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Veröffentlicht am 28.06.2023

Ich möchte 10 Sterne vergeben!

Blutige Bucht
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Die Britin Kenna ist zutiefst beunruhigt, als sie erfährt, dass ihre ehemals engste Freundin Mikki in ihrer Wahlheimat Australien einen Mann heiraten will, den sie kaum kennt. Also macht sie sich auf den ...

Die Britin Kenna ist zutiefst beunruhigt, als sie erfährt, dass ihre ehemals engste Freundin Mikki in ihrer Wahlheimat Australien einen Mann heiraten will, den sie kaum kennt. Also macht sie sich auf den Weg zu ihr, um sie von ihrem Vorhaben abzuhalten. Doch die Lage ist weitaus kompilierter: Mikki und ihr Verlobter sind Mitglieder einer Kommune, die sich in einer abgelegenen Bucht einen Rückzugsort geschaffen – den sie vehement vor der Außenwelt verteidigt. Für die leidenschaftlichen Surfer und Surferinnen dort zählen nur die Wellen sowie körperlich und geistige Stärke.

“Blutige Bucht” ist von Anfang an wunderbar beklemmend, rätselhaft sowie absolut mitreißend! Die unheilvolle Atmosphäre ist durchweg greifbar, denn die paradiesische Bucht namens Sorrow Bay bietet jede Menge Gefahren: Die wilde Natur mit Giftschlangen- und Spinnen, aber auch die undurchsichtigen Charaktere tragen zur bedrohlichen Stimmung bei – schließlich ist der Mensch das grausamste Tier...

Kenna schleppt schweres Gepäck mit sich herum, als sie in Sorrow Bay ankommt: Sie wurde aufgrund mehrerer Tragödien von ihrem abenteuerlustigen Leichtsinn kuriert, doch der Verlust geliebter Menschen lastet auch nach Jahren noch auf ihrer Seele.

Kenna war ein Adrenalinjunkie: Sie liebte es in Schottland zu klettern, in Cornwall zu surfen, und sie scheute dabei kein Risiko. Seit ein paar Jahren lebt sie in London, wo sie brav als Physiotherapeutin arbeitet. In Sorrow Bay sind jedoch alle Extremsportler*innen - gefährliche Mutproben sind an der Tagesordnung und die Anführerin der Kommune ist besessen davon, Grenzen zu überschreiten.

Einerseits will Kenna Mikki unbedingt “retten”, andererseits ist sie fasziniert, weil sie ihr “altes” Ich wieder entfesseln kann. Hier macht sich niemand Sorgen um sie, hier reißt sie niemanden mit ins Risiko, hier ist sie unter Gleichgesinnten. Sogar die früher zurückhaltend bis ängstliche Mikki beeindruckt mit ungeahnter Stärke sowie Mut.

Die Sippe, wie sich die Kommune ich selbst nennt, wirkt auf den ersten Blick wie eine verschworene Gemeinschaft, dicht unter der Oberfläche lauern allerdings Missgunst, Misstrauen, Ungehorsam sowie verheerende Schwächen...

Der eindrückliche Schreibstil und die großartig differenziert gezeichneten Charaktere machen diese spannende, ereignis- sowie wendungsreiche Geschichte rund um ein gescheitertes Utopia zu einem nervenaufreibenden Lesevergnügen! Und die (plausiblen) Überraschungen bis ganz zum Schluss sind genial!

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Veröffentlicht am 14.06.2023

Faszinierend einfalls- und facettenreich!

Wer die Hölle kennt
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Die "weise Närrin" Alex, Yale sowie dunkle Magie sind auch hier dominant, allerdings spielen zwischenmenschliche Beziehungen in Band 2 eine größere Rolle. Alex schafft es Verbündete mit einer bestimmten ...

Die "weise Närrin" Alex, Yale sowie dunkle Magie sind auch hier dominant, allerdings spielen zwischenmenschliche Beziehungen in Band 2 eine größere Rolle. Alex schafft es Verbündete mit einer bestimmten Eigenschaft zu finden, denn die braucht sie, um überhaupt eine Chance zu haben, Daniel Arlington aus der Hölle zurückzuholen. Und man erfährt hoch interessante Dinge über ihre Partners in Crime sowie Alex’ Vergangenheit...

Es gibt neue Widersacher (die alten sind teilweise auch noch da) und die Magie ist komplexer, herausfordernder sowie gefährlicher.

Mir hat richtig gut gefallen, dass Leigh Bardugo viele kleine, aber feine philosophische Betrachtungen über die Widrigkeiten des Lebens in die Handlung einbaut hat.

Einiges fand ich wenig plausibel und zum Ende hin wurde es für mich ein bisschen unverständlich, insgesamt empfand ich den ausdrucksstarken, atmosphärischen Stil, die fantasievolle, packende Handlung und die mit viel Tiefe gezeichneten Charaktere jedoch als wahrhaft magisch.

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Veröffentlicht am 11.06.2023

Jane Austen Flair trifft auf mysteriöse Spukgeschichte

Ewig & Immer - Die Geheimnisse der Lady Halewood
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“Ewig & Immer” ist ein sehr amüsantes, ereignisreiches Jugendbuch rund um die 18-jährige Abiturientin Juno, die ein Auslandsjahr in Cornwall auf einem Adelssitz verbringt. Doch kaum dort angekommen findet ...

“Ewig & Immer” ist ein sehr amüsantes, ereignisreiches Jugendbuch rund um die 18-jährige Abiturientin Juno, die ein Auslandsjahr in Cornwall auf einem Adelssitz verbringt. Doch kaum dort angekommen findet sie sich im viktorianischen Zeitalter wieder: Standesdünkel, strikte gesellschaftliche Hierarchien, Frauenrechte sind noch in weiter Ferne und absurd strenge Benimmregeln herrschen vor. Annehmlichkeiten wie eklektisches Licht fehlen auch...

Aber das ist noch nicht alles, der Herr des Hauses ist ein arroganter, chauvinistischer Snob, die Dame des Hauses ist oft verwirrt und unberechenbar, außerdem scheint ein Gespenst sein Unwesen in dem Herrenhaus zu treiben.

Wenigstens sind die feministische Schwester des Hausherrn und sein bester, weltoffener Freund entgegenkommend, sodass Juno dieses schrecklich schöne Abenteuer nicht alleine durchstehen muss!

Juno ist sehr sympathisch: Selbstbewusst aber auch selbstkritisch, nicht immer lieb, nett, höflich - sie hat Ecken und Kanten, die sie sich zu zeigen traut und sie kann für sich einstehen. Die Nebenfiguren fand ich ebenfalls interessant, auch weil ich nicht sicher war, ob sie aufrichtig sind oder an den unheimlichen Begebenheiten beteiligt sind.

Der lebendige, bildstarke, witzig-spritzige Schreibstil ist absolut mitreißend und die atmosphärische Handlung ist herrlich mysteriös - komplizierte Herzensangelegenheiten à la Jane Austen gibt es natürlich auch...

Die eindrücklich, geistreich und überraschend gestaltete Handlung hat mich durchweg begeistert!

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Veröffentlicht am 08.06.2023

Ein rasantes Katz-und-Maus-Spiel

Going Zero
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Der lebendige, atmosphärische, subtil schwarzhumorige Schreibstil ist von Anfang an mitreißend!

Die Charaktere sind alle sehr interessant bis faszinierend verstörend und viele überraschen immer wieder... ...

Der lebendige, atmosphärische, subtil schwarzhumorige Schreibstil ist von Anfang an mitreißend!

Die Charaktere sind alle sehr interessant bis faszinierend verstörend und viele überraschen immer wieder...

Im Verlauf der Handlung werden viele scheinbar unlösbare Probleme (z. B. “Nicht-Datenschutz”, Überwachung, Fake News, Korruption, “Schurkenstaaten”) aufgegriffen und geschickt in die Haupthandlung eingeflochten: Eine Bibliothekarin versteckt sich von einem Tech-Giganten, um ihm zu beweisen, dass sie all seinen hoch entwickelten Überwachungsspielzeugen trotzen kann.

Die kurzen Kapitel und die Perspektivwechsel ließen mich nur so durch die Seiten fliegen. Die Handlung ist durchgehend geistreich, rasant, spannend sowie wendungsreich gestaltet und das Ende ist auf höchst realistische Weise erschütternd...

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Veröffentlicht am 06.06.2023

4,5 Sterne von mir

Der Club. Dabeisein ist tödlich
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“Der Club – Dabeisein ist tödlich” erzählt auf unterhaltsame Art, mit viel schwarzem Humor, von Narzissten, Pechvögeln, Glückspilzen sowie nützlichen Idioten.

Auf einer Gezeiteninsel nahe der britischen ...

“Der Club – Dabeisein ist tödlich” erzählt auf unterhaltsame Art, mit viel schwarzem Humor, von Narzissten, Pechvögeln, Glückspilzen sowie nützlichen Idioten.

Auf einer Gezeiteninsel nahe der britischen Küste findet die 3-tägige Eröffnungsfeier von Island Home statt. Das himmelschreiend luxuriöse Resort gehört zur elitären Home-Flotte: Glamouröse Unterkünfte, zu denen nur handverlesene, berühmte Menschen Zugang haben.

Am dritten Tag bietet sich den Gästen, die es sich in dem atemberaubenden Unterwasser-Restaurant gut gehen lassen wollen, ein schauriger Anblick: Ein Auto schwimmt unter Wasser vor sich hin und es nicht leer...

Die vier Perspektiven bieten faszinierende Einblicke und die Charaktere, aus deren Sicht erzählt wird, sind alle sehr interessant. Ellery Lloyd erkundet die verschiedensten Stärken und Schwächen mit viel psychologischem Feingespür.

Die Handlung ist von Anfang an turbulent, atmosphärisch sowie rätselhaft gestaltet. Alle hüten dunkle Geheimnisse, zudem sind manche mit einem perfiden Plan im Gepäck angereist...

Mit dem Schreibstil konnte ich mich nicht so richtig anfreunden: Zwar beschwört er eine greifbar unheilvolle Stimmung herauf, das Setting wie die Charaktere werden ausdrucks- und bildstrak beschrieben, aber ich fand die Sätze oft zu lang bzw. verschachtelt und somit manchmal ein bisschen anstrengend. Ich habe jedoch eine Rezension gelesen, in der der Stil als flüssig bezeichnet wird!

Das bunte Treiben auf der Insel ist geprägt von rücksichtslosen, verwöhnten Gästen, Machtspielchen sowie dem Streben nach Vergeltung. Ned, der Schöpfer des Home-Konzepts, ist ein charmant grausames Genie, was vor allem sein jüngerer Bruder Adam und die Mitglieder*innen Betreuerin Annie zu spüren bekommen. Aber auch seine persönliche Assistentin Nikki und die Hausdame Jess bekommen, mehr oder weniger indirekt, Neds Macht zu spüren...

Die meisten Figuren sind allerdings Opfer wie Täter gleichermaßen...

Ab der zweiten Hälfte wurde es für mich richtig spannend: Die Ereignisse spitzen sich immer weiter zu, die angedeuteten Konflikte nehmen Stück für Stück Form an und die verschiedenen Handlungsstränge werden miteinander verwoben. Zum Ende hin gibt es viele erschütternden Enthüllungen und gelungene Überraschungen. Einige Elemente der Auflösung fand ich zu konstruiert, aber das fiel für mich kaum ins Gewicht, denn dieser tragisch komische Thriller ist insgesamt genial ausgeklügelt.

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