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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2025

Ein neuer Fall für Hanna und Jan

Nach dem Leben
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Ein alter Mann wird tot in seiner Wohnung aufgefunden - gestorben durch eine Überdosis Insulin. Schnell steht fest, dass es sich dabei um keinen natürlichen Tod handelt und Jan und Hanna haben einen neuen, ...

Ein alter Mann wird tot in seiner Wohnung aufgefunden - gestorben durch eine Überdosis Insulin. Schnell steht fest, dass es sich dabei um keinen natürlichen Tod handelt und Jan und Hanna haben einen neuen, kniffeligen Fall zu lösen.

"Nach dem Leben" ist der 4. Band der Reihe um Hanna Will und Jan de Bruyn. Der jetzige Fall ist eine harte Nuss für unser Ermittlerduo, die Indizien laufen in die verschiedensten Richtungen und entsprechend komplex ist es, schließlich doch die richtige Fährte zu verfolgen. Anna Johannsen ist wieder ein spannender Krimi gelungen, der aufgrund der vielen beteiligten Personen und unterschiedlichen Handlungsstränge manchmal ein bisschen verwirrend ist. Leider scheint manches Thema nicht ganz abgeschlossen, dafür kommt das wirkliche Ende dann für meinen Geschmack ein bisschen zu prompt. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen.

Jan und Hanna sind mittlerweile auch privat liiert, als Nebenschauplatz erfahren wir auch einiges über ihre eigene Geschichte. Das mag ich bei einer Reihe grundsätzlich immer sehr gerne, auch hat mich das "Wiedersehen" mit den beiden gefreut. Ich fand dieses Mal allerdings ihre eigene Geschichte etwas zu dominant, vor allem, dass täglich das Thema "Wohnmobil" zur Sprache kam, war etwas unnötig.

Insgesamt ist "Nach dem Leben" ein schöner, unaufgeregter Krimi, der durchaus lesenswert ist, der jedoch auch noch etwas Luft nach oben hat.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Die Verschickungskinder von Borkum

Der Sommer am Ende der Welt
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Vor dem Hintergrund der erschütternden Schicksale der ehemaligen Verschickungskinder, die in den 60er Jahren zur "Erholung" an die Nordsee geschickt wurden, spielt dieser Roman von Eva Völler. Die Journalistin ...

Vor dem Hintergrund der erschütternden Schicksale der ehemaligen Verschickungskinder, die in den 60er Jahren zur "Erholung" an die Nordsee geschickt wurden, spielt dieser Roman von Eva Völler. Die Journalistin Hanna reist an den Ort des Geschehens um Nachforschungen darüber zu betreiben, was damals wirklich geschah.

Das Setting auf Borkum ist gut gewählt und schön geschildert, man fühlt sich während des Lesens selbst auf die Nordseeinsel versetzt. Auch das Cover ist schön gestaltet und die Unterteilung in viele kurze Kapitel, teilweise mit Zeitsprüngen, macht, dass man schnell voran kommt.

Das Thema ist ein sehr Interessantes und Berührendes, und genau deshalb wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Auch wenn immer wieder Bezug auf die Verschickungskinder genommen wird und ihre Geschichten kurz angeschnitten werden, so dreht sich der Großteil des Buches doch eher um die Journalistin Hanna, ihre Liebelei mit dem Inselarzt, die jugendlichen Schwärmereien ihrer Tochter und die Schicksale der Menschen, die damals mit den Verschickungskindern betraut waren.

Für mich kam das eigentliche Thema leider viel zu kurz, viel zu wenig haben wir über die Kinder selbst erfahren. Kurz wurde das Schicksal des kleinen Josef angeschnitten, aber damit war es dann auch schon wieder vorbei. Auch wenn immer wieder ein ehemaliges Verschickungskind zu Wort kam, das Hanna bei ihrer Recherche interviewen durfte, die Geschichten drumherum nahmen für mich viel zu viel Raum ein und wirkten teilweise zu konstruiert. Trotzdem war es eine gute Inspiration für mich, mich weiter mit dem Thema Verschickungskinder auseinanderzusetzen.

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Toller Cold-Case Fall, wie immer mit viel Lokalkolorit

Ostseedämmerung
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Beim Spiel machen 2 Kinder eine aufregenden Fund, der im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Archäologie-Studentin Mira steht. Als schließlich in unmittelbarer Nähe die Leiche der jungen Frau gefunden ...

Beim Spiel machen 2 Kinder eine aufregenden Fund, der im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Archäologie-Studentin Mira steht. Als schließlich in unmittelbarer Nähe die Leiche der jungen Frau gefunden wird, beginnt man, den bisher nicht gelösten Fall aufzurollen und stößt dabei auf viele überraschende Details. Ein neuer Fall für Pia Korittki und ihr Team, das ihr alles abverlangt! Wird es ihr gelingen, das Verbrechen nun aufzuklären?

Eva Almstädt ist mit "Osteseedämmerung" wieder ein spannender Krimi um die sympathische Kommissarin Pia Korittki gelungen. Die Mischung aus Krimi und persönlicher Geschichte der Protagonistin macht die Faszination dieser Reihe aus und in "Ostseedämmerung" ist diese Kombination ausgezeichnet gelungen. Der Fall selbst ist so spannend, dass man lange rätselt, wie er denn nun ausgehen wird und auch in Pias Privatleben tut sich einiges. Zudem spielt das Buch wie immer an der Ostsee und Almstädt schafft es auch dieses mal wieder, die tolle Atmosphäre dort einzufangen. Es ist jedes Mal wieder ein "Wiedersehen" mit alten Bekannten und es macht Freude, Pia auf ihrem Weg und bei ihrer Arbeit zu begleiten. Manchmal muss man ganz schnell weiterlesen, so spannend ist die Geschichte, manchmal kann man sich einfach an Pias Alltagserzählungen, an ihrer momentan harmonischen Beziehung und an der Entwicklung ihres Sohnes Felix erfreuen - genau diese Mischung macht die Faszination dieser Reihe aus.

Sehr gerne hätte ich dem Buch 5 Sterne gegeben, weil es mich wirklich überzeugt hat und ich es für einen der besten Bände der Serie halte. Leider wurde ab dem 19. Band das Design völlig geändert, was für mich überhaupt nicht geht. Wenn man eine so lange Serie kauft und liest, will man auch, dass sie im Regal schön ausschaut. Daher: Kritik an der Vorgehensweise des Verlages und Sterneabzug. Schade...

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Der Alltag einer Frau in den "Besten Jahren"

Ja, nein, vielleicht
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Unsere namenlose Protagonistin befindet sich in den sogenannten "besten Jahren". Vieles ist nicht mehr so einfach, wie es früher war, das ein oder andere Problem tut sich auf und trotzdem gibt es für alles ...

Unsere namenlose Protagonistin befindet sich in den sogenannten "besten Jahren". Vieles ist nicht mehr so einfach, wie es früher war, das ein oder andere Problem tut sich auf und trotzdem gibt es für alles eine Lösung.

Erste gesundheitliche Wehwehchen sind ebenso Thema wie das mittlerweile baufällig gewordene Haus, das "Empty Nest" in dem sich unsere Erzählerin nach dem Auszug ihrer Kinder befindet oder Beziehungs- oder Nicht-Beziehungs-Dramen. Es gilt Entscheidungen zu treffen, die trotz aller bereits gesammelter Lebenserfahrung neu sind und mit denen man bisher einfach noch nicht konfrontiert war. Es sind keine großen Geschichten, die hier beschrieben werden, sondern Alltagsthemen, die trotzdem ganz groß werden können und viel Raum und Zeit einnehmen, und es geht um Emotionen, die wir bisher nicht kannten und die uns überraschen, es geht um Beziehungen, Freundschaften und letzten Endes eine Änderung des Fokus in dieser Lebenssituation.

Doris Knecht ist mit "Ja, nein, vielleicht" ein großartiges Buch über den Alltag einer Frau in der Mitte ihres Lebens gelungen. Pointiert schildert sie die alltäglichen Situationen und Schwierigkeiten, die sich plötzlich auftun, Entscheidungen, die getroffen werden müssen, mit denen man aber gar nicht gerechnet hätte. Während man glaubt, mit der Vergangenheit abgeschlossen zu haben, ist die Gegenwart voll von Überraschungen und soll den Weg ebnen für eine erfüllte Zukunft.

Genauso bunt wie das Cover ist die Geschichte, die das Leben schreibt. Knecht schildert sie anschaulich und als ebenfalls "Frau in den besten Jahren" habe ich mich an so vielen Stellen wiedergefunden und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Nicht nur die realitätsnahen Episoden, die hier mit viel Herz geschildert werden machen "Ja, nein, vielleicht" zu einem großen Lesevergnügen, sondern auch die Sprache, in der es geschrieben ist, detailgetreu und trotzdem auf den Punkt gebracht. Eine ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Atmosphärischer Roman mit einer Mischung aus Spannung und Romantik

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
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Als Elijah Leiths nach einer missglückten Karriere als Schriftsteller nach vielen Jahren in seinen Heimatort Point Orchards zurückkehrt, lebt er als Einsiedler in seinem einstigen Elternhaus. Langsam nähern ...

Als Elijah Leiths nach einer missglückten Karriere als Schriftsteller nach vielen Jahren in seinen Heimatort Point Orchards zurückkehrt, lebt er als Einsiedler in seinem einstigen Elternhaus. Langsam nähern er und seine Jugendfreundin Nakita sich wieder einander an, doch alles ist komplizierter als gedacht. Seine Vergangenheit und die Suche nach der großen Liebe lassen ihn aber nicht los und als auf seinem Grundstück eine Frau tot aufgefunden wird, mit der er eine kurze Affäre hatte, gerät er schnell ins Kreuzfeuer der Justiz.

Sarah Crouch ist mit "Middletide - Was die Gezeiten verbergen" ein sehr atmosphärischer Debütroman gelungen, der auch das Zeug zu einem Krimi hat. Die Autorin entführt uns in ein Reservat im Nordwesten Amerikas und schildert ausführlich die Gegebenheiten dort, fast hat man das Gefühl, mit Elijah in seinem Garten zu stehen und ebenfalls seine Hühner zu beobachten. Die kleinbürgerliche Gesellschaft in der kleinen Stadt ist ebenso Thema, wie die Schwierigkeiten, mit denen man zu kämpfen hat, wenn man sich nicht in diese einfügen will oder kann.

Die Protagonisten, allen voran Elijah und Nakita kommen sehr authentisch rüber und gewinnen rasch die Sympathie des Lesers. Das Buch spielt in mehreren Zeitebenen, einerseits wird die Geschichte Elijahs nach erzählt, andererseits wird versucht, den Mord einer Frau auf Elijahs Grundstück aufzuklären. Anfangs ist das manchmal ein bisschen verwirrend, irgendwann verschwimmen die Handlungstränge aber miteinander. Durch die unterschiedlichen Zeitabschnitte und die vielen kurzen Kapitel liest sich das Buch sehr zügig, man möchte einfach immer wissen, wie es weiter geht. Der Schluss hätte noch etwas ausgestaltet werden können, insgesamt ist Sara Crouch mit "Middletide- was die Gezeiten verbergen" aber ein sehr schöner, teils romantischer, teils spannender Roman gelungen, der durch die großartige Kulisse auch atmosphärisch ein wirklicher Gewinn ist. Große Leseempfehlung!

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