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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2026

Tiefgründig

Minnesota
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„Minnesota“ von Jo Nesbø ist weit mehr als ein herkömmlicher Krimi; es ist eine tiefschürfende Erzählung, die noch lange nachhallt. Nesbø verzichtet auf Schwarz-Weiß-Malerei und rückt stattdessen die moralischen ...

„Minnesota“ von Jo Nesbø ist weit mehr als ein herkömmlicher Krimi; es ist eine tiefschürfende Erzählung, die noch lange nachhallt. Nesbø verzichtet auf Schwarz-Weiß-Malerei und rückt stattdessen die moralischen Grauzonen in den Fokus. Besonders beeindruckend ist die Charakterzeichnung: Mit Bob Oz begegnen wir einem Detective am Rande des Nervenzusammenbruchs – traumatisiert, einsam und wenig sympathisch, aber in seiner Zerrissenheit absolut greifbar. Durch die geschickte Rahmenhandlung taucht der Leser tief in eine Vergangenheit ein, die untrennbar mit einer scharfen Sozialkritik an Politik und Stadtplanung verknüpft ist. Ein atmosphärischer Sog, der beweist, dass Nesbø ein Meister der psychologischen Tiefe ist.
Für mich ein absolut empfehlenswerter Serienbeginn, der mehr beinhaltet als leichte Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Verwickelte Angelegenheit

Tödliche Freundinnen
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"Tödliche Freundinnen" von Tess Sharpe ist mal wieder ein Thriller, der mich mit seinen Wendungen und auch dem Ausgang der Geschichte überraschen konnte. Das habe ich nicht mehr so oft.
Mel und Chloe waren ...

"Tödliche Freundinnen" von Tess Sharpe ist mal wieder ein Thriller, der mich mit seinen Wendungen und auch dem Ausgang der Geschichte überraschen konnte. Das habe ich nicht mehr so oft.
Mel und Chloe waren gute Freundinnen und mehr als das, bis Chloe spurlos verschwand und Mel beruflich den Auftrag bekommen hatte, sie wiederzufinden.
Allerdings ist sie leider nicht die Einzigste, die nach ihr sucht und die jeweiligen Gründe sind sehr geheimnisvoll und spannend.
Die Erzählung spielt hier mit den unterschiedlichsten Perspektiven und auch die Zeiten wechseln rasant. Es steht zwar jeweils in der Kapitelüberschrift, man muss sich trotzdem immer erstmal wieder einlesen. Dadurch spielt das Buch ein gewisses Tempo vor, das nicht vorhanden ist.
Mir hat der Schreibstil gefallen, alles war gut beschrieben und vieles hatte auch einen angedeuteten Humor, das mochte ich sehr.
Ein Thriller mit so einigen taffen Frauenfiguren, ich kann ihn nur empfehlen, die Spannung ist durchweg hoch.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Was passierte in Byrons Keller

Die Geister von La Spezia
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"Die Geister von La Spezia" von Oliver Plaschka führt uns in die Welt der berühmt-berüchtigte Autorin Mary Shelley, nach Italien des Jahres 1822. Ihr Mann Percy ist im Golf von La Spezia ertrunken, unter ...

"Die Geister von La Spezia" von Oliver Plaschka führt uns in die Welt der berühmt-berüchtigte Autorin Mary Shelley, nach Italien des Jahres 1822. Ihr Mann Percy ist im Golf von La Spezia ertrunken, unter ungeklärten und ungewöhnlichen Umständen.
Pat Colombari ist eine Ermittlerin mit wirklich außergewöhnlichen Methoden, sie unternimmt Reisen in die Erinnerungen verschiedener Menschen. Diese sind teilweise dann sogar noch weiter verschachtelt, Erinnerungen in Erinnerungen sozusagen.
Dadurch taucht man direkt in diese Zeit ein und sieht verschiedene Szenen und Erlebnisse, aus unterschiedlichen Sichten. Viel dreht sich hier auch um die Gesellschaft von Lord Byron und um die Geheimnisse in seinem Keller.
Ich mochte die Vermischung der modernen Ansichten von Pat und die historische Gesellschaft sehr, allerdings brauchte dieses Buch beim Lesen sehr viel Aufmerksamkeit. Es geht hier um viele verschiedene Personen, zu unterschiedlichen Zeiten, in verschiedenen Situationen, das ist nicht immer einfach auseinanderzuhalten und zuzuordnen.
Ich mochte die geheimnisvolle, fast schaurige Atmosphäre sehr, es gab aber auch so einige Längen im Buch, wo es eher ein durchhalten war.
Diese Vermischung von Fantasy und historisch echten Figuren und Ereignissen ist sehr spannend, aber auch anspruchsvoll zu lesen, mir hat es gut gefallen.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Steht im Raum

Der unsichtbare Elefant
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"Der unsichtbare Elefant" von Max A. Edelmann ist sehr gut konstruiert und wirklich sehr spannend zu lesen.
An einem kalten Winterabend endet das Leben von Thomas Siebenmorgen auf dem Boden vor seiner ...

"Der unsichtbare Elefant" von Max A. Edelmann ist sehr gut konstruiert und wirklich sehr spannend zu lesen.
An einem kalten Winterabend endet das Leben von Thomas Siebenmorgen auf dem Boden vor seiner Kanzlei. Was treibt einen erfolgreichen Anwalt in den Tod? María, Viktor und Simon bilden ein ungewöhnliches Trio, das versucht, das Schweigen hinter den Glasfassaden der Kanzlei zu brechen. Sie stoßen auf ein Netz aus Machtmissbrauch und emotionaler Kälte, das bis in Thomas’ Kindheit zurückreicht.
Besonders faszinierend ist der Kontrast zwischen der oberflächlichen Welt der Elite und den tiefen Wunden der Vergangenheit. Der Roman liest sich hervorragend und zieht einen sofort in seinen Bann. Einzig die Wendung zur historischen Aufarbeitung war mir am Ende eine Spur zu weit hergeholt. Ein starkes Debüt mit kleinen Abstrichen in der Logik, daher nicht das komplette Highlight, aber auf gutem Weg dahin.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Klassisch und tiefgehend

Der Aufstieg Thions
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"Der Aufstieg Thions" von den Autoren Lorenz Fleischhauer und T.J. Albrecht ist der Beginn einer epischen Fantasy-Saga. Die Geschichte wirkt auf mich fast, wie nicht geschrieben, sondern aus uralten Zeiten ...

"Der Aufstieg Thions" von den Autoren Lorenz Fleischhauer und T.J. Albrecht ist der Beginn einer epischen Fantasy-Saga. Die Geschichte wirkt auf mich fast, wie nicht geschrieben, sondern aus uralten Zeiten zu uns aufgestiegen. Es gibt ein so umfassendes Worldbuilding, dass man dazu noch einen Begleitband lesen kann. Es ist aber nicht notwendig, um in diese Geschichte einzutauchen.
Ganz klassisch gibt es Götter und Monster, es gibt Zauberer und mythischen Wesen, es gibt Parallelwelten und -zeiten, ich bin ganz begeistert von der Tiefe hier.
Thion ist ein klassischer Held, der mit seiner Truppe einen wichtigen Auftrag zu erfüllen hat. Das wird zu einer Odyssee, die mehr als einmal fast die Grenze zum Tod erreicht.
Die Geschichte ist nicht immer schnell erzählt, es wird auch mal ruhiger, aber gerade das sind hier die Stärken. Man leidet und empfindet mit dem Held, bleibt dicht an seiner Seite.
Dann gibt es aber auch wieder epische Schlachten, voller Action und Magie, auch diese sind sehr gut und fast filmreif beschrieben.
Die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen, sie wirken lebendig und echt und ich würde sehr gerne mit ihnen noch viele weitere Abenteuer erleben.
Mir gefällt hier besonders, dass alles zusammenpasst, wie aus einem Guss wirkt, der Schreibstil, die Sprache, die Welt und die Helden und Monster, ein echter, epischer Fantasy-Geheimtipp.

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