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Veröffentlicht am 11.02.2025

Unklare Handlung mit undurchsichtigen Charakteren - ich habe leider keinen Zugang gefunden

Arctic Mirage
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Das Ehepaar Karo und Risto macht Urlaub in einer einsamen und verschneiten Gegend Lapplands. Bei einem Autounfall werden beide verletzt, haben aber Glück und können in einem Hotel namens "Arctic Mirage" ...

Das Ehepaar Karo und Risto macht Urlaub in einer einsamen und verschneiten Gegend Lapplands. Bei einem Autounfall werden beide verletzt, haben aber Glück und können in einem Hotel namens "Arctic Mirage" unterkommen. Das luxuriöse Resort bietet viel Komfort, doch in der verschneiten Idylle kommt das Düstere in der Beziehung von Karo und Risto immer mehr zum Vorschein und die Geschichte nimmt einen undurchsichtigen und fatalen Lauf.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, da es bereits den Helsingin-Sanomat-Literaturpreis gewonnen hat. Das Cover wirkt auf mich unscheinbar, repräsentiert aber gut die einsame Landschaft Lapplands.
Die erste Seite des Buches hat es direkt in sich: mit einem Paukenschlag wird das Ende quasi vorweggenommen, danach setzt die Geschichte sich vom Anfang an chronologisch fort. Diese Erzählweise fand ich am Anfang sehr spannend, da man genau weiß, wohin die Geschichte führen wird. Danach jedoch flacht die Handlung immer mehr ab. Scheinbar unwichtige Nebenfiguren werden detailliert beschrieben und charakterisiert wie der Arzt im Hotel, der Karo und Risto behandelt oder die Rezeptionistin. Zwischen Karo und Risto ist stets eine Spannung zu spüren, die sich immer mehr verdichtet. Auch das Kennenlernen der beiden und einige andere Punkte aus der Vergangenheit werden thematisiert. Die Handlung bleibt mir dabei fremd, man hangelt sich von einer Unwichtigkeit zur nächsten. Der Erzählstil bleibt dabei ebenso verworren und undurchsichtig wie die Handlung. Leider wird auch die tolle Landschaft nicht wirklich beschrieben, gerade da hätte ich mir viel mehr Beschreibungen gewünscht, welche zur Atmosphäre beigetragen hätten.
Ich habe leider gar keinen Zugang zur Geschichte gefunden und die Handlung, Charaktere und Beschreibungen bleiben mir fremd.

Von mir gibt es leider keine Empfehlung, ich habe viel vom Buch erwartet, wurde aber leider enttäuscht.

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Veröffentlicht am 06.02.2025

Tolle Ausgangslage in einem Spiegelkabinett - trotzdem ausbaufähig

Nell
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1932: Die junge Nell verschwindet in einem Spiegelkabinett auf einem Jahrmarkt. Sie lebt von nun an dort, kann sich zwar außerhalb des Kabinetts frei bewegen, ist jedoch darin gefangen. Sie altert nicht ...

1932: Die junge Nell verschwindet in einem Spiegelkabinett auf einem Jahrmarkt. Sie lebt von nun an dort, kann sich zwar außerhalb des Kabinetts frei bewegen, ist jedoch darin gefangen. Sie altert nicht und die Menschen um sie herum nehmen sie nicht wahr.
Heute: Alwin ist Illustrator und arbeitet gerne in einem Café an seinen Projekten. Bereits öfter ist ihm eine junge Frau aufgefallen, die dort mit einem Buch sitzt, aber nicht beachtet wird. Sie bestellt nichts und ihre Kleidung und Aufmachung wirken wie aus der Zeit gefallen. Alwin fasst sich ein Herz und spricht Nell an. Die beiden kommen sich näher und verlieben sich - kann die Liebe jedoch unter diesen Umständen bestehen?

Der Klappentext verspricht eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die ein ebenso ungewöhnliches Setting bietet. Ich war sehr gespannt, wurde jedoch eher enttäuscht. Das Cover wirkt wie ein Gemälde, für mich passt die weiße Schrift des Titels nicht zum Rest und geht fast unter in den anderen Farben.
Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, in dem die junge Nell im Spiegekabinett verschwindet. Man ist sofort im Geschehen, Zeit, Raum und Realität verschwimmen und auch sprachlich haben diese Seiten mich angesprochen. Es folgt ein abrupter Cut, man ist im Hier und Jetzt. Es wird eine Situation im Spiegelkabinett mit drei Jugendlichen geschildert, die auch die heute typische Jugendsprache verwenden. Das hat das Ganze für mich etwas holprig gemacht und man war nicht mehr im Lesefluss wie noch im Prolog.
Generell habe ich mir aufgrund des Klappentextes etwas ganz Anderes unter der Geschichte vorgestellt. Die Geschichte rast nur so dahin auf den knapp 180 Seiten. Die Figuren bekommen kaum Tiefe und Farbe, man sympathisiert nicht wirklich mit den Protagonisten. Der Cut nach der ersten Hälfte kam für mich ebenso abrupt wie das erste Kapitel nach dem Prolog. Ich hätte mir viel mehr Beschreibungen gewünscht, eine Atmosphäre wird nicht beschrieben und kommt auch nicht auf beim Lesen.Was zudem den Lesefluss stört ist die wechselnde Sicht der Protagonisten. Oft von Zeile zu Zeile abwechselnd wird aus einer anderen Perspektive geschrieben, sodass man kaum hinterherkommt und die Geschichte eine Dynamik entwickelt, mit der ich nicht zurecht kam.

Die Ausgangslage bietet so viel Potenzial: im Spiegelkabinett verschwinden, was hat es damit auf sich? Wie lebt es sich dort, wie können Traum, Fantasie und Wirklichkeit verschwimmen und wie kommt Nell da wieder heraus? Mir haben Details gefehlt, es wird lediglich an der Oberfläche gekratzt, wichtige Fragen bleiben offen.
Trotz allem ist es ein ungewöhnliches Buch, dem eine Chance geben sollte, wer Geschichten abseits der breiten Masse sucht.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Langatmige und zu detaillierte Geschichte eines Paares, das sich immer wieder aus den Augen verliert

Man sieht sich
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Friederika, die sich selbst Frie nennt, ist zu Beginn des Buches auf dem Weg zu einem Klassentreffen. Sie denkt dabei an Robert, den sie damals in der Oberstufe im Jahr 1988 kennengelernt hat und der neu ...

Friederika, die sich selbst Frie nennt, ist zu Beginn des Buches auf dem Weg zu einem Klassentreffen. Sie denkt dabei an Robert, den sie damals in der Oberstufe im Jahr 1988 kennengelernt hat und der neu an die Schule kam. Robert verliebte sich damals in Frie, aber sie blieben beste Freunde und wurden kein Paar. Frie bricht nach dem Abitur zu einem Auslandsaufenthalt auf und die beiden verlieren sich aus den Augen. In den folgenden Jahrzehnten treffen sich die beiden immer wieder - finden aber nie den Weg in eine Beziehung als Liebespaar. Sie treffen sich mit über fünfzig Jahren nochmal wieder. Hat die Liebe nun eine Chance?

Von Julia Karnick kannte ich noch die Kolumnen aus der Zeitschrift "Brigitte", hatte aber noch kein Buch von ihr gelesen. Der Klappentext liest sich sehr spannend und ich habe eine aufregende und wendungsreiche Liebesgeschichte erwartet. Leider wurde ich enttäuscht und die Geschichte konnte mich nicht überzeugen.
Zu Beginn begleitet man Frie auf dem Weg zum Klassentreffen und man erfährt viel von ihren Gefühlen für Robert, die nach über dreißig Jahren immer noch da sind. Danach geht es in die Vergangenheit, wo Robert und Frie sich kennenlernen. Das war für mich alles noch spannend und ich war gespannt auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Es hat sich danach für mich leider immer weiter abgeflacht. Die Zeitsprünge waren mir oft zu lang und groß, auf der anderen Seite wurden unnötige Details in die Länge gezogen, was den Lesefluss gestört hat.
Robert und Frie haben mich irgendwann regelrecht genervt mit ihrem ständigen Hin und Her. Gerade bei Frie bemerkt man eine Ich-Bezogenheit, sie schaut oft, was am besten für sie ist und was Robert ihr nutzen kann.
Der Schreibstil ist locker und leicht, die Perspektivenwechsel im Buch gefallen mir auch gut. Inhaltlich kann mich das Buch nicht abholen, es zieht sich unglaublich in die Länge, auf knapp 480 Seiten werden viele Details unnötig ausgeschmückt. Das Buch hätte für mich um ein paar Seiten gekürzt werden können, damit der Lesefluss konstant bleibt.

Ich hätte mir mehr von der Geschichte erhofft, leider hat es sich zu sehr in die Länge gezogen und meine Erwartungen an eine leichte Liebesgeschichte mit Wendungen wurde nicht erfüllt.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Eine Geschichte für alle Buchliebhaber

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
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Takako kennt man bereits aus dem ersten Band "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki". Sie hat nun einen Partner und ist aus dem Antiquariat ihres Onkels in eine eigene Wohnung gezogen. Doch sie kehrt immer ...

Takako kennt man bereits aus dem ersten Band "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki". Sie hat nun einen Partner und ist aus dem Antiquariat ihres Onkels in eine eigene Wohnung gezogen. Doch sie kehrt immer wieder gerne zu ihrem Onkel Satoru, ihrer Tante Momoko und dem Antiquariat Morisaki zurück. Momoko ist leider erneut erkrankt und so wird Takako erneut im Antiquariat gebraucht. Gemeinsam mit den Kunden schafft es Takako, gerade Satoru wieder Mut in dieser schwierigen Zeit zu machen.

Der erste Band der "Bücherliebe in Tokio"-Reihe hat mir bereits gut gefallen und ich war gespannt, wie Takakos Geschichte weiter erzählt wird. Man kann den zweiten Band sicherlich auch alleine lesen ohne den ersten Band zu kennen. Das Cover ist erneut schön gestaltet, diesmal dominieren dir Farben Gelb bis Rot.
Die erste Hälfte zieht sich leider für mich in die Länge, es wird detailliert aus Takakos Alltag beschrieben, dadurch plätschert die Handlung oft dahin und man muss sich beim Lesen zwingen, mit den Gedanken nicht abzuschweifen. Die Handlung nimmt wieder Fahrt auf, als Momokos Krankheit bekannt wird. Leider mit einem schwierigen Thema wachsen die drei wieder stärker zusammen.
Der Erzählstil ist ungewöhnlich, aber gut und einfach zu lesen und passend zur japanischen Kultur. Die Kunden und ihre Eigenheiten werden erneut, wie im ersten Band auch, detailliert beschrieben, manchmal war mir das ein wenig zu viel an einigen Stellen.

Das Buch kann man mit seinen knapp 250 Seiten gut zwischendurch lesen, es beschreibt die Liebe und Kraft der Bücher und wie wir füreinander einstehen können. Der erste Band hat mir jedoch etwas besser gefallen, nichtsdestotrotz ist "Die Abende in der Buchhandlung Morisaki" eine schöne Geschichte für alle Buchliebhaber.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Du siehst einen Mord, aber niemand glaubt dir - spannende Geschichte auf hoher See

Woman in Cabin 10
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Lo Blacklock arbeitet für ein Reisemagazin und soll an Stelle ihrer Chefin an der Jungfernfahrt eines exklusiven Luxuskreuzfahrtschiffes teilnehmen. Wenige Tage zuvor wird jedoch bei ihr zu Hause eingebrochen ...

Lo Blacklock arbeitet für ein Reisemagazin und soll an Stelle ihrer Chefin an der Jungfernfahrt eines exklusiven Luxuskreuzfahrtschiffes teilnehmen. Wenige Tage zuvor wird jedoch bei ihr zu Hause eingebrochen und sie kommt mit dem Schrecken davon - sie kam nicht zu Schaden, war aber in der Wohnung als es passiert ist. Sie betritt das Schiff somit mit gemischten Gefühlen. Unter den Passagieren sind einige Journalisten und auch der Eigentümer und seine Frau selbst. In der ersten Nacht hört Lo, wie etwas ins Wasser geworfen wird - oder jemand, es muss etwas Schweres wie ein menschlicher Körper gewesen sein. Die Kabine neben ihr, von der aus sie das Geräusch hört hat, ist allerdings leer. Beim Einchecken hatte sie jedoch noch eine junge Frau gesehen, auf deren Dasein nun nichts mehr hindeutet. Wurde sie über Bord geworfen? Sie informiert das Schiffspersonal, doch niemand glaubt ihr und der Albtraum beginnt.

Dies ist mein erster Roman von Ruth Ware, aber sicher nicht der Letzte trotz ein paar Schwächen. Der Anfang zieht den Leser direkt ins Geschehen als man live miterlebt wie bei Lo eingebrochen wird. Die Panik wird sehr gut deutlich und man merkt direkt, dass etwas nicht stimmt, gerade so wenige Tage vor der Schiffsfahrt. Auch auf dem Schiff stimmen einige Dinge nicht und beim Lesen wird einem bereits mulmig zumute. Ruth Ware erzeugt hier eine beklemmende Stimmung, die vom fesselnden Erzählstil unterstrichen wird. Die erste Hälfte hat mich komplett überzeugt und ich musste weiter lesen, weil die Geschichte eine unglaubliche Sogwirkung entwickelt.
Dann jedoch lassen die Handlung und Spannung nach und die Geschichte entwickelt sich für mich zunehmend unrealistischer und vorhersehbarer. Auch das Ende konnte mich dann nicht mehr wirklich überzeugen.

Trotz allem hat Ruth Ware einen tollen Thriller geschrieben, der in einem tollen, aber auch beklemmenden Setting spielt. Ich empfehle das Buch trotzdem gerne für Thrillerfans.

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