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Veröffentlicht am 05.05.2025

Kommt leider nicht an die Trilogie heran

Tintenwelt 4. Die Farbe der Rache
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Ich habe die Tintenwelt-Trilogie zwar erst als Erwachsene entdeckt, aber sie hat mich richtig begeistert. Als ich erfuhr, dass diese um einen Band erweitert wird, der 5 Jahre nach dem Ende von Tintentod ...

Ich habe die Tintenwelt-Trilogie zwar erst als Erwachsene entdeckt, aber sie hat mich richtig begeistert. Als ich erfuhr, dass diese um einen Band erweitert wird, der 5 Jahre nach dem Ende von Tintentod spielt, war ich gleichermaßen erstaunt wie skeptisch. Wird es gelingen, die ursprüngliche Trilogie zu erweitern und dabei die Qualität zu halten? Nachdem ich den 4. Band gelesen habe, muss ich für mich leider sagen: Nein, es ist nicht gelungen.
Nicht nur der Titel, der merkwürdigerweise vom Schema der Trilogietitel abweicht, wirkte auf mich wie ein Fremdkörper, auch mit der Geschichte wurde ich nicht so warm wie erhofft. Ich hatte mich sehr auf ein ausführliches Wiedersehen mit Meggie, Mo und Co gefreut, doch diese spielen hier nur eine Nebenrolle. Die Hauptcharaktere sind Staubfinger, der Schwarze Prinz und weitere Nebenfiguren der Vorgängerbände. Leider blieben diese teilweise recht oberflächlich und erreichten nicht die Tiefe und Ambivalenz der Charaktere aus der Trilogie. Was Gewalt anbelangt, empfand ich Tintentod schon als recht heftig, und „Die Farbe der Rache“ setzt hier noch eins drauf. Das war mir stellenweise zu viel, gerade auch für ein Jugendbuch.
Während ich bei den ersten Bänden regelrecht durch die Seiten geflogen bin und die Bücher kaum aus der Hand legen konnte, weil die Geschichte so spannend war, fehlte mir diese Spannung hier und ich empfand das Buch über weite Strecken als langatmig. Stellenweise wirkte es, als hätte man die Geschichte krampfhaft in die Länge gezogen.
Insgesamt muss ich sagen, dass es besser gewesen wäre, die Tintenwelt als Trilogie zu belassen.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Abwechslung auf dem Familientisch

SOS Familienküche
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Wie in vielen Familien ist auch bei uns oft die Zeit knapp, und möglichst schnell soll ein warmes Essen auf den Tisch, das nicht nur abwechslungsreich und gesund ist, sondern auch noch allen schmeckt. ...

Wie in vielen Familien ist auch bei uns oft die Zeit knapp, und möglichst schnell soll ein warmes Essen auf den Tisch, das nicht nur abwechslungsreich und gesund ist, sondern auch noch allen schmeckt. SOS Familienküche hat mich also sofort neugierig gemacht.
Das Buch beginnt mit einigen Tipps zur effizienten Familienküche, die mir allerdings großteils schon bekannt waren. Hier wird auch klar, dass die Autorinnen keine Berührungsängste haben, Fertigteige, Würzpasten, Mischungen für Bratlinge, Tiefkühlgemüse, Fertigsaucen oder sogar fertig gegarten Reis aus dem Supermarkt zu integrieren. Für ganz schnelle Küche sicher praktisch, für Puristen eher nicht geeignet. Ich muss auch sagen, dass ich selbst keine Fertigprodukte nutze, da mir da einfach zu viele Zusatzstoffe drin sind. Natürlich kann auch jede und jeder eigene Teige für die Rezepte nutzen, aber dann dauert die Zubereitung eben entsprechend länger und der SOS-Charakter passt dann nur noch bedingt. Apropos Zubereitungszeit: Mit den angegebenen Zeiten bin ich teilweise nicht ausgekommen, zum Teil habe ich fast doppelt so lange gebraucht, obwohl ich schon lange koche.
Das Buch beginnt mit den gerade dem Zeitgeist entsprechenden One-Pot-Gerichten, die auf mich manchmal etwa bemüht wirken, wie zB die One-Sheet-Pasta mit Hackfleischbällchen, die komplett auf einem Backblech zubereitet wird. Nudeln auf einem Blech gar zu bekommen, wäre mir doch zu umständlich, da spüle ich im Anschluss lieber einen zusätzlichen Topf.
Es waren einige Gerichte dabei, die in unserer Familie nicht so gut ankommen würden, zB Gerichte mit Shrimps, Kabeljau, Tofu oder asiatisch angehaucht, das trifft einfach nicht unseren Geschmack. Andere empfand ich als so einfach, dass ich dafür kein Kochbuch bräuchte, etwa eine Suppe, die im Wesentlichen aus TK-Gemüse und Buchstabennudeln bestand. Sehr lecker fanden wir den Schupfnudelauflauf mit Rosenkohl, den Flammkuchentoast und die Grillgemüsepfanne mit Halloumi. Auch das Kräuter-Parmesan-Schnitzel mit selbst gemachten Süßkartoffelpommes wird es sicher wieder geben. Unser Liebling ist das Zupfbrot a la Pizza Salami, benötigt allerdings selbst mit Fertigteig mindestens eine Stunde. Wir haben den Hefeteig selbst gemacht, damit ist es für die schnelle Küche schon nicht mehr geeignet.
Sehr gut gefallen haben mir die Topping-Ideen, mit denen man manches Gericht aufpeppen oder ihm einen leckeren Crunch verleihen kann. Auch die Einbindung von veganen Hackalternativen wie Sojaschnetzel oder Sonnenblumenhack finde ich sehr positiv.
Insgesamt würde ich das Buch all jenen empfehlen, die kein Problem damit haben, auch mal ein Convenience-Produkt in die Mahlzeit zu integrieren und Abwechslung für den Familientisch suchen.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Leider schwächer als erwartet

Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie
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Einmal in das eigene Lieblingsbuch zu reisen – diese Möglichkeit klingt sehr verlockend, und die Libronauten machen diesen Wunsch für zahlungskräftige Kundschaft wahr. Dabei wird der Reisende von Libronauten ...

Einmal in das eigene Lieblingsbuch zu reisen – diese Möglichkeit klingt sehr verlockend, und die Libronauten machen diesen Wunsch für zahlungskräftige Kundschaft wahr. Dabei wird der Reisende von Libronauten begleitet , die die Fähigkeit haben, allein durch ihre Stimme sich und den Gast in die Geschichte hineinzulesen. Einer von diesen ist der junge Adam. Als eines Abends eine gefährliche Reise in ein düsteres Werk ansteht, weicht der Kunde von den vereinbarten Regeln ab und entwischt Adam. Dieser macht sich auf die Suche und findet den Gast vor einer geheimnisvollen Tür, die mitten im Wald steht…

Die Geschichte beginnt spannend und das erste Drittel fliegt beim Lesen nur so dahin. Adam entwischen kurz hintereinander zwei seiner Kunden, und er entdeckt hierdurch in den Geschichten Ungereimtheiten, die dort ursprünglich nichts zu suchen haben. Bald kommt Adam weiteren mysteriösen Vorgängen auf die Spur, und er muss sich fragen, wem er noch vertrauen kann. Leider flachte für mich danach die Geschichte zunehmend ab, und mir fehlte ein durchgehender roter Faden. Immer wieder riskieren die Protagonisten viel, um etwa einen bestimmten Gegenstand in ihren Besitz zu bringen, fangen danach jedoch erstaunlich wenig damit an. Adam wurde mir immer unsympathischer, und die Motivation für sein Handeln war für mich nicht glaubhaft. Teilweise wirkte er auf mich ziemlich kindisch und wenig intelligent. Ich konnte zu keiner Person eine Bindung aufbauen und merkte, dass mich der Fortgang der Handlung immer weniger interessierte. Hier spielte sicher auch eine Rolle, dass ich die Bücher, in die gereist wurde, nicht besonders mochte, wie etwa Alice im Wunderland. Auch blieben mir bis zum Ende dieses ersten Teils der Dilogie zu viele Fragen offen. Dass sich die meisten Rätsel erst in einem zweiten Band lösen, ist ja meist so, bei den Buchreisenden habe ich am Ende des ersten Teils allerdings das Gefühl, überhaupt keine Antworten bekommen zu haben.

Insgesamt habe ich mir von „Die Buchreisenden“ mehr erwartet, und ich werde den zweiten Band wohl nicht mehr lesen.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Aufwühlend

Das Echo der Sommer
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Seit ich letztes Jahr von Ann-Helen Laestadius „Zeiten im Sommerlicht“ gelesen habe, interessiere ich mich für die Geschichte der Samen. Diese wurden über Jahrhunderte systematisch diskriminiert, und die ...

Seit ich letztes Jahr von Ann-Helen Laestadius „Zeiten im Sommerlicht“ gelesen habe, interessiere ich mich für die Geschichte der Samen. Diese wurden über Jahrhunderte systematisch diskriminiert, und die Samen kämpfen zum Teil bis heute um Anerkennung und den Erhalt ihres Lebensraumes.

„Das Echo der Sommer“ thematisiert die rücksichtslose Flutung samischer Dörfer in Schweden, um den steigenden Energiebedarf des Landes durch Wasserkraft zu decken. Immer wieder werden zwischen 1923 und 1972 Staudämme errichtet und erhöht. Die Auswirkungen auf die Samen sind massiv: Weidegrund für die Rentiere verschwindet, der Fischfang als Lebensgrundlage gerät in Gefahr, da sich die Gewässer verändern, und die Dörfer mit den traditionellen Koten versinken im gestauten Wasser. Entschädigungen gibt es keine bzw. erst ab 1972, und diese sind minimal.
Bei der Lektüre dieses Buches bin ich durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Es hat mich richtig wütend gemacht zu lesen, wie herablassend und respektlos die Samen behandelt wurden. Entscheidungen würden über ihre Köpfe getroffen, und sie hatten (als gesamtes Dorf) sogar einen gesetzlichen Vormund, der ihre Interessen „vertrat“. Jeglicher Fortschritt wurde ihnen verwehrt, insbesondere auch der Anschluss an das Elektrizitätsnetz, für das sie so viel opfern mussten. Auch wurde ihnen untersagt, in rechteckigen Häusern zu wohnen, sogar Fenster waren verboten. Das ist aus heutiger Sicht unfassbar, massiv diskriminierend und widerspricht jeglichem Gerechtigkeitsempfinden.

Gleichzeitig war ich sprachlos, wie gelassen und geradezu demütig die Samen diese Behandlung hinnahmen und als gottgegeben akzeptierten. Wer protestierte und sich zur Wehr setzte, wurde zum Außenseiter bzw. zur Außenseiterin in der Gemeinschaft. Es fiel mir daher schwer, mich in die Protagonistinnen hineinzuversetzen, da mir diese Ergebenheit völlig fremd ist. Gerade Inga, die junge Tochter, hätte ich manchmal am liebsten wachgerüttelt: Wo bleibt ihr Kampfgeist? Was ist mit ihrer Lebensplanung? Warum organisiert man sich nicht strategisch über die Dörfer hinweg zu einem großen konzertierten Protest, macht international auf sich aufmerksam? (Zumindest in den späteren Jahren, bei den Flutungen in den 1940ern war durch den Zweiten Weltkrieg der Fokus der Allgemeinheit auf den Krieg gerichtet). Aber vermutlich ist meine Denkweise viel zu modern geprägt und setzt auch ein gewisses Maß an Bildung und Rechtswissen voraus, das den Samen ebenfalls verwehrt wurde. Der innere Widerstand ihrer Mutter Ravdna war für mich viel besser verständlich, aber auch bei ihr habe ich einen echten Plan, eine Strategie, vermisst.

Elin Anna Labba schreibt in einer sehr poetischen Sprache, Schilderungen der Natur nehmen großen Raum ein und in jedem Satz ist die tiefe Verbundenheit zwischen den Samen und der Natur, ihrer Demut gegenüber der Schöpfung spürbar. Ich muss gestehen, dass mir das manchmal zu viel wurde und ich lieber in einer etwas nüchterneren Sprache mehr über die Flutungen, die weiteren Lebensumstände und die rechtliche Situation der Samen in Schweden erfahren hätte. Das Buch fokussiert vor allem auf die Wahrnehmungen und Empfindungen von Ravdna und Inga, selbst ihr Alltag als Samen bleibt relativ vage.

Der Text ist immer wieder durchsetzt von samischen Sätzen und Begriffen. Hier hätte ich mir ein Glossar am Ende des Buches mit Erklärungen gewünscht.

Fazit: Ein sehr aufwühlendes Buch, das die Diskriminierung der Samen im 20. Jahrhundert thematisiert und den Samen eine Stimme gibt. Insbesondere für alle, die ein Faible für poetische Sprache haben, ein sehr lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Hatte mir deutlich mehr erwartet

Sommer ohne Plan
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Cassi befindet sich in einer privaten Krise, hat ihren gutbezahlten Beruf als Restaurantmanagerin hingeworfen und alle Brücken hinter sich abgebrochen. Sie lebt in einer kleinen Kellerwohnung, weiß nichts ...

Cassi befindet sich in einer privaten Krise, hat ihren gutbezahlten Beruf als Restaurantmanagerin hingeworfen und alle Brücken hinter sich abgebrochen. Sie lebt in einer kleinen Kellerwohnung, weiß nichts mit sich und ihren Mitmenschen anzufangen, als sie durch Zufall auf eine Immobilienanzzeige für ein heruntergekommenes altes Haus auf dem Land aufmerksam wird. Kurzentschlossen kauft sie das Haus und zieht dort hin. Durch ein Missverständnis verbreitet sich im Dorf das Gerücht, dass Cassi eine Art Selbsthilfe-Guru ist und ihre Dienste in Sitzungen und Kursen anbietet. Nach der ersten Verwunderung erkennt Cassi die Möglichkeiten, die sich ihr dadurch bieten und spielt mit...

Ich hatte eine humorvolle, mit einem Augenzwinkern erzählte kurzweilige Geschichte erwartet. Leider haben sich meine Hoffnungen nicht erfüllt.  Cassi ist mir von Anfang an äußerst unsympathisch, sowohl was ihr altes, in Rückblenden beschriebenes Ich als Restaurantmanagerin angeht, als auch die neue Cassi im Dorf. War sie früher perfektionistisch, unerbittlich mit sich und anderen, wenig empathisch und bestimmend, so vegetiert sie jetzt ungewaschen vor sich hin, betrügt durch ihre angebliche Erfahrung als Selbsthilfecoach und zeigt noch immer wenig aufrichtiges Interesse an ihren Mitmenschen. Mit einer Ausnahme: Mit Pavel, einem alten Mann, der ihr handwerklich hilft, verbindet sie bald eine Freundschaft, in der Cassi auch selbstlos handeln kann.

Chassis Verhalten in Bezug auf ihrem vermeintlichen Esoterik-Kult und ihre ständiges Geschwafel auf Kalenderspruchniveau war mir selbst beim Lesen peinlich. Ich war eher verärgert als belustigt, und empfand die Geschichte nicht als humorvoll. Der versprochene Witz oder gar Situationskomik stellte sich für mich nicht ein, sondern eher Fremdscham für Cassi. Die Handlung war sehr schnell vorhersehbar, und ich war einfach nur erleichtert, als ich das Buch beendet hatte. Meinen Geschmack hat es leider überhaupt nicht getroffen, und auch das sprachliche und erzählerische Niveau empfand ich als sehr durchschnittlich.  Daher leider nur 2 Sterne.

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