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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.06.2025

Ein raffiniertes Spannungshighlight!!!

Die Festung
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Der Prolog ist einfach nur wow und er hat mich total neugierig gemacht! Toll, dass er tatsächlich eine wichtige Rolle spielt!!!

Die Psychologie-Doktorandin Bonnie hat etwas Entsetzliches erlebt und erzählt ...

Der Prolog ist einfach nur wow und er hat mich total neugierig gemacht! Toll, dass er tatsächlich eine wichtige Rolle spielt!!!

Die Psychologie-Doktorandin Bonnie hat etwas Entsetzliches erlebt und erzählt in einem True-Crime Podcast davon. Clara, Bonnies jüngere Schwester, will bei einer Escape-Room-Reality-TV-Show mitmachen: Bei dem neuen, gehypten Reality-TV-Format geht es darum: “DIE FESTUNG. Bist du schlau genug, ihre Geheimnisse zu entschlüsseln? SCHAFFST DU ES HINAUS?” Auf einer abgelegenen Festung im Ärmelkanal, müssen acht Fremde eine Reihe von Aufgaben bewältigen: wer versagt fliegt raus, wer am Ende übrigbleibt, gewinnt 100 000 Pfund – so die offiziellen Spielregeln. Doch die diese Verlautbarung hat wenig mit dem zu tun, was in der Festung wirklich stattfindet ...

Die Dynamik zwischen den Bonnie und Clara ist kompliziert bis toxisch: Bonnie gilt als klug, verantwortungsbewusst, praktisch sowie ein bisschen arrogant, weil sie auf ihre Schwester herabzusehen scheint. Clara gilt als leichtsinnig, unselbstständig, lebensfroh, schick, sie quengelt, bis sie bekommt, was sie will, und schreckt auch vor emotionaler Erpressung nicht zurück. Zudem müssen die Schwestern einen schweren Schicksalsschlag verkraften, der sie in doppelter Hinsicht trifft, sodass sie nun viel Geld brauchen.

Es gibt mehrere Erzählstränge: Der Podcast, die Ereignisse in der Festung bzw. der Casting-Prozess davor, sporadisch die Sicht des “Direktors”, dem Schöpfer des Reality-TV-Formats und weitere, auf die ich aus Spoiler-Gründen nicht eingehen will. Jeder Teil liefert Andeutungen bzw. Einblicke, die sich allmählich zu einem Bild zusammenfügen.

Der Schreibstil ist atmosphärische sowie ausdrucksstark, die Figuren(Dynamik) ist psychologisch interessant und die ereignis- sowie temporeiche, ausgeklügelte Handlung ist herrlich nervenaufreibend!

“Die Festung” ist ein mega-spannender Escape-Room-Thriller, voller faszinierender Rätsel, für deren Lösung u. a. logisches Denken bzw. mathematische Fähigkeiten und klassisches Literaturwissen bzw. Kenntnisse der christlichen Mythologie gefragt sind. Die vielen Facetten (Familie, Wettbewerb, Zusammenhalt, toxische Gruppendynamik, das Motiv des “Direktors”), die greifbar mysteriöse, unheilvolle Stimmung und die vielen genialen Wendungen haben mich, zusammen mit der verblüffenden Auflösung, restlos begeistert!

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Cosy Crime mit Substanz!

Marchfield Square
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Als in dem gehobenen Marchfield Square-Apartmentkomplex die Leiche eines Bewohners gefunden wird, sind die Nachbarn nicht wirklich betroffen, denn er war kein angenehmer Zeitgenosse. Doch die Vermieterin ...

Als in dem gehobenen Marchfield Square-Apartmentkomplex die Leiche eines Bewohners gefunden wird, sind die Nachbarn nicht wirklich betroffen, denn er war kein angenehmer Zeitgenosse. Doch die Vermieterin Celeste möchte, dass das Verbrechen aufgeklärt wird und da sie der Polizei nicht viel zutraut bzw. befürchtet, dass sie seine Ehefrau als einzige Verdächtige sehen, verpflichtet sie zwei Mieter zu Nachforschungen: die Reinigungskraft Audrey und den Schriftsteller Lewis. Das ungleiche Duo beginnt also zu ermitteln, stößt dabei auf viele verschiedene Spuren, heikle Geheimnisse sowie jede Menge Verdächtige.

Der lebendige, amüsante Schreibstil macht richtig Spaß, die vielen eigentümlichen Charaktere sind interessant gestaltet und die rätselhafte, turbulente Handlung ist absolut mitreißend. Dieser Cosy-Krimi ist allerdings nicht “nur” unterhaltsam und packend, er hat auch Substanz, da einige ernste Probleme glaubwürdig, mit Tiefgang, thematisiert werden.

Erzählt wird abwechselnd aus Audreys and Lewis’ Perspektive, aber Celeste kommt auch sporadisch zu Wort. Dieser Handlungsaufbau sorgt für faszinierende Einblicke sowie anhaltende Spannung, die durch die kurzen Kapitel bzw. das Tempo zusätzlich steigt.

“Marchfield Square” ist sehr britisch und hat meiner Meinung nach etwas von der Donnerstagsmordclub-Reihe und wegen des Looked-Room-Settings sowie der vielen Figuren mit düsteren Hintergründen und Geheimnissen zudem Agatha Christie Flair.

Der bildstark beschriebene Apartmentkomplex ist ein großartiges Setting, denn Celeste bietet den Bewohnenden etwas Besonderes, abgesehen von wundervollen Gärten und nostalgisch anmutenden Straßenlampen ...

Aber ist sie einfach eine exzentrische Wohlhabende mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit oder steckt mehr hinter ihrer engagierten Art?

Die grandiose Figurendynamik und die ereignisreichen, spannenden Amateur-Ermittlungen, die Stück für Stück ein erschütterndes Bild ergeben, machen “Marchfield Square” zu einem wirklich tollen Leseerlebnis – kaum zu glauben, dass es sich um ein Debüt handelt!

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Vom Traum zum Albtraum

Her Last Summer – Eine verschwundene Frau. Eine Reise ohne Wiederkehr.
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Ein Backpacking-Trip durch Thailand bevor es zur Uni geht, sollte für das junge Paar Luke und Mari ein tolles Abenteuer werden, doch nach einem Ausflug in den Dschungel kehrte nur Luke zurück. Jetzt, ca. ...

Ein Backpacking-Trip durch Thailand bevor es zur Uni geht, sollte für das junge Paar Luke und Mari ein tolles Abenteuer werden, doch nach einem Ausflug in den Dschungel kehrte nur Luke zurück. Jetzt, ca. zwanzig Jahre später, möchte Luke endlich erzählen, was damals genau geschah – der extrem ambitionierten, investigativen True-Crime-Filmemacherin Cassidy, die mit einer bahnbrechenden Dokumentation berühmt geworden ist. Aber je tiefer Cassidy in die Geschichte eintaucht, desto mehr fürchtet sie sich vor, was sie entdecken könnte ...

Das Buch nimmt sich Zeit, die Charaktere und Gegebenheiten zu entfalten, was eindrücklich, atmosphärisch sowie interessant gestaltet ist. Man erfährt Aufschlussreiches aus Lukes und Cassidys Vergangenheit und nähert sich langsam der Wahrheit an ...


Die Entstehung der Dokumentation (die Planung, Vorbereitung, die Ausführung) wird packend geschildert: Cassidy interviewt außer Luke noch betroffene Familienmitglieder, Leute, die mit den beiden zur Schule gingen, Reisende, die zusammen mit Luke und Mari unterwegs waren und die thailändische Polizei.

Luke verhält sich fast von Anfang an seltsam: Warum zögert Luke das entscheidende Interview, in dem er erzählen soll, was damals im Dschungel geschah, ständig hinaus? Er gibt sich zudem offen emotional bedürftig - ist er ein traumatisiertes Opfer oder ist das eine Masche? Er galt/gilt für viele als Lügner und Mörder, was sein Leben zur Hölle machte/macht, denn niemand will wirklich etwas mit ihm zu tun haben. Und wieso tauchen plötzlich Andeutungen auf, die besagen, dass Mari und Luke nicht das Traumpaar waren, für das fast alle sie hielten? Wer war Mari wirklich? Wer war/ist Luke wirklich?

Während des letzten Drittel nimmt die Handlung dann mMn so richtig an Fahrt auf: Die Ereignisse überschlagen und es gibt mehrere gelungene Wahnsinns-Wendungen!!!

Mir hat besonders gut gefallen, dass hier nichts schwarz-weiß ist, die Prämisse sowie die Figuren sind ambivalent: Das Format True Crime wird kritisch beleuchtet. Cassidy ist entschlossen, belastbar und sehr gut in ihrem Job, aber auch voller Fehler und Schwächen. Die Schattenseiten von Luke und Mari sind sehr speziell, zudem scheinen sie sich gegenseitig zu bedingen ...

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Packend!

15 Sekunden
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Adventszeit in Hamburg: Es ist spät, kalt und dunkel als Farah nach einem frustrierenden Geschäftstermin, heimfährt. Sie ist auf einer abgelegenen Landstraße unterwegs, als ein Mann unvermittelt aus dem ...

Adventszeit in Hamburg: Es ist spät, kalt und dunkel als Farah nach einem frustrierenden Geschäftstermin, heimfährt. Sie ist auf einer abgelegenen Landstraße unterwegs, als ein Mann unvermittelt aus dem Wald rennt, direkt vor ihren Wagen. Er prallt hart auf, doch er richtet sich auf und läuft zurück in den Wald! Farah rennt ihm hinterher, sucht ihn, findet ihn - sie ahnt nicht, dass eine weitere Gestalt in der Dunkelheit lauert ...

Anhand der Inhaltsangabe wurde für mich nicht ersichtlich, dass es sich um einen Ermittler-Thriller handelt: Es geht um eine Rechtsmedizinerin und die Kripo Hamburg – sie untersuchen zunächst einen Autounfall, doch daraus wird schnell eine Mordermittlung voller Rätsel ...

“Fünfzehn Sekunden” ist von Anfang an intensiv, düster sowie mysteriös! Der atmosphärische, ausdrucks- und bildstarke Erzählstil mit einem Hauch Humor, die interessanten Figuren, die über Tiefe verfügen, und die ereignisreiche, packende, wendungsreiche Handlung ließen mich immer weiterblättern!

Die Gerichtsmedizinerin Farah hat ein unendlich schlechtes Gewissen, weil sie einen Mann angefahren hat – wieso rannte er nachts aus dem abgelegenen Wald auf die Landstraße? Wo kam er her? Warum trieb er sich dort herum? Farah durchsucht die Umgebung auf eigene Faust, um Antworten auf diese Fragen zu finden, und entdeckt etwas Entsetzliches ...

Jetzt sind Kommissar Wase, ein Freund von Farah, und sein Team gefragt: Umfangreiche, modernste forensische Untersuchungen ergeben eine Verbindung zwischen mehreren Vermisstenfällen, dem Unfallopfer sowie einer geheimnisvollen Frau. Zudem scheint jemand Farah zu beobachten ...

Die Charaktere sind großartig gezeichnet: lebensecht, vielsichtig sowie sympathisch! Ihre Gefühle und Gedanken kommen hautnah, was wohl auch daran liegt, dass ihre komplizierten Privatleben eine wichtige Rolle spielen. Die Schauplätze, der Wald, das nasskalte Hamburg im Winter, sind ein toller Rahmen für die beklemmenden Geschehnisse.

Die komplexe Handlung, der stetig steigende Spannungsbogen, das interessante Zusammenspiel der Figuren, die forensische Ermittlungsarbeit und die Auflösung haben mich begeistert! Kaum zu glauben, dass es sich bei dem Buch um ein Debüt handelt!

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ich bin zwiegespalten ...

Bad Blood
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Die ehrgeizige 35 Jahre junge Staatsanwältin Justine hat alles: Erfolg im Beruf, einen tollen Ehemann und ein schönes Leben in London. Doch als ein Geist aus ihrer Jugend auftaucht riskiert sie alles, ...

Die ehrgeizige 35 Jahre junge Staatsanwältin Justine hat alles: Erfolg im Beruf, einen tollen Ehemann und ein schönes Leben in London. Doch als ein Geist aus ihrer Jugend auftaucht riskiert sie alles, um einer “Obsession” nachzugehen.

Als Justine ihren ersten Mordfall zugewiesen bekommt, verändert sich innerhalb von Sekunden alles für sie, denn der Angeklagte ist ihre Jugendliebe Jake, der vor 18 Jahren plötzlich aus ihrem Leben verschwand. Obwohl es ihre Aufgabe ist, die forensischen Beweise zu nutzen, um ihn als Mörder darzustellen, sucht sie ergebnisoffen nach der Wahrheit - nach Wahrheiten, denn sie will endlich wissen, weshalb Jake ihre Beziehung damals so abrupt beendete. Doch Während ihrer Nachforschungen, die sie in die Kleinstadt führen, in der sie und Jake aufgewachsen sind, muss sie feststellen, dass nicht nur Jake, sondern auch ihr ihre Familie dunkle Geheimnisse hat - mindestens so dunkel wie das, das sie hütet. Dann wird die Leiche einer vermissten Person gefunden, sodass Justine ihre Ermittlungen ausdehnen muss ...

Justine ist interessant, man merkt sehr schnell, dass unter der adretten Oberfläche etwas Finsteres lauert. Sie ist sehr kritisch, aber immerhin auch selbstkritisch: sie trägt viele Schuldgefühle mit sich herum, sie weiß, dass viele Fehler machte und macht ...

Ich muss zugeben, ab einem gewissen Punkt nervte sie mich, weil ihre Gefühle, ihre Gedanken und ihr Handeln für mich oft keinen Sinn ergaben. Sie ist voller Widersprüche, was ja an sich immer interessant ist, in ihrem Fall fand ich allerdings vieles wenig plausibel.

Der locker leichte, lebendige sowie eindrückliche Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen und die vielen geheimnisvollen Andeutungen, die sich stückchenweise in Erkenntnisse verwandeln, sorgen für anhaltende Spannung. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt (vor 18 Jahren & jetzt/vor kurzem), hauptsächlich aus Justines Sicht, aber ihr Bruder, ihre Mutter und Jake kommen auch sporadisch zu Wort.

“Bad Blood” ist herrlich rätselhaft, komplex sowie spannend, die überraschenden, raffinierten Auflösungen empfand ich jedoch teilweise als wenig überzeugend gestaltet. Mein “Hauptproblem” war wohl die Protagonistin, sie wurde mir immer unsympathischer, denn obwohl ich moralisch graue Figuren sehr mag, konnte ich ihre Taten kaum nachvollziehen. Es geht auch nicht wirklich, wie der Klappentext mMn suggeriert, um Jakes Schuld oder Unschuld, sondern um Justine und ihre Familie.

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