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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2023

Wahnsinnig unterhaltsam und raffiniert!

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss
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Die Pechvögel Arie, Maddie, Jack, Jan, Elin brauchen dringend eine zweite Chance im Leben und die bekommen sie unverhofft auf einem alten Hausboot: Arie, ein ehemaliger Polizist, hat es geerbt und gründet ...

Die Pechvögel Arie, Maddie, Jack, Jan, Elin brauchen dringend eine zweite Chance im Leben und die bekommen sie unverhofft auf einem alten Hausboot: Arie, ein ehemaliger Polizist, hat es geerbt und gründet die Hausbootdetektei.

Ihr erster Auftrag in der Gastronomie Szene ist schnell erledigt, dann kommt der Frühsommer und das Team macht es sich an Deck gemütlich: Sie bauen Tomaten an, geben sich der Grachtenidylle hin und futtern unentwegt. Doch es gibt eine neue Entwicklung in dem abgeschlossen geglaubten Auftrage und das Team muss erneut ran – dieses Mal ist es allerdings komplizierter sowie dramatischer...

Das liebenswert schräge Team, das hauptsächlich aus Amateur-Ermittlern besteht ist einfach unwiderstehlich! Auch ihre eigensinnigen Haustiere sind mir ans Herz gewachsen.

Die Spannung lässt meiner Meinung nach auf sich warten, für mich wurde es erst ab ca. dem letzten Drittel packend, aber das störte mich kein bisschen, denn unterhaltsam sowie bewegend ist die Handlung von Anfang an - mit viel niederländischem Flair!

Verschiedene Blickwinkel bzw. Handlungsstränge sorgen für Abwechslung und interessante Einblicke. Und die, kleine, aber feine, Metaebene ist ein nettes Extra. Außerdem wird es zum Ende hin richtig spannend und es gibt mehrere geniale Wendungen!

Amy Achterop beschreibt die Schauplätze, das Innenleben sowie Verhalten der Charaktere und die Dynamik zwischen ihnen sehr geistreich, mit Feingefühl sowie herrlich kauzigem Humor. Die Balance zwischen dem Privatleben der Figuren, den Begebenheiten in der Gastro Szene und den Ermittlungen ist meiner Ansicht nach perfekt ausgewogen für ein Cosy Crime Buch.

Ich freue mich schon auf Band 2 und 3!

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Veröffentlicht am 27.07.2023

Faszinierend!

If We Were Villains. Wenn aus Freunden Feinde werden
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Herbstsemester 1997: Oliver war Schauspielstudent im letzten Jahr am renommierten Dellecher College in Illinois. Er und sechs weitere Studierende, waren wie Brüder und Schwestern und sie waren alle besessen ...

Herbstsemester 1997: Oliver war Schauspielstudent im letzten Jahr am renommierten Dellecher College in Illinois. Er und sechs weitere Studierende, waren wie Brüder und Schwestern und sie waren alle besessen von der Schauspielerei sowie den Shakespeare Stücken, die sie aufführten. Die Rollen, die sie auf der Bühne verkörperten, waren kaum von denen im Leben zu unterscheiden: Der aggressive Herrscher, der mittelmäßige Mitläufer, die unwiderstehliche Venus, der schöne Held, der hedonistische Schurke, die liebenswerte Naive und die Wandelbare. Imitiert die Kunst das Leben oder das Leben die Kunst? Als sich eines Nachts gleich mehrere theaterwürdige Tragödien ereigneten, musste sich die Truppe dieser Frage stellen.

Das Geschehen wird aus Olivers Sicht erzählt, auf zwei Zeitebenen. Die Figuren bemühen regelmäßig Zitate aus Shakespeare Stücken - auch jenseits der Bühne und während der Proben bzw. Aufführungen gibt es viele Auszüge aus den entsprechenden Dramen. Ich habe den Eindruck, dass man sich mit den Werken von Shakespeare ein bisschen auskennen oder sich zumindest dafür interessiert sollte, um an diesem Buch Freude zu haben.

Oliver bekam immer nur Nebenrollen, er war trotzdem überglücklich, denn er lebte seinen Traum, in der abgeschiedenen Welt, die die altehrwürdige Kunstakademie bot. Doch kurz nach Beginn des letzten Studienjahres veränderte sich die Dynamik innerhalb der Truppe. Jemandes gekränkter Stolz entfesselte Missgunst, Eifersucht sowie unterdrückte Begierden...

Zehn Jahre später: Oliver befindet sich in einer Strafanstalt, er sitzt Detective Colborne gegenüber - dem Ermittler, der damals den Todesfall eines Schauspielstudenten untersuchte. Die beiden sprechen über Haftverschonung sowie die überfällige Enthüllung der Wahrheit über das, was damals wirklich geschah.

“If We Were Villains – wenn aus Freunden Feinde werden” ist ein faszinierender Spannungsroman, sprach- und bildgewaltig, anspruchsvoll sowie unterhaltsam. Diese geheimnisvolle Geschichte über Freundschaft, Leidenschaft und Verrat hat mich in jeder Hinsicht begeistert, denn sie ist tiefschürfend, wendungsreich sowie absolut fesselnd gestaltet. Und die moralisch grau handelnden Charaktere regen zum Nachdenken an.

Für Fans von “Die geheime Geschichte” (Donna Tartt) und “Tristan Mortalis” (Melissa C. Hill).

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Veröffentlicht am 22.07.2023

Toller Auftakt!

Die Legende des Phönix, Band 1 - Dunkelaura
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Obwohl die Fantasy-Handlung nicht meinen Geschmack trifft (eine Organisation von Kriegern mit übernatürlichen Fähigkeiten, die das Böse bekämpft) mochte ich die Geschichte, denn ich fand das Setting (Kalifornien), ...

Obwohl die Fantasy-Handlung nicht meinen Geschmack trifft (eine Organisation von Kriegern mit übernatürlichen Fähigkeiten, die das Böse bekämpft) mochte ich die Geschichte, denn ich fand das Setting (Kalifornien), die meisten Charaktere und die Stimmung (jung, lebendig, mysteriös & bedrohlich) toll.

Eden würde gerne studieren, kann es sich aber nicht leisten. Sie konnte auch kein Stipendium ergattern, weshalb sie sich verloren fühlt. Dann trifft sie zufällig auf die Phönixkrieger und findet dabei heraus, dass sie wahrscheinlich verborgene Kräfte in sich trägt. Also schließt sie sich der geheimen Organisation an, die Eden helfen will, ihr Potential zu entfesseln.

Eden ist jedoch, ohne es zu ahnen, von Geheimnissen, Täuschungen sowie Lügen umgeben - wer verheimlicht was, warum? Und was hat es mit dem verwirrten Geisteszustand von Edens Vater auf sich? Und wieso verschwand Edens Mutter als diese ein kleines Kind war?

Schreibstil, Charakterzeichnung sowie Handlung fand ich insgesamt toll, aber ein paar Kleinigkeiten haben mich gestört - ich jammere jetzt mal auf hohem Niveau:

- Wieso wird innerhalb eines Kapitels mehrfach erwähnt, dass die Phönixkrieger in einem SUV unterwegs sind? Wegen der negativen Konnotation dieses Begriffs, meiner Ansicht nach, passt das für mich nicht in ein Jugendbuch.

- Die sympathische, freundliche Eden verknallt sich (widerwillig) in einen selbstgefälligen, überheblichen Bad Boy – ich finde diese Konstellation bzw. die damit einhergehenden Kabbeleien mittlerweile abgenutzt sowie anstrengend. Als Leserin mittleren Alters gehöre ich allerdings nicht zur Zielgruppe...

Anfangs fand ich die Handlung ereignisreich, temporeich sowie packend. Nach ca. 1/3 wurde es für meinen Geschmack dann ein bisschen ereignisarm und es hat mir an Spannung gefehlt. Während des letzten Drittels fand ich das Geschehen wieder mitreißend, sodass ich neugierig auf die Fortsetzung bin.

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Veröffentlicht am 19.07.2023

Meinen Geschmack traf es nicht

Der finstere See
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Jeremy ist Ehemann sowie Vater von zwei Kindern, doch er trägt auch ein verdrängtes Kindheitstrauma in sich, was ihn, zusammen mit der lieblosen, passiv aggressiven Art seiner Mutter, geprägt hat.

Als ...

Jeremy ist Ehemann sowie Vater von zwei Kindern, doch er trägt auch ein verdrängtes Kindheitstrauma in sich, was ihn, zusammen mit der lieblosen, passiv aggressiven Art seiner Mutter, geprägt hat.

Als ein Ereignis sein tief vergrabenes Trauma in Form von bruchstückhaften Flashbacks entfesselt, wird er emotional bedürftig, gleichzeitig stößt er seine Frau mit seinem gereizten, launischen Verhalten immer wieder von sich. Dann stirbt seine Mutter und die Familie fährt in ihr Haus, um es für den Verkauf auszuräumen - dort verliert Jeremy vollends die Nerven...

Im Allgemeinen finde ich Schilderungen von psychischen Problemen interessant, aber nach ca. 50 Seiten fand das hier nur noch deprimierend. Für mich ist die Art wie Jeremy mit seinem unverarbeiteten Schmerz umgeht, nervtötend. Genau wie die vielen daraus resultierenden Konflikte mit seiner Frau.

Ab ca. der 2. Hälfte ändert sich das: Jeremy nimmt Kontakt zu Freunden und Bekannten von damals auf, um zu erfahren, was sie über den Tag wissen, an dem seine jüngere Schwester ertrank – ab jetzt wird es interessant sowie überraschend...

Die kurzen Rückblicke in seine Vergangenheit sind rätselhaft und machen neugierig – warum ertrank seine Schwester damals? Als 11-jähriger wollte er den fatalen Tag mit seinen Freunden verbringen, doch seine Mutter hat ihm die kleine Schwester aufgedrückt, was den unbeschwerten Sommerferientag für ihn verdorben hat.

Hat er einfach nicht gut genug auf sie aufgepasst (was man ihm nicht vorwerfen sollte, da er selbst noch ein Kind war) oder steckt etwas Düsteres dahinter?

Der “Der finstere See” traf insgesamt einfach nicht meinen Geschmack: Ich konnte mich kaum mit dem Protagonisten anfreunden und für mich ließ die Spannung zu lange auf sich warten. Den Schreibstil fand ich allerdings wunderbar ausdrucksstark und ab ca. der 2. Hälfte fand ich die Handlung fesselnd.

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Veröffentlicht am 10.07.2023

Packend!

Zwei Fremde
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Ich fand die Prämisse von “Zwei Fremde” vielversprechend: Das Hotel in den schottischen Highlands, in dem die junge Remie als Night Manager arbeitet, wird von einem Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. ...

Ich fand die Prämisse von “Zwei Fremde” vielversprechend: Das Hotel in den schottischen Highlands, in dem die junge Remie als Night Manager arbeitet, wird von einem Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. So weit so schlecht, es kommt allerdings noch schlimmer...

Zwei Männer fordern Hilfe bzw. Zutritt, jeder behauptet ein Polizist zu sein, der die Anwesenden im Hotel vor einem, in der Nähe entflohenen, Häftling schützen will.

Der eindrückliche, bildstarke Schreibstil und das schaurig schöne Setting beschwören von Anfang an eine herrlich unheilvolle Atmosphäre herauf.

Remie war mir auf Anhieb sympathisch, ich mochte ihre hoffnungsfrohe und zugleich melancholische Art, die durch Rückblicke in ihre Vergangenheit immer nachvollziehbarer wird.

Die bedrohliche Stimmung sowie der Frust angesichts der Zwickmühle mit den zwei Fremden ist absolut greifbar - ich habe richtig mitgelitten!

Die Handlung ist rätselhaft, spannend sowie ereignisreich und die undurchsichtigen Charaktere machen neugierig: Remie scheint einiges zu verbergen, ein Gast ist plötzlich unauffindbar und ein anderer verhält sich zwielichtig.

Zum Ende wird das Geschehen absolut nervenzerreißend und die “Auflösung” ist hoch emotional sowie spektakulär. Einige Aspekte fand ich wenig glaubwürdig, insgesamt hat mich “Zwei Fremde” jedoch gut unterhalten und mit den vielen packenden Szenen begeistert.

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