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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2025

Tolle Grundidee - ich hätte mir jedoch mehr erhofft

Our Infinite Fates
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Branwen Blythe ist siebzehn Jahre alt und wohnt in Wales. Sie möchte ihrer krebskranken Schwester unbedingt mit einer Knochenmarktransplantation helfen bevor sie achtzehn Jahre alt wird. Denn was niemand ...

Branwen Blythe ist siebzehn Jahre alt und wohnt in Wales. Sie möchte ihrer krebskranken Schwester unbedingt mit einer Knochenmarktransplantation helfen bevor sie achtzehn Jahre alt wird. Denn was niemand weiß: sie lebt bereits seit über 1000 Jahren und wird in jedem Leben, in das sie wieder geboren wird, von Arden kurz vor ihrem 18. Geburtstag umgebracht. Die beiden scheint etwas zu verbinden, doch Branwen, die eigentlich Evelyn heißt, weiß nicht, wie sie den Fluch brechen kann. Arden hingegen ist nicht bereit, das Geheimnis zu lüften - um vor allem Evelyn vor der grausamen Wahrheit zu schützen. Evelyn möchte dieses Mal jedoch unbedingt weiterleben um ihrer Schwester zu helfen - wird sie dem Schicksal entkommen können?

Mir hat der Klappentext unglaublich gut gefallen und auch das Cover ist interessant gestaltet. Der Anfang der Geschichte hat mich auch direkt abgeholt, es wechseln sich immer die Erzählung in der Gegenwart in Wales im Jahr 2022 mit den früheren Leben Evelyns und Ardens ab. Das bildet eine gute Erzählweise, die spannend gestaltet ist and Abwechslung bietet. Gerade die Handlungen und Figuren der früheren Leben sind fesselnd und interessant, man merkt den Kapiteln an, dass die Autorin sehr viel Zeit und Recherche in die Erzählungen investiert hat.
Ab der Mitte jedoch tritt die Handlung für mich auf der Stelle, gerade die Kapitel der vergangenen Leben enden immer gleich und die Spannung lässt nach. Sowohl mit Evelyn als auch Arden bin ich nicht wirklich warm geworden. Evelyn ist dem Leser noch etwas näher, da stets aus ihrer Perspektive erzählt wird. Beide jedoch haben mich irgendwann genervt: Arden macht einen großen Bogen um das Schicksal, das die beiden verbindet und ist verschlossen, Evelyn hingegen drängt ihn immer wieder in eine Ecke nur um dann wieder von vorne anzufangen.

Ein großer Kritikpunkt ist für mich auch die Auflösung und das Ende der Geschichte, das so gar nicht zur vorgegangenen Handlung passt. Das Buch hat stark angefangen, lässt dann jedoch mehr und mehr nach. Die Grundidee finde ich nach wie vor gelungen, man hätte das Ganze anders aufbauen können um eine runde Geschichte zu erzählen.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Ungewöhnliche und verrückte Geschichte, die Realität und Fiktion miteinander verschwimmen lässt

Wackelkontakt
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Franz Escher sitzt zu Hause und wartet auf einen Elektriker, denn seine Steckdose in der Küche hat einen Wackelkontakt. In der Zwischenzeit liest er ein Buch über den Mafia-Kronzeugen Elio Russo, der im ...

Franz Escher sitzt zu Hause und wartet auf einen Elektriker, denn seine Steckdose in der Küche hat einen Wackelkontakt. In der Zwischenzeit liest er ein Buch über den Mafia-Kronzeugen Elio Russo, der im Gefängnis auf seine Entlassung wartet. Im zweiten Erzählstrang sitzt der Mafia-Kronzeuge im Gefängnis und wartet auf seine Entlassung. Er liest ein Buch über Franz Escher, der auf einen Elektriker wartet, denn seine Steckdose hat einen Wackelkontakt.

Viel mehr kann man über die Handlung gar nicht verraten, denn diese Geschichte ist außergewöhnlich und fällt aus der Norm.
Das Cover spricht schon für sich, es zeigt das Bizarre der Geschichte. Angefangen bei Franz Escher, der auf den Elektriker wartet bis zu Elio Russo im Gefängnis springt die Geschichte immer wieder hin und her, auch mitten im Absatz ohne klare Trennung. Daran musste ich mich beim Lesen erstmal gewöhnen um in die Geschichte hinein kommen. Am Anfang habe ich noch versucht, beide Geschichten klar voneinander zu trennen und genau aufzupassen, wo die Handlungen jeweils in die andere übergeht, schnell jedoch habe ich einfach "nur" gelesen ohne zwanghaft Zusammenhänge herzustellen. Denn das ist praktisch unmöglich, man weiß beim Lesen bald nicht mehr, was Realität ist und was Fiktion, denn beides geht ineinander über. Diese spezielle Erzählweise macht das Ganze auch unglaublich abwechslungsreich und interessant.
Die ganze Zeit fiebert man auf das Ende hin und fragt sich beim Lesen, wie der Autor die beiden Geschichten schlüssig auflösen möchte. Es überrascht dann auch und bildet einen tollen Abschuss dieser verrückten und doch tiefgründigen Geschichte.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich auf eine ungewöhnliche, abwechslungsreiche, aber auch tiefgründige Geschichte einlassen möchte, in der nichts ist, wie es scheint. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Leise und unglaublich toll erzählte Geschichte über die fremde Welt im All und die Sicht auf die Erde

Umlaufbahnen
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Vier Astronauten und zwei Astronautinnen sind in einer Raumstation um die Erde unterwegs: Anton (Russland), Chie (Japan), Nell (England), Pietro (Italien), Roman (Russland) und Shaun (USA). Sie leben zusammen ...

Vier Astronauten und zwei Astronautinnen sind in einer Raumstation um die Erde unterwegs: Anton (Russland), Chie (Japan), Nell (England), Pietro (Italien), Roman (Russland) und Shaun (USA). Sie leben zusammen auf engstem Raum und führen Forschungsarbeiten durch in einem durchgetakteten Tagesablauf. In 24 Stunden umrundet die Raumstation 16 mal die Erde. Weit weg von Freunden, Familie und dem gewohnten Alltag wird ein Tag der sechs Personen geschildert.

Mich hat das Buch vom Cover und Klappentext schon für sich eingenommen. Es gibt eigentlich keine wirkliche Handlung, es wird aus den unterschiedlichen Perspektiven der sechs AstronautInnen erzählt und ihre Beobachtungen, aber auch Eindrücke, Sehnsüchte und Gefühle wiedergegeben. Man erfährt, über welchen Kontinent oder Land sich die Raumstation gerade befindet und es werden unglaublich toll die Eindrücke zu diesen Landschaften und Gegebenheiten erzählt. Auch die Experimente, Forschungsarbeiten und Reparaturen in und an der Raumstation werden beschrieben, sodass man als Leser stets mittendrin ist und ich habe einiges an interessanten Dingen gelernt. Generell wird eine Welt beschrieben, die die allerwenigsten von uns jemals erleben werden und umso spannender ist ein realistischer Einblick, den man mit diesem Buch bekommt.
Das Buch plätschert vor sich hin, was die Geschichte jedoch nicht beeinträchtigt. Es ist eine leise Geschichte, der Erzählstil dazu passend, an vielen Stellen fast schon poetisch. Beim Lesen war ich mittendrin in dieser völlig anderen Welt, man wird demütig und ehrfürchtig und mir wurde bewusst, dass wir Menschen auf dieser Erde nur ein winziges Sandkorn sind im Vergleich zur Natur und dem allumfassenden Kosmos. Die Erde als kleiner Punkt im unendlichen Weltall wird so toll beschrieben, dass einem beim Lesen umso bewusster wird, wie wichtig es ist, diesen Planeten zu schützen und nicht auszubeuten.

Mir hat die Geschichte unglaublich gut gefallen, auch ohne konkrete Handlung wird so viel aus einer völlig anderen und fremden Welt erzählt. Für mich ein neues Lesehighlight!

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Geniale Idee oder absurde Spinnerei? Konnte mich nicht komplett überzeugen

Frau Shibatas geniale Idee
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Frau Shibata ist 34 Jahre alt und arbeitet als Angestellte in einem Büro in Tokio. Als einzige Frau in der Abteilung wird sie zum Kaffee kochen und Aufräumen degradiert. Eines Tages hat sie die Nase voll ...

Frau Shibata ist 34 Jahre alt und arbeitet als Angestellte in einem Büro in Tokio. Als einzige Frau in der Abteilung wird sie zum Kaffee kochen und Aufräumen degradiert. Eines Tages hat sie die Nase voll und behauptet gegenüber ihren Kollegen, dass sie schwanger sei. Alle sind verwundert, da Frau Shibata Single ist und keiner etwas geahnt hat. Sie zieht die Lüge der Schwangerschaft durch und genießt so die Vorteile, die es mit sich bringt, schwanger zu sein. Auf einmal wird sie im Büro wertgeschätzt, kann früher nach Hause gehen und nimmt sich Zeit für sich, ihre Hobbies und Freundinnen. Wie weit lässt sich das Spiel treiben bis es zum unvermeidlichen Moment der Geburt kommt?

Das Buch wurde mir von einer Freundin empfohlen und mit knapp 200 Seiten ist es schnell durchgelesen. Was wie ein interessantes Experiment klingt, hat jedoch gerade zum Schluss hin seine Schwächen.
Der Roman fängt leicht und locker an mit dem Alltag Frau Shibatas im Büro. Die Kapitel sind benannt nach den fortschreitenden Schwangerschaftswochen und unterschiedlich lang. Ich habe mich direkt zu Beginn gefragt, wie Frau Shibata das wohl neun Monate durchziehen möchte - vor allem danach, wenn das Baby auf der Welt sein müsste, sie Elternzeit nimmt und jeder sich fragt, wo das Baby ist. Die Handlung an sich tritt leider oft auf der Stelle, es wird aus der Ich-Perspektive erzählt und der Erzählstil hat mich nicht abgeholt, oft wirkt er fast schon monoton, was aber auch die Tristesse des Alltags unterstreicht. Mit mehr oder weniger wichtigen Anekdoten wird die Geschichte oft in die Länge gezogen.
Sehr gut hingegen gefällt mir die (Gesellschafts)Kritik des Buches: die Rolle der Frau in einer von Männer dominierten Welt, die geringe Wertschätzung und der Druck der Familienplanung von der Gesellschaft. Auch Diskriminierung, Misogynie und Ausbeutung werden gut thematisiert. Die Geschichte an sich fängt spannend an, nimmt aber immer im Verlauf der Handlung ab und auch das Ende hat bei mir eher Fragen aufgeworfen als dass ich zufrieden aus der Geschichte gegangen wäre.

Das Buch ist eine schöne Lektüre für zwischendurch und mit 200 Seiten recht schnell durchgelesen. Trotz der wichtigen Themen hat mich die Geschichten nicht mitreißen können und wird mir nicht groß im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Keine Spannung und nervige Charaktere - konnte mich nicht überzeugen

Die Villa
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Ein Junggesellinnenabschied in Marbella soll das große Highlight vor Aoifes Hochzeit werden. Gemeinsam mit vier Freundinnen will sie es dort richtig krachen lassen. Doch die Reise endet für Aoife tödlich ...

Ein Junggesellinnenabschied in Marbella soll das große Highlight vor Aoifes Hochzeit werden. Gemeinsam mit vier Freundinnen will sie es dort richtig krachen lassen. Doch die Reise endet für Aoife tödlich und der Mord wird nie aufgeklärt. Drei Jahre später möchte Dani, die an dem Abend vor drei Jahren große Erinnerungslücken hat, mit den anderen drei Frauen dem Todestag von Aoife gedenken und überredet sie, mit ihr nach Marbella zu reisen. Sie erhofft sich, endlich Klarheit zu bekommen, was damals wirklich passiert ist. Schnell reißen jedoch alte Wunden auf und jede der vier versucht, ihre eigenen Geheimnisse zu schützen.

Mich haben das Cover und der Klappentext direkt angesprochen. Auch wenn das Setting mit den Protagonisten nicht neu ist, war ich trotzdem gespannt. Leider hat mich die Geschichte nicht überzeugt.
Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der vier Frauen erzählt, wobei Dani hier den meisten Anteil hat. Außerdem wird zwischen Gegenwart und Vergangenheit gesprungen, woran ich mich beim Lesen erstmal gewöhnen musste, da es verwirrend ist, der Handlung und den vielen Personen zu folgen. Die Protagonistinnen an sich sind mir allesamt unsympathisch und es auch leider geblieben. Irgendeine von ihnen ist immer genervt, Dani versucht, alle mitzureißen, die anderen wollen lieber nach Hause und sind am nörgeln. Es kommt weder ein richtiger Lesefluss noch Spannung auf, auch die viele wörtliche Rede trägt dazu bei. Die Figuren bleiben undurchsichtig und ohne Tiefe. Ich hatte auf ein großes Finale gehofft, wurde aber leider enttäuscht, die Auflösung tritt ebenso auf der Stelle wie der Rest. Ein anderer Kritikpunkt ist der Umgang mit Alkohol, der in großen Massen zu jeder Zeit fließt und die teilweise sehr obszönen Szenen.

Für mich leider eine Enttäuschung trotz toller Ausgangslage, die viel Potenzial bietet. Schade!

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