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Veröffentlicht am 18.03.2025

Unwiderstehlich – ich habe das Buch in nur zwei Zügen verschlungen!

The Surf House
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Der spektakulär atmosphärische, bildstarke Schreibstil, die eindringlichen Schilderungen von erfreulichen, aufregenden und beklemmenden sowie emotional niederschmetternden Gefühlen und der Prolog haben ...

Der spektakulär atmosphärische, bildstarke Schreibstil, die eindringlichen Schilderungen von erfreulichen, aufregenden und beklemmenden sowie emotional niederschmetternden Gefühlen und der Prolog haben mich direkt gepackt, nicht mehr losgelassen, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte! Der Prolog erzählt von Freundschaft, Lebensfreude, Freiheit, dann plötzlich von Tod – was total neugierig macht!

Das englische Model Bea ist für Modeaufnahmen in Marrakesch, doch sie bekommt eine “Sinnkrise” und bummelt nach einem anstrengenden Job durch die Innenstadt, um den Kopf frei zu kriegen. Eine lebensbedrohliche Begegnung in einer abgelegenen Gasse verändert allerdings alles: ihr Rucksack inklusive Pass wird gestohlen, die Lage eskaliert und sie flüchtet, zusammen mit einer anderen Frau, in einen kleinen Küstenort. Dort kommt sie als Aushilfe in einem Surf-Hostel unter und die freigeistigen, feierwütigen Surfer sowie Surferinnen aus aller Herren Länder nehmen sie mit offenen Armen auf. Doch die idyllische Fassade bekommt allmählich Risse: Der Überfall, der sich in Marrakesch ereignete, überschattet Beas Zeit im Surf House, genau wie düstere Gerüchte um eine amerikanische Touristin, dann taucht ein mysteriöser Gast auf, der für Unruhe sorgt – am Ende des Sommers hat Bea genug von den Geheimnissen, den Lügen und den Todesfällen!

Die intensiven, greifbaren Beschreibungen der Umgebung (ich konnte die Gewürze quasi riechen, die Hitze fast spüren, genau wie das kühle Atlantik-Meerwasser) und von Beas emotionaler Achterbahnfahrt sind absolut mitreißend, außerdem ist die Handlung von Anfang an interessant sowie spannend!

Bea ist sehr sympathisch und faszinierend: sie ist rücksichtsvoll, umgänglich, aber wenn ihre Grenzen niedergetrampelt werden, bricht ihre kompromisslose Seite hervor, was ich total gefeiert habe, weil sie den Begriff “Selbstermächtigung” dann perfekt verkörpert!

Nach und nach lernt man die anderen, toll gezeichneten, Charaktere bzw. die komplizierte Dynamik zwischen ihnen kennen. Bea muss feststellen, dass es in der Surf-Gemeinde nicht so entspannt und harmonisch zugeht, wie es auf den ersten Blick scheint.

Verschiedene Perspektiven auf zwei Zeitebenen bringen graduell Enthüllungen mit sich, sorgen für Abwechslung sowie anhaltende Spannung. Die vielsichtige, ereignisreiche, tiefschürfende Handlung ist nonstop packend, auch wegen der kurzen Kapitel, die das Tempo verstärken. Es gibt viele gelungene Überraschungen, von denen ich nur eine habe kommen sehen, und zum Ende hin wird es ungemein nervenaufreibend, erschütternd sowie dramatisch!

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Veröffentlicht am 13.03.2025

Fesselnd

Haus Waldesruh
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Marco lädt drei ehemalige Schuldfreunde und Schulfreundinnen 15 Jahre nach der Matura (Abitur) zu einem Treffen in die Jagdhütte seines Onkels ein. Er (ein antikapitalistischer Rebell) und Anna (ernst, ...

Marco lädt drei ehemalige Schuldfreunde und Schulfreundinnen 15 Jahre nach der Matura (Abitur) zu einem Treffen in die Jagdhütte seines Onkels ein. Er (ein antikapitalistischer Rebell) und Anna (ernst, ehrgeizige), Ferdinand (ein kapitalistischer, schnieker Typ) sowie Lea (eine vegan lebende Yogini) hatten seither kaum Kontakt, denn ein tragisches Ereignis überschattete ihren Schulabschluss und traf sie hart. Die Stimmung ist von Anfang an volatil: Ausgelassene Wiedersehensfreude und Sticheleien wechseln sich ab, zudem kommen alte Meinungsverschiedenheiten an die Oberfläche. Dann taucht ein Überraschungsgast auf und Erwähnungen von Max, Annas Ex sowie Marcos bester Schulfreund, der sich kurz nach der Matura das Leben nahm, sorgen immer wieder für eine beklemmende Atmosphäre. Als jemand vorschlägt, Geheimnisse auszuplaudern, Dämonen zu offenbaren oder Schmerzhaftes einzugestehen, um als Gemeinschaft zu wachsen, wird es richtig interessant ...

Der atmosphärische, ausdrucksstarke Schreibstil ist großartig und auch die Charaktere sind toll gezeichnet. Die Handlung ist faszinierend verstörend sowie fesselnd, nur das Ende lässt die Geschehnisse dann mMn irgendwie “verloren” wirken: Ich fand es “spektakulär unspektakulär” - sehr realistisch.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

Anders als erwartet ...

Als Grace verschwand
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Die Journalistin Simone und ihr Ehemann, ein Arzt, mussten vor achtzehn Jahren einen niederschmetternden Schicksalsschlag ertragen: Ihre sechs Monate alte Tochter wurde entführt und nie gefunden. Als eine ...

Die Journalistin Simone und ihr Ehemann, ein Arzt, mussten vor achtzehn Jahren einen niederschmetternden Schicksalsschlag ertragen: Ihre sechs Monate alte Tochter wurde entführt und nie gefunden. Als eine Studentin namens Grace behauptet jenes entführte Mädchen zu sein, gerät Simone in einen Strudel aus Täuschungen, einem Mord ohne Leiche, entsetzlichen Verbrechen sowie Gefahren. Dann verschwindet Grace erneut ...

Der ausdrucksstarke Schreibstil ist toll, genau wie die authentischen Charaktere, und die komplexe Handlung ist spannend. Das Geschehen besteht hauptsächlich auf den Ermittlungen, die Simone, zuerst zusammen mit ihrer mutmaßlichen Tochter, später dann mit einem Kollegen unternimmt. Nach und nach ergibt sich ein erschütterndes Gesamtbild mit überraschenden Zusammenhängen, aber Achtung – Misshandlungen von Frauen bzw. die Gedanken der Täter dazu, werden ein paar Mal explizit geschildert – das ist vielleicht nicht für jede: n etwas ...

Aufgrund der Inhaltsbeschreibung habe ich eine ganz andere Handlung erwartet: Ich fand den “Dreh und Angelpunkt” der Verbrechen “seltsam” (dargestellt), irgendwie nicht ganz überzeugend. Die Vielschichtigkeit der Geschickte, die wirklich rätselhaft aufgebaut ist, und die interessanten Figuren bzw. ihr Zusammenspiel haben mir jedoch sehr gut gefallen, genau wie die Wendungen und die Auflösung.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Originell, vielschichtig & fesselnd!

Sie sieht, was du tust
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Die junge Mercy ist eine absolute Außenseiterin: Eine schwere Kopfverletzung hat neurologische Schäden hinterlassen, die sie im Alltag behindern, denn sie leidet an einer Tageslichtphobie, Schwindelanfällen, ...

Die junge Mercy ist eine absolute Außenseiterin: Eine schwere Kopfverletzung hat neurologische Schäden hinterlassen, die sie im Alltag behindern, denn sie leidet an einer Tageslichtphobie, Schwindelanfällen, Übelkeit und Gleichgewichtsstörungen. Sie ist ungeschickt im Umgang mit anderen, sehr eigen bei der Wahl ihrer Kleidung, zudem ist sie eine Stalkerin, die nachts auf Beobachtungstour geht. Sie lässt Menschen, die Probleme haben, heimlich anonym kleine Nettigkeiten zukommen, Akte der Freundlichkeit. Eines Nachts lernt sie Louis kennen, der sich auch in die Leben anderer einmischt, allerdings sorgt er für Gerechtigkeit, indem er Lektionen erteilt. Mercy findet Gefallen an seinem Ansatz, sie werden ein Team, dann gerät die Selbstjustiz außer Kontrolle: was als aufregendes Abenteuer begonnen hat, wird zu etwas Bedrohlichem. Auch, weil der anfangs geduldige, verständnisvolle Louis fordernder und radikaler wird – sein wahres Gesicht zeigt ...

Mercy ist seltsam, aber interessant und sympathisch! Rückblicke in ihre Vergangenheit erklären nach und nach was ihr widerfuhr, warum sie tut, was sie tut.

Der flüssige, lebendige Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen und die originelle, skurril düstere Handlung ist ereignisreich, fesselnd, clever sowie faszinierend verstörend gestaltet!

“Sie sieht, was du tust” hat mir insgesamt sehr gut gefallen, ich fand nur, dass die Schilderungen teilweise ziemlich ausführlich sind, wodurch die Handlung meiner Meinung nach eine Weile lang eher langsam voranschreitet. Innerhalb des letzten Drittels wurde es dann für mich so richtig spannend: nervenaufreibend gefährlich! Die außergewöhnliche Handlung mit Substanz hallt lange nach und überrascht mit gelungenen, erschütternden Wendungen!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Ich bin begeistert!

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Argentinien und Ägypten, 1884-1885: Die 18-jährige Inez lebt bei ihrer strengen Tante, denn ihre Eltern sind Abenteurer, die, zusammen mit ihrem Onkel, seit 17 Jahren größtenteils bei Ausgrabungen in Ägypten ...

Argentinien und Ägypten, 1884-1885: Die 18-jährige Inez lebt bei ihrer strengen Tante, denn ihre Eltern sind Abenteurer, die, zusammen mit ihrem Onkel, seit 17 Jahren größtenteils bei Ausgrabungen in Ägypten sind. Als sie von ihrem Onkel erfährt, dass ihre Eltern unter mysteriösen Umständen in der Wüste ums Leben kamen, macht sie sich auf den Weg, um herauszufinden, was passiert ist.

Doch bereits bei ihrer Ankunft in Alexandria geht einiges schief und auf dem Weg nach Kairo wird sogar noch schlimmer. Die Begegnung mit ihrem Onkel verläuft auch nicht wie verhofft: er und sein junger, attraktiver Assistent Whit versuchen beharrlich sie zur Rückreise nach Argentinien zu bewegen.

Die selbstbewusste, eigenständig denkende Inez lässt sich allerdings nichts sagen, sie wendet die eine oder andere List an, um sich durchzusetzen und nimmt die Anstandsregeln, die für junge, unverheiratete Frauen (aus gutem Hause) gelten, nicht so ernst. Sie ist entschlossen das Rätsel um den Tod ihrer Eltern zu lösen sowie einem düsteren Verdacht nachzugehen. Erzählt wird hauptsächlich aus Inez’ Sicht, aber auch Whit kommt sporadisch zu Wort.

“What the River knows” ist ein wirklich tolles Jugendbuch: die historischen Elemente (mit entsprechender Gesellschaftskritik), die Magie, die ägyptische Mythologie und das ereignis-sowie facettenreiche Geschehen sind absolut mitreißend! Der atmosphärische, lebendige, unterhaltsame Schreibstil, die abenteuerliche Handlung (die bewegend, ein bisschen romantisch, spannend, dramatisch sowie wendungsreich ist) und die interessanten, teilweise undurchsichtigen, Charaktere bzw. die Dynamik zwischen ihnen machen dieses Buch zu einem faszinierenden Leseerlebnis! Schade, dass Band 2 erst in sechs Monaten erscheint!

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