12 Menschen befinden sich in England in einem Heißluftballon und genießen die Aussicht. Plötzlich sehen sie unter sich einen Mann, der eine Frau ermordet. Dieser entdeckt die Ballonfahrer und erschießt ...
12 Menschen befinden sich in England in einem Heißluftballon und genießen die Aussicht. Plötzlich sehen sie unter sich einen Mann, der eine Frau ermordet. Dieser entdeckt die Ballonfahrer und erschießt mit seinem Gewehr den Ballonführer und verfolgt den Heißluftballon. Es kommt letztlich zu einem Absturz und nur eine Person überlebt und wird nun von ihm gejagt......
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Auf diesen jederzeit spannungsgeladenen 475 Seiten werden die Ereignisse in 3 Teile und sage und schreibe 122 Kapitel erzählt. Ich liebe ein Buch mit vielen Kapiteln.
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Der Plot ist großartig. Entkommt die überlebende Jessica Lane dem Mörder Patrick, den sie wohl erkannt hat? Das ist ein Handlungsstrang.
In Rückblenden - beginnend ab der Zeit vor 25 Jahren vor dem Absturz bis hin zu dem aktuellen Geschehen - wird die Beziehung Jessicas zu ihrer Schwester Isabel, die Nonne war, dargestellt. Diese Episoden sind gut eingestreut und man erfährt viel über die Beziehungen der beiden, die hier sehr wichtig für die weitere Geschichte ist. Hinzu kommen geheimnisvolle Verletzungen von Immigranten, die im weiteren Verlauf der Story zum zentralen Thema werden.
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Der Schreibstil ist sehr ausgereift, aber so flüssig geschrieben, dass man von einer zur nächsten Seite mitgerissen wird. An vielen Stellen wird es extrem spannend. Das Beste sind die Wendungen in dem Thriller, die mir immer ein 'Das gibt's doch nicht' oder ein überraschendes 'Ah...' entlockten. Die Auflösung kommt genau dosiert und mehrmals gut platziert am Ende und hält noch einmal eine Überraschung für den Leser ganz zu Schluß parat.
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Mich hat dieser Thriller - wie man heutzutage sagt - total geflasht! Ein rundum gelungener Thriller mit einem ungewöhnlichen Einstieg und einer tollen, stetig an Spannung gewinnenden Geschichte!
Bei diesem knapp 300 Seiten starken Buch handelt es sich um den dritten Teil des Roman-Zyklus "Die Wilden". Im Mittelpunkt dieses Romans stehen die politischen und gesellschaftlichen Konflikte im heutigen ...
Bei diesem knapp 300 Seiten starken Buch handelt es sich um den dritten Teil des Roman-Zyklus "Die Wilden". Im Mittelpunkt dieses Romans stehen die politischen und gesellschaftlichen Konflikte im heutigen Frankreich. Der aus Algerien stammende Idder Chaouch ist ein charismatischer Präsidentschaftskandidat und wird am Tag seiner Wahl Opfer eines Mordanschlags, überlebt jedoch und der Attentäter, ein Algerier, wird schnell gefasst. Es entsteht ein gesellschaftliches Pulverfass.
Zu Beginn des Buches wird der Stammbaum der im Mittelpunkt dieses Romans stehenden algerischen Großfamilie Nerrouche sowie die vorkommenden Personen vorangestellt. Besonders gelungen ist dann der nächste Abschnitt, der mit "Was bisher gschah" betitelt ist, und auf gut 5 Seiten die Geschehnisse aus den ersten beiden Büchern kurz zusammenfasst. Man weiß also sofort um was es geht.
Louatah's Sprache ist gut, auf den Punkt, präzise, bissig und bisweilen humorvoll. Seine diversen Erzählstränge führen am Schluss zu der Auflösung eines auf allerhöchster politischer Ebene gestrickten Mordkomplotts. Die politischen Machtverhältnisse, Intrigen und Absprachen erschrecken. Viel ergreifender ist aber die durch das Attentat ausgelöste gesellschaftliche Spaltung zwischen den Franzosen und den aus den Maghrebstaaten stammenden Menschen. Rassismus und Ausländerhass sowie die unterschiedlichen Glaubensrichtungen Christentum und Islam zerreißen die Gesellschaft fast. Dies wird plastisch und nachvollziehbar bei der Familie Nerrouche sichtbar. Fouad Nerrouche ist der Freund der Präsidententochter und ein beliebter und erfolgreicher Schauspieler. Da aber sein Bruder Nazir zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt wird, da dieser als Drahtzieher des Attentats gilt, gerät auch er wie andere Familienmitglieder schnell unter Generalverdacht. Eben ist die Welt noch in Ordnung, und auf einmal steht alles Kopf. Wie erschreckend schnell rechte Gruppierungen doch plötzlich auch in einer Jahrzehnte langen Demokratie Aufwind bekommen, lassen einen schon nachdenken.
In Frankreich ist diese Trilogie äußerst erfolgreich, eine TV-Serie ist in Vorbereitung. Ich kann mir sehr gut vorstellen so etwas über Deutschland zu lesen.
Allerdings gibt es auch zahlreiche Passagen, die sich etwas ziehen und meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig gewesen sind.
Wer sich für die politischen und gesellschaftlichen Konflikte in Frankreich interessiert, sollte diese Trilogie lesen. Daher kann ich dieses Buch empfehlen und gebe ihm gute 3 von 5 Sternen.
Bereits optisch ist dieses 432 Seiten starke Taschenbuch ein echter Hingucker!Der Haupttitel wird in brauner Farbe dargestellt und man kann die Schriftzeichen erfühlen. Gleiches gilt in etwas verminderter ...
Bereits optisch ist dieses 432 Seiten starke Taschenbuch ein echter Hingucker!Der Haupttitel wird in brauner Farbe dargestellt und man kann die Schriftzeichen erfühlen. Gleiches gilt in etwas verminderter Variante für den Untertitel. Auf der Innenseite des Rückumschlages sieht an alle drei Bände dieser Trilogie und die Autorin. Gelungen!
In diesem zweiten historischen Roman über die Frauen von Troja dreht sich diesmal alles um Atalante. Emily Hauser verwebt geschickt verschiedene Mythen und Sagen um diese außergewöhnliche Frau ca. 1.260 v. Chr. in Griechenland. Diese Geschichte spielt in etwa 10 Jahre vor dem ersten Buch um die beiden Frauen Chryseis und Briseis (Tochter des Sturms). Bereits im ersten Abschnitt / Kapitel „Die Jagd“ zeigt Emily Hauser den Charakter und die Stärke von Atalante. Die schnellste Läuferin Griechenlands, mutig, selbstbewusst, willensstark und geschickt im Umgang mit Pfeil und Bogen und sonstigen Waffen. Bereits hier muss sie sich zwei Löwen stellen, die sie aber erlegen kann. In damaliger Zeit war es absolut ungewöhnlich und nicht erlaubt, dass Frauen Waffen tragen. Nicht so Atalante. Hier wird schon klar, um wen es sich bei Atalante handelt.
Atalante wurde seinerzeit am Tag nach ihrer Geburt vom König - nur weil sie weiblichen Geschlechts war - zum Sterben auf einem Berggipfel ausgesetzt. Doch die Götter oder die Schicksalsgöttinnen, die noch über den Göttern stehen, hatten anderes mit ihr vor. Und so wird sie von einem Bauern gefunden und aufgezogen, der ihr kurz vor dem achtzehnten Lebensjahr ihre Geschichte erzählt. Aufgrund eines Amulettes, das sie damals trug, scheint sie von höherer Abstammung zu sein und macht sich auf den Weg, heraus zu finden, wer sie und ihre Familie ist. Sie erfährt, dass sie die Tochter eines Königs ist. Um sich zu beweisen, verkleidet sie sich verbotenerweise als Mann und schließt sich Jason und seinen Gefährten, den Argonauten, an, die auf dem Schiff Argo bis ans Ende der Welt segeln, um das sagenhafte Goldene Vlies zu bekommen.
Diese gefahrvolle Reise ist wunderbar erzählt. Von der ersten Seite an ist man voll in der Geschichte drin und ist nur so am Weiterblättern. Die Story verfliegt wie im Flug, kaum hat man angefangen, hat man schon gut 50 Seiten gelesen. Die Sprache ist zwar modern und Atalante spricht manchmal so, als würde sie in heutiger Zeit leben; das hat mich aber überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil, das war sehr angenehm. Die Story nimmt ständig an Spannung zu und immer wieder fragt man sich ängstlich, ob Atalante die Gefahren übersteht und wie sie manche gefährliche Situationen wohl zu meistern vermag. Auf der Reise nach Kolchis, dem damaligen Ende der Welt, gilt es viele Gefahren und Kämpfe zu bestehen. Eine erfrischend andere Erzählung!
Auch die weitere Hauptperson, die sympathische Myrtessa, die Gefährtin von Atalante, wird gut dargestellt. Man hofft immer, dass ihr bei den vielen Gefahren nichts geschehen wird. Sehr liebevoll gezeichnet.
Die Helden dieser Argonautenfahrt stehen dabei im Hintergrund. Überrascht hat mich die Darstellung von Jason. So hatte ich ihn überhaupt nicht in Erinnerung, böse, machtversessen, rücksichtslos, menschenverachtend. Aufgrund des Konzeptes dieses Buches aber vollkommen nachvollziehbar und folgerichtig. Wer anderes sucht, muss sich leider andere Bücher suchen. Typisch für einen (weiblichen) Roman ist auch eine Liebesgeschichte, zu dem ich hier an dieser Stelle nichts weiter verraten möchte. Auch das hat mir gut gefallen.
Das Buch ist insgesamt in vier große Kapitel mit vielen nicht allzu langen Abschnitten eingeteilt, was den Lesefluss nicht stört. Ich persönlich mag es, wenn die Bücher nicht allzu lange Kapitel und Abschnitte haben. Zwischendurch erscheinen wie auch im ersten Buch die Götter. Diese Abschnitte sind in kursiver Schrift gehalten, um sich von der Hauptgeschichte abzusetzen. Zudem wird hier im „Präsens“ geschrieben. Das hat mich wie sonst eigentlich jedoch überhaupt nicht gestört. Es hätten allerdings ein paar mehr Episoden der Götter sein können. Ich hatte bereits zum ersten Buch an dieser Stelle vermerkt, dass die Götter auch nur Menschen sind, wenn sie da oben im Olymp ihre Spielchen mit den Menschen oder untereinander spielen. Sehr humorvoll und mit einem Augenzwinkern. Gelungen finde ich auch den Schluss, und da insbesondere den Hinweis, dass auch die Schicksalsgöttinnen nicht alles entscheiden können, sondern dass auch sie sich einer höheren Macht beugen müssen, nämlich der Macht der Entscheidungsfreiheit. Genial!
Auch dieses Buch hat am Anfang eine ausreichende Übersichtskarte zu den einzelnen Handlungsorten. Am Ende gibt es wieder einmal eine ausführliche Anmerkung der Autorin zum Buch, weiterführende Literaturhinweise sowie umfangreiche Glossare zu den auftretenden Personen, Orten,Jahreszeiten und Tageszeiten, so wie sie damals wohl verwendet worden sind. Das rundet das Buch einfach nur perfekt ab.
Ich kann dieses Buch jedem, der auch nur annähernd historische Bücher mag, uneingeschränkt empfehlen. Es macht riesigen Spaß, in diesem Buch zu stöbern und in vergangene Zeiten zu versinken und am Leben der Atalante teilzunehmen.
Diesem Buch gebe ich sehr gerne und vollauf verdiente 5 Sterne.
Dieser Kriminalroman von Anthony Horowitz hat mich überrascht und vollends überzeugt.
Diana Cowper sucht ein Bestattungsunternehmen auf, arrangiert die eigene Beerdigung und ist sechs
Stunden später tot. ...
Dieser Kriminalroman von Anthony Horowitz hat mich überrascht und vollends überzeugt.
Diana Cowper sucht ein Bestattungsunternehmen auf, arrangiert die eigene Beerdigung und ist sechs
Stunden später tot. Da die Polizei von einem schwierigen Fall ausgeht, engagiert sie den früheren
Polizisten und nun derzeitigen Privatdetektiv Daniel Hawthorne mit der Lösung dieses mysteriösen
Falles. Er nimmt Kontakt zu einem bekannten Schriftsteller und Drehbuchautor auf, der über ihn und
die Lösung des Falles ein Buch schreiben soll. Und dabei handelt es sich um den Autor dieses Krimis
selbst - Anthony Horowitz! Das ist aus meiner Sicht genial und gelungen.
Nachdem im ersten von insgesamt 24 Kapiteln in diesem 363 Seiten starken Buch das Mordopfer
dargestellt wird, schreibt Horowitz ab dem 2.Kapitel aus der Ich-Perspektive und beschreibt, wie er
Hawthorne kennen gelernt hat und wie dieses Buch - nach und nach - letztlich entstanden ist. Das
finde ich hier originell und gelungen! Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm und mit einer
Prise Humor versetzt.
Die beiden Personen ermitteln vom Tatort ausgehend konzentrisch weiter, indem sie zunächst den
Tatort inspizieren und dann die Personen befragen, die dem Mordopfer am Nächsten standen. Dann
kommen weitere Personen ins Kreuzverhör. Dabei werden diese Personen je nach Situation und Person auf unterschiedliche Art und Weise von Hawthorne befragt, mal zuvorkommend, mal angriffslustig, mal hämisch. Dabei mag es Hawthorne überhaupt nicht, wenn Horowitz sich ab und zu dazwischen schaltet und selbst Fragen stellt. Im Verlauf dieser Befragungen kommt Überraschendes heraus. Ich war immer am Überlegen, wer der Mörder sein könnte und hatte die Vermutungen von Horowitz auch stets übernommen, aber Hawthorne wußte es immer besser. Die überraschende Auflösung des dramatischen Falles ist sehr gut gelungen.
Mit Hawthorne hat Horowitz eine sehr interessante Person erschaffen. Sie ist angelehnt an Sherlock Holmes und den Part von Dr.Watson übernimmt Horowitz. Hawthorne ist ebenso brillant und scharsinnig
und immer einen Schritt voraus. Er ist verschwiegen was private Dinge angeht und hat natürlich auch
Ecken und Kanten. Diese Ecken und Kanten haben es in sich, da Hawthorne in politisch nicht korrekter
Weise mitteilt, was er von Homosexuellen hält. Und dass er angeblich als Polizeibeamter einen
Pädophilen eine Treppe hinunter gestoßen haben soll, führt auch nicht dazu, dass man ihn auf Anhieb
sympathisch findet. Dennoch hat er etwas Bsonderes an sich, denn auch Horowitz spricht später davon, dass er ihn gerne wieder sieht. Ich bin gespannt, ob in weiteren Bücheren ergänzende und klarstellende Hinweise zu diesen Punkten kommen werden. Insgesamt finde ich die beiden Protagonisten aber sehr gut gelungen. Die weiter im Buch auftauchenden Personen sind ebenfalls sehr gekonnt und facettenreich dargestellt. Sämtliche Szenen und Dialoge sind so kunstvoll dargestellt, dass man das Gefühl hat, dabei zu sein.
Das Buch selbst kommt in rotem Leineneinband daher und macht einen sehr soliden Eindruck. Ich hoffe,
die weiteren Bücher erscheinen in gleicher Aufmachung mit dann anderen Farben.
Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Krimi, der zu meinen Top-Büchern aus diesem Genre gehört. Ich
werde definitiv weitere Bücher von ihm lesen, auch das im Buch angesprochene.
In dem TB von Emily Hauser „Die Frauen von Troja – Tochter des Sturms“ wird die Geschichte des trojanischen Krieges aus der Sicht zweier junger Frauen erzählt. Die von Chryseis, Tochter eines Priesters ...
In dem TB von Emily Hauser „Die Frauen von Troja – Tochter des Sturms“ wird die Geschichte des trojanischen Krieges aus der Sicht zweier junger Frauen erzählt. Die von Chryseis, Tochter eines Priesters in Troja, sowie von Briseis, einer Prinzessin aus Lyrnessos. Beide teilen das gleiche, aber unterschiedliche Schicksal: Sie werden Sklavinnen der Griechen, die Troja überfallen.
Was erleben Frauen in einem solchen Krieg, welche Rolle wird ihnen zuteil, welches Schicksal haben sie zu meistern? Das sind die Punkte, die in diesem Buch eine Rolle spielen. Emily Hauser versteht es gekonnt, die Sehnsüchte und Wünsche, die die beiden Frauen vor dem Krieg haben, und ihre Ängste und Sehnsüchte danach darzustellen und zu schildern. Ihr Schreibstil ist dabei herrlich unaufgeregt, klar und teilweise sehr poetisch.
Ab der Mitte des Buches steigt der Spannungsbogen stetig an, weil man nicht weiß, wie es mit Chryseis und Briseis weitergeht, der Ausgang des Krieges ist ja bekannt.
Gut gelungen fand ich die häufigen kurzen Kapitel, in denen abwechselnd Chryseis und Briseis jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen. Dazwischen tauchen immer wieder die Götter auf. Sie schmieden ihre Ränkespiele und beeinflussen das Leben der Sterblichen. Die Darstellung der Götterwelt ist witzig und hat mich zum Schmunzeln gebracht, Götter sind halt auch nur Menschen.
Gegen Ende wird das Buch nochmal richtig gut, das Schicksal von Briseis hat mich gerührt. Hier erkennt man wie gut Emily Hauser schreiben kann.
Dieses historische Buch hat mich überrascht und sehr gut unterhalten. Die neue Sichtweise, die Erzählweise und der Aufbau des Buches haben mir sehr gut gefallen. Als Schmankerl gibt Emily Hauser noch einen Einblick zur Entstehung des Buches, einen Einblick in die Bezeichnung der altgriechische Monatsnamen und Zeitenangaben und einen Überblick über die auftretenden Personen und Götter und weiterführende Literatur.