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Veröffentlicht am 16.01.2022

"nicht aufgeben" - das ist die Devise

Marta
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Dieses Buch hat mich doch sehr beeindruckt. Es wird die Lebensgeschichte von Marta erzählt, die ihre Kindheit in Polen verbringt, als Jugendliche nach Deutschland auswandert und später dann in der Schweiz ...

Dieses Buch hat mich doch sehr beeindruckt. Es wird die Lebensgeschichte von Marta erzählt, die ihre Kindheit in Polen verbringt, als Jugendliche nach Deutschland auswandert und später dann in der Schweiz übersiedelt. Es ist ein sehr emotionales Buch, denn die Erlebnisse von Marta sind nicht sehr einfach. Die politische Situation in Polen ist schwierig bis gefährlich und auch ihr familiäres Umfeldt ist problematisch. Sie hat ein schwieriges Verhältnis zu ihrer alleinerziehenden Mutter und auch mit ihrem Zwillingsbruder hat so sie manchmal ihre Probleme. Aber es gibt ja noch ihre Großeltern und andere Bezugspersonen, zu denen sie eine sehr innige Beziehung hat und ihr auch ein Leben lang zur Seite stehen. Die damaligen politischen und auch die persönlichen Lebensbedingungen werden sehr lebendig erzählt. Durch diese sehr intensive und sehr authentische Erzählung kann man sich alles sehr gut vorstellen. Es war für mich ein sehr emotionales Erlebnis und ich habe oft innegehalten, um mir die damalige Zeit wieder ins Gedächtnis zu rufen. Denn ich bin nur ein paar Jahre älter als Marta. Und es ist mir sofort aufgefallen, dass ich einen ganz anderen Blick auf diese Zeit habe. Gut - die politische Situation war mir klar, wenn auch nicht mit allen Folgen für die Menschen, aber ich war persönlich nicht unmittelbar betroffen und auch in einem Alter, wo andere Dinge für mich eine größere Priorität hatten. Aber die Ereignisse um ihre Flucht nach Deutschland - die ständigen Neuanfänge - das Verhältnis zu ihrer Mutter und ihren erfolgreichen Versuch einen Lebensinhalt für sich zu finden, ist sehr interessant und es zeigt sich auch welche pragmatische Sicht Marta auf alles hat. Sie macht immer das Beste daraus, kämpft sich durch, lernt immer sehr gezielt und hat ja schon früh ihre Berufswahl getroffen. Ärztin wollte sie schon als kleines Kind werden und das hat sie auch erreicht. Ich fand ihre Wahl sehr interessant und man erlebt ja auch ihre eigene Auseinandersetzung mit ihrer Herkunft und dem Verhältnis zu ihrer Mutter und deren Lebensgeschichte. Denn ihre Mutter Johanna hat so ihre eigenen Geheimnisse und auch diese Geschichte recherchiert Marta. Das Ergebnis ist überraschend und muss dann auch von allen Beteiligten erstmal verarbeitet werden. Es ist kein einfaches Buch. Man liest es nicht so runter und fertig. Ich hatte zu Beginn so meine Schwierigkeiten, denn jedes Kapitel spielt in einer bestimmten Zeit und die wechselten am Anfang von Gegenwart zur Vergangenheit hin und her. Es war nicht so einfach die zeitliche Reihenfolge im Auge zu behalten. Aber nach einiger Zeit ging es und später erfolgten die Kapitel auch in zeitlicher Reihenfolge. Und es gab sehr viele Personen kennenzulernen, die mit ihren sehr unterschiedlichen Charaktere sehr interessant waren. Marta ist wirklich eine sehr starke Frau, die es sich nicht leicht macht mit ihren Entscheidungen. Aber sie steht immer zu ihrer Mutter und ihrem Bruder, auch wenn die beiden sie nicht gerade liebevoll behandeln. Sie hilft ihnen immer und auch mit ihren Freunden und der restl. Familie bleibt sie tief verbunden. Die Schilderungen aus dem Arbeitsalltag fand ich manchmal schon ziemlich heftig, aber die Arbeit in der Psychatrie ist sicher nicht einfach und als Außenstehender kann man die Arbeitsmethoden auch nicht unbedingt verstehen. Aber Marta ist erfolgreich in ihrem Beruf und ist bei ihren Patienten beliebt. Das Buch erzählt eine Lebensgeschichte und man wird mit allen möglichen Ereignissen und Handlungen konfrontiert - so kann das wahre Leben eben sein. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, Marta war mir sehr sympathisch und ich fand die Beschreibungen der politischen Situation und den daraus resultierenden Handlungen sehr spannend. Es war ein neuer Blickwinkel auf diese Zeit und ich muss sagen, ich habe die Lesezeit sehr genossen. Es war spannend und interessant Marta auf ihrem Lebensweg mit allen Höhen und Tiefen zu folgen. Ich kann das Buch mit guten Gewissen weiterempfehlen. Es ist eine sehr interessante Lektüre für schöne Lesestunden.

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Veröffentlicht am 12.01.2022

gelebte Geschichte mit Paracelsus

Paracelsus - Die Fragen der Toten
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Dieser historische Roman lässt den berühmten Arzt Paracelsus zu Leben erwecken. Ich fand es total interessant in seine Welt einzutauchen. Man kennt Paracelsus zumindest dem Namen nach, aber viel mehr wahrscheinlich ...

Dieser historische Roman lässt den berühmten Arzt Paracelsus zu Leben erwecken. Ich fand es total interessant in seine Welt einzutauchen. Man kennt Paracelsus zumindest dem Namen nach, aber viel mehr wahrscheinlich auch nicht. In diesem Buch wird er zum Leben erweckt und wir lernen ihn in seiner damaligen Umgebung kennen. Und zwar ungeschönt mit seinen guten wie mit seinen schlechten Seiten. Er ist sicher ein schwieriger Charakter und eben eine Mann seiner Zeit. Es ist interessant seinen, für unsere heutige Denkweise, Gedankengängen und Ideen zu folgen. Wir erleben einige Überraschungen und manches mutet uns sicher seltsam an. Aber damals waren es eben andere Zeiten und die Erkenntnisse über Wissenschaft und Natur nicht auf unserem heutigen Stand. Die Menschen suchten Erklärungen und das auf allen Ebenen. Der Leser wird jedenfalls mit ungewöhnlichen und seltsamen Dingen und Einstellungen in Berührung kommen. Aber das macht auch den Reiz der Geschichte aus. Die damaligen Sitten und Gebräuche oder auch das Gedankengut wird sehr authentisch dargestellt. Es wird nichts geschönt oder ausgelassen. Manchmal muss man beim Lesen schon mal Nerven lassen, denn zimperlich waren die damaligen Bewohner sicher nicht. Ich konnte mich aber sehr gut durch die ausführlichen Erklärungen in diese Zeit einfinden. Durch die vielen verschiedenen Personen und den unterschiedlichsten Charaktere konnte man sich ein gutes Bild der Ereignisse vor Augen führen. Die Beweggründe wurden dadurch auch verständlicher. Es zeigt sich aber nicht nur ein geschichtliches Bild dieser Zeit, sondern man erlebt ja durch die Protagonisten persönliche Lebensläufe mit allen Schicksalsschlägen oder freudigen Erlebnisse hautnah mit. Und auch wenn man den ersten Band um Paracelsus und seine Freunde nicht gelesen hat, kann man dem Geschehen gut folgen. Durch Dialoge und Erinnerungen der Protagonisten bekommt man auch noch genügent Informationen über die vorherigen Ereignisse. Ich konnte das Buch sehr leicht und flüssig lesen, was gerade für historische Bücher nicht immer zutrifft. Aber hier ist ein guter Lesefluß gegeben. Und ich hatte keine Probleme in die damalige Lebenssituation einzutauchen. Es hat mir großen Spaß gemacht mehr über Paracelsus, seine Motivation und seinen Lebensweg zu erfahren. Und es war auch noch sehr spannend. Ich habe mit den Protagonisten gezittert und gebangt. Es war keine einfache Zeit und ein einzelnes Menschenleben hatte nicht für jeden einen großen Stellenwert.

Für mich war es jedenfalls eine sehr schöne Lesezeit und ich habe für mich viel aus den historischen Erzählungen - fiktiv oder nicht - herausgefunden.

Wer an gelebter Geschichte interessiert ist und eine spannende und eindrucksvolle Zeit mit Paracelsus erleben möchte, ist hier genau richtig. Ich kann das Buch mit guten Gewissen weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 08.01.2022

wunderschöne Begleitung

Die Energie der Rauhnächte
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Ich habe dieses Jahr endlich mal die Zeit der Rauhnächte bewußt erlebt. Und das habe ich mit diesem wunderschön gestalteten Büchlein erlebt.

Erstmal sieht dieses Buch sehr schön aus. Das Cover finde ich ...

Ich habe dieses Jahr endlich mal die Zeit der Rauhnächte bewußt erlebt. Und das habe ich mit diesem wunderschön gestalteten Büchlein erlebt.

Erstmal sieht dieses Buch sehr schön aus. Das Cover finde ich schon sehr schön gestaltet und diese schönen Bilder ziehen sich durch das ganze Buch. Sie umrahmen die Seiten, die der Leser selber sozusagen als Tagebuch oder Notizen ausfüllen kann und überall taucht dieses tolle Blau mit den Sternen auf. Alleine diese Ansicht macht schon Freude auf das weitere Geschehen. Man wird sehr gut über die Rauhnächte und ihre Bedeutung aufgeklärt. Dann folgt eine genaue Anleitung für die einzelnen Nächte und man hat viel Platz für eigenen Aufzeichnungen. Mir haben dies Angaben und die möglichen Tätigkeiten bzw. Gedankengänge gut gefallen. Man kann natürlich darüberhinaus auch seine eigenen Ideen einbringen. Es werden viele gute Tipps gegeben und mir haben diese Anregungen gut geholfen. Gerade wenn man diese Zeit zum ersten Mal so bewußt verbringt. Es hat Spaß gemacht und man konnte auch als Anfänger sehr gut damit arbeiten. Ich habe jedenfalls viel gelernt und für mich eine sehr interessante und auch lehrreiche Zeit mit den Ritualen verbracht. Durch dieses Buch habe ich etwas Struktur gehabt und konnte mich so auf die seelischen Aspekte konzentrieren. Es hat super geklappt und ich bin sehr froh die Energie der Rauhnächte mit dem Buch von Christine Rechl erlebt zu haben. Ich kann das Buch mit guten Gewissen empfehlen und werde auch die nächsten Rauhnächte zusammen mit dem Buch erleben.

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Veröffentlicht am 07.12.2021

undurchsichtige Situationen

Das Therapiezimmer
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Dieses Buch hat mich echt überrascht. Es fing alles so harmlos an und irgendwie fehlte mir die absolute Spannung. Es hat interessant angefangen, aber irgendetwas fehlte noch. Und im Laufe der Zeit offenbarte ...

Dieses Buch hat mich echt überrascht. Es fing alles so harmlos an und irgendwie fehlte mir die absolute Spannung. Es hat interessant angefangen, aber irgendetwas fehlte noch. Und im Laufe der Zeit offenbarte es sich auch. Überraschung - ich hatte mit allen Überlegungen zur Handlung irgendwie falsch gelegen. Tja, ich hatte mich auch täuschen lassen. Es ist sehr gut geschrieben und ich denke, ich bin nicht der einzige Leser, der andere Schlüsse aus dem Erzählten gewonnen hat. Tja, man sollte nicht immer das offensichtliche glauben. Aber es hat mir gut gefallen. Die Geschichte zeigt ja einige interessante Aspekte aus dem Leben der Protagonisten. Sam und seine Frau sind erst vor kurzem hergezogen. Wobei Sam aus dieser Stadt stammt und das ist auch ein wichtiger Punkt. Die alten Kumpels sind noch hier und die ganzen "Sünden" der Jugend werden wieder erzählt. Diese Erinnerungen sind wichtig für die Einschätzung von Sam - wie war er früher, wie ist er heute. Es geht viel um die Vergangenheit und was daraus in die Gegenwart gebracht wurde. Die Geschichte nimmt an Fahrt auf und es wird spannend. Und die Psyche spielt eine große Rolle. Es gibt einige sehr interessant Charaktere in dem Buch und das macht es auch so abwechslungsreich. Annie war mir irgendwie sofort sympathisch. Und langweilig ist sie auch nicht. Der Text an sich ist gut zu lesen. Allerdings wird man oft in die Irre geführt, aber das gehört hier dazu. Es ist ein interessantes Buch und auch der Schluss war überraschend. Aber er hat mir gut gefallen und ich konnte das Buch nach einer schönen Lesezeit abschließen.

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Veröffentlicht am 03.12.2021

Massenausbruch: ein schreckliches Ereignis

606
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Hier wird man als Leser direkt mit einer Horrorvorstellung konfrontiert. Der Massenausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis und dadurch sind die schlimmsten Verbrecher wieder frei. Diese Vorstellung ...

Hier wird man als Leser direkt mit einer Horrorvorstellung konfrontiert. Der Massenausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis und dadurch sind die schlimmsten Verbrecher wieder frei. Diese Vorstellung ist der absolute Horror und doch passiert es hier. Der Plan ist total clever gemacht und ich war von der Ausführung total gefesselt. Aber um die Gefahr erstmal klar darzustellen, lernen wir einige der gefährlichsten Verbrecher und ihre Taten kennen. Sie sitzen teilweise in den Todeszellen und haben nichts zu verlieren. Das allein macht sie schon gefährlich. Und unter ihnen unser Protagonist John Kradle. Er kommt mir irgendwie anders vor als die anderen, obwohl er ja auch für schlimme Taten verurteilt wurde. Die Stimmung in dem Gefängnis wird sehr gut geschildert. Man kann es sich irgendwie gut vorstellen und manchmal meint man die typischen Geräusche auf einem Gefängnisflur zu hören. Es ist irgendwie immer beunruhigend, auch wenn die Verbrecher ja erstmal noch hinter Gittern sitzen. Und dann sind da noch die Beamten bei der Arbeit. Hier lernen wir Celine Osbourne kennen. Sie arbeitet im Todestrakt. Und sie ist auch irgendwie eine besondere Persönlichkeit mit diversen seltsamen Eigenschaften. Sie ist zwar sozusagen auf der guten Seite, aber trotzdem wird sie mir zu Beginn nicht so richtig sympathisch. Aber im Laufe des Buches lernt man sie und ihre Lebensgeschichte kennen und dadurch versteht man manche ihrer Handlungen besser. Ich habe meine Meinung über sie dann ins positivere geändert. Spannung verspricht dieses Buch auf alle Fälle. Erstmal wegen des spektakulären Gefängnisausbruchs und dann natürlich wegen der Geschichte um John, der den Ausbruch nutzt, um seinen Fall selber zu untersuchen. Es wird alles sehr detailreich und anschaulich geschildert. Daher kam mir schon früh der Gedanke, das sich diese interessante Geschichte wunderbar verfilmen lässt. Kopfkino läuft nämlich schon beim Lesen immer mit. Die Handlung ist interessant, voller überraschender Wendungen und es gibt viele Personen, die durch ihre verschiedenen Charaktere interessante Begegnungen versprechen. Der Leser wird nicht enttäuscht und erlebt Spannung bis zum Schluß. Und auch das Ende hat mir gut gefallen und ich konnte das Buch zufrieden beenden.

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