Profilbild von SophiaDango

SophiaDango

Lesejury Star
offline

SophiaDango ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SophiaDango über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2024

Zwei Schwestern und ein Bär lassen mich ratlos zurück

Cascadia
0

Sam und Elena leben gemeinsam mit ihrer todkranken Mutter im Norden der USA auf einer kleinen Insel in ärmlichen Verhältnissen. Der Traum der beiden Schwestern ist es, nach dem Tod der Mutter das Haus ...

Sam und Elena leben gemeinsam mit ihrer todkranken Mutter im Norden der USA auf einer kleinen Insel in ärmlichen Verhältnissen. Der Traum der beiden Schwestern ist es, nach dem Tod der Mutter das Haus und Grundstück zu verkaufen und mit dem Geld ein neues Leben außerhalb der Insel anzufangen. Es wird eines Tages ein Bär gesichtet und als die beiden Schwestern ihn direkt vor ihrem Haus sehen, bekommen sie es zuerst mit der Angst zu tun. Der Bär kreuzt fortan nun immer wieder die Wege der Schwestern. Während Sam sich fürchtet und den Bären so schnell es geht loswerden möchte, ist Elena seltsam fasziniert von dem Tier, das einen unerklärlichen Reiz auf sie ausübt. Es gibt immer wieder Streitigkeiten zwischen den Schwestern, die am Ende eskalieren.

Ich habe mich sehr schwer getan, eine Rezension zu schreiben und das Buch im Gesamten zu bewerten. Das Cover ist toll gestaltet und wird mit dem rosa Himmel und den dunklen Bäumen einerseits stimmig und harmonisch, anderseits auch mystisch und geheimnisvoll.
Das Buch beinhaltet keine Kapitel und keine Zeitangaben, was es mir schwer gemacht hat, dem Ganzen zu folgen. Die Geschichte wird aus Sams Sicht geschrieben, jedoch nicht aus der Ich-Perspektive. Vielleicht hätte die abwechselnde Sicht von Sam und Elena oder anderen Personen geholfen, die Entwicklungen und Gefühle der einzelnen Personen besser einzuordnen.
Das Setting und die Atmosphäre werden sehr gut und eindrücklich beschrieben. Julia Phillips versteht es, eine einerseits heitere und harmonische Stimmung zu schaffen, die im Verlauf jedoch immer mehr verdrängt wird von Geheimnissen und Düsterheit.
Für mich ist es schwierig, das Buch einem Genre einzuordnen. Der Vergleich zum Märchen "Schneeweißchen und Rosenrot" liegt nah, da die Autorin auch einen kleinen Auszug aus diesem Märchen vorne in das Buch einbringt.

Es ist ein Buch, dass man nach dem Lesen erstmal zur Seite legen muss um noch darüber nachzudenken. Mich hat das Ende leider nicht abgeholt, generell ist die Handlung eher langatmig und der Schluss wirkte auf mich eher konstruiert. Vielleicht ist es aber auch genau das, was die Autorin beschreiben möchte: ein modernes Märchen, überspitzt dargestellt, seltsam anmutend und mit Elementen aus vielen Genres. Auch die klassischen Märchen bedienen Klischees und sind meist realitätsfern geschrieben. Je mehr ich über die Geschichte und die Charaktere in "Cascadia" nachdenke, desto eher kann ich der Geschichte etwas abgewinnen.

Alles in allem ist es es ein Buch, das etwas ganz Anderes ist, als das, was man normalerweise liest und das macht auch den Charme aus. Von mir eine Empfehlung an alle, die mal etwas Außergewöhnliches lesen möchten, das einem noch lange im Kopf bleibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2024

Absolute Leseempfehlung - ein neues Highlight!

Die Halbwertszeit von Glück
0

1987: Johanna lebt im DDR-Grenzgebiet nahe der BRD allein in einer Hütte im Wald. Sie vermeidet den Kontakt zur Außenwelt und soziale Kontakte hat sie keine. Das nächste Dorf ist weit zu Fuß entfernt. ...

1987: Johanna lebt im DDR-Grenzgebiet nahe der BRD allein in einer Hütte im Wald. Sie vermeidet den Kontakt zur Außenwelt und soziale Kontakte hat sie keine. Das nächste Dorf ist weit zu Fuß entfernt. Eines Tages klopft ein Mädchen an der Tür - es wird auch "das Mädchen" bleiben und ist schwanger auf der Flucht zum Vater des Kindes nach Paris. Johanna nimmt das Mädchen zunächst widerwillig auf.
2003: Holly träumt in Los Angeles von einer Karriere als Regisseurin. Als eine bekannte Regisseurin ihren geschriebenen Entwurf liest und für gut befindet, scheint die Chance zum Greifen nah. Als sich die Regisseurin mit ihr treffen möchte, muss Holly eigentlich im Büro arbeiten. Eine Kollegin springt für sie ein und vertritt sie in dieser kurzen Zeit. Beide ahnen nicht, dass ein großes Unglück das Leben der beiden Frauen durcheinander bringt und nichts mehr so sein wird wie vorher. Holly wird danach von tiefen Schuldgefühlen geplagt.
2019: Mylène führt ein perfektes Leben in Paris: sie führt erfolgreich eine Firma und wird bald Frédéric heiraten. Doch sie erhält ein Anwaltsschreiben, das ihr mitteilt, sie habe eine Wohnung in Amsterdam geerbt. Zunächst verwirrt, da sie niemanden in Amsterdam kennt, macht sie sich auf den Weg zu ihren Eltern um dort nachzufragen. Was sie dort erfährt, wird ihr Leben für immer verändern und ihr den Boden unter den Füßen wegreißen.

Alleine das Cover ist schon wunderschön. Mit seinen kräftigen Farben und den sichtbaren Pinselstrichen sieht es wie ein Gemälde aus.
Ich hatte zuerst Schwierigkeiten, mich in dem Roman zurechtzufinden, da es drei unterschiedliche Zeitebenen mit unterschiedlichen Figuren gibt. Zunächst scheinen sie auch keinen Zusammenhang zu haben, was sich im Laufe der Geschichte immer mehr klärt, es bleibt jedoch spannend bis zum Schluss und fügt sich schlüssig und stimmig zusammen.
Das Buch empfehle ich allen Frauen, da es die Kraft der Liebe, Familie und dem Schicksal wunderbar aufgreift und in eine absolut spannende und großartige Geschichte einbringt!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2024

Einfühlsames und humorvolles Buch über die kleinen und großen Probleme im Leben

Kummer aller Art
0

Mariana Leky erzählt in insgesamt 39 Geschichten über die großen und kleinen Dinge des Lebens und der Menschen: große Träume, Schlaflosigkeit, Liebeskummer, Ängste, Sorgen, Zwänge, Glück und vieles mehr. ...

Mariana Leky erzählt in insgesamt 39 Geschichten über die großen und kleinen Dinge des Lebens und der Menschen: große Träume, Schlaflosigkeit, Liebeskummer, Ängste, Sorgen, Zwänge, Glück und vieles mehr. Ursprünglich waren die Texte als Kolumne für die Zeitschrift "Psychologie heute" geschrieben und die Autorin hat sie für das Buch nochmals überarbeitet.

Was mir gut gefällt ist die Fülle an Geschichten und Themen. Mariana Leky hat ihren ganz eigenen fast schon poetischen Schreibstil, sie beschreibt die Dinge aus ihrer eigenen Sicht sehr gut beobachtend. Auch die immer wiederkehrenden Charaktere, die in den Geschichten vorkommen, bilden ein gutes Gerüst für die gesamte Geschichte. Obwohl die Geschichten alle sehr kurz sind, behandeln sie doch in aller Knappheit wichtige Themen ohne an Details zu sparen.
Manche Geschichten ähneln sich und oft habe ich mich gefragt, ob sich die Geschichten genau so zugetragen haben oder ob auch viel dazugeschrieben wurde.
Nichtsdestotrotz zeigt sie mit den kurzen Geschichten, dass man manchmal ein wenig um die Ecke denken muss um dem Glück auf die Sprünge zu helfen und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Mariana Leky begegnet den Problemen und Sorgen ihrer Figuren stets mit der nötigen Prise Humor und sorgt für Impulse und Denkanstöße beim Lesen.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die ein einfühlsames und humorvolles Buch über die kleinen und großen Probleme des Lebens suchen. Auch als Geschenk kann ich mir das Buch gut vorstellen, da für jeden die eine oder andere passende Geschichte zu finden ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.09.2024

Toller Roman über Liebe, Freundschaft und falsche Entscheidungen

Die Orchideenfrauen
0

Holly Greenwood soll als Immobilienmaklerin das Haus einer Kundin an der Küste Englands verkaufen. Die Eigentümerin Annabel Oxley besitzt eine riesige Orchideensammlung im Wintergarten des Cottages, die ...

Holly Greenwood soll als Immobilienmaklerin das Haus einer Kundin an der Küste Englands verkaufen. Die Eigentümerin Annabel Oxley besitzt eine riesige Orchideensammlung im Wintergarten des Cottages, die der neue Eigentümer unter keinen Umständen verändern oder wegschmeißen darf. Holly wurde gerade von ihrem Verlobten verlassen und merkt, wie sehr Annabels Herz an Cottage und Orchideen hängt. Annabel erzählt von einem Orchideenzüchter in Italien, der ihr die teuersten Exemplare sicher abkaufen würde. Mit diesem Geld könnte sie das Cottage und ihre Orchideen behalten. Kurzerhand beschließt Holly, mit Annabel zu dem Orchideenzüchter nach Ligurien in Italien zu fahren. Doch Annabel scheint ihn und seine Familie bereits zu kennen und nicht nur das - es verbindet Annabel mehr mit ihr als Holly ahnt.

"Die Orchideenfrauen" ist mein erster Roman von Lea Santana. Der Erzählstil ist gut zu lesen und der Einstieg in das Buch fällt leicht. Man ist direkt in der Geschichte drin als Holly an einem mehr als regnerischen Tag zur Besichtigung des Cottages fährt. Die Orte und Personen sind im Buch durchgängig sehr gut beschrieben, man kann die Sonne Italien und den Regen England förmlich selbst spüren. Das Buch ist in übersichtliche Kapitel unterteilt, die auf zwei Zeitebenen spielen: in der Gegenwart und im Jahr 1968. Das gibt dem Ganzen eine sehr gut gearbeitete Spannung und als Leser erfährt man Stück für Stück mehr aus der Vergangenheit.
Die Geschichte hat mich berührt und nicht losgelassen, man ist hin- und hergerissen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Es ist eine Geschichte über vergangene Liebe, Freundschaft zwischen zwei Frauen unterschiedlicher Generationen und falscher Entscheidungen in der Vergangenheit. Die Autorin schreibt berührend über diese Themen, nie belehrend oder überladen sondern mit einem Feingefühl, die die Geschichte so emphatisch und berührend macht.

Eine klare Leseempfehlung von mir für diesen tollen Wohlfühlroman!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2024

Hochspannender Thriller mit vielen Wendungen - absoluter Pageturner!

Anna O.
0

Anna Ogilvy schläft seit vier Jahren - sie soll ihre beiden beiden Freunde Indira und Doug, vermutlich während des Schlafwandelns, ermordet haben und danach in einen Schlaf gefallen sein, aus dem sie bisher ...

Anna Ogilvy schläft seit vier Jahren - sie soll ihre beiden beiden Freunde Indira und Doug, vermutlich während des Schlafwandelns, ermordet haben und danach in einen Schlaf gefallen sein, aus dem sie bisher niemand aufwecken konnte. Dr. Benedict Prince, Schlafmediziner und Experte für Verbrechen, die im Schlaf begangen wurden, erhält nun den Auftrag, Anna mit einer von ihm entwickelten Methode aufzuwecken, damit sie vor Gericht gestellt werden und ein Urteil gefällt werden kann. Aber am Fall Anna O. scheiden sich die Geister: ist sie eine kaltblütige Mörderin oder selbst Opfer eines Verbrechens? Benedict weiß noch nicht, dass auch er in großer Gefahr schwebt.

Da sich auch am Buch "Anna O." die Geister scheiden, war ich zunächst skeptisch aufgrund der sehr geteilten Meinungen. Ich wurde allerdings nicht enttäuscht, im Gegenteil - was für ein Buch!
Schon das Cover ist interessant und der Farbschnitt in grellem Orange sieht einfach toll aus.
Das Thema finde ich hochspannend: kann man im Schlaf gleich zwei Menschen ermorden und danach in einen andauernden Schlaf fallen? Wie sieht es mit der Schuld aus, wenn man beim Schlafwandeln nicht "Herr seiner Sinne" war und sich an nichts erinnern kann?

Das Buch ist in kurze und übersichtliche Kapitel unterteilt, in denen ein allwissender Erzähler jeweils verschiedene Figuren beschreibt und aus deren Sicht erzählt. Das macht das Ganze sehr abwechslungsreich und spannend. Der Erzählstil ist leicht zu verstehen.
Schnellt merkt man als Leser, dass im Fall "Anna O.", wie er in der Presse betitelt wird, nichts ist, wie es scheint. Man kann niemandem trauen und weiß nicht, wer die Wahrheit sagt. Denn im Fall "Anna O." spielen viel mehr Menschen und Umstände eine Rolle, als man zu Beginn denkt.
Die Verstrickungen und Abgründe der einzelnen Personen sind sehr spannend erzählt und es baut sich nur Stück für Stück eine Geschichte um das Verbrechen von Anna Ogilvy auf.

Bis zur letzten Seite wird die Spannung gehalten und sogar noch in die Höhe getrieben und mit Wendungen und Überraschungen für ein grandioses Finale gesorgt. Das hat mich nochmal komplett staunend zurück gelassen! Matthew Blake versteht es, den Leser im Dunkeln tappen zu lassen, seine eigenen Theorien aufzustellen und immer wieder zu verwerfen.
Man schwankt zwischen den Gefühlen und der Sympathie für Anna: durch Tagebucheinträge Annas, die oft eingestreut werden, kann man sich erst ein Bild der Hauptfigur machen, da sie sich auch nicht äußern kann, bleibt ein Bild von ihr zunächst vage.
Das ist für mich auch ein großer Pluspunkt an dem Buch: die Geschichte ist so gut konstruiert obwohl die Hauptfigur nichts erzählen kann. Gerade hier liegt der Reiz der Geschichte.

Für mich ein grandioses und spannendes Buch über ein interessantes Thema, für jeden zu empfehlen, der einen gut aufgebauten und psychologisch anspruchsvollen Thriller sucht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere