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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2026

Etwas verwirrend

The Exes
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"The Exes" von Leodora Darlington ist ein Thriller in den ich mich, vom Aufbau her, erst einmal reinfinden musste. Ab einem bestimmten Punkt konnte ich das Buch dann kaum noch aus der Hand legen.
Im Mittelpunkt ...

"The Exes" von Leodora Darlington ist ein Thriller in den ich mich, vom Aufbau her, erst einmal reinfinden musste. Ab einem bestimmten Punkt konnte ich das Buch dann kaum noch aus der Hand legen.
Im Mittelpunkt steht Nathalie, die auf der Suche nach ihrem perfekten Partner ist. Sie erzählt Abschnitte aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit. Dabei kommen dann ihre verschiedenen Ex-Partner zum Vorschein.
Später im Buch wird auch noch aus anderen Perspektiven erzählt, aber immer wieder in verschiedenen Zeitebenen.
Ich kann hier zur weiteren Handlung wenig schreiben, ohne etwas vorwegzunehmen, dann das Buch lebt von seinen vielen Plot-Twists. Für mich war es dann schon etwas zuviel des Guten und zwar spannend, aber unglaubwürdig.
Auch die Protagonistin konnte ich immer schwerer einschätzen, wobei das hier sicher gewollt war.
Der Schreibstil ist gut und überzeugend, die Idee dahinter mag ich sehr, mir wirkt alles nur etwas zuviel, da wäre weniger mehr gewesen.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Die Entwicklung von Wei

The Poet Empress
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"The Poet Empress" von Shen Tao ist eine Fantasy-Geschichte in einem asiatischen Setting. Ich würde es nicht als Jugendbuch einordnen und auch nicht als Romantasy, zum Glück, obwohl das Buch von außen ...

"The Poet Empress" von Shen Tao ist eine Fantasy-Geschichte in einem asiatischen Setting. Ich würde es nicht als Jugendbuch einordnen und auch nicht als Romantasy, zum Glück, obwohl das Buch von außen fast so aussieht.
Yin Wei lebt auf dem Dorf und ist bitterarm, so wie das komplette Dorf, im Land herrschte eine Hungersnot und auch ihre Familie musste schon geliebte Menschen verabschieden deshalb.
Als der Kaiserhof, der Azaleenpalast, also Konkubinen sucht für den neuen Thronfolger Prinz Terren, verlässt Wei ihre Familie, um ihr zu helfen, obwohl der Prinz als grausam und böse bekannt ist.
Am Hof geht es um Intrigen, politische Machtspiele, Heuchelei und Lügen. Mit allem davon ist Wei nicht vertraut, sie scheint wenig Chancen zum überleben zu haben.
Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht von Wei, wobei immer wieder mal Rückblenden über die einzelnen Prinzen eingeblendet werden, die sie aus Gesprächen erfährt.
Das Buch ist sehr gut geschrieben, teils mit klaren, harten Worten, teils auch poetisch. Es ist von Beginn an eine Spannung vorhanden.
Mir hätte noch mehr Hintergrundwissen zu den politischen Konstellationen im Land gut gefallen, es gibt da aber schon einiges an Information.
Es gibt hier Gewalt, nicht mehr als notwendig und auch nur, um Inhalt zu verdeutlichen und die Entwicklung von Terren und Wei nachvollziehen zu können, um den Hass zu verstehen.
Das war auch am eindrucksvollsten, was Wei hier für eine Entwicklung durchmacht, um letztendlich zu ihrer Ballade von Liebe und Tod zu gelangen. Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Ein Mensch bleiben

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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"Wenn die Kraniche nach Süden ziehen" von Lisa Ridzén ist ein leises Buch, dass bei mir aber stark nachhallt, nach dem Beenden denke ich immer wieder über einige Passagen nach.
Bo ist 89 und einsam, er ...

"Wenn die Kraniche nach Süden ziehen" von Lisa Ridzén ist ein leises Buch, dass bei mir aber stark nachhallt, nach dem Beenden denke ich immer wieder über einige Passagen nach.
Bo ist 89 und einsam, er lebt mit seinem Hund Sixten auf dem Hof, der so lange schon seine Heimat ist.
Seine Frau lebt in einem Pflegeheim, sie hat Demenz und erkennt ihn nicht mehr, er redet in Gedanken mit ihr.
Ein langjähriger treuer Freund ist noch da, sie schweigen sich ab und zu am Telefon an, ein liebevolles Schweigen. Bo ist sowieso ein schweigsamer Mann, er kennt es nicht anders und über Gefühle spricht man schon gar nicht.
Er ist nicht lieblos, nein, aber er hat es nicht gelernt über Dinge zu reden, über Gefühlsdinge. Allerdings weiß er aber, das er das noch muss, vor seinem Tod.
Sein Sohn besucht ihn regelmäßig und kümmert sich liebevoll, auch er eher kein großer Redner.
Bo hat eine gute Absicherung durch den staatlichen Pflegedienst, dieses System scheint gut zu funktionieren, fand ich beeindruckend.
Als Bo zusehends abbaut, beschließt der Sohn, der Hund muss weg. Das kann Bo nicht zulassen, er merkt, wie wenig Möglichkeiten ihm bleiben, sich zu wehren. Er verliert sich zunehmend in seinem Kummer, seiner Wut, seiner Angst.
Das Buch ist so einfühlsam geschrieben, ich fühlte mich oft, als säße ich dort mit in der Küche.
Es ist ein ruhiges Buch, aber es geht um ein ruhiges Leben, ein Buch, dass sehr emotional ist, obwohl es oft abweisend erscheint. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Ein Buch, das wehtut

Da, wo ich dich sehen kann
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"Da, wo ich dich sehen kann" von Jasmin Schreiber ist ein Werk, das nachhallt. Es thematisiert Femizide und deren verheerende Folgen – ein Thema, bei dem in unserer Gesellschaft und selbst in Familien ...

"Da, wo ich dich sehen kann" von Jasmin Schreiber ist ein Werk, das nachhallt. Es thematisiert Femizide und deren verheerende Folgen – ein Thema, bei dem in unserer Gesellschaft und selbst in Familien viel zu oft weggesehen wird.
Im Zentrum steht die neunjährige Maja, deren Welt in Trümmern liegt: Ihre Mutter Emma wurde vom eigenen Vater ermordet. Durch den Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven – von der besten Freundin bis hin zu den Großeltern – sowie die Einbindung authentisch wirkender Dokumente wie Obduktionsberichte und Notrufe, entwickelt die Geschichte eine bedrückende Realität. Besonders die „Was-wäre-wenn“-Szenarien machen die Schuldgefühle der Hinterbliebenen fast körperlich spürbar. Auch wenn die Autorin gelegentlich in Klischees verfällt, schmälert dies die Botschaft kaum: Es ist ein tief berührendes, einfühlsames Buch über ein Trauma, das unter die Haut geht.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Andere Betrachtungen

Medea
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Rosie Hewletts "Medea" ist eine gelungene Nacherzählung der klassischen Sage aus Kolchis. Während die traditionellen Mythen oft die Taten Jasons und der Argonauten betonen, stellt dieser Roman die weibliche ...

Rosie Hewletts "Medea" ist eine gelungene Nacherzählung der klassischen Sage aus Kolchis. Während die traditionellen Mythen oft die Taten Jasons und der Argonauten betonen, stellt dieser Roman die weibliche Sichtweise konsequent ins Zentrum.
Die Autorin zeichnet das Bild eines jungen Mädchens, das in einem grausamen, patriarchalen Umfeld aufwächst und dem selbst von den engsten weiblichen Verwandten kaum Empathie entgegengebracht wird. Die Trennung von ihrer Mentorin Circe verstärkt Medeas Verunsicherung, während ihre Kräfte wachsen. Mir hat besonders die Charakterzeichnung gefallen: Medea wird hier nicht als bloßes Monster dargestellt, sondern als komplexe Figur, deren Motive psychologisch nachvollziehbar bleiben. Ein fesselnder Roman, der zum Nachdenken über die Einseitigkeit klassischer Überlieferungen anregt.

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