Profilbild von Stardust

Stardust

Lesejury Star
offline

Stardust ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Stardust über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2025

Außergewöhnlicher Reihenauftakt

Schmerz
0

"Schmerz" von Jón Atli Jónasson ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, die sich um das das Außenseiter-Duo Dora und Rado von der Kriminalpolizei Reykjavík dreht. Mir hat dieser Einstieg so gut gefallen, ...

"Schmerz" von Jón Atli Jónasson ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, die sich um das das Außenseiter-Duo Dora und Rado von der Kriminalpolizei Reykjavík dreht. Mir hat dieser Einstieg so gut gefallen, dass ich den nächsten Band schon fest auf meine Leseliste gesetzt habe.
Im Thingvellir-Nationalpark verschwindet bei einem Klassenausflug eine Jugendliche. Da alle Polizisten in einem Großeinsatz gebunden sind, wird Dora zu ersten Ermittlungen geschickt. Seit einer schweren Kopfverletzung im Dienst macht sie sonst nur Schreibtisch-Dienst. Auch Rado hat seine Probleme und ist eher der Außenseiter. Beide müssen sich erstmal aufeinander als Team einstimmen, was sehr gelungen beschrieben ist.
Der Schreibstil ist einfach und karg, wie die Landschaft, die uns vor Augen geführt wird. Kurze Sätze und Kapitel, einfache Sprache .Der Fall rückt hier etwas in den Hintergrund, wird her nebenbei aufgeklärt, das Hauptaugenmerk liegt immer bei den Personen. Die werden sehr sorgfältig eingeführt und als Team aufgebaut.
Die Spannung fehlt in weiten Teilen, kein ganz so üblicher Krimi/Thriller. Wer auf sowas aus ist, also einen Kriminalfall, dessen Aufklärung und Spannung, der hat hier das falsche Buch. Es ist mehr eine Studie des Milieus und der Charaktere, gut zu lesen, wenn man sich denn an den Schreibstil gewöhnt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2025

Beeindruckend

Achtzehnter Stock
0

"Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer mochte ich vom Ansatz her sehr.
Wir haben hier die Protagonistin, Wanda, Schauspielerin ohne Erfolg und Mutter einer kleinen Tochter. Sie wohnt in Berlin in einem Plattenbau. ...

"Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer mochte ich vom Ansatz her sehr.
Wir haben hier die Protagonistin, Wanda, Schauspielerin ohne Erfolg und Mutter einer kleinen Tochter. Sie wohnt in Berlin in einem Plattenbau. Sie hat ganz andere Erwartungen an ihr Leben und auch noch große Träume.
Gedanken und auch Gefühle sind hier gut beschrieben, auch wenn es mir manchmal zu sprunghaft ist.
Ich mochte die Protagonistin nicht, konnte einige ihrer Handlungen nicht nachvollziehen, andere dafür umso mehr. Einiges wirkt sehr echt, mit anderem tat ich mich sehr schwer.
Der Schreibstil hat mir gefallen, mal sachlich und beobachtend, dann wieder her emotional, wie es grad gut passte.
Dieser Roman zeigt sehr gut, wie schwer es im Leben ist, sich selbst und seine Traum nicht aufzugeben, trotz vieler Widrigkeiten und gerad auch als alleinerziehende Frau und Mutter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2025

Wichtiges und starkes Buch

Das Lieben danach
0

"Das Lieben danach" von Helene Bracht ist ein sehr wichtiges Buch, das ich mit sehr widersprüchlichen Gefühlen gelesen habe. Es geht um in Thema, das immer noch viel zu oft verschwiegen wird, ob aus Scham ...

"Das Lieben danach" von Helene Bracht ist ein sehr wichtiges Buch, das ich mit sehr widersprüchlichen Gefühlen gelesen habe. Es geht um in Thema, das immer noch viel zu oft verschwiegen wird, ob aus Scham oder anderen Gründen. Dabei hilft Offenheit hier sehr viel weiter und hier setzt dieses Buch gut an.
Die Autorin schreibt über eigene, sehr schmerzvolle, Erfahrungen, was diesem Buch Ehrlichkeit und Offenheit verleiht, tut dies aber von einer gewissen sachlichen Ebene aus, was das ganze für mich beim lesen erträglicher macht.
Die Autorin beleuchtet, die ihr widerfahrenen Übergriffe und Gewalttaten, aus einem gewissen Abstand, mit ihrer heutigen Erfahrung. Dabei kann sie sehr gut ausmachen, welche Folgen der Missbrauch für ihr komplettes weiteres Leben hatte, für ihre Liebe, ihre Beziehungen, ihre sexuellen Erfahrungen.
Schwierig zu lesen, gerade weil es auch um ein hilfloses Kind geht, aber wichtig darüber zu reden und offen zu sein. Gut geschrieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2025

Sardinien von dunkler Seite

Der dunkle Sommer
0

"Der dunkle Sommer" von Vera Buck ist nicht mein erstes Buch der Autorin. Ich mag ihre Thriller sehr, weil sie Tiefe haben und eine gute Hintergrundgeschichte besitzen.
Tilda, eine bekannte Architektin, ...

"Der dunkle Sommer" von Vera Buck ist nicht mein erstes Buch der Autorin. Ich mag ihre Thriller sehr, weil sie Tiefe haben und eine gute Hintergrundgeschichte besitzen.
Tilda, eine bekannte Architektin, kauft auf Sardinien ein Haus für einen symbolischen Euro. Es befindet sich in den Bergen, in einem Geisterdorf. Das Haus, in das sie zieht, das sie renoviert, hat eine sehr gewalttätige Geschichte, die sich nach und nach offenbart.
Wie sich später herausstellt, gibt es aber noch einige, wenige Bewohner. Einer davon ist der alte Silvio, der einzige Überlebende der damaligen Gewalttat. Doch Silvio schweigt. Auch ein Journalist versucht mit ihm zu sprechen.
Auch warum Tilda in die Einsamkeit zieht, bekommt man hier erst so nach und nach mit.
Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die uns auch in die vergangenen Ereignisse bringen und das bringt noch mehr Spannung in die Geschichte.
Die Geschichte ist dunkel, es sind unschöne Ereignisse, die hier verarbeitet werden. Die Spannung ist von Beginn an hoch, fast atemlos liest man weiter, will auch den letzten Zusammenhang begreifen und am End passt es dann auch, wirkt alles aufgeklärt und stimmig.
Die Autorin hat eine gute Art solche Geschehnisse zu dunklen Geschichten zu verarbeiten und das ist ihr auch hier sehr gut gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.05.2025

Krimi vor der Tür

True Crime in Nature
0

"True Crime in Nature" von Farina Graßmann ist ein Sachbuch, das sich fast wie ein Krimi liest.
Auch in der Tier- und Pflanzenwelt scheint es Verbrechen zu geben und denen wird hier auf den Grund gegangen. ...

"True Crime in Nature" von Farina Graßmann ist ein Sachbuch, das sich fast wie ein Krimi liest.
Auch in der Tier- und Pflanzenwelt scheint es Verbrechen zu geben und denen wird hier auf den Grund gegangen. Das ist sehr unterhaltsam und gelungen zu lesen.
Das Buch kann man von vorne bis hinten durchlesen oder man sucht sich die jeweils interessierenden Kapitel.
Das Geschehen und die Beteiligten werden beschrieben, dann das Ganze auch biologisch begründet und hinterlegt. Oft gibt es dazu auch noch witzige und passende Illustrationen. Hier hätte ich auch gerne Fotos gesehen.
Ich mag, dass man hier etwas dazu kernt, auf ganz lockere, spannende Art. Die Kapitel sind kurz, viele auch dafür geeignet sie gemeinsam mit schon größeren Kindern zu lesen. Auch der Schreibstil ist nicht rein wissenschaftlich, sondern hat auch viel Humor.
Ich hatte hier auf jeden Fall viel Spaß und werde noch öfter in diesem Buch blättern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung