Profilbild von Stardust

Stardust

Lesejury Star
offline

Stardust ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Stardust über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2021

Flugteppich auf Abwegen

Auf fliegender Mission 1 - Ein stürmischer Anfang
0

„Auf fliegender Mission – Ein stürmischer Anfang“ von Lutz Kucher ist der erste Teil einer neuen Kinderbuchreihe. Empfohlen wird das Buch so ab 8 Jahren, was ich so auch bestätigen würde.
Kasimir und Ali ...

„Auf fliegender Mission – Ein stürmischer Anfang“ von Lutz Kucher ist der erste Teil einer neuen Kinderbuchreihe. Empfohlen wird das Buch so ab 8 Jahren, was ich so auch bestätigen würde.
Kasimir und Ali sind die allerbesten Freunde, gehen zusammen zur Schule und hecken Dummheiten aus. Das Besondere daran ist, dass sie schon fast 80 Jahre alt sind und fliegende Teppiche. Nachdem sie gemeinsam einem guten Freund aus großer Not geholfen haben, kommen sie in ein schweres Unwetter und Kasimir klatscht an die Terassentür von den Geschwistern Stella, Matteo und Hanna.
Und ab diesem Zeitpunkt ändert sich alles für die Beteiligten, das gemeinsame Abenteuer kann beginnen. Im Zoo sitzt eingesperrt ein trauriger Tukan, dessen Familie der Regenwald unter den Flügeln abgeholzt wird. Da muss man sich doch was einfallen lassen und helfen.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie es mit Kasimir und den Kindern so weitergeht. Der Schreibstil gefällt mir, er ist kindgerecht einfach gehalten und das Buch ist durchgängig wunderbar illustriert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2021

Terror im Namen des Klimas

Klima
0

"Klima-Deine Zeit läuft ab" von David Klass ist ein absolut spannender Thriller, bei dem meine Sympathien beim Täter waren, aber auch das nicht vollständig und kompromisslos. Auf jeden Fall wird man zum ...

"Klima-Deine Zeit läuft ab" von David Klass ist ein absolut spannender Thriller, bei dem meine Sympathien beim Täter waren, aber auch das nicht vollständig und kompromisslos. Auf jeden Fall wird man zum nachdenken angeregt, wie weit wer wofür geht.
"Green Man" ist ein Terrorist, den man begleitet bei der Planung und Durchführung seiner Anschläge, die als Ziele klimapolitische Brennpunkte haben. So geht es beispielsweise um einen Staudamm oder ein Ölfeld. Dummerweise gibt es Opfer, denen Green Man selber wohl am meisten nachtrauert. Er ist eine sympathische Figur, nur heiligt der Zweck wohl nicht alle Mittel.
Auch Tom Smith ist ein absoluter Sympathieträger, er ist beim FBI und versucht sich in den Täter hineinzudenken und seine Datenspuren und das fehlen selbiger zu interpretieren. Durch seine Augen sehen wir auch immer, wo das FBI mit den Ermittlungen steht.
Das Buch ist von Anfang an spannend, obwohl man ja den Täter kennt und auch den Stand der Ermittlungen. Es tauchen immer wieder Überraschungen und unvorhergesehene Ereignisse auf. Zusammenhänge werden gut recherchiert und erklärt, viele Themen angesprochen, über die sich weiteres nachdenken lohnt.
"Sie versuchen, jemanden zu fassen, der nicht gefasst werden kann, und etwas zu stoppen, das nicht gestoppt werden kann, weil sonst keiner von uns eine Chance hat."

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2021

Eine Insel in der Sonne

Sommer der Träumer
0

"Sommer der Träumer" von Polly Samson ist ein sehr ruhiges Buch. Das Buch beginnt sehr spannend, es klingt alles nach Aufbruch. Als Erica grade 17 ist, stirbt ihre Mutter. Mit ihrem Vater alleine in der ...

"Sommer der Träumer" von Polly Samson ist ein sehr ruhiges Buch. Das Buch beginnt sehr spannend, es klingt alles nach Aufbruch. Als Erica grade 17 ist, stirbt ihre Mutter. Mit ihrem Vater alleine in der Wohnung in London ist keinerlei Auskommen. Der Vater ist herrschsüchtig, ungerecht und streng. In der Post an ihre Mutter findet sie auch ein Buch, geschrieben von einer früheren Nachbarin, die jetzt auf einer griechischen Insel lebt. Die Mutter hat für Erica Geld gespart und ihrem Bruder Bobby ein Auto vererbt, also wird nur ihr 18. Geburtstag abgewartet und dann fahren die Geschwister gemeinsam mit Ericas Freund Jimmy nach Hydra.
Dort werden sie in einer Art Künstlerkolonie aufgenommen, fast jeder hier schreibt, malt oder macht Musik. Ein bunt gemischter Haufen ist das da, von denen man den einen oder anderen Namen auch kennt. Für mich der bekannteste war ohne Zweifel Leonard Cohen.
Die Einladung der Mutter ging von Charmain Clifton aus, die sich hier ein wenig um alle kümmert und regelrecht "Hof hält". Im Buch erfahren wir hier den leichten unbeschwerten Alltag mit seinen kleinen Problemen und Nöten. Das plätschert so dahin.
Der Sprachstil ist schön, manchmal hatte ich wirklich das Gefühl mitten im Sommer auf einer griechischen Insel zu sein, da sind der Autorin wirklich einige geniale Beschreibungen gelungen. Aber trotzdem ich gerne etwas biografisches über bekannte Künstler lese, konnte mich das Buch hier überhaupt nicht packen. Ich empfand es irgendwann nur noch als seichtes plätschern und Geplänkel, da mir der rote Faden abhanden gekommen war. Sehr schade, weil die Sprache wirklich sehr bildgewaltig ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2021

Zeitreise in die Zwanziger

Abels Auferstehung
0

"Abels Auferstehung" von Thomas Ziebula ist der zweite Teil einer total spannenden Krimi-Reihe rund um Kriminalinspektor Paul Stainar.
Wie schon in "Der rote Judas" reisen wir hier ins Leipzig der Nachkriegsjahre, ...

"Abels Auferstehung" von Thomas Ziebula ist der zweite Teil einer total spannenden Krimi-Reihe rund um Kriminalinspektor Paul Stainar.
Wie schon in "Der rote Judas" reisen wir hier ins Leipzig der Nachkriegsjahre, einhundert Jahre in die Vergangenheit. Und diese Reise ist wirklich atmosphärisch spürbar, das gefällt mir an den Büchern so gut. Es steht mir alles lebendig vor Augen, Die Elektrodroschken, Straßenbahnen, qualmende Schornsteine, Kriegsheimkehrer an den belebten Straßenecken, verrauchte Kneipen und verruchte Nachtbars, alles wird sehr gut beschrieben.
Man trifft hier alte Bekannte wieder und lernt neue Personen kennen, die Kenntnis des Vorgängerbandes ist nicht unbedingt notwendig.
Ein toter Soldat wird aus dem Rhein gefischt, ein weiterer erstochen in seinem Hotelzimmer im "Leipziger Hof" gefunden. Der eine Tote nahm kurz vorher an einer Mensur teil, die auch die Journalistin Marlene Wagner beschrieben hat, der andere ist vielleicht ihr vermisster Bruder. Hängt das alles miteinander zusammen? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter? Die Auflösung bleibt dem Leser hier sehr lange verborgen, es bleibt sehr spannend.
Paul Stainer erholt sich nur langsam von Tod seiner Frau und beginnt gemeinsam mit seinem Kollegen Junghans zu ermitteln. Im Laufe der Ermittlungen treten immer mehr Ungereimtheiten ans Licht, der Fall wird verworrener statt klarer. Sehr gut gefallen mir hier wieder die Personen, sei es die Sraßenbahnfahrerin Josefine oder Kriminalrat Dr.Kasimir, der Autor versteht es gekonnt, die Personen wirklich lebendig werden zu lassen. Man lacht und leidet mit ihnen, achtet oder verabscheut sie, sie sind alles, aber nicht langweilig und leer.
Dieses Buch ist jede Minute, die man mit lesen verbringt, wert, man wird super unterhalten und lernt auch noch so einige historische Fakten dazu und würde am liebsten noch tiefer in die Welt des Paul Stainer in seiner Wächterburg eintauchen. Würde mich riesig über einen Nachfolgeband freuen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2021

Schneesturm im eigenen Kopf

Die wunderbare Kälte
0

"Die wunderbare Kälte" von Elisabeth Rettelbach ist ein Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird, der in mir nachwirkt. Es ist ein Buch, das sehr schwer zu beurteilen ist, weil es teilweise ...

"Die wunderbare Kälte" von Elisabeth Rettelbach ist ein Roman, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird, der in mir nachwirkt. Es ist ein Buch, das sehr schwer zu beurteilen ist, weil es teilweise fasziniert, dann wieder verstört. Genauso empfinde ich den Schreibstil, teilweise traumhaft schöne, bildgewaltige Beschreibungen, dann wieder stupide Wiederholungen, die wirken, wie aus dem Zusammenhang gerissen. Aber das alles ist Absicht, dann auch unsere Protagonistin ist teilweise zerrissen.
Kai ist Maskenbildnerin am Theater und als Hobby beobachtet sie Menschen, die sie auch im Netzt stalkt und auch Onlinedates fälscht. Bis sie eines Tages auf Tama stößt und auf Milo, die beiden beherrschen ab da ihre Gedanken und ihr Handeln. Mehr vom Inhalt kann man fast gar nicht verraten, weil die Wirkung des Buches auf dem Unvorhergesehenen und Unerwarteten beruht.
Wir begleiten hier Kai durch ihren Winter, einen Winter mit viel Schnee und Kälte. Kai treibt fast wie eine Schneeflocke durch die Welt, beobachtet, zieht Fäden, mischt sich ein, zieht sich wieder zurück. Teilweise nimmt das Ganze albtraumhafte Gestalt an, mit Kai ist man hier immer auf einer Gratwanderung zwischen Realität und Fantasie, zwischen Wahn und Wahrheit.
Es ist kein Wohlfühlbuch, es ist mal ganz was anderes und vieles bleibt hier offen und der eigenen Fantasie überlassen, aber ich wurde mit wunderschönen Worten gut unterhalten. Eine Bewertung fällt mir schwer, ich schwanke zwischen sehr gut und außergewöhnlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere