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Veröffentlicht am 15.07.2019

Verwirrend

Hinterhaus
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Als die Journalistin Carolin vom Joga nach Hause kommt, ist sie völlig geschockt. Ihre komplette Wohnung ist leer geräumt und im Flur stehen sieben Umzugskartons, darin befinden sich all ihre Besitztümer. ...

Als die Journalistin Carolin vom Joga nach Hause kommt, ist sie völlig geschockt. Ihre komplette Wohnung ist leer geräumt und im Flur stehen sieben Umzugskartons, darin befinden sich all ihre Besitztümer. Von ihrem Freund Jens, mit dem sie seit vielen Jahren zusammenlebt, fehlt jede Spur. Ohne wirklich zu wissen, wo sie hingehen soll, streift sie durchs Haus und trifft dort ihre Nachbarin Mandy, bei der sie Unterschlupf findet. Doch damit soll der Alptraum, in dem sie sich bereits glaubte, erst recht. Im Toilettenkabuff stösst sie auf die seit zwanzig Jahren eingemauert Leiche eines Jungen, Mandys Bruder. Doch was steckt dahinter? Im Hinterhaus tummeln sich so einige kuriose Gestalten und einer von ihnen könnte der Mörder gewesen sein.
Meine Meinung
Das düstere Cover und der spannend klingende Klappentext machten mich unheimlich neugierig auf diesen Krimi. Doch so richtig warm wurde ich damit leider nicht.
Zwar kam ich recht leicht in die Geschichte, doch der Schreibstil ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Sätze sind einfach, kurz und ohne jeglichen Schnörkel, was ich für sich mag. Doch hier fiel es mir ausgesprochen schwer, den Lesefluss aufrecht zu halten, was zwar nicht unbedingt an dem Stil selber lag, aber durch diesen nicht gerade gefördert wurde.
Ja, im Groben könnte man sagen, dass es eine Art Krimi ist, zumindest gibt es eine vor langer Zeit verschwundene Leiche und später noch eine “frische”, aber von richtigen Ermittlungen keine Spur. Insgesamt fand ich alles sehr verwirrend und der rote Faden verlor sich immer wieder. Dadurch, dass ich lange Zeit die einzelnen Puzzleteile zusammensetzen musste und diese auch extrem anstrengend und verwirrend fand, kam ich nur schleppend durch den Krimi. Für mich gab es hier einfach zu viele Sprünge zwischen den einzelnen Personen und deren Vergangenheit und deren Gegenwart. Alles in allem wurde hier so viel mit reingepackt, dass die einzelnen Themen an für sich zu kurz kamen. Da gibt es z. B. das Thema des Wochenheims, in dem sich Mandy als Kind befand und das sie auch in ihrer heutigen Situation verfolgt. Doch da hätte einfach viel mehr draus gemacht werden können. Auch Carolins beste Freundin Henry hat so einiges aus der Vergangenheit zu bewältigen und auch das blieb mir zu fern. Dann ist da noch die Leiche des damals beim Verschwinden fünfzehnjährigen Hans, Mandys Bruder, die plötzlich auftaucht, doch auch da fehlte mir irgendwie der richtige Zusammenhang. Dazu kommen noch ein paar weitere Handlungsstränge, die ebenfalls immer nur kurz eine Rolle spielten und das alles irgendwie durcheinander. Letzten Endes war es eher eine Studie der kuriosen Gestalten des Berliner Hinterhauses, doch auch das blieb mir noch zu fern.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Carolin fand ich recht anstrengend und reichlich unbeholfen. Bisher hat sie ihr Leben fremdbestimmt geführt, zuerst war es ihr Vater, dann ihr Lebensgefährte, der sie so durchs Leben brachte. Kein Wunder, dass sie es kaum schafft, für sich selbst zu sorgen. Anstelle von einer selbstsicheren und toughen Reporterin bekam ich eine sehr unsichere und unbeholfene Frau, die mit sich selbst nichts anfangen kann.
Aber auch die weiteren Personen des Hinterhauses brachten mich zum Stirnrunzeln. Irgendwie kamen sie mir alle wie Menschen eines eigenen Schlags vor, Freaks, irgendwie. Ich habe mit einem gewissen Abstand zugesehen und versucht, irgendwie Zugang zu den Menschen zu bekommen, aber auch das gelang mir leider nicht.
Mein Fazit
Ein Buch, das mich sehr verwirrt und durcheinander zurückgelassen hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Geschichte wirklich richtig zusammengesetzt und verstanden habe. Der Schreibstil war zwar einfach mal anders, aber durch die teilweise sehr fäkalienlastige Sprache auch nicht unbedingt angenehm. Durch viele lose Fäden, die sich zwar nach und nach zu einzelnen Stücken zusammensetzen ließen, wurde ich öfter dazu gezwungen, noch einmal nachzulesen, worum es wirklich ging. Vieles wurde nur kurz umrissen und nichts ging in die Tiefe, so dass es insgesamt nur mäßig spannend wurde. Schade, das ganze klang so vielversprechend und letzten Endes ist es wohl eine reine Geschmackssache, doch für mich war dieses Buch leider nichts.

Veröffentlicht am 08.07.2019

Absoluter Lesetipp

Wenn ich tot bin
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Zehn Jahre ist es her, dass die kleine Madelin McFarland entführt wurde. Seitdem fehlt jede Spur von dem Mädchen. Bis es eines Tages an der Tür des Elternhauses klingelt. Madelin ist zurück und ihre Mutter ...

Zehn Jahre ist es her, dass die kleine Madelin McFarland entführt wurde. Seitdem fehlt jede Spur von dem Mädchen. Bis es eines Tages an der Tür des Elternhauses klingelt. Madelin ist zurück und ihre Mutter Susan kann es kaum glauben. Doch das Glück ist nur von kurzer Dauer, denn während Susan schnell ein paar Einkäufe erledigt, verschwindet Madelin wieder, die jüngere Tochter Harper ist völlig verstört und Susans Mann Stuart wird schwer verletzt in der Küche gefunden. Alles sieht danach aus, als wäre Madelins Peiniger wieder aufgetaucht und eine junge Frau, die sich Amy nennt, ist auf der Flucht in die Highlands.
Meine Meinung
Der Klappentext dieses Buches hatte es mir sofort angetan und da ich bereits einige Bücher der Autorin gelesen hatte, waren meine Erwartungen an diesen Thriller recht hoch. Diese wurden dann auch absolut erfüllt und ich habe das Buch an nur einem Abend verschlungen. Es konnte mich absolut fesseln und ich habe es erst wieder aus der Hand gelegt, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte.
Karen Sander schreibt flüssig, direkt und schnörkellos und von der ersten Seite an befindet man sich mitten im Geschehen.
Das Tempo wird konstant hoch gehalten und der Leser kommt nur selten dazu, einmal Luft zu holen. Ein Plottwist jagt den nächsten und immer dann, wenn ich dachte, ich wüsste, wie der Hase läuft, wurde ich wieder eines besseren belehrt. Karen Sander ist es hervorragend gelungen, mich immer wieder ins Bockshorn zu jagen und erst das Ende bracht den großen Aha-Effekt. Chapeau, Frau Sander, damit konnten Sie mich wirklich begeistern.
Der Fall selber ist sehr berührend, schockierend und erschreckend glaubwürdig. Die Ereignisse fühlten sich real an und ich habe hier mit den Opfern mitgelitten. Sei es das Schicksal der jungen Madelin oder der Mutter, ich habe die Ängste und Verluste sehr gut nachempfinden können.
Dadurch, dass Karen Sander ihre Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, bekommt man einen guten Überblick. Man beobachtet eine junge Frau, Amy, auf ihrer Flucht durch die Highlands und hofft ständig mit ihr, dass sie ihrem Peiniger entkommen wird. Man leider mit der Mutter Susan, deren Gefühle ich sehr gut nachempfinden konnte und man beobachtet Ermittlerin Kate und stellt mit ihr gemeinsam Theorien zum Geschehen auf.
Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Ermittlerin Kate, die einen sehr guten Instinkt hat und nach aussen eine toughe Polizistin zu sein scheint, ist in ihrem Inneren eine Frau mit Unsicherheiten. Ich mochte sie gleich von Beginn an und würde mich freuen, mit ihr weitere Fälle lösen zu können. Susan, Madlins Mutter, ist mir ebenfalls sehr sympathisch und gerade als Mutter konnte ich sie sehr gut verstehen. Amy wollte ich beschützen und ich habe mit ihr mitgezittert und gebangt. Neben diesen drei Hauptfiguren gibt es noch einige Nebencharaktere, die allesamt klar und deutlich dargestellt wurden.
Mein Fazit
Spannend und temporeich, mit vielen unvorhersehbaren Plottwists und Charakteren, mit denen man mitfiebert, kommt der neue Thriller der Autorin Karen Sander daher. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und konnte gar nicht schnell genug lesen, um zu erfahren, was wirklich passiert ist. Ein wirklich gelungener Thriller, der für rasante Unterhaltung sorgt und mit dem Geschehen tief erschüttern kann. Danke, Frau Sander, für diesen absolut gelungenen Thriller! Ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 07.07.2019

Netter Roman für zwischendurch

Das Versprechen der Islandschwestern
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1949: nach dem die beiden Schwestern Helga und Margarete ihre Eltern verloren haben, wagen es die beiden jungen Frauen und gehen kurzentschlossen als Hilfsarbeiterinnen nach Island. Beide sind fasziniert ...

1949: nach dem die beiden Schwestern Helga und Margarete ihre Eltern verloren haben, wagen es die beiden jungen Frauen und gehen kurzentschlossen als Hilfsarbeiterinnen nach Island. Beide sind fasziniert von der rauen Landschaft Islands und auch von deren Bewohner. Schnell fühlen sie sich wohl hier und es scheint, als würden sie für immer bleiben wollen.
2017: Gemeinsam mit ihrer Tochter Leonie und ihrer Oma Margarete macht sich Pia auf den Weg nach Island. Hier wollen sie den neunzigsten Geburtstag von Margaretes Schwester Helga feiern. Viele Jahrzehnte ist es her, dass sich die beiden Frauen voneinander entfernt haben. Doch was ist damals in Island geschehen, dass die Schwestern, die immer zusammenhalten wollten, sich so entzweit hatten?
Meine Meinung
Ich mag Familiengeschichten, die auf zwei Zeitebenen spielen und diese hier klang noch etwas anders, da die beiden Protagonistinnen der Vergangenheit noch leben und sich ihren Geheimnissen stellen können.
Der Einstieg in den Roman fällt sehr leicht, denn Karin Baldvinsson erzählt flüssig und klar. Dabei zaubert sie auch ein ganz besonders Bild der Landschaft Islands und man möchte selbst einmal die Fjorde und die Islandpferde erleben. Mir hat der Ausflug in den Norden auf jeden Fall gut gefallen.
Auch sonst bietet diese Geschichte leichte und durchweg gute Unterhaltung. Allerdings war es mir auch ein wenig zu vorhersehbar. Viele der verschiedenen Wendungen habe ich schon weit im voraus gesehen und konnte somit leider nicht mehr überrascht werden. Trotzdem mochte ich den Roman, der sich an einem Nachmittag auf dem Sofa weglesen ließ. Wie gesagt, ist dies vor allem der wirklich schöne Schreibstil der Autorin, der es leicht macht, durch die Seiten zu fliegen.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd auf zwei verschiedenen Zeitebenen, einmal ab dem Jahr 1949, in dem die Schwestern Helga und Margarete nach Island kehren und einmal im Jahr 2017, in dem Margarete nach vielen Jahren gemeinsam mit Enkelin und Urenkelin nach Island zurückkehrt. Während der Zeitstrang der Vergangenheit ausschließlich aus Margaretes Perspektive geschildert wird, steht in der Gegenwart ihre Enkelin Pia im Vordergrund. Diese lernt auf Island Ragnar kennen, dessen Sicht wir auch miterleben dürfen. Schnell wird hier klar, dass die beiden sich voneinander angezogen fühlen, doch beide sind auch gebrannte Kinder, die bereits gescheiterte Beziehungen hinter sich haben.
Die Zeichnung der Charaktere hat mir ganz gut gefallen, bleibt aber alles in allem noch ein wenig oberflächlich. Gerne hätten die Gedanken der unterschiedlichen Protagonistinnen noch deutlicher hervorgehoben werden können. So blieben sie mir eher etwas fern und ich blieb mehr der Beobachter des Geschehens. Trotzdem waren sie mir sehr sympathisch und konnte vor allem viele Gedankengänge Pias nachvollziehen.
Margarete erschien mir in den Rückblicken eine sehr sympathische und vor allem zu allem entschlossene junge Frau zu sein. Die Jahre, die sie im Streit mit ihrer Schwester von dieser getrennt verbracht hat, schien sie mürrisch zu machen. Doch auch da gibt es eine Entwicklung, die zwar vorhersehbar, aber glaubwürdig ist.
Mein Fazit
Alles in allem ein netter Roman für ein paar gemütliche Lesestunden. Zwar bleibt die Handlung über weite Teile vorhersehbar, liest sich aber trotzdem gut und unterhaltsam. Es ist zwar keine Geschichte, die noch lange in mir nachhallen wird, doch für entspannende Unterhaltung durchaus ein zu empfehlendes Buch. Wer Familiengeschichten auf zwei Zeitebenen mag, wird sich auch mit Karin Baldvinssons Roman sehr wohl fühlen.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Grausames Märchen

Tief im Wald
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Einst lebten sie friedlich in einem kleinen Dorf, bis die Zwillinge geboren wurden. Diese beiden Mädchen wurden von den Dorfbewohnern als böse bezeichnet und so mussten sie fliehen. Im Wald wurden sie ...

Einst lebten sie friedlich in einem kleinen Dorf, bis die Zwillinge geboren wurden. Diese beiden Mädchen wurden von den Dorfbewohnern als böse bezeichnet und so mussten sie fliehen. Im Wald wurden sie vergessen, die Mutter starb und aus den Zwillingen wurden Seelenesser. Die kleine Alys lebt ebenfalls in dem Dorf und auch sie ist anders als andere Kinder, denn sie kann nachts nicht schlafen. Als die Seelenesser in ihr Dorf kommen, ist sie die einzige, die wach ist. Die Erwachsenen sterben, die Kinder schlafen und als die Menschen des Nachbarortes davon hören, nehmen sie die Kinder zu sich. Doch Alys spürt nach wie vor, dass sie anders ist und wird immer faszinierter vom Wald und den Seelenessern.
Meine Meinung
Ich weiß, ich wiederhole mich, wenn ich von Covern schwärme, doch auch hier ist es dieses fantastische, düstere Cover, das den Blick auf sich zieht.
Das Cover hält auch, was es verspricht, denn das, was sich dahinter verbirgt, hat mich vom ersten Augenblick an fasziniert. Es klingt wie ein Märchen, doch ist es dabei düster, brutal und grausam. Peternelle van Arsdale schreibt einfach genial, es klingt so poetisch, dass selbst die Grausamkeiten “schön” klingen. Die Autorin konnte mich mit diesem unheimlich tollen Stil von der ersten Seite an fesseln und auf eine finstere Reise mitnehmen.
Vom ersten Moment an ist es spannend und der Prolog, der die grausige Vorgeschichte bildet, zog mich magisch in die Geschichte. Auch sonst birgt diese Geschichte jede Menge Stoff zum Miträtseln und bleibt dadurch spannend. Es gibt unglaubliche Wendungen und so manches Mal auch Überraschungen für den Leser.
Die Welt, in der “Tief im Wald” spielt, wirkt mittelalterlich. Die Dörfer ärmlich und die Menschen abergläubig und voller Vorbehalte. Dementsprechend passt die Entwicklung, die die Geschichte nimmt hervorragend dazu und konnte mich überzeugen. Alles in allem bin ich begeistert, weil ich hier das Gefühl hatte, mal wieder etwas Neues und Ungewöhnliches in der Hand zu halten. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin hier keine klaren Linien, kein schwarz und weiß vorgibt.
Erzählt wird zum großen Teil aus Alys Perspektive durch einen dritte Person Erzähler. Doch man erhält auch Einblicke in das Leben der beiden Mädchen, der Seelenesser. Man erlebt, was geschehen ist, um solch eine Wandlung zu vollziehen und genau das klingt tatsächlich glaubwürdig. Denn Menschen sind es, die grausam sind und durch Vorurteile schlimmes hervorrufen.
Die Charaktere der Geschichte sind allesamt interessant und detailreich ausgearbeitet, lassen dem Leser aber einiges an Spielraum für eigene Fantasien. Die kleine Alys konnte mich vom ersten Moment an begeistern, denn trotz ihres jungen Alters ist sie unheimlich mutig und tapfer. Doch nicht nur Alys ist besonders, auch diese Idee des Biests und der Seelenesser bringt hier noch einmal einen ganz anderen und unheimlich spannenden Aspekt.
Mein Fazit
Wer eine Geschichte sucht, die einmal etwas ganz anderes und neues bietet, sollte hier unbedingt mal hineinlesen. Mich konnte Peternelle van Arsdale nicht nur mit ihrem märchenhaften und atmosphärischen Schreibstil gefangen nehmen, sondern auch mit der gesamten Idee dahinter begeistern. Das düstere und unheimliche wird hier gut dargestellt und brachte für mich noch einmal mehr das besondere der Geschichte hervor. Tolles, düsteres Märchen, das mir sehr gut gefallen hat und das ich sehr gerne weiterempfehle!

Veröffentlicht am 07.07.2019

Düstere Fantasy

Zeit der Eismonde
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Der siebzehnjährige Ouwen lebt, seit seine Mutter starb, allein bei seinem Vater. Seit einiger Zeit wird er von schlimmen Alpträumen geplagt und selbst am hellichten Tag hat er Visionen, die zum größten ...

Der siebzehnjährige Ouwen lebt, seit seine Mutter starb, allein bei seinem Vater. Seit einiger Zeit wird er von schlimmen Alpträumen geplagt und selbst am hellichten Tag hat er Visionen, die zum größten Teil grausam und erschreckend sind. Als er eines Nachts von einem Fremden aus dem Schlaf gerissen und gezwungen wird, mit ihm aus seinem Heimatdorf fortzugehen, weiß er zunächst nicht, was er davon halten soll. Doch Hayden, der Schattenläufer, erzählt Ouwen von einer Welt voller Magie, aber auch Gefahren. Von nun an befindet sich Ouwen auf der Flucht, denn er gehört viel mehr zur magischen Welt, als er jemals gedacht hätte.
Meine Meinung
Ich gehöre ja zu denen, die von schönen und interessanten Covern magisch angezogen werden und genau so eines hat auch Zeit der Eismonde von Anett E. Schlicht. Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet und passt auch hervorragend zur Geschichte.
Der Einstieg ist noch nicht ganz so einfach, denn Autorin Anett E. Schlicht wirft uns Leser direkt ins Geschehen, was sich jedoch so nach und nach durch bestimmte Ein- und Rückblicke jedoch aufzulösen beginnt. Der Schreibstil ist leicht und einnehmend und macht es dadurch aber sehr gut möglich, auch dem Inhalt zu folgen.
Mit der richtigen Mischung aus Details und dem Leser eigene Fantasien zu lassen, baut Anett E. Schlicht eine neue und fremde Welt mit, teils bekannten und neuen Fantasyelementen auf. Die Atmosphäre wirkt dabei aber sehr düster und spannend und genau das ist es auch, was mich zur Zeit besonders fesseln kann. Alles wirkt stimmig und durchdacht aufgebaut und ich wurde immer mehr in die kalte Welt des Protagonisten Ouwen gezogen.
Die Perspektiven wechseln zwischen einzelnen Charakteren und werden durch einen dritte Person Erzähler dargestellt. Dieser versetzt den Leser direkt in das Geschehen und man ist ganz dicht am Geschehen. Was zunächst noch recht verwirrend beginnt, wird immer spannender, man will einfach nur noch wissen, wie es weitergeht und am Ende erwartet uns ein Cliffhanger, der mich gespannt auf den nächsten Band zurücklässt.
Die Charaktere der Geschichte sind vielfältig und man trifft hier auf Schattenläufer, Gestaltwandler und Schattenwölfe. Ouwen ist einer der Schattenseher, diese werden von den Schattenwölfen gejagt. Doch auch diese Schattenwölfe haben etwas besonderes, denn auch sie waren einst Menschen, die dazu gezwungen werden, nun jagt auf die Menschen mit den besonderen Fähigkeiten. Wie ihr seht, ist schon dieser kleine Einblick in die Geschichte äußerst komplex, doch es wird auch richtig spannend und interessant und Ouwen ist ein Protagonist, der schnell ans Herz wächst und mit dem man ordentlich mitfiebern kann.
Mein Fazit
Mir hat der Einstieg in die neue Fantasyreihe sehr gut gefallen, denn es wird spannend, mager und düster. Je mehr man über das Geschehen erfährt, desto größer wird der Sog, den die Geschichte auf mich ausgeübt hat. Es ist durchaus als ein Einstieg in eine fremde Welt zu betrachten, denn es braucht hier einige Zeit, bis man die gesamten Zusammenhänge versteht. Dafür konnte mich die Autorin mit ihren äußerst spannenden Ideen fesseln und lässt mich nach dem fiesen Cliffhanger ungeduldig auf Band zwei wartend zurück. Eine tolle Geschichte für Fantasyfans.