wohnung von Elsa - und auch der große Pudel fasst langsam Vertrauen zu ihr und überwindet seine Trauer immer mehr. Sehr positiv gestaltet sich die Nachbarschaft, wo ein mit Elsa befreundetes älteres nettes Ehepaar Moa sehr herzlich aufnimmt und hofft, dass sie in der Wohnung bleiben wird. Während Ruben, aus beruflichen- und vor allem Karrieregründen immer öfter in Italien, an der Idee festhält, das tolle Appartement gemeinsam zu kaufen, wird sich Moa ihrer eigenen Gefühle immer sicherer, was sie wirklich mag und wie sie leben möchte.

Eine weitere sympathische Figur ist Moa's Freundin Sofia; die beiden trägt eine offene und tiefe Freundschaft, die besonders in schwierigen Momenten hilfreich ist. Der Roman hat kurze Kapitel und ich habe ihn förmlich verschlungen, da es einfach wundervoll ist, eine junge Frau auf dem Weg ihrer Selbstfindung zu begleiten. Der Stil der Autorin ist sehr empathisch, warmherzig, authentisch und bleibt nicht an der Oberfläche der Figuren. So sind mir Moa, Sofia, die Nachbarn und einige andere Figuren sehr ans Herz gewachsen und es machte Spaß, die positive Entwicklung Moa's mitzuverfolgen und zu begleiten. Die Themen sind sehr vielfältig, denen wir in diesem wundervollen Roman begegnen:

Verluste, moderne Beziehungen im Kontext zu Karriere und Beruf; Erbe, Auktionen und wunderbare wertvolle alte Möbel, Einsamkeit im Alter, Kinderlosigkeit, Hobby und Interessen, die man niemals vernachlässigen oder gar aufgeben sollte.

Fazit:

Ein sehr flüssig und wundervoll zu lesender Sommerroman, der Hoffnung gibt, tiefgründig ist und sympathische Figuren beinhaltet: Mir hat diese Reise einer Selbstfindung - hier in Person von Moa - und der Hintergrund der Briefe von Elsa als Romanidee sehr gut gefallen. Daher empfehle ich ihn sehr gerne weiter - und vergebe 5*.

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Veröffentlicht am 20.06.2022

Ein ganz besonderer Handel - Schöne Märchenadaption aus Schottland

Donald MackIntosh - Im Zeichen des Gevatters
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"Donald MackIntosh - Im Zeichen des Gevatters" von Daniela Vogel erschien (tb, 2022) im Nova Verlag, in dem weitere Romane im Fantasy-Bereich angesiedelt, von ihr bereits erschienen sind.

Für mich war ...

"Donald MackIntosh - Im Zeichen des Gevatters" von Daniela Vogel erschien (tb, 2022) im Nova Verlag, in dem weitere Romane im Fantasy-Bereich angesiedelt, von ihr bereits erschienen sind.

Für mich war es das erste Buch, das ich von Daniela Vogel gelesen habe - und "Im Zeichen des Gevatters" hat mich aufgrund des selten schönen Covers magisch angezogen, das ich aus der keltischen Mythologie kenne und das sich Triskell nennt.

So hat auch das Amulett seiner geliebten Seamnhair (Großmutter), das Donald bei ihrem Tod von ihr erhält, eine Bedeutung, die sich im Laufe der Geschichte zeigen sollte. Donald MackIntosh ist Holzsammler und lebt mit seiner Großmutter in sehr ärmlichen Verhältnissen in den schottischen Highlands. Nichts wünscht er sich mehr, als seinem Leben eine neue Perspektive zu geben; mehr zu erreichen, als von der Hand in den Mund zu leben. Eines Tages begegnet ihm ein "Fremder", der sich später als niemand Geringerem als dem Gevatter Tod selbst, einen Handel vorschlägt, der sich für beide Seiten lohnen sollte: Nach reiflicher Überlegung geht Donald auf das seltsame Angebot ein und wird mit Unterstützung des Gevatters zum besten Medicus in Alba (Schottland). Will, sein Studienfreund und Assistent, behandelt viele Patienten mit ihm gemeinsam, die zahlreich zu dem bekannten Medicus strömen. Auch die Königin selbst, Margaret Tudor, sucht eines Tages seine Hilfe - die Donald nicht ablehnen kann, da es sich um die Regentin handelt: Auf diesem Wege lernt er ein sehr eigenwilliges, intelligentes Mädchen kennen, Allison - und sein größter Wunsch, sein Leben mit ihr zu teilen als Mann und Frau, geht in Erfüllung: Doch schafft Donald (nun Medicus, früher mit einer Hucke auf dem Rücken) es, den Gevatter niemals zu hintergehen? Denn wenn dies geschieht, wird er bis in die Ewigkeit als dessen Begleiter fungieren.....

Meine Meinung:

Der Autorin gelingt es sehr gut, ein bekanntes schottisches Märchen ("Donald mit der Hucke") zu adaptieren; das Märchen so umzuwandeln, dass es eine Mischung aus Fantasy, Märchen und auch ein wenig historischem Roman ergibt. Die beiden HauptprotagonistInnen sind sehr sympathisch und gerne liest man deren Geschicke weiter; Donald ist intelligent, reinen Herzens und hat im Beruf des Medicus seine Bestimmung gefunden; anderen zu helfen. Allison möchte ihrer Schwester Beth gerne helfen, die als Kind durch einen Reitunfall körperlich sehr beeinträchtigt ist und deren Vater es aufgrund dessen schwer fällt, einen geeigneten Heiratskandidaten für sie zu finden. Will ist etwas forscher als der sehr zurückhaltende, schüchterne Donald und es ist natürlich schön, die Annäherungen dieser sympathischen Figuren mitzuerleben. Der Gevatter taucht immer wieder auf - ebenso wie der Todesengel;, der das Ableben des Kranken verkündet, wenn er am Kopfende des Bettes steht - und das Weiterleben, wenn er am Fußende des Kranken zu sehen ist (natürlich nur für Donald, andere sehen ihn nicht).

Wird es Donald gelingen, dem Gevatter durch eine List ein Schnäppchen zu schlagen? Hier darf sich der Leser/die Leserin überraschen lassen!

Positiv empfand ich auch die Einflechtung von schottischer Geschichte; die atmosphärische Dichte und das Gefühl, in einem Märchen abzutauchen, denn ich habe seit langer Zeit keine Märchen mehr gelesen. Die Handlung war dennoch für mich etwas absehbar, was ein wenig die Lesespannung nahm; den Plot hingegen fand ich sehr stimmig - und hätte mit dieser Wendung keinesfalls gerechnet.

Fazit:

Eine literarisch gut umgesetzte Adaption eines schottischen Märchens, das Fantasy- Märchen- und Historienanteile hat inklusive einer Prise Mystery: Eine gute Mischung, wie ich finde und dessen Zauber ich gerne weiterempfehle; allen Fans von Romantik, Märchen und von Schottland! 4*

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Veröffentlicht am 08.06.2022

Deftig vegan mediterran

Deftig Vegan Mediterran
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"Deftig vegan mediterran" von Anne-Katrin Weber ist (HC, geb., 182 S.) im Becker Joest Volk Verlag, Hilden erschienen (2022).

Die veganen Rezeptideen der Autorin dürften bereits durch ihre weiteren Werke ...

"Deftig vegan mediterran" von Anne-Katrin Weber ist (HC, geb., 182 S.) im Becker Joest Volk Verlag, Hilden erschienen (2022).

Die veganen Rezeptideen der Autorin dürften bereits durch ihre weiteren Werke so einigen bekannt sein; mich hat Inhalt, Aufmachung, Fotos, Rezeptauswahl und -beschreibung dieses Kochbuchs ebenfalls begeistert. Das "Sahnehäubchen" sind die sehr gelungenen Fotos von Wolfgang Schardt zu Rezepten und Zutaten, die Lust darauf machen, die Lieblingsrezepte, die nach Urlaub schmecken, nachzukochen.


Die mit Preisen ausgezeichnete Autorin widmet sich hier der Verbindung der veganen und mediterranen Küche, in der typische Zutaten wie Hülsenfrüchte, Kichererbsen, auch Bulgur und Polenta sowie mediterrane Kräuter eine große Rolle spielen. Das jeweilige vegane Menü wird zum Abschluss noch mit erfrischendem Eis, sahniger Creme oder Kuchen ergänzt und mit einem Espresso abgerundet.

Die mediterrane Sonnenküche ist hervorragend (zum schnellen Finden) in folgende Kapitel gegliedert:


- Antipasti und Tapas

- Suppen und Eintöpfe

- Gemüse und Hülsenfrüchte

- Pasta und Risotto

- Pizza und Quiche sowie

- Dessert und Kuchen.


Ein Zutaten- und Rezeptregister führen zu den Lieblingsrezepten, die man nach dem Genuss gerne wieder zubereitet. Unseren Geschmack hat ganz besonders die "Türkische Rote Linsensuppe, Spinat-Pide, Griechische Ofenkartoffeln und die leckeren Basilikum-Gnocchi mit gebratenem grünen Spargel" getroffen. Einige andere tolle Rezepte stehen noch auf der Warteliste (wie z.B. im Herbst die "Knusprige Pflaumen-Marzipan Crostata" und auch "Mussaka mit Linsen" in Erinnerung an viele schöne Hellas-Urlaube. Die Rezepte sind allesamt gut erklärt und nachzubereiten. Besonders gefallen haben mir auch die vielen informativen Tipps (und die sensationellen Fotos!) zu den Themen Olivenöl, Knoblauch und mediterrane Kräuter.


Fazit:


Vegane mediterrane Rezepte, dies es in sich haben; nach Urlaub schmecken, gut nachzukochen sind und die nicht nur VeganerInnen glücklich machen dürften, sondern alle, die gerne, gesund und abwechslungsreich essen - und sich hierbei auch mal in den Süden träumen möchten. Von mir eine Empfehlung und die volle Punktezahl!

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Veröffentlicht am 08.06.2022

Retour à la nature - in lukullinarischem Genuss - Topp!

Gefundenes Fressen
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"Gefundenes Fressen" (in der Natur) von Jan Hrdlicka, Fabio Haebel und Olaf Deharde erschien (HC, geb. 239 S.) im Brandstätter Verlag, Wien, 2022.


Es geht den 3 Freunden und Autoren, die keine Unbekannten ...

"Gefundenes Fressen" (in der Natur) von Jan Hrdlicka, Fabio Haebel und Olaf Deharde erschien (HC, geb. 239 S.) im Brandstätter Verlag, Wien, 2022.


Es geht den 3 Freunden und Autoren, die keine Unbekannten in der Hamburger Gastronomie-Szene sind, darum, interessierten LeserInnen und (Hobby)köchInnen aufzuzeigen, welche Nahrungsschätze die Natur bietet - direkt vor unserer Haustür! Sie zeigen in diesem Kochboch mit Seltenheitswert und nach meinem Ermessen in dieser Form einem absolut gelungenen Alleinstellungsmerkmal im breiten Spektrum der Kochbücher, wie man wilde Zutaten erkennt, sammelt und zubereitet.


"Natürlich" muss man sich hierbei nach Standorten und nach den Jahreszeiten richten; so beginnt dieses auffallend interessante Kochbuch mit vielen leckeren Rezepten auch mit einer Inhaltsangabe, die vom Frühling bis zu den Wintermonaten reicht. Schwerpunkte sind dabei


- Kräuter

- Pilze

- Angeln und

- Wild


So gibt es neben saisonalen, wilden Rezeptzutaten und vielen Gerichten für jeden Geschmack auch Drinks wie "Fichten-Fizz"; Holunderblüten-Bowle mit Korn bis zum Rumtopf Old-Fashioned. Letzterer gefiel mir besonders gut, da er mich an einen Rumtopf meines Vaters erinnert, den er zu Silvester ansetzte und der ähnlichen Inhalts war. Die Schwerpunkte der jeweiligen Gerichte sind Fisch, Kräuter, Pilze und Fleisch ("Gams schön lecker").


Sehr informativ fand ich die jeweiligen Ratgeber und Guides wie


- der kleine Wildpflanzen-Ratgeber

- der Strandsammel-Guide und

- den Pilzsammelguide (auch wenn ich sie lieber trotzdem kaufe)


sowie das Kapitel zur Bevorratung ("den Sommer einfangen") und ganz besonders den kritischen Abschnitt zu "Vom Lebewesen zum Lebensmittel", der veranschaulicht, wie wichtig es ist, Respekt vor Tieren zu haben und auf Bezugsquellen zu achten! Die genannte 'gute Adresse' zum Bezug von Wildfleisch gebe ich gerne hier weiter: http://www.wild-auf-wild.de

Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass sich Menschen vor einigen Jahrzehnten gesünder ernährten (es gab den sonntäglichen Braten und in der Woche oftmals Gemüsegerichte, kein Fleisch!) Da man hier auf Bezugsquellen angewiesen ist, appelliere ich dafür, eher seltener Fleisch zu kaufen und wenn, beim Biomarkt oder direkt beim Jäger (s. Link!) und nicht beim Discounter, der Fleisch aus der Massentierhaltung verkauft, die für sehr viel Tierleid sorgt!

Register zu den Rezepten und Zutaten sowie sehr atmosphärische und gelungene, fantastische Fotos runden dieses hochwertige, außergewöhnliche "Rezepte aus der Natur"-Buch sehr positiv ab.


Fazit:


Den Autoren (und Freunden) ist es hervorragend gelungen, ein Kochbuch voller Zutaten aus der Natur in Form sehr geschmackvoller Rezepte und äußerst ansprechenden, atmosphärischen Fotos zwischen diese beiden Buchdeckel zu packen; ein chapeau von mir und die volle Punktzahl! 5*

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