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Veröffentlicht am 26.04.2023

Zwei sehr liebenswerte Jungs

When You Come Back to Me
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Zur Info: Dies ist der zweite Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Es gilt: Ihr könnt die Bände auch in einer anderen Reihenfolge lesen, es ist aber meiner Meinung nach schöner, wenn man sich an diese ...

Zur Info: Dies ist der zweite Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Es gilt: Ihr könnt die Bände auch in einer anderen Reihenfolge lesen, es ist aber meiner Meinung nach schöner, wenn man sich an diese hält. (Hier geht’s zu meiner Rezi des ersten Bandes: Klick.)

Schreibstil:
Emma Scott ist meine Feeling-Queen. Sie schafft es immer wieder, Gefühle für uns Leser spürbar zu machen, die man eigentlich schlecht in Worte fassen kann. Auch hier ist das wieder der Fall. Beide Protagonisten erleben in ihrem Inneren eine unheimliche Qual und dennoch sind da die guten Momente, die sie immer wieder zurückholen. Ich konnte das super nachempfinden und war die ganze Zeit voll dabei. Im Vergleich zu den anderen Büchern fehlte mir vielleicht eine kleine, zweite Facette dieser Gefühle. Es war einfach schade, dass man von Holdens Texten nicht ganz so viel mitbekommen hat.



Die Sorte Lachen, die immer weitergeht, bis man sogar vergessen hat, was genau eigentlich so komisch war. Die Sorte, die Freundschaften sofort besiegelt. Ein warmer Ballon dehnte sich in mir aus, hob mich für ein paar Minuten aus der Dunkelheit. Als ich wieder zu Atem kam und zurück auf der Erde war, gehörte ich an dieses Lagerfeuer mit diesen Jungs.

WHEN YOU COME BACK TO ME – EMMA SCOTT



Meine Meinung allgemein:
Holden und River kannte ich beide schon aus dem ersten Band der Reihe und anfangs war ich deshalb etwas ungeduldig. Schließlich wusste ich bis zu einem gewissen Punkt ungefähr, was kommen würde. Die Zeit dazwischen ist aber erst einmal schwer abzuschätzen, weil Holden und River natürlich noch ganz anderes erleben, von dem man vorher keine Ahnung hatte. Die Autorin hat es aber gut hinbekommen, dennoch jede Szene spannend zu halten. Dazu hat sie vor allem mit den Perspektivwechseln und auch mit Abkürzungen an den richtigen Stellen gearbeitet. Sie hat quasi da angesetzt, wo die Leerstelle saß und alles drumherum weitgehend nur umrissen.

Holden war für mich von den beiden am spannendsten, weil ich ehrlich gesagt im ersten Band keine Ahnung hatte, was ihn zu seinem Verhalten treibt. Den Hintergrund erfahren wir hier und zwar ziemlich schnell, denn Holden ist mit seiner zynischen Art alles andere als geheimnisvoll. Vielmehr spielen die Gründe in seinen Gedanken immer wieder die Hauptrolle, kein Wunder bei den Erlebnissen. Er war für mich durchweg die interessantere Person, weil er mehr erlebt hat, mehr aufzuarbeiten hat und an sich einfach eine interessantere Persönlichkeit darstellt. Bei Holden ist nämlich nix normal. Weder seine Familie, noch seine Umgangsarten, noch sein Outfit oder seine Einstellung zum Leben (wenn man normal denn so verwenden möchte). Ich fand ihn dadurch total spannend. Dazu war er aber auch sehr verletzlich. Während River bewusst die Entscheidung trifft, sein Leben so zu leben, wie er es tut, muss Holden noch mit dem klarkommen, wie sein Leben momentan aussieht. Und das hat er nicht allein beeinflusst, das wurde gelenkt. Ich habe die ein oder andere Träne verdrück, weil mein Mitgefühl für ihn so groß war und er teilweise echt alleine mit allem dasteht.
Die Autorin versteht es aber, ihn seinen steinigen Weg bestreiten zu lassen. Und auf diesem nimmt sie uns mit. Durch alle Höhen und Tiefen, durch Trauer und Freude und hinein in Rivers Herz.



Wieder war es, als würde er mir direkt ins Herz und in den Kopf gucken und alle Geheimnisse sehen, die ich dort versteckt hatte… Sogar die, die ich so tief vergraben hatte, dass ich selbst ganz vergessen hatte, dass es sie gab. Bis er gekommen war.

WHEN YOU COME BACK TO ME – EMMA SCOTT



River ist die klischeehaftere Figur. Er ist einer der Typen, der das Leben seines Vaters lebt und seine eigenen Träume dafür zurückstellt. Das durchschaut aber erstmal keiner und River selbst ist gut darin, es keinen merken zu lassen. Und dann kommt Holden und stellt seine Welt auf den Kopf. Zwingt ihn, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sein Leben zu hinterfragen. Noch dazu steht er vor der Herausforderung, mit Holden umzugehen, bei dem sein Kopf und sein Herz in komplettem Widerstreit stehen. Gerade seine sensible Art hat mich von River überzeugt. Passend dazu wurde auch seine Familie zu einem Punkt, der ihn dahingehend noch weiter fordert. All das zeigte sehr gut, wie unglücklich man in dem scheinbar perfekten Leben sein kann und wie schwer es sein kann, aus dem auszubrechen, was bisher sein Leben war.

Zusammen ergaben die beiden ein Paar, wie ich es nicht erwartet hatte. Die Kennlernzeit ist aufregend und geschieht ziemlich schnell. Beide sehen von Anfang an ziemlich klar, was ihre Gefühle dem anderen gegenüber betreffen. Statt des üblichen Ablaufs, nehmen die beiden ab dann ein paar Umwege. Ich war zwischendurch manchmal echt nicht sicher, ob sie es schaffen würden. Und das, obwohl man doch eigentlich weiß, dass so ein Liebesroman mit einem Paar ändert, nicht mit zwei Einzelpersonen. Das machte es aber natürlich auch sehr spannend. Ich war immer abwechselnd mal auf Rivers Seite, weil er es echt nicht leicht hat und sein Outing einfach verdammt viel Mut erfordert, und dann wieder auf der von Holden, der es nicht verdient hat, dass er so lange warten und darunter leiden muss. Das Gute? Die Autorin gibt den beiden Zeit und bricht somit nichts übers Knie. Sie baut einen Zeitsprung ein, lässt River Zeit, sich zu entwickeln und in sein neues Leben zu finden, genauso wie Holden. Das hat mir sehr gut gefallen. Es war dennoch alles dramatisch und ich habe keine Sekunde an der Liebe der beiden zueinander gezweifelt, aber es war eben authentisch. Real und wirklich, Alltag, der dazwischen kommt und auch der Fakt, dass jeder nach der Highschool erstmal für sich überlegen muss, wie sein zukünftiges Leben aussieht.

Dazu haben die beiden gezeigt, wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität ausfallen kann und wie das Umfeld dort mit hineinspielen. Gerade Holdens Hintergrund ist mehr als krass und hat mich auf jeden Fall nachdenklich zurückgelassen. Weil ich weiß, dass er nicht der Einzige ist, der dieses Schicksal teilt und weil ich weiß, dass einige Menschen immer noch so denken und so mit Homosexualität oder allem, was sie als „abnormal“ bezeichnen, umgehen. -> ganz große #rainbowflag an dieser Stelle!



Du verdienst es, laut geliebt zu werden.

WHEN YOU COME BACK TO ME – EMMA SCOTT



Was ich zusätzlich genossen habe: Auch die Protagonisten aus Band 1 tauchen hier wieder auf. Man blickt nochmal von außen auf sie, was ich sehr interessant fand und man bekommt auch noch einiges mit, was in den Zeitsprüngen aus Band 1 geschieht. Das war eine schöne Ergänzung und hat das Universum der „Lost Boys“-Reihe für mich zu einem Ganzen gemacht. Jetzt bin ich sehr sehr gespannt auf Band 3, denn den Ausblick darauf gab es jetzt schon zweimal und ich kann es kaum erwarten, auch diese Liebesgeschichte zu lesen.

Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die beiden Protagonisten bringen viel Tiefe mit, zeigen, wie unterschiedlich die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität ausfallen kann und welchen Mut und welche Selbstzufriedenheit es braucht, um glücklich und frei zu sein. Der Handlungsverlauf war durchweg spannend und sehr emotional. Das Ende hat mich nochmal überrascht, weil es sich Zeit gelassen hat. Dadurch wirkte alles noch authentischer. Vielleicht hat mir ein ganz klein wenig das gewisse Extra gefehlt, das ich oft bei der Autorin finde. Zudem war es dann doch etwas lang alles für den wenigen Inhalt.

Dennoch 4 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Rockstar Romance mal anders

Beyond the Stars
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Hallo zusammen:)
ein verletzter Rockstar und eine Frau, die es schafft, ihn zu retten? Klingt für meine Realität zu weit hergeholt, umso lieber lese ich aber solche Geschichten, denn manchmal möchte ich ...

Hallo zusammen:)
ein verletzter Rockstar und eine Frau, die es schafft, ihn zu retten? Klingt für meine Realität zu weit hergeholt, umso lieber lese ich aber solche Geschichten, denn manchmal möchte ich das einfach: Träumen – von der heilen Welt, der alles verändernden Liebe und Rockstars, die auf Frauen wie Natalie warten.

Zur Info: Dies ist der erste Band einer lose zusammenhängenden Reihe. Die Geschichten in sich sind abgeschlossen und machen es so möglich, die Reihenfolge der Bücher auch zu ändern. Der Reihe nach ist es aber meist am Schönsten:)

Klappentext:
Als die Gesangstrainerin Natalie Winter das Angebot bekommt, einem der größten Rockstars der Welt aus einer Stimmkrise zu helfen, ist sie überwältigt von dieser beruflichen Chance. Kurzerhand packt sie ihre Koffer, um die nächsten Wochen bei ihm in Kanada zu verbringen. Doch Pascal Girard, der Leadsänger der Band Renard, verhält sich nicht so kooperativ wie sein Management versprochen hat. Natalie ist dennoch überzeugt, seine Stimme retten zu können – wenn er sie nur lassen würde. Dass Pascal auch noch unverschämt attraktiv ist, bringt Natalies Vorsatz, sich niemals mit einem Klienten einzulassen, gefährlich ins Wanken.

Schreibstil:
Es war das erste Buch der Autorin für mich und ich werde sie auf jeden Fall positiv in Erinnerung behalten, denn Mareen Knoth schreibt sehr schön. Gelassen, poetisch, fein in den Details und zudem ist sie gut darin, Gefühlszustände und Dinge, die man meint, gar nicht beschreiben zu können, den Leser:innen zu übermitteln. Gerade zu einer Rockstar-Romance passte dieser Schreibstil sehr gut, weil Musik nunmal Poetik ist und immer auch Gefühle ausdrückt. Das wurde hier ganz gut deutlich. Zudem haben mir die Songtexte sehr gut gefallen:)

Es kam ihm vor, als hätte eine dunkle Macht von ihm Besitz ergriffen, und obwohl er dagegen ankämpfte, tobte und verzweifelt um Hilfe schrie, schien niemand ihn zu hören.

BEYOND THE STARS VON MAREEN KNOTH
Meine Meinung:
Keine zwei Sätze und ich war mitten in der Geschichte. Natalie war mir gleich sympathisch und schon ging es auch schon an den Kern der Story: Ihren Beruf, der sie zu dem Rockstar Pascal führt. Das, was mir Natalie so sympathisch gemacht hat, war ihre Prinzipientreue. Der Job mag nicht das sein, was sie sich in ihren geheimsten Träumen von ihrem Leben verhofft, dennoch steckt sie all ihre Energie hinein und hat ihre ganz eigene Methode. Dieser bleibt sie der ganzen Geschichte über treu, was ich super fand, weil es die Konstante in ihrer Entwicklung war und zudem immer wieder zu Veränderungen der Storyline geführt hat. Beispielsweise dann, wenn sie mit anderen Meinungen konfrontiert wurde oder durch Pascal.

Über Pascal weiß man zunächst nur, was Natalie über ihn am Telefon erfährt. Eins ist aber sofort klar: Er ist ein Rockstar. Und sofort hatte ich ein Bild im Kopf. Von einem Mann, dessen Liebe die Musik ist, der vielleicht sexuell sehr aufgeschlossen ist, viel Stress hat, viele Termine zu bewältigen hat und unheimlich reich ist. All das trifft auf Pascal zu, gleichzeitig ist er aber auch ganz anders und damit spannender, weil ihm ein wichtiger Punkt am Anfang der Geschichte fehlt: die Musik. Dadurch wird ihm ein wenig das Märchenhafte, Träumerische – er ist eigentlich nur ein normaler Kerl mit viel Geld. Und noch dazu benimmt er sich ziemlich kindisch. Ich war wirklich manchmal etwas fassungslos und musste nochmal überlegen, ob ich es nicht doch mit einem Zwölfjährigen zu tun habe. Hier hätte ein bisschen weniger ganz gut getan. Vor allem, weil wir Leser:innen dann von Anfang an besser verstanden hätte, warum Natalie sich in ihn verliebt. Ich persönlich wäre nämlich bei seinen kindlichen Auftritten schreiend davongerannt.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden würde ich als Slow Burn beschreiben. Tatsächlich wartet man sehr lange darauf, das wirklich etwas zwischen ihnen passiert. Das heißt aber nicht, dass das schlecht ist. Wie bei Slow Burn üblich, genießt man hier als Leser:in die Funken, die sich nur langsam zu einem Feuer entfachen und uns damit auf die Folter spannen. Durch die Therapie, die Natalie mit Pascal macht, kommen sich die beiden täglich sehr nah. Jeden Moment fragt man sich, wann sie die Grenzen übertreten werden und genau das ist der Nervenkitzel, der die Geschichte nur so verfliegen lässt.

„Du bist nicht allein.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Er schluckte hart, als ihre Blicke sich ineinander verschränkten, als wollten sie sich nie mehr lösen.

BEYOND THE STARS VON MAREEN KNOTH
Zudem fand ich die Therapie auch super schön beschrieben. Man konnte sehr gut nachvollziehen, um was es geht, worauf es ankommt und Pascals Problem wurde auch gut fassbar. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es genauso genießen würde, wie jemand wieder zur Musik zurückfindet, wie mitzubekommen, wie jemand sie ausübt. Die Emotionen waren definitiv da und haben mich verzaubert Seite um Seite weiterlesen lassen. Wenn das jetzt auf die Dauer doch etwas langweilig klingt, dann kann ich euch beruhigen. Pascal lebt das Rockstarleben mit allen Facetten, was immer wieder zu Problemen und auch innerlichen Blockaden führt. Mit letzteren hat Pascal bis zuletzt zu kämpfen.

Und jetzt kommen wir zu meinen Kritikpunkten, denn obwohl ich das Buch sehr schnell und sehr happy durchgelesen habe, blieb da am Ende das Gefühl, ich hätte was verpasst. So im Nachhinein lag das vor allem daran, dass das Ende zu kurz war, der Mittelteil dafür wahrscheinlich zu lang. Die Story konzentriert sich sehr auf die Therapie und rückt die Liebesgeschichte immer wieder zurecht, sodass sie nicht in den Fokus gerät. Als es dann (ich hoffe hier spoilere ich jetzt nichts, was ihr nicht eh schon wisst) zum Happy End kam, fehlte mir de Beschreibung einiger Entwicklungen. Beide Figuren sind in ihren Prinzipien die meiste Zeit sehr starr, am Ende gelingt es ihnen, diese abzulegen und zueinander zu finden. Der Weg dorthin ist eher ein Sprung über eine Schlucht: Abrupt, wenig ausformuliert und auch überraschend, wenn man nicht sowieso wüsste, wie es ausgehen würde (weil es eben ein Liebesroman ist). Das fand ich einfach etwas schade, weil mir eigentlich alles an der Story (bis auf Pascals kindliche Ausbrüche) sehr sehr gut gefallen hat. Vielleicht kann man ja einfach noch ein paar Seiten anhängen oder so:)

PS: Ich freue mich schon sehr auf die Story der Nebenprotagonisten Amy & Henry (wenn sie denn überhaupt ein Paar ergeben sollten). Hier wurden auf jeden Fall schon viele süße Teaser gemacht.

Fazit:
Ich bin nur durch die Geschichte geflogen und habe sie sehr sehr gerne gelesen. Es ist eine Slow Burn-Story und die Musik des Rockstars steht hier definitiv im Vordergrund, wenn auch anders, als man es sonst gewöhnt ist. Einzig schade fand ich, dass das Ende etwas kurz war und nicht ganz an vorher beschriebene Entwicklungen anschloss. Das Buch hätte vielleicht einfach ein paar Seiten mehr gebrauchen können.

Vielen Dank an Netgalley.de und den reverie-Verlag für das Rezensionsexemplar!

3 Gründe, wann du dieses Buch lesen solltest:

Du liebst Rockstar-Romance
Du magst Slow-Burn-Geschichten
Du kannst dich für Musik begeistern und möchtest mehr darüber erfahren
Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 23.03.2023

Gelungene Fortsetzung, die Lust auf mehr macht

Westwell - Bright & Dark
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Zur Info: Dies ist der zweite Band einer zusammenhängen Trilogie. Fangt also unbedingt vorne an, sonst verpasst ihr einfach zu viel.

Klappentext:
Helena vermisst Jess mit jeder Faser ihres Seins. Vor ...

Zur Info: Dies ist der zweite Band einer zusammenhängen Trilogie. Fangt also unbedingt vorne an, sonst verpasst ihr einfach zu viel.

Klappentext:
Helena vermisst Jess mit jeder Faser ihres Seins. Vor zwei Monaten musste sie die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen und sich von ihm trennen, und noch immer zerreißt ihr allein der Gedanke an ihn das Herz. Einzig ihre Nachforschungen zum Tod ihrer Schwester schaffen es, sie über Wasser zu halten. Doch als sie dabei auf eine Information stößt, die Jess’ gesamte Welt auf den Kopf stellen könnte, bleibt ihr nichts anderes übrig, als erneut Kontakt mit ihm aufzunehmen. Jess ist außer sich, als er erfährt, dass Helena im Todesfall ihrer Geschwister ermittelt, ist er doch überzeugt, dass sie sich dadurch in große Gefahr begibt. Daher beschließt er, ihr zu helfen – und obwohl beide wissen, dass sie nicht zusammen sein dürfen, ist es bald unmöglich, ihre Gefühle zu ignorieren …

Schreibstil:
Lena Schiefer schreibt schwungvoll locker. Ich hatte nie Probleme, ihr zu folgen und habe mich liebend gerne mitreißen lassen. Von Emotionen bis zur Spannung war alles sehr gut fühlbar und auch auf die kleinen Dinge und Details wurde viel Wert gelegt, sodass ich die Figuren noch mehr als sowieso schon lieben gelernt habe.

Zur Geschichte allgemein:
Wer in Band 1 mit Helena und Jess mitgefiebert hat, der weiß, dass dieses Buch mit einer ganz anderen Gefühlsachterbahn beginnt: die beiden leiden. Automatisch war ich also darauf eingestellt, dass ich nicht nur mit ihnen leiden würde, sondern auch im Erzählfluss, denn die Lovestory wird so natürlich heftig aufgehalten. Das Gute an Westwell ist aber, dass im Hintergrund ja immer noch ein Kriminalfall steht, den es aufzuklären gilt. So war ich dann doch schnell wieder in der Geschichte und habe mitgefiebert.

Überraschenderweise ist der Kriminalfall zudem alles andere als gut durchschaubar. In diesem Band gab es auch blinde Fährten, es wurden Geheimnisse ans Licht gebracht, die einiges veränderten, aber zur eigentlichen Sache gar nicht beitrugen und es galt wirklich, gut mitzudenken. Sowas erwarte ich nicht unbedingt in einem Liebesroman, weshalb ich umso begeisterter war. Stück für Stück kamen die beiden der Tat immer näher, ohne, dass die Spannung verloren ging. Ich bin wirklich sehr gespannt darauf, zu erfahren, was wirklich passiert ist.

Weiter fand ich es in diesem Band auch cool, dass Jess‘ und Helenas Familie nochmal mehr Platz bekam, bzw. die Probleme der beiden mit ihnen. Anfangs war ich mit Helena nämlich nicht ganz fein, weil ich nicht verstehen konnte, weshalb sie all das Leid nur wegen ihrer Familie auf sich nimmt. Mehr und mehr wurde diese Frage hier in den Vordergrund gerückt und dadurch sehr ausführlich behandelt, sodass auch Helena sie sich stellt. Einerseits ist da das, was sie quasi von klein auf eingetrichtert bekommen hat, andererseits ist da sie selbst, die gar keinen Freiraum bekommt, zu tun, was sie für sich entscheidet. Ein Zwiespalt der Jess mit einschließt und letztlich auch in einer Eskalation einen Höhepunkt findet. Zu meiner Freude, denn ansonsten wäre ich irgendwann echt nicht mehr bereit gewesen, Helena ihre Art zu glauben.
Ansonsten mag ich Helena nämlich weiterhin super gerne. Sie geht überlegt vor, ist aber dennoch bereit, ein Risiko einzugehen. Sie steht zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten für sich ein (bspw. lässt sie sich klar und deutlich nicht mit jemand anderem verkuppeln) und sie ist sehr einfühlend. Dazu kommt, dass sie Jess gegenüber weiterhin ehrlich bleibt. Für mich war es ein riesen Pluspunkt des ersten Bandes, dass die beiden nicht stumm voreinander stehen, sondern das Problem ansprechen. Auch hier gehen sie wieder offen mit dem um, was sie berührt, wie sie sich fühlen und warum sie etwas tun. Das schafft einfach viel Vertrauen, befriedigt uns Leser auch mehr, weil wir uns so in der Lage fühlen, auf die beiden zu warten, und erzeugt viel Mitgefühl und Spannung. Zudem heißen die zwischenzeitlichen Momente, in denen sie sich nachgeben, der Liebesgeschichte umso mehr ein.

So und dann ist da natürlich noch Jess, den liebe ich einfach! Er ist so cool zu seinem kleinen Bruder, vertritt ebenfalls seine Prinzipien, vor allem seiner Mutter gegenüber und kommt einfach sehr smart und clever rüber. Ich kann mir gut vorstellen, dass er gut bei seinen Kunden ankommt, weil sich alle bei ihm sofort wohlfühlen. Dadurch ist der das perfekte Gegenstück zu Helena, denn er kann auf sie eingehen, versteht sie und reagiert auch nicht mit ihren wahnwitzigen Ideen, die ihre Bedürfnisse außer Acht lassen würden.

Sie litt genau wie ich, aber wir durften nicht füreinander da sein. Wir waren zur Einsamkeit verdammt. Immer noch. Für immer. Für ewig.

WESTWELL – BRIGHT DARK VON LENA KIEFER

Fazit:
Alles in allem hat mir auch dieser Band wieder sehr gefallen. Es war spannend, sexy, tiefgreifend und dazu noch echt interessant, denn ich habe keine Ahnung, wer der Mörder sein könnte. Genial!

5 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 20.01.2023

Hinter den Kulissen einer Fernsehshow

Worlds Apart
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Ich muss gestehen, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe. Naja, außer der Leseprobe. Aber irgendwie geriet die dann in Vergessenheit und schon gab es einen zweiten Band. Nun ja, ich habe einfach ...

Ich muss gestehen, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe. Naja, außer der Leseprobe. Aber irgendwie geriet die dann in Vergessenheit und schon gab es einen zweiten Band. Nun ja, ich habe einfach losgelesen und mich hineinziehen lassen.

Zur Info: Dies ist der zweite Band einer Reihe, deren Figuren von Band zu Band interagieren. Die Liebesgeschichte für sich kann man aber auch unabhängig voneinander lesen, sodass es am schönsten ist, wenn man die Reihenfolge beachtet, es geht aber auch anders.

Klappentext:
Die zwanzigjährige Kaycee hat das Gefühl festzustecken. Seit dem Tod ihrer Mutter muss sie daheim die Verantwortung übernehmen und hat ihre eigenen Wünsche zurückgestellt. Aber dann ergibt sich die Chance, ihren großen Traum von einer eigenen Konditorei doch noch zu verwirklichen: Kaycee darf an der Realityshow Bake That Cake! teilnehmen. In der Jury sitzt zudem Schauspieler Leo Campbell, der in echt nicht nur noch attraktiver ist als auf dem Bildschirm, zwischen den beiden knistert es auch gewaltig. Doch Kaycee weiß: Nur ein Kuss könnte ihre Chancen auf den Sieg gefährden und ihren Traum für immer zerstören …

Schreibstil:
Ich kannte Anabelle Stehl vorher noch nicht und weiß noch nicht so genau, ob sie mir wegen ihres Schreibstils in Erinnerung bleiben wird. Sie schreibt auf jeden Fall flüssig, gut nachvollziehbar und ich habe einen super Zugang zu den Protagonist:innen bekommen, gleichzeitig fehlte mir aber stets das Fünklein. Das Mü, das es ultraspannend, ultraberührend oder ultralocker gemacht hätte. So habe ich das Buch eher in einem gemächlichen Tempo gelesen und mich durch die Geschichte treiben lassen.

Meine Meinung:
Ich kannte Kaycee anfangs noch nicht und musste sie erst einmal fühlen lernen – und das war ganz schön hart. Nicht, weil es schlecht geschrieben war, sondern weil sie es echt nicht leicht im Leben hat. Sie kümmert sich um ihre Familie, muss Geld heranschaffen, ihre ältere Schwester ist kränklich und alles bleibt an ihr hängen. Dadurch stellt sie sich selbst immer weiter zurück. Zum Glück bleibt dieser Zustand nicht lange der Ist-Stand, denn dann wäre ich vermutlich einfach nur traurig geworden. Dank ihrer Schwester leuchtet auf einmal Kaycees großer Traum lichterloh auf: Sie möchte backen! Und dies auch zu ihrem Beruf machen. So ein Traum ist natürlich immer schön, vor allem dann, wenn der Charakter auch voll dafür eintritt und kämpft, was das Zeug hält. Die Geschichte bekommt Schwung und schon wechselt das Umfeld (es geht nach London, wo wir wieder auf Fiona treffen).

Im Wechsel lesen wir dann auch aus Leos Perspektive – einem aufstrebenden Schauspieler, der für einige Staffeln an eine Serie gebunden ist, die gerade gedreht wird. Sein Problem: Sein Traum ist gar nicht mehr sein Traum. Das wird aber erst im Laufe der Geschichte so richtig deutlich. Zu Anfang ist er einfach nur unzufrieden und man kann seine Probleme erst einmal nicht ganz nachvollziehen. Schließlich hat er alles, was er wollte? Ich mochte Leo aber auf Anhieb, denn er kommt sehr normal rüber. kein übertriebenes Stargetue, Gefühle, Familie und die eigentliche Begeisterung für das Schauspielern.

Es treffen also zwei Figuren aufeinander, die beide einen Traum und das Glück haben, diesen ausleben zu können (oder zumindest die Chance darauf). Treffpunt der beiden ist die Backshow, die allerdings recht fix abgehandelt wird – jedenfalls von Folge zu Folge. Das macht aber nix, denn eigentlich geht es ja auch nicht darum, wie hoch Kaycees Torte nun ist, sondern darum, was diese Show mit ihr und Leo macht. Schnell wird nämlich klar, dass sie mehr liefern muss als tolles Backwerk. Und bei Kaycee ist viel zu holen, denn ihre Vergangenheit ist alles andere als unproblematisch, bzw. geradezu tragisch. Das Gedankenkarussel startet und sie muss entscheiden, was sie für ihren Traum bereit ist, preiszugeben. Die Entscheidung darüber beeinflusst ihren Charakter wesentlich wird letztlich nicht nur für den weiteren Verlauf ihre Karriere, sondern auch für ihre Beziehung zu Leo wichtig.
Für Leo dagegen bedeutet die Show etwas ganz anderes. Es ist nur eine Beschäftigung, etwas Lockeres für zwischendurch. Dadurch wird die Show zu einem Reibungspunkt zwischen den beiden – einer von vielen, der durch die Träume der beiden entsteht.

Die Geschichte wird also zu einem Kräftemessen zwischen Vernunft und Wunschdenken, zwischen Liebe und Realität, Popularität und den damit einhergehenden negativen Punkten. Einerseits fand ich das logisch und sehr authentisch, andererseits hat es die Geschichte der beiden sehr aufgehalten und zu vielen Überlegungen geführt, die verzwickter und verzwickter wurden. Die beiden nähern sich trotz Liebe auf den ersten Blick nur langsam an, weil sie sich vor den Konsequenzen fürchten. Dadurch stehen sie aber auch lange nicht für sich ein und man muss lange auf Fortschritte warten.

Der Handlungsverlauf bleibt so trotz einer süßen Liebesgeschichte sehr ruhig. Selbst das Drama, das schon allein mit der öffentlichen Situation einhergeht, bleibt eher zart und kann die Geschichte nicht so richtig aufmischen. Man wartet auf eine Wendung, die man sowieso schon voraussieht und wird nicht wirklich überrascht. Das hat es mir schwer gemacht, das Buch in einem Rutsch zu lesen. Vielmehr habe ich es immer wieder aus der Hand gelegt, um Zeit zu haben, mich wieder mit der Situation anzufreunden. Dabei sind gerade die Nebenprotagonisten total süß, die Torten zum Reinbeißen und auch Leo und Kaycee haben ihre guten Seiten. Es fehlen aber an vielen Stellen die tiefen Emotionen, die uns Leser:innen begreiflich machen, warum die beiden so vieles auf sich nehmen.

3 Gründe, warum du dieses Buch lesen solltest:

Du hast den ersten Band gelesen und möchtest wissen, wie es mit Kaycee weitergeht.
Du magst ruhige, überlegte Geschichten und störst dich nicht daran, wenn die Handlung eher seichter verläuft.
Du möchtest einmal hinter die Kulissen einer Fernsehshow schnuppern und Figuren kennenlernen, die für ihre Träume leben.
Fazit:
Die Geschichte floss für mich eher dahin, als dass es ein sprunghaftes Bad der Gefühle und Spannungen war. Mir fehlte letztlich bei allem das gewisse Etwas. Etwas mehr Drama hätte die Geschichte gut vertragen können, etwas mehr Tiefe und etwas mehr Emotionen. So war sie süß, authentisch, logisch und nett zu lesen. Dazu fand ich die Thematik ganz cool und noch nicht allzu verbraucht und mochte den Gedanken, für seinen Traum einzustehen.

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Veröffentlicht am 19.01.2023

Slow Burn vom Feinsten

Fragile Heart
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Lonely Heart hat mich vor einiger Zeit komplett zerrissen. Die Mischung aus Rockstar und wunderfeiner Rosie, die Gefühle, die Tiefe und die Art, wie die beiden kommunizieren und sich ineinander verlieben, ...

Lonely Heart hat mich vor einiger Zeit komplett zerrissen. Die Mischung aus Rockstar und wunderfeiner Rosie, die Gefühle, die Tiefe und die Art, wie die beiden kommunizieren und sich ineinander verlieben, hat mich total geflasht. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, sollte dies an dieser Stelle erst einmal tun, bevor er/sie weiterliest. Die Bücher bauen nämlich aufeinander auf. Es geht weiter – mit Adam und Rosie, mit einer Slow Burn Lovestory, die es in sich hat.

Also, zur Info: Dies ist der zweite Band einer zusammenhängenden Dilogie. Bitte also vorher „Lonely Heart“ von Mona Kasten lesen!

Klappentext:
Drei Monate ist es her, dass Adam jeglichen Kontakt zu Rosie abgebrochen hat. Noch immer jagen die Worte aus seinem Abschiedsbrief durch ihren Kopf, noch immer schmerzt ihr Herz genauso heftig wie am ersten Tag. Sie sehnt sich nach den tiefgründigen Gesprächen mit ihm und der Nähe, die sie zu ihm empfunden hat, selbst als er Tausende von Kilometern von ihr entfernt war. Ihre Webradio-Show bietet Rosie wenigstens ein bisschen Ablenkung, und sie arbeitet unermüdlich daran, diese nach dem misslungenen Scarlet-Luck-Interview wieder auf einen guten Weg zu bringen. Doch gerade als sie zu glauben beginnt, sie könnte doch irgendwann über Adam hinwegkommen, meldet sich dieser wieder bei Rosie – und mit einem Schlag sind all die Gefühle, Hoffnungen und Träume zurück, die sie so sehr versucht hat zu verdrängen. Aber wie soll es für sie beide eine Chance geben, wenn sie nach wie vor eine ganze Welt zu trennen scheint?

Schreibstil:
Schon bei meinem ersten Buch von Mona Kasten (Begin again) war ich vom Schreibstil der Autorin verzaubert. Locker flockig geleitet sie uns durch Geschichten, die alles andere als das sind. Tiefe und Emotionen gehören bei Mona Kasten dazu und gerade bei diesem Buch ist mir aufgefallen, wie gut sie es schafft, innere Zerrissenheit für die Leser:innen begreifbar zu machen. Damit hat sie für mich ihrem Schreibstil die Krone aufgesetzt, denn Gefühle zu beschreiben, die gar nicht fassbar sind, nicht einfach benennbar und manchmal auch nur im Subtext fühlbar, ist schon eine hohe Kunst.

Meine Meinung:
Der Prolog hat mich sofort wieder in die Geschichte hineingezogen. In die Zerrissenheit, die Traurigkeit, die Ausweglosigkeit und zurück zu den beiden Seelen, die ohne einander verloren zu sein scheinen. Rosie trägt dabei wie schon in Band 1 gefühlt die meiste Last auf ihren Schultern. Sie wurde verlassen, hat mit Hatern zu tun, muss hart um ihren Traum kämpfen und hat niemanden, der sie so richtig unterstützt. Aber sie ist eine Kämpferin und gibt ihr Bestes. Und das ist ein wirklicher Kampf. Ich habe sie die ganze Geschichte über dafür bewundert. Am Anfang dieses Buches muss sie sich aber erst einmal darüber im Klaren werden, dass sie auch wütend ist und dass sie alles Recht dazu hat. Wie auch wir Leser:innen kann sie Adam verstehen, sie wünscht ihm das Beste und erkennt an, dass er weggehen musste. Alles darüber hinaus, muss sie nicht verzeihen, bzw. braucht sie nicht einfach hinzunehmen und genau das kommt auch langsam bei ihr durch. Man leidet mit Rosie und verfolgt Schritt für Schritt, wie sie aufarbeitet, was ihr gar nicht direkt als belastend bewusst ist. Das war gut gemacht und hat die Geschichte immer wieder angestupst, Denkanstöße für sie und für Adam geliefert und einen großen Teil der Tiefe ausgemacht.

Adam dagegen konnte ich schlechter beurteilen, weil man sich nicht so ganz in jemanden hineinversetzen kann, der süchtig ist. Ich weiß, dass eine Sucht alles andere unwichtig machen kann. Dass man Dinge tut, die einem selbst und anderen schaden, obwohl man es eigentlich nicht tun möchte. Von Adams Entzug an sich bekommt man nicht ganz so viel mit. Es wird zeitlich zusammengefasst und das ist in diesem Fall einfach sinnvoll. Denn auch so wartet Rosie lange genug auf ein Lebenszeichen. Seine Genesung verlief mir auf der einen Seite etwas zu flach und einfach, auf der anderen Seite fand ich es aber gut dargestellt, wann negative Gefühle in ihm aufflammen und ihn unter Druck setzen. Man lernt schnell, was bei ihm zu einem außerordentlichen Gefühlszustand führt und bewundert ihn stets dafür, dass er es schafft, diese Gefühle anders zu umgehen, bzw. aufzulösen.

Zusammen sind die beiden einfach unheimlich schön und doch bekommen sie durch den Slow Burn Zeit, um sich auch mit sich selbst zu beschäftigen. Gleich relativ am Anfang gab es eine Szene, die mich besonders beeindruckt hat. Rosie und Adam treffen das erste Mal wieder in der Realität aufeinander und man spürt die Liebe der beiden zueinander und gleichzeitig die Widerstände, die sie auseinanderzustoßen drohen. Das fand ich unheimlich berührend und stand sinnbildlich für die ganze Geschichte: Die beiden müssen lernen, die Hindernisse ordentlich aus dem Weg zu räumen, quasi zu fegen, ohne einen Krümel übrig zu lassen, bevor sie den nächsten Schritt nach vorne gehen. Das macht ihre Geschichte aus und sorgt dafür, dass wir Leser:innen so tief in sie gezogen werden.

"Sie sah einfach wie Rosie aus. Das Mädchen mit den eisblauen Augen, das mir keine andere Wahl gelassen hatte, als meine Freundin zu werden. Das Mädchen, das sich durch die vielen Schichten von mir gekämpft hatte, bis sie beim Kern angekommen war. Das Mädchen, das ich zurückgelassen hatte." - Aus Fragile Heart von Mona Kasten

AUS FRAGILE HEART VON MONA KASTEN
Die beiden lassen sich Zeit – das wird irgendwann langweilig? Nein, auf keinen Fall, denn sie lassen sich zwar Zeit, aber sie machen in dieser Zeit eine unheimliche Entwicklung durch. Dazu kommt, dass das Leben der beiden nicht einfach ist. Sie haben beide auch mit dem zu kämpfen, was mit ihrem Status in der Öffentlichkeit einhergeht. Auch hier hat Adam es wieder etwas einfacher, denn seine Fans belagern ihn zwar, aber sie lieben ihn auch. Vielleicht wäre es ganz cool gewesen, wenn auch er mal auf Hater gestoßen wäre. So haben sie es hauptsächlich auf Rosie abgesehen und die muss erst ihr Selbstbewusstsein wiederfinden, um damit umgehen zu können. Darum gibt es immer wieder Szenen, in denen die pure Liebesgeschichte unterbrochen wird – die Welt dreht sich weiter und beide haben ihre Ziele. Das fand ich super, weil die Geschichte so einfach nachhaltiger wirkte. Ich kann mir vorstellen, wie sie auch nach Ende des Buches zusammen sind. Das ist mir immer sehr wichtig.

Was die Liebesgeschichte an sich angeht, so fand ich die Erotik gut eingesetzt. Die beiden zeigen in erster Linie ihre Liebe, die immer stärker wird. Die körperliche Nähe wurde sparsam eingesetzt, dafür war sie umso bedeutsamer. Auch das fand ich sehr gut, weil es den Slow Burn noch unterstützt und einfach zum Handlungsverlauf passte.
Ich war von der ersten Seite an komplett in der Geschichte, wollte nicht aufhören zu lesen und mir wurde eben nicht langweilig. Stattdessen habe ich es genossen, war gefesselt, neugierig und gespannt.

Das Ende ist immer so eine Sache. Gerade bei einer Geschichte wie dieser, bei der psychische Probleme im Spiel sind, die eben manchmal nicht berechenbar sind. Auch hier bin ich wieder zwiespältiger Meinung. Einerseits war ich super happy mit dem Ende. Die beiden haben es so verdient und man wünscht sich einfach ein Happy End. Andererseits klärte sich alles dann doch recht fix auf – quasi lautlos und ohne Spuren zurückzulassen. Da hätte ich mir vielleicht noch ein paar mehr Bedingungen gewünscht. Eine gab es zum Glück: Es kann jederzeit einen Rückfall geben. Das fand ich wiederum gut, weil es die Realität beschreibt und nicht verklärt. Und das ist dann wohl auch die Moral der Geschichte: Jeder kann Probleme haben, jeder sollte aber auch die Zeit dafür bekommen und sich nehmen, sich mit diesen zu beschäftigen. Und keiner sollte dabei allein sein.

Drei Gründe, warum du dieses Buch lesen solltest:

Du genießt die Tiefe von Slow Burn und willst die Charaktere bis in den Kern kennenlernen.
Du stehst auf Rockstars und starke Frauen.
Du hast den ersten Band bereits gelesen und möchtest das gelungene Ende für die beiden erfahren.
Fazit:
Für mich ein wunderschöner Slow Burn-Roman, der alles hatte, was ich mir für einen zweiten und letzten Band gewünscht habe. Die Entwicklung der Charaktere war super schön, sie haben sich Zeit genommen, um alles aufzuarbeiten und die Liebe der beiden zueinander war durchweg spürbar. Die Geschichte hatte super viel Tiefe, viele Emotionen und war wunderschön geschrieben. Ich habe sie in einem durchgelesen und kann nur sagen: Keine Angst vorm Warten. Es lohnt sich!

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