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Veröffentlicht am 23.12.2023

Fantastisch!

Flowers & Bones, Band 1 - Tag der Seelen
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Die Geschehnisse werden aus drei Ich-Perspektiven erzählt:

Valentina: Sie wird bald achtzehn, dann wird ihre Catrina-Magie erwachen – sie kann und soll den Seelen Verstorbener ins Jenseits helfen. Sie ...

Die Geschehnisse werden aus drei Ich-Perspektiven erzählt:

Valentina: Sie wird bald achtzehn, dann wird ihre Catrina-Magie erwachen – sie kann und soll den Seelen Verstorbener ins Jenseits helfen. Sie ist sehr gutmütig, so sehr, dass ich sie fast schon “zwanghaft” positiv sowie irgendwie naiv fand.

Emiliano, ihr Zwillingsbruder, ist das Gegenteil davon: Er ist verbittert, weil ein Unfall - für den er Magie verantwortlich mach – seine Lebensplanung zunichte macht.

Lily ist eine Voodoohexe: Sie ist ziemlich berechnend, aber sie hat nicht alles unter Kontrolle und ist insgesamt wirklich sympathisch - ihre Ambivalenz hat mich gut gefallen!

Aufgrund des Klappentextes habe ich zwar erwartet, dass die Geschehnisse in Mexiko rund um die Traditionen bzw. Feierlichkeiten des “Día de Muertos” stattfinden, aber da ich Irland ebenfalls faszinierend finde, hat mich diese “Irreführung” nicht gestört.

Dass Charaktere aus der den Reihen “Clans of London” sowie “Flame & Arrow” vorkommen und ihre Geschichten weitererzählt werden, empfand ich nicht als problematisch, obwohl ich nur Band 1 von “Clans of London” gelesen habe, und das vor einer Ewigkeit!

Die zu Beginn eher ruhige Handlung wird zunehmend tempo- und ereignisreicher: Action, Drama, Emotionen, Spannung, Gefahren, Überraschungen rund um tolle Schauplätze in Dublin, dunkle Geheimnisse, Verrat, komplizierte Beziehungen, Hoffnungen und Träume - alles, was das Urban-Fantasy-Herz begehrt!

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Veröffentlicht am 21.12.2023

Wow!!!

Die Vermisste
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Wieso hat Romilly ihr Baby kurz nach der Geburt zurückzulassen und ist abgetaucht? Die Geschehnisse rund um diese Frage werden abwechselnd aus der Perspektive der Mutter, des Vaters Marc sowie Romillys ...

Wieso hat Romilly ihr Baby kurz nach der Geburt zurückzulassen und ist abgetaucht? Die Geschehnisse rund um diese Frage werden abwechselnd aus der Perspektive der Mutter, des Vaters Marc sowie Romillys bester Freundin und Arbeitskollegin Steffie erzählt.

Die Figuren sind absolut lebensecht, bis ins kleinste Detail charakterisiert, sodass ich sie mir mühelos vorstellen konnte. Der Schreibstil ist ungemein intensiv, ausdrucks- sowie bildstark, und die fesselnde, rätselhafte Handlung ist greifbar beklemmend gestaltet.

Einerseits ist Marc mit der Rolle des frischgebackenen alleinerziehenden Vaters überfordert, andererseits reagiert er gereizt auf die Hilfsbereitschaft seiner zupackenden Schwägerin und die der allwissenden Hebamme. Steffie und ihr Lebensgefährte sind hingegen willkommen, Marc mag und vertraut den beiden – doch hier ist nichts wie es scheint...

Während der 1. Hälfte des Buches findet die Handlung zum Großteil in den Köpfen der Charaktere statt: Angst, Wut und Zweifel bestimmen ihr Denken. Schließlich tauchen Hinweise zu Romillys Verbleib auf, woraufhin, teilweise insgeheim, wilde Mutmaßungen entstehen: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich Romilly, deren Körper direkt nach der Geburt strapaziert und geschwächt sein musste, alleine auf den Weg gemacht hat? Wer könnte ihr warum geholfen haben? Leidet sie unter einer postpartalen Psychose oder gibt es Eheprobleme, die sie in die Flucht geschlagen haben?

Während der 2. Hälfte wird es dann spektakulär nervenaufreibend, ereignis- sowie wendungsreich...

“Die Vermisste” ist ein ausgeklügelter, brillant geschriebener Psychothriller über komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen. Der eindringliche Schreibstil beschreibt alle und alles mit ausgeprägtem Scharfsinn und psychologischen Gespür, sodass das zerstörerische Ausmaß der dunklen Geheimnisse, der Scham, der Täuschungen und der Lügen hautnah ankommt!

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Veröffentlicht am 17.12.2023

Toller Auftakt!

Glutspur
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Was haben der Selbstmord eines Häftlings auf Freigang, der Tod einer Museumsangestellten und der dreieinhalb Jahre zurückliegender Mord an einem Journalisten miteinander zu tun? Die Privatermittlerin Liv ...

Was haben der Selbstmord eines Häftlings auf Freigang, der Tod einer Museumsangestellten und der dreieinhalb Jahre zurückliegender Mord an einem Journalisten miteinander zu tun? Die Privatermittlerin Liv Jensen muss das herausfinden!

Die Autorin nimmt sich die Figuren und ihre Situation ausführlichen zu beschreiben, wodurch man sich ein sehr gutes Bild von allem machen kann. Mehrere Handlungsstränge sowie Zeitebenen machen neugierig - wie hängt das alles zusammen?

Die ehemalige Polizistin Liv, die sich gerade als Privatdetektivin in Kopenhagen selbstständig gemacht hat, geht dem nach. Unterstützung erhält sie dabei von einer Krisenpsychologin und Automechaniker, der in einem der Fälle als verdächtig gilt. Die Ermittlungen führen in die Vergangenheit, eine Vergangenheit, die jemand um jeden Preis geheim halten will.

“Glutspur” ist ein komplexer, fesselnder Spannungsroman und toller Auftakt!

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Veröffentlicht am 14.12.2023

Atmosphärisch, finster und mysteriös!

Mit dem Schnee kommt der Tod
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Der Polizist Archie und seine Bekannte Josephine, eine Autorin, werden zu einer Weihnachts-Wohltätigkeitsfeier auf die Gezeiteninsel St Michael’s Mount in eine, mehrere jahrhundertealte, Burg eingeladen. ...

Der Polizist Archie und seine Bekannte Josephine, eine Autorin, werden zu einer Weihnachts-Wohltätigkeitsfeier auf die Gezeiteninsel St Michael’s Mount in eine, mehrere jahrhundertealte, Burg eingeladen. Archie ist für die Sicherheit des Ehrengastes, Marlene Dietrich, verantwortlich, denn Hitler und seine Schergen schüchtern die Schauspielerin, die den Krieg bzw. die Naziherrschaft ablehnt, ein. Doch als am Weihnachtsmorgen eine Leiche entdeckt wird, muss Archie die Ermittlungen übernehmen, da die Insel aufgrund von Sturm und Schnee vom Festland abgeschnitten ist.

Aber es gab schon vor dem Fest einen Mord auf der winzigen Insel...

Der ausdrucksstarke, geistreiche Schreibstil kreiert eine herrlich bittersüße Melancholie (Weihnachten in einer luxuriösen, geschichtsträchtigen Umgebung, aber der 2. Weltkrieg bahnt sich an), doch die Stimmung wird wegen der vielen verhängnisvollen Geschehnisse immer düsterer. Die Figuren sind interessant bis faszinierend verstörend und die raffinierte, facettenreiche Handlung ist wunderbar rätselhaft. Außerdem begeistert “Mit dem Schnee kommt der Tod” mit viel britischem Flair à la Downton Abbey sowie kornischer Kulturgeschichte. Für Fans von Agatha Christie (Hercule Poirot, obwohl der Ermittler hier kein bisschen exzentrisch ist)!

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Veröffentlicht am 09.12.2023

Erschütternd

Agonie (Milosevic und Frey ermitteln 2)
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Der verstörende Prolog setzt den Ton für das Thema der Handlung: Grausamkeit!

Grausamkeit, die die meisten Menschen Tieren ganz selbstverständlich zumuten, weil sie Bestandteile von ihnen so gerne essen, ...

Der verstörende Prolog setzt den Ton für das Thema der Handlung: Grausamkeit!

Grausamkeit, die die meisten Menschen Tieren ganz selbstverständlich zumuten, weil sie Bestandteile von ihnen so gerne essen, am besten zum kleinen Preis. Grausamkeit, die Menschen anderen Menschen antun, weil sie ignorant, verbittert, überfordert oder opportunistisch sind. Und Grausamkeit erzeugt Grausamkeit...

Das komplexe Thema Nutztierhaltung wird differenziert sowie eindrücklich behandelt und geschickt mit der Haupthandlung verflochten.

Milo und Vincent bringen ein bisschen Leichtigkeit in die düstere Handlung, denn die beiden begegnen sich fast ausschließlich mit Hilfe von schwarzhumorigen Kabbeleien. Vincent ist nach einer schweren Verletzung (für die sich Milo verantwortlich fühlt) körperlich wie seelisch angeschlagen und entsprechend dünnhäutig - was Milo nervt. Gleichzeitig fühlt sie sich schuldig bzw. Hat Mitleid, weshalb sie versucht, freundlich zu sein. Aber Milos Lebensgefährtin, eine Zeugin sowie eine weitere Ermittlerin mischen die spezielle Beziehung der beiden ganz schön auf, was interessant und unterhaltsam gestaltet ist!

Das Hamburger LKA-Team um Milo und Vincent untersucht den spektakulär inszenierten Mord an einer bekannten Tierwohl-Influencerin. Aber es bleibt nicht bei einem Mordopfer...

Meiner Meinung nach ist aufgrund der Dramaturgie relativ schnell klar, was hier los ist und ich mag es lieber, wenn die Geschehnisse lange rätselhaft bleiben. Zum Ende hin wird es jedoch noch einmal spannend und dramatisch.

In “Agonie” haben mich Milos turbulentes Privatleben und das bislang unlösbare Problem Nutztierhaltung mehr bewegt als die Ermittlungen.

Die facettenreichen zwischenmenschlichen Aspekte, eine erschütternde Perspektive und die ambivalente Täterfigur gehen wirklich unter die Haut!

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