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Veröffentlicht am 01.12.2019

Eins meiner Jahreshighlights

Die Arena: Letzte Entscheidung
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Achtung: das Buch ist der zweite Band einer Dilogie und hat inhaltliche Spoiler!

Ein Jahr ist es her, dass Ben und Hoshiko gemeinsam mit dem Purepolizisten Jack den Zirkus mit einer Explosion vernichtet ...

Achtung: das Buch ist der zweite Band einer Dilogie und hat inhaltliche Spoiler!

Ein Jahr ist es her, dass Ben und Hoshiko gemeinsam mit dem Purepolizisten Jack den Zirkus mit einer Explosion vernichtet haben. Seitdem befinden sich die beiden gemeinsam mit Jack und der kleinen Greta auf der Flucht. Doch dann geht alles schief und sie werden in ihrem Versteck von einem Sondereinsatzkommando umstellt. Mit einem Trick gelingt es Ben, Hoshiko und den anderen zur Flucht zu verhelfen. Aber hinter den Kulissen brodelt es bereits, denn was die vier Gefährten nicht geahnt haben: der Zirkus ist zu neuem Leben erwacht und das grausamer und brutaler, als jemals zuvor.
Meine Meinung

Nachdem der erste Band der Dilogie bereits ein richtiges Highlight für mich war, war ich mehr als gespannt auf die Fortsetzung. Das Cover ist wieder einmal ein richtiger Hingucker und der Inhalt hat mich auch richtig gepackt.
Ich fand hier sehr leicht in die Geschichte hinein, was zum einen an den zeitnahen Erscheinungstermin lag, zum anderen, dass die Handlung, wenn auch ein Jahr nach den Ereignissen des letzten Teils, trotzdem sehr nah an den Vorgänger anschließt.
Hayley Barker schreibt sehr mitreißend und man befindet sich, auch dank der beiden Protagonisten, die das Erlebte aus der Ich-Perspektive wiedergeben, mitten im Geschehen. Auch die Spannung ist hier von Beginn an hoch, bei denen die vier Flüchtigen umstellt werden, war schon fesselnd. Doch die gesamte Entwicklung konnte mich richtig packen und ja, auch entsetzen. Die Arena und die Pures mit all ihren Grausamkeiten werden hier so direkt dargestellt, dass es den Leser richtig mitnimmt. Die Verzweiflung der Dregs und deren Überlebenskampf, aber auch die Hochnäsigkeit und Verachtung der Pures sind regelrecht spürbar. Was mir in diesem Band aber richtig gut gefallen hat, ist der Auftritt von Vivian Baines Gegenspielerin, die anhand der eigenen DNA zeigt, dass niemand, aber auch wirklich niemand ein wahrer Pure ist. Münzt man dieses auf unsere Zeit, dann könnte man sich, leider, vorstellen, dass auch wir uns wieder in diese Richtung bewegen, wobei wir doch alle der gleichen Rasse angehören: Mensch. Ich finde, dass es der Autorin hier extrem gut gelungen ist, aufzuzeigen, dass auch wir heute schon mit ähnlichem Gedankengut zu tun haben und alles in allem gab es in unseren eigenen Geschichte bereits jemanden, der auf die Reinheit der Rasse aufgebaut hat, nicht wahr? Ich hoffe, dass Hayley Barker hier noch einmal aufrütteln und wach rütteln kann und zum Nachdenken anregen kann.
Wer die Welt des Zirkus bereits im ersten Teil für grausam hielt, wird hier noch einmal mehr entsetzt sein, denn die gesamte Situation ist schier unerträglich geworden für die Dregs. Die Idee, die die Pures in ihrem Zirkus umsetzen, haben mir so manches Mal eine Gänsehaut bereitet. Düster, erschreckend, grausam und extrem brutal. Zwar werden die Grausamkeiten nicht in allen Einzelheiten und detailliert beschrieben, sind aber definitiv nichts für zartbesaitete Gemüter.
Die Figuren der Geschichte, natürlich allen voran Hoshiko und Ben, sind mit ganz viel Tiefe und Lebendigkeit beschrieben. Sie sind mir ja schon im ersten Band sehr ans Herz gewachsen und ich habe da schon permanent mit ihnen mitgezittert, doch auch hier waren sie mir ganz schnell wieder vertraut. Auch die weiteren Charaktere rund um die beiden Protagonisten erhalten ein sehr individuelles und vorstellbares Bild. Jeder von ihnen sorgt dafür, dass man entweder um sie hofft und bangt, oder sie schlicht und ergreifend hasst.
Mein Fazit

Mit “Die Arena” hat Autorin Hayley Barker eins meiner Jahreshighlights geschrieben. Eine brutale, beängstigende Geschichte, die zum Nachdenken und Mitdenken anregt. Ich hoffe und wünsche mir, dass es der Autorin mit dieser Geschichte gelingen wird, ganz viele Menschen zu erreichen. Gerade mit ihren Protagonisten hat sie Figuren erschaffen, mit denen man sich umgehend identifizieren kann und die zum mitfiebern und mitbangen anregen. Eine absolut lesenswerte Geschichte, die auch nach ihrem Ende nachdenklich zurücklässt.

Veröffentlicht am 27.11.2019

Greg ist einfach unschlagbar

Gregs Tagebuch 14 - Voll daneben!
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Die Heffleys können es kaum fassen, denn ausgerechnet sie haben etwas geerbt. Was macht man denn nun mit so einem Erbe? Greg hätte bestimmt einige Idee, doch seine Eltern wollen das Haus renovieren. Oh ...

Die Heffleys können es kaum fassen, denn ausgerechnet sie haben etwas geerbt. Was macht man denn nun mit so einem Erbe? Greg hätte bestimmt einige Idee, doch seine Eltern wollen das Haus renovieren. Oh ha, Greg und das Leben auf einer Baustelle… Wer Greg kennt, wird schon vorher wissen, dass es da nicht immer glatt läuft. Doch dieses Mal ist es noch viel schlimmer, als sie gedacht hätten, denn das Haus hat so einiges verborgen und es sieht nicht gut aus. Ob es Greg und seiner Familie gelingen wird, ihr Haus zu renovieren?
Meine Meinung
Jay, endlich geht es weiter mit Greg, seinem besten Freund Rupert und natürlich mit den Heffleys. Das meine Tochter, die eher ein Lesemuffel ist, hier tatsächlich immer wieder begeistert jubelt, wenn ein neuer Band erscheint, spricht wohl für diese Reihe.
Somit stand es ausser Frage, dass auch der neue Band rund um Greg bei uns einziehen wird.
Wie immer ist es ein riesen Spaß allein diese lustigen Zeichnungen anzusehen und man muss Jeff Kinney einfach zu Gute halten, wie er es immer wieder mit diesen einfachen Bildern schafft, Greg und all die anderen lebendig werden zu lassen. Dabei liest sich die Geschichte auch wieder absolut leicht und sorgt auch dieses Mal für so einige Lacher. Doch man fiebert auch ein wenig mit Greg mit, wenn man liest, was ihm und seiner Familie so beim Renovieren widerfährt.
Wie gesagt, meine Tochter (mittlerweile 12 Jahre) ist eher ein Lesemuffel, aber was man den Storys rund um Greg und Co einfach zu Gute halten muss, ist dieser Comicstil, der einfach dazu einlädt, die Seiten förmlich zu inhalieren. Auch dieses Mal ist das Buch in kürzester Zeit (an einem einzigen Abend!) verschlungen worden.
Greg ist, trotz seines alltäglichen Chaos ein absolut sympathischer Junge, den man einfach gerne durch sein Tagebuch begleitet. Trotz all dem Humor verpackt Kinney auch hier wieder Momente mit ein, die uns im täglichen leben treffen. Zum einen gibt es da die Erinnerungen, in denen er schwelgt, während er in seinem Zimmer aufräumt oder das Versterben seiner Tante und dem damit zusammenhängenden auseinandersetzen mit dem Tod. Alles wird hier einfach und verständlich und natürlich auch mit einer humorvollen Saite verpackt.
Mein Fazit
Wer, wie meine Tochter, alle Bücher der Gregs Tagebuch Reihe verschlungen hat, für den ist auch der neue Band wieder ein absolutes Must have. Mit vielen urkomischen Situationen, dem typischen Heffley Chaos und vielen, teils aberwitzigen Gedanken des Greg bekommt man wieder eine Geschichte präsentiert, die selbst Lesemuffel verschlingen. Wie immer eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 27.11.2019

Ein neuer Fall für Harper McClain

Die schöne Tote
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Polizeireporterin Harper McClain genießt ihren Feierabend bei ihrer besten Freundin Bonnie in der Bar. Als diese schließt und die beiden nach Hause gehen, trauen die beiden ihren Augen nicht, denn einige ...

Polizeireporterin Harper McClain genießt ihren Feierabend bei ihrer besten Freundin Bonnie in der Bar. Als diese schließt und die beiden nach Hause gehen, trauen die beiden ihren Augen nicht, denn einige Straßen weiter wurde eine junge Frau auf offener Straße erschossen und die beiden kennen die Frau. Sie ist die junge Studentin und Bonnies Kollegin in der Bar Naomi Scott. Naomi war jung und bildhübsch und bei allen beliebt und es klingt unglaublich, dass sie ums Leben gekommen sein soll. Die Polizei hat dann auch schnell einen Verdächtigen: Naomis Freund. Doch nicht nur Harper hat Zweifel an seiner Schuld, denn selbst Naomis Vater kann das kaum glauben. Wieder einmal begibt sich Harper auf die Suche nach der Wahrheit.
Meine Meinung
Schon mit ihrem Debüt Echo Killer konnte mich die Autorin Christi Daugherty überzeugen und dementsprechend gespannt war ich auf den neuen Fall für Polizeireporterin Harper.
Daugherty beginnt ohne Umschweife mit ihrer Geschichte und es wird recht schnell spannend. Dabei erzählt die Autorin absolut flüssig und mit dem passenden Maße an Details, so dass man sich umgehend mitten in den Ermittlungen befindet.
Harper ist keine klassische Ermittlerin, was diesem Thriller auch das gewisse Etwas gibt. Während man gemeinsam mit Harper Eindrücke rund um die ermordete, junge Frau sammelt und verschiedenen Spuren folgt, wird die Handlung zunehmend spannender. Zumal es auch hier immer noch dieses Geheimnis um den Tod von Harpers Mutter gibt, der nach wie vor Rätsel aufgibt. So hat man hier nicht die typischen Ermittlungen, bekommt aber als Leser absolut Gelegenheit, selbst mitzurätseln. Es wird definitiv wieder spannend und damit wird auch der Thriller ein Pageturner.
Was mir hier richtig gut gefällt, ist auch das Setting dieses Buches. Obwohl es hier mittlerweile deutlich kälter und ungemütlicher wird, spürt man beim Lesen regelrecht die Hitze Savannahs. Die Autorin schafft hier eine absolut glaubwürdige und atmosphärische Stimmung, die den Leser mitnimmt.
Erzählt wird durch einen dritte Person Erzähler aus der Sicht der Protagonistin Harper. Somit bleibt der Leser ganz dicht an der Handlung und lernt auch die Protagonistin wieder ein Stück weiter kennen.
Harper ist keine vorhersehbare Protagonistin, sie handelt oftmals impulsiv und trifft gerne spontane Entscheidungen. Nach aussen wirkt sie tough und hart, scheint sich nicht gerne an anderen aufzuhalten und doch ist sie innerlich empfindsamer. Deutlich empfindsamer, als es ihr selbst gefällt. Für mich ist sie eine sehr glaubwürdige und sympathische Protagonistin und ihre Handlungen finde ich sehr glaubwürdig.
In diesem Thriller gibt es dann auch wieder so einige Nebencharaktere, von Verdächtigen, über Polizeibeamten und Familienangehörigen des Opfers. Dabei bekommen diese Personen doch schon ein recht deutliches Gesicht und sorgen für immer wieder neue Wendungen.
Mein Fazit
Mit “Die schöne Tote” ist es Christi Daugherty wieder einmal gelungen, mich in ihren Bann zu ziehen. Es wird spannend und die Handlung punktet mit vielen Wendungen und Unwägbarkeiten, die es zulassen, dass man selbst ordentlich mitfiebert und rätselt. Dazu kommt noch ein wirklich flüssiger und mitreißender Schreibstil, der es kaum möglich macht, eine Pause beim Lesen einzulegen. Ich kannte die Autorin bereits aus ihren Jugendbüchern, doch ich muss sagen: Christi Daugherty kann auch Thriller und das richtig gut. Wer spannende Thriller ohne große Ekelmomente, dafür gespickt mit vielen Wendungen mag, wird hier absolut auf seine Kosten kommen.

Veröffentlicht am 27.11.2019

Band 2 des Spin Offs

Die Pan-Trilogie: Das gestohlene Herz der Anderwelt (Pan-Spin-off 2)
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Achtung, Band 2 des Spin Offs, inhaltliche Spoiler zum ersten Band könnten vorhanden sein.

Es sieht nicht gut aus für die Anderwelt, denn das Herz, das diese am Leben hält, wurde gestohlen. Das ausgerechnet ...

Achtung, Band 2 des Spin Offs, inhaltliche Spoiler zum ersten Band könnten vorhanden sein.

Es sieht nicht gut aus für die Anderwelt, denn das Herz, das diese am Leben hält, wurde gestohlen. Das ausgerechnet Allison es schaffen soll, sowohl das Herz zurückzuholen als dann die Regenpforte wieder magisch zu verschließen, hätte sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht gedacht. Doch sie ist der Schlüssel und somit genau die, der all das gelingen soll. Dabei bringen sie nicht nur ihre eigenen Gefühle für den Wächter und Elf Finn durcheinander, sondern auch das Verschwinden ihres kleinen Freundes George. Allison steht vor einem riesigen Problem und ob es ihr wirklich gelingen wird, sowohl George als auch die Anderwelt zu retten, ist alles andere als klar.
Meine Meinung
Bei mir ist es noch gar nicht so lange her, dass ich den ersten Band des Spin Offs zur Anderwelt Trilogie aus der Feder von Sandra Regnier gelesen habe, deshalb fiel es mir hier auch sehr leicht, schnell wieder in die Story zu finden. Doch auch sonst gelingt es Sandra Regnier hier wieder sehr schnell, den Leser in ihre Welt der Elfen und Drachen zu entführen. Wer ihre vorherigen Bücher kennt, weiß in welch locker, flockigen Schreibstil die Autorin erzählt und das ist natürlich auch hier wieder der Fall. Neben einem jugendlichen Stil sorgt sie auch mit viel Humor, dass die Seiten beim Lesen schnell vorbei fliegen.
Nachdem der erste Teil mit einem dicken und äußerst fiesen Cliffhanger endete, war ich schon sehr gespannt darauf, wie es denn nun endlich weitergehen würde. Doch hier muss ich sagen, dass es dann doch viel ruhiger weitergeht, als ich vermutet hatte und sich erst zum Ende hin die Spannung steigern konnte. Zwar fällt es leicht, der Handlung zu folgen und es ist auch nicht langweilig, doch ich hatte mir irgendwie viel mehr Action erhofft. So blieb es über weite Teile viel ruhiger als ich erwartet habe und so manches zu leicht gelöst. Die großen Überraschungsmomente blieben aus und alles in allem bleibt die Handlung relativ flach.
Die Handlung spielt, wie auch im ersten Band, in Schottland und zum Teil auch in der Welt des kleinen Volkes. Wie immer gelingt es der Autorin dem Leser ein lebendiges Bild ihres Settings zu zeigen. Als Leser und auch als Schottlandfan machte es mir Spaß, die Charaktere zu begleiten.
Wie bereits im ersten Band ist auch hier Protagonistin Allison die Ich-Erzählerin der Geschichte. Das macht schon Spaß ihr zuzusehen, wie sie die Ereignisse erlebt, gerade auch, weil sie so rundum sympathisch ist, dass man sich sehr gut mit ihr identifizieren kann. Ich mochte einfach ihre Schlagfertigkeit und bei manch einem ihrer Dialoge brachte sie mich zum Schmunzeln. Aber auch Finn ist mir doch ans Herz gewachsen, auch wenn er vom ersten Band bis zum Ende durchaus eine Wandlung mitgemacht hat. Wie er und Allison zueinander stehen, verrate ich euch hier natürlich nicht.
Neben den beiden Protagonisten gibt es dann auch wieder bekannte Nebencharaktere wie Allisons beste Freundinnen und den kleinen George. Auch interessante Fantasywesen sind dabei, wie z. B. das kleine Volk oder die Elfen und Drachen. Sie sorgen für einen reibungslosen Handlungsverlauf und passen sehr gut ins gesamte Setting.
Mein Fazit
Das gestohlene Herz der Anderwelt bildet einen runden Abschluss der Spin Off Reihe. Auch wenn mir die Handlung ein wenig zu reibungslos blieb, konnte Sandra Regnier hier mit ihren tollen Charakteren, einem lebendigen Weltenaufbau und einem flüssigen Schreibstil punkten. Wer den ersten Band gelesen hat, wird eh wissen wollen, wie es weitergeht und alles in allem sorgte auch dieser Band für gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 23.11.2019

Gute Grundidee doch zu wenig Spannung

Der Store
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Einige Jahre ist es her, seit Gibson die Geschäftsidee überhaupt hatte: einen Store, in dem es alles, wirklich alles gibt, was das Herz begehrt oder was man im Alltag benötigt. Er beschäftigt unzählige ...

Einige Jahre ist es her, seit Gibson die Geschäftsidee überhaupt hatte: einen Store, in dem es alles, wirklich alles gibt, was das Herz begehrt oder was man im Alltag benötigt. Er beschäftigt unzählige Menschen und zwei von ihnen sind Paxton und Zinnia. Beide haben ganz frisch im Store namens Cloud begonnen, Paxton als Sicherheitsmann, Zinnia in den Lagerhallen. Langsam kommen die beiden sich näher, dabei sind sie eigentlich grundverschieden, doch nicht nur das, auch ihre Ziele bei Cloud sind grundverschieden. Je mehr die beiden bei Cloud im Alltag einsteigen, desto mehr wird klar, dass nicht alles hier so perfekt läuft, wie es nach aussen hin scheint.
Meine Meinung
Das schlichte Cover mit dem besonderen Barcode machte mich neugierig und klar, woran ich gleich bei dem Titel “Der Store” denken musste. Der Einstieg fiel mir dann hier auch relativ leicht, zumindest, was den Schreibstil betrifft, denn Rob Hart erzählt leicht und gut verständlich. Doch mir fehlte leider von Beginn an ein gewisses Grundtempo. Ich brauche nicht unbedingt permanent Action in einer Geschichte, aber hier fühlte es sich immer so an, als wurde mit zu vielen Worten erzählt, was man vielleicht mit mehr Tempo hätte rüberbringen können. Dabei gab es durchaus einige Momente, vor allem im Lagerbereich von Cloud, bei denen es mir eiskalt den Rücken runterlief, zum einen, wegen der furchtbaren Arbeitsbedingungen hinter dieser Firma, zum anderen, weil es einfach nur sehr realistisch klang, was der Autor da beschreibt. Im Grunde denke ich, dass wir uns auch heute schon sehr in diese Richtung bewegen, dass es dieses eine Unternehmen gibt, bei dem man nahezu alles erhält. Dementsprechend ist das Szenario, das hier gezeigt wird, nur allzu glaubwürdig.
Erzählt wird das ganze dann auch unterschiedlichen Perspektiven, bei denen man zwei neue Cloud Mitarbeiter, Paxton und Zinnia, kennenlernt, aber auch den Mann hinter dieser Firma. Das wiederum fand ich sehr gut dargestellt, denn so lernte man zwar den Grundgedanken, den Ursprung hinter Cloud kennen, aber konnte auch die unterschiedlichen Seiten betrachten, wie es für Angestellte in solch einer Firma ist.
Je mehr man in der Geschichte vorankam, desto mehr geriet man mit Paxton und Zinnia in den Alltagstrott. Genau so heißt auch einer der Abschnitte: man steht auf, man geht arbeiten, man schläft. Immer wieder der selber Rhythmus, immer wieder abrackern, damit man seinen Level nicht verliert, was immerhin dazu führen kann, nicht mehr bei Cloud arbeiten zu können. Dabei gibt es für die Menschen gar nicht mehr allzu viele andere Alternativen.
Während man Paxtons und Zinnias Perspektive durch einen neutralen dritte Person Erzähler vorgestellt bekommt, erlebt man Gibson in der Ich-Perspektive. Auch das ist ein guter Schachzug des Autors, denn so erlebt man als Zuschauer das eigentliche Geschehen, während man glaubt, einen vermeintlich guten Mann hinter dem Geschäft zu lauschen.
Das wiederum machte es mir sehr schwer, gerade Gibson neutral zu betrachten. Der Mann hat Krebs und nicht mehr lange zu leben. Das wird schon gleich auf den ersten Seiten klar und so gibt es immer wieder Momente, in denen er von seinem Beginn von Cloud erzählt, über seinen Intentionen, darüber, wie er glaubte, mehr aus seinen Mitarbeitern zu holen etc. Man hat hier defintiv das Gefühl, einem guten Kerl zuzuhören und dann bekommt man Zinnias und Paxtons Erlebnisse geliefert und diese sind ganz schön hart. Die Bedinungen unter denen sie bei Cloud arbeiten, wirken unmenschlich, aber halt einfach auch realitätsnah. Allerdings hätte ich mir hier einfach gewünscht, dass ich diese beiden Charaktere besser kennengelernt hätte. Leider blieben mir ihre Gefühle zu fern und ich konnte mich weder in sie hineinversetzen noch mit ihnen mitfiebern oder mitleiden. Schade, denn genau da ist wohl auch der Punkt, bei dem mir das Buch einfach zu langatmig wurde.
Mein Fazit
Kein Frage, die Darstellung und auch die Grundidee hinter “Der Store” waren beängstigend realistisch und zeigen ein Bild, von dem wir uns heute nicht allzu weit entfernt finden. Leider hatte ich insofern Schwierigkeiten, dass mir immer wieder zu wenig Tempo in die Geschichte gebracht wurde. Ich hatte nicht genügend Nähe zu den Charaktere aufbauen können, um hier richtig tief in die Geschichte gezogen zu werden, was sie letzendlich etwas spannungsarm machte.