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Veröffentlicht am 16.09.2025

Eine detaillierte Geschichte mit vielen leisen und berührenden Tönen...

Der Garten der kleinen Wunder
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Meinung:
Das Buch hat mich angesprochen, da es nach einer berührenden und tiefgründigen Geschichte klang.

Und im Großteil habe ich das auch bekommen. Es ist schön zu verfolgen, wie die 14-jährige Vica ...

Meinung:
Das Buch hat mich angesprochen, da es nach einer berührenden und tiefgründigen Geschichte klang.

Und im Großteil habe ich das auch bekommen. Es ist schön zu verfolgen, wie die 14-jährige Vica Mithilfe ihrer Nachbarin Toja aufblüht und lernt, dass es ok ist, wenn sie anders ist, als die anderen. Denn Vica und Toja sind beide sehr introvertierte und hochsensible Menschen, deshalb ist ihnen schnell alles zu viel. Ich fand es interessant, diese Sicht der Dinge mal genauer dargestellt zu bekommen, auch in Bereichen, in denen ich mir noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht habe.

Der Fokus der Geschichte liegt klar auf den Details. Alles wird sehr unaufgeregt und ausführlich erzählt. Auch die Besonderheiten und Wunder der Natur in Tojas Garten, aber auch ganz allgemein. Im Grunde wirklich interessant und entschleunigend, aber manchmal hätte ich es nicht ganz so ausführlich gebraucht.

Doch nicht nur Vica blüht durch die Freundschaft mit Toja und Bär auf, sondern auch ihr Vater Florian muss sich sehr ändern. Ich fand die Wandlung von ihm zwar toll für die Geschichte, aber doch etwas sehr leicht/einfach dargestellt. Somit war es am Ende eine recht große Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung, die ich zwar wirklich harmonisch, aber leider auch etwas unglaubwürdig/ ein bisschen zu viel des Guten fand.

Nichtsdestotrotz hat mich die Geschichte oft berührt, zum Nachdenken angeregt und definitiv auch entschleunigt. Und das Ganze auch ohne größeren Spannungsbogen, sondern nur mit leisen Tönen. Ich mochte es ebenso, dass auch Tojas Geschichte in Rückblenden erzählt wird und man erfährt, dass auch ihr, in ihrer Kindheit, eher etwas unkonventionell geholfen wurde.

Für mich war es auch super, dass die Autorin auf eine Liebesgeschichte zwischen den Figuren verzichtet hat. Kurz hatte ich mal die Befürchtung, dass sich da was entwickeln könnte, aber zum Glück hat die Autorin da einen anderen Weg gewählt.

Wie gesagt, ist das Ende etwas zu harmonisch, aber insgesamt zufriedenstellend und passend. Ich habe die Geschichte mit einem guten Gefühl beendet.

Sprecherin Ulrike Kapfer passt mit ihrer ruhigen Art auch super zur Geschichte und hat sehr authentisch gelesen.

Fazit:
Ein sehr ausführlicher und detaillierter Roman, der die Bedürfnisse von introvertierten und hochsensiblen Menschen sehr genau darstellt. Dabei gibt es viele leise Töne, aber auch kleine Wunder und viele berührende Szenen und Besonderheiten. Manches hätte ich nicht ganz so ausführlich gebraucht und am Ende war mir die allgemeine Harmonie etwas zu groß, um wirklich glaubwürdig zu sein, aber ich habe die Geschichte gern verfolgt und mich von ihr entschleunigen lassen. Deshalb vergebe ich solide 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Lustig, unterhaltsam und mit tollen Botschaften...

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Meinung:

Die Kurzbeschreibung hat mich sofort angesprochen. Ein Internat, in dem unerwünschte Mädchen nicht weggesperrt, sondern ihr Talent gefördert wird, hat mich sehr interessiert. Vor allem, da die ...

Meinung:

Die Kurzbeschreibung hat mich sofort angesprochen. Ein Internat, in dem unerwünschte Mädchen nicht weggesperrt, sondern ihr Talent gefördert wird, hat mich sehr interessiert. Vor allem, da die Geschichte in den 1920ern spielt.

Auch den Start in die Geschichte, fand ich super. Wir begleiten Protagonistin Maggie, als sie in die Schule gebracht wird und ihre Begleitung ihr nichts sehnlicher wünscht, als dass ihr Zucht und Ordnung beigebracht werden. Maggie hat Angst, merkt aber schnell, dass das Institut ganz anders ist, als erwartet.

Zur gleichen Zeit kommen auch noch zwei weitere neue Mädchen an, Nell und Sophie, und mit beiden freundet sie sich schnell an. Das ist auch gut so, denn die Besonderheiten dieser Schule zu verdauen, ist anfangs gar nicht so leicht.

Denn, der Schauplatz ist wirklich wundersam und bunt. So ist das Setting vom viktorianischen Zeitalter geprägt und hat auch Steampunkelemente, aber gleichzeitig gibt es viele humorvolle Absonderlichkeiten.

So hat Schulleiterin Miss Mandelay eine Orgel, die Raketen ausspuckt und die Schulfächer sind auch recht exzentrisch (z. B. Erleben wir einige Stunden Schweitzer-deutsch, in denen recht absurde Sätze gelernt werden). Insgesamt werden die Mädchen aber zum selbstständigem Denken angeregt und sie werden gefördert, ihre eigenen Stärken zu finden und einzusetzen. Und da die Schule auch Kriminalfälle löst, setzen die Mädchen ihre Fähigkeiten auch noch zum Guten ein.

So gibt es auch gleich einen Fall zu lösen, in dem alle Mädchen zusammenarbeiten müssen und auch ihren Platz in der Gruppe finden. Dabei ist natürlich alles ziemlich übertrieben, aber ich bin mir sicher, dass Leserinnen der Zielgruppe dies wirklich lustig finden werden.

Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt die Rektorin auch noch praktische Tipps, zu nützlichen Dingen, die jedes Mädchen wissen sollte. Dabei sind einige vielleicht nicht so praktisch, sondern einfach nur lustig, wie z. B. einem Krokodil zu entkommen, aber andere, wie z. B. Knoten knüpfen, Kuchen backen und ähnliches kann man auch wirklich brauchen.

Schön fand ich hier, dass auch dem Hörbuch ein kleines Booklet mit den wichtigsten Tipps beigefügt wurde, sodass man da auch die Illustrationen sehen und nachlesen kann.

Den Fall an sich, fand ich spannend. Klar, auch hier wird übertrieben, die Darstellung von Gut und Böse ist sehr einfach gehalten und es gibt auch eine übernatürliche Komponente. Aber alles wurde spannend dargestellt und auch die Krimi-Elemente haben gut gepasst.

Sprecherin Merete Brettschneider hat super zu den jungen Mädchen gepasst und die Geschichte lebendig und authentisch vertont. Maria Hartmann liest die nützlichen Tipps und auch das hat gut gepasst.

Das Ende fand ich zufriedenstellend und abgeschlossen, aber es gibt noch viel Potential für weitere spannende Fälle, weshalb ich mir schon vorstellen könnte, dass da noch was kommt.

Fazit:
Eine etwas skurrile und lustige Internatsgeschichte mit Krimi-Elementen. Der Fokus liegt klar darauf, dass jedes Mädchen so sein soll, wie es ist und ihre eigenen Stärken nutzt, um in der Gemeinschaft was zu erreichen. Mir persönlich war es manchmal etwas zu übertrieben, aber ich denke, dass das bei der Zielgruppe der jungen Mädchen super ankommt und lustig und abenteuerreich, war es auf jeden Fall. Mir haben die Krimi-Elemente gut gefallen und auch das Ende war zufriedenstellend. Somit vergebe ich solide 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Eher Drama, als Thriller, aber trotzdem unterhaltsam...

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Meinung:
Irgendwie hat mich was an der Geschichte angesprochen und auch die meisten Rezensionen dazu waren gut.

Zuerst lernen wir Sloane kennen. Sie ist eine so verunsicherte und einsame Frau, dass sie ...

Meinung:
Irgendwie hat mich was an der Geschichte angesprochen und auch die meisten Rezensionen dazu waren gut.

Zuerst lernen wir Sloane kennen. Sie ist eine so verunsicherte und einsame Frau, dass sie ständig Lügen erzählt, um vor anderen besser dazustehen und gemocht zu werden. Dabei geht es aber soweit, dass sie auch bei Sachen lügt, die ich völlig unbedeutend finde, z. B. Geburtstag am gleichen Tag usw.

Man erfährt nach und nach, dass sie durch ihre Lügen und ihr Bedürfnis nach Freundschaft schon mal in eine Situation kam, die ihr Leben auf den Kopf gestellt hat, aber sie kann es einfach nicht lassen.

Als sie Violet und Jay kennenlernt, scheint sie in Violet die perfekte Freundin gefunden zu haben. Aber auch da gibt es ab und an schon subtile Hinweise, dass nicht alles so sein könnte, wie es dargestellt wird und dann ab der Hälfte, wechselt die Erzählweise komplett. Während wir in der ersten Hälfte die Geschichte aus Sloanes Sicht erleben, wechselt es in der 2. Hälfte fast komplett zu Violett. Nun erfahren wir, was in ihr vor sich geht und welchen Plan sie hat. Und gegen Ende gibt es auch noch die Perspektive von Jay.

Ich muss sagen, dass ich einiges davon so nicht erwartet hatte und ich es mir auch echt anstrengend vorstelle, das alles so zu „spielen“ und sich die ganzen Lügen wirklich zu merken. Außerdem fand ich den Plan teilweise schon echt weit hergeholt, aber ich fand es gut, dass die Beweggründe für das drastische Vorgehen und auch die Erklärungen dafür, dass einiges so funktioniert hat, wie geplant, mit der Zeit doch glaubhaft erläutert wurden. Dabei ist das Ende keine Ausnahme, denn dieses ist zum Teil doch etwas abgedreht, aber immerhin glaubhaft erläutert.

Auch wenn ich die Geschichte wirklich interessant und trotz vieler, teils unnötiger Details, teilweise echt kurzweilig fand, war der Thrilleranteil doch echt gering und vor allem erst am Ende so richtig vorhanden. Vorher war es eher mal wieder ein Drama, mit großem Fokus auf die Charakterdarstellungen von Sloane und später auch von anderen Personen.

Und auch moralisch wurden für mich einige Fragen aufgeworfen. Rechtfertigt bestimmtes Verhalten so drastisches Vorgehen? Ich finde auch, dass die Charaktere sehr vielschichtig dargestellt wurden, sodass man teilweise doch große Sympathien für sie entwickelt hat, trotz ihrer Lügen und der anderen Verhaltensweisen.

Erzählt wurden die unterschiedlichen Perspektiven auch jeweils von anderen Sprecherinnen und einem Sprecher. Das fand ich gut gelöst, da so der Wechsel nochmal deutlicher und eindringlicher wurde. An sich fand ich alle Stimmen passend und die Lesungen sehr ansprechend und mitreißend.

Fazit:
Insgesamt bin ich etwas zwiegespalten, da der Thrilleranteil wirklich gering ist und ich bei der Ankündigung „Ein Thriller wie eine Achterbahnfahrt - adrenalingeladen und nervenaufreibend!“ wirklich was anderes erwartet hatte. Dennoch konnte mich die recht detaillierte Geschichte unterhalten und ich fand die Charaktere echt vielschichtig und die moralischen Fragen haben auch lange in mir gearbeitet. Den Plan fand ich etwas weit hergeholt, aber dennoch insgesamt zufriedenstellend dargestellt und erklärt und auch die unterschiedlichen Perspektiven haben mir gut gefallen. Am Ende gibt es auch nochmal ein paar Überraschungen, weshalb ich trotz der Tatsache, dass es kein Thriller war, knappe 4 Sterne vergeben würde.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Geniale Idee, aber zu ausführliche und langwierige Umsetzung...

All Better Now
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Meinung:
Ich habe schon einige Bücher des Autors gelesen und meist hat mich der Autor wirklich überzeugt und zum Teil auch echt richtig schockiert und mitgezogen.

Die Kurzbeschreibung und die Idee klangen ...

Meinung:
Ich habe schon einige Bücher des Autors gelesen und meist hat mich der Autor wirklich überzeugt und zum Teil auch echt richtig schockiert und mitgezogen.

Die Kurzbeschreibung und die Idee klangen genau nach so einer Geschichte und ich habe mich echt darauf gefreut.

An sich sind die Zutaten auch wie dafür gemacht, den Leser mitzuziehen. Der Autor hat sich eine weitere Corona Variante mit dem Namen „Crown Royal“ erdacht. Erneut ansteckend, erneut für einige tödlich, aber für viele nicht. Und die, die Genesen, sind in ihrem Wesen total verändert. Sie sind Glücklich und schauen nur noch auf das Gemeinwohl.

Man erlebt die Geschichte hauptsächlich aus drei Perspektiven. Zum einen die beiden in der Kurzbeschreibung erwähnten. Mariel, die sich gerne anstecken würde, es aber nicht kann, Ron, der in seinem alten Leben depressiv war und nach der Ansteckung anderen das Glück bringen will. Und dann ist da noch Morgan, die aufgrund ihrer Skrupellosigkeit viel Geld geerbt hat und alles dran setzen möchte, ein Gegenmittel gegen das Virus zu finden. Dazwischen gibt es noch weitere Perspektiven, die meist aber nur kurze Einblicke in die Geschichte bringen, diese aber durchaus zum Teil mit mehr Tiefe versehen.

Jedoch nur zum Teil, denn die Geschichte hat leider ein riesiges Problem. Sie ist einfach ultra ausführlich und langwierig erzählt und teilweise sogar einfach extrem langweilig. Es dauert ewig, bis was passiert, wenn was passiert, wird es totgeredet und an sich wurde das große Potential für mich einfach nicht im Geringsten genutzt. Und auch die Charaktere sind mir trotz der vielen Details und tiefer Einblicke in ihr Innerstes, nicht wirklich näher gekommen...

Der Autor wollte die Komplexität des Themas sehr ausführlich darstellen und hat dabei viele Eventualitäten und auch mögliche Probleme bedacht und dargestellt und damit auch wirklich viel interessanten Stoff zum Nachdenken gegeben, aber die Spannung ist dabei einfach komplett auf der Strecke geblieben.

Nach einem Drittel war ich wirklich versucht, die Geschichte abzubrechen. In der Hoffnung, dass doch noch Spannung aufkommt, habe ich weitergehört und nach zwei Dritteln einfach noch auf ein gutes und befriedigendes Ende gehofft. Auch wenn gegen Ende zumindest ein bisschen Spannung aufkommt, da die unterschiedlichen Fronten aufeinandertreffen, ist das Ende aber auch offen gehalten, da es sich hierbei um den ersten Teil einer Dilogie handelt. Eine Tatsache, die ich leider zu spät erfahren habe, denn nun hat die Geschichte trotz dessen, dass ich mich teilweise wirklich durchquälen musste, leider immer noch kein Ende und beide Seiten sind immer noch gleichstark vertreten.

Und leider kann auch Sprecher Julian Mehne das Ruder nicht rumreißen, sondern passt sich der Geschichte an. Er liest zwar nicht schlecht, bleibt aber auch in diesem immer gleichen Erzählweise, die ohne größere Highlights auskommt und sich in die langatmige Grundstimmung einreiht...

Fazit:
Eine geniale Idee und so viel Potential und leider eine so langatmige und mit zu vielen Details versehene Umsetzung, ohne größere Highlights und fast ohne Spannung. Dabei hätte mich der Autor auch dieses Mal inhaltlich überzeugen können, denn die moralischen Fragen und Grundsätze, die er aufruft, sind wirklich interessant und tiefgründig, aber die Darstellung hat mir einfach gar nicht gefallen.
Da hätte man einfach vieles extrem kürzen und die Spannung erhöhen müssen. Somit habe ich mich leider einen Großteil der Zeit eher durch die Handlung gequält und auch die Hoffnung, auf ein zufriedenstellendes Ende, hat sich zum Schluss leider nicht bewahrheitet, da es sich hierbei nicht wie angenommen, um einen Einzelband, sondern den Auftakt in eine Dilogie handelt. Somit bin ich leider fast rundum enttäuscht und vergebe nur dank der tollen Ideen und der hochinteressanten moralischen Fragen solide 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Unterhaltsam, viel Gesellschaftskritik, aber am Ende recht zwiegespalten...

Fable for the End of the World
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Meinung:
Da ich Dystopien ja echt gerne mag und ich die Kurzbeschreibung sehr ansprechend fand, war ich sehr gespannt und habe gehofft, dass die Liebesgeschichte nur am Rande vorkommt.

Erzählt wird die ...

Meinung:
Da ich Dystopien ja echt gerne mag und ich die Kurzbeschreibung sehr ansprechend fand, war ich sehr gespannt und habe gehofft, dass die Liebesgeschichte nur am Rande vorkommt.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven von Inesa und Melinoë, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Inesa ganz am Rande der Gesellschaft in einem überfluteten Gebiet lebt und sich und ihre Familie nur knapp über Wasser halten kann, ist Melinoë ein Engel. Eine modifizierte, über Livestreams bekannte Figur, die in der Hauptstadt lebt, der es an nichts fehlt und deren Aufgabe es ist, fit zu sein und bei den sogenannten Läufen, die Lämmer zu jagen und zu töten.

Ein Lamm ist ein Mensch, der ausgewählt wurde, für Schulden gerade zu stehen. Denn, in der Welt von NeuAmsterdam gibt es mit Caerus eine Firma, die die Menschen versorgt, sodass es ihnen an nicht fehlt. Aber wenn ein gewisses Kontingent an Schulden erreicht ist, wollen sie ein Lamm als Bezahlung, welches sich dann dem Engel stellen muss und in den meisten Fällen stirbt.

An sich wirklich eine interessante und sehr perfide Welt, vor allem, weil dieses System mit der Versorgung durch Caerus noch einen ganz neuen Aspekt mitbringt. Aber leider muss ich sagen, dass ich das Worldbuilding viel zu oberflächlich fand. Lange Zeit war mir gar nicht klar, was Caerus überhaupt ist und wie die Firma zu seiner Macht kam. Dies wird zwar im Verlauf dann noch kurz erklärt, aber mir hat hier einfach viel gefehlt. Ich konnte mir die Welt an sich, abgesehen von dem kleinen Dorf in dem Inesa wohnt und der Wildnis drum rum, nur schwer vorstellen und es sind mir beim Worldbuilding einfach zu viele Fragen offen geblieben. Auch wenn ich die Folgen des Klimawandels wirklich gut dargestellt fand und auch die Kraft von Livestreams und Sozial Media.

So ist die Geschichte insgesamt sehr gesellschaftskritisch und regt gut zum Nachdenken an. Und auch die widersprüchliche Annäherung an sich und die dadurch intensive und glaubhafte Darstellung von Melinoë´s Innerem fand ich echt interessant, aber insgesamt war für mich der Fokus der Geschichte einfach nicht ganz stimmig, da vieles einfach zu kurz kam, oder eben sehr breit getreten wurde.

Und auch beim Ende, bin ich mir nicht so ganz sicher, was ich davon halten soll. Es ist glaubhaft, aber für mich nicht ganz zufriedenstellend, weshalb ich hoffe, dass es noch eine Fortsetzung gibt, auch wenn ich dazu noch keine Infos gefunden habe.

Die Leistung der beiden Sprecherinnen fand ich ganz gut. Hannah Shepmann und Eva Becker haben gut gelesen, sie haben zu ihren Figuren gepasst und sie gut lebendig werden lassen und man konnte die beiden auch gut auseinanderhalten.

Fazit:
Eine Geschichte, die mich unterhalten hat, mich aber doch auch zwiegespalten zurücklässt. Einerseits mag ich die Idee, die vielen und gut dargestellten gesellschaftskritischen Aspekte und ja, auch die Liebesgeschichte fand ich mal nachvollziehbar dargestellt. Jedoch hat mir einfach zu viel vom Worldbuliding gefehlt, um wirklich in der Geschichte anzukommen und ich fand vieles zu oberflächlich und anderes dafür zu ausführlich erzählt und einfach nicht ganz stimmig. Genauso wie das Ende, das zwar irgendwie realistisch, aber doch auch nicht völlig zufriedenstellend war. Somit vergebe ich 3,5 Sterne, die aber eher ab-, statt aufgerundet werden. Und ich bin gespannt, ob es noch eine Fortsetzung geben wird.

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