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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.01.2022

Nicht überzeugend, trotz Pageturner

Kalte Seele, dunkles Herz
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Cass und ihre Schwester Emma verschwinden eines Tages spurlos. Niemand hat die Mädchen gesehen und auch ihre Leichen wurden nie gefunden. Drei Jahre später klingelt es an der Tür des ehemaligen Zuhauses ...

Cass und ihre Schwester Emma verschwinden eines Tages spurlos. Niemand hat die Mädchen gesehen und auch ihre Leichen wurden nie gefunden. Drei Jahre später klingelt es an der Tür des ehemaligen Zuhauses der Schwestern. Ihre Mutter öffnet und blickt Cass ins Gesicht. Wo war sie die drei Jahre? Was ist ihr zugestoßen? Und warum ist Cass ohne ihre Schwester Emma aufgetaucht?

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt. Darunter Cass, die sich hauptsächlich in der Gegenwart befindet und von den Geschehnissen der letzten drei Jahre berichtet, und Abby, die Psychologin, die zusammen mit dem Ermittler Leon schon damals am Fall des Verschwindens der beiden Mädchen beteiligt war.

Die Charaktere sind für mich allesamt nicht wirklich greifbar gewesen. Es wurden viele Charakterzüge von ihnen offengelegt, jedoch führten diese lediglich dazu, sie unsympathisch und teilweise als abstoßend abzulegen. Man sollte meinen, Cass würde dem:der Leser:in sympathisch werden, da ihre (teilweise leider gar nicht so) emotionalen Erzählungen Empathie auslösen, jedoch sprang der Funkte leider nicht über.
Auch Abby blieb für mich relativ undurchsichtig. Sie war und ist mit Leib und Seele dabei, um hinter die Geschehnisse aufzudecken, jedoch konnte auch sie mich nicht wirklich auf ihre Seite ziehen.
Stark wurde jedoch die Abneigung gegenüber der Mutter der Mädchen, die durch und durch eine toxische Narzisstin ist.

Für meinen Geschmack zogen sich die Erzählungen von Cass leider ein wenig zu sehr. Auch wenn sie auf einen Höhepunkt und auf einen Pageturner hinzielten, konnten mich die Wendung und dadurch entstandene Überraschung nicht sonderlich milde stimmen.

Wer jedoch auf ein Familiendrama mit dem Schwerpunkt auf Narzissmus steht, für den ist "Kalte Seele, dunkles Herz" auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.01.2022

Bedrohlich

Der Gräber
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Jedes Jahr am 6. November schlägt der Gräber zu und holt sich ein ausgewähltes Opfer ins Erdreich. Der Tatort besteht aus einer Menge Blut, doch vom Opfer fehlt stets jede Spur. Die Ermittler tappen im ...

Jedes Jahr am 6. November schlägt der Gräber zu und holt sich ein ausgewähltes Opfer ins Erdreich. Der Tatort besteht aus einer Menge Blut, doch vom Opfer fehlt stets jede Spur. Die Ermittler tappen im Dunkeln.
Bis die Lektorin Annika Granlund eines Tages ein erdverkrustetes Manuskript vor dem Verlag findet. Der Titel: "Ich bin der Gräber". Und was sie dort liest, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren.

Die Geschichte besteht aus verschiedenen Handlungssträngen und wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Zeitebenen erzählt. Die Gegenwart wird größtenteils aus Sicht der leitenden Ermittlerin im Fall des "Gräbers" und Annika, der Lektorin des Manuskripts erzählt. Anfangs laufen die Erzählstränge parallel und weisen wenig Übereinstimmungen auf, erst später verweben sie sich immer mehr ineinander, um einen gemeinsamen Höhepunkt zu finden.

Die beiden Hauptcharaktere Annika und Cecilia sind mir aufgrund der Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt von Anfang an sympathisch gewesen. Jede der beiden Frauen hat mit ihren eigenen Dämonen im Alltag zu kämpfen und machen es dadurch leicht, mit ihnen mitzufühlen.
Annikas Charakter wurde zunehmend psychisch labiler, sodass ich mehr und mehr den Draht zu ihr verlor. Ebenso ihre Charakterentwicklung von einer ängstlichen bis hin zu einer unerwartet mutigen und starken Frau war für mich leider, zumindest mit der Vorgeschichte und in der kurzen Zeit, nicht sehr rund.

Die Spannung flachte oft ab und hin und wieder verlor sich die Geschichte in Familiendramen, aber dennoch spürte ich eine stetig bedrohliche Atmosphäre, die es mir kaum unmöglich machte, das Buch aus der Hand zu legen.

Das Einzige, was mir gar nicht gefiel, waren fantasyartige Horrorelemente, die für mich immer ein kompletter Downer sind. Jedoch überwogen diese nicht und waren am Ende auf andere Begebenheiten zurückzuführen.

Ein bedrohlicher Thriller, der hin und wieder seine Längen hatte, mich jedoch in seinen Bann ziehen konnte.

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Veröffentlicht am 24.01.2022

Rasanter Jugendthriller

JEMAND ist in deinem Haus
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Im beschaulichen, kleinen Örtchen Osborne werden grausame Morde an Highschool-Schüler verübt. Je mehr Opfer folgen, desto deutlicher wird, dass es sich hier um einen Serienmörder handelt, der nicht so ...

Im beschaulichen, kleinen Örtchen Osborne werden grausame Morde an Highschool-Schüler verübt. Je mehr Opfer folgen, desto deutlicher wird, dass es sich hier um einen Serienmörder handelt, der nicht so schnell aufzuhören scheint. Das Städtchen und die Schüler leben in allgegenwärtiger Angst, da die Polizei noch niemanden im Visier zu haben scheint. Eine von ihnen ist Makani, die erst vor kurzem nach Osborne gezogen ist. Eines Tages steht eine Gestalt mitten in ihrem Wohnzimmer.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da er sich angenehm und sehr zügig las, weswegen ich das Buch in kürzester Zeit verschlungen habe.
Ebenso nahm die Spannung von Seite zu Seite zu, was es mir fast mir leicht machte, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Ich wusste im Voraus nicht, dass es sich um einen Jugendthriller handelte, jedoch wurde mir das aufgrund der Charaktere doch recht schnell klar. Es bremste mich kurz in meinem Lesefluss, da "Probleme" bzw. "Geheimnisse" typisch jugendlich aufgebauscht wurden, obwohl sie mit einer neutralen Betrachtung absolut nicht schlimm sind.

Die Charaktere haben mir echt gut gefallen. Ich hab sofort eine Beziehung zu Makani aufbauen können und fand die Romanze zwischen ihr und Olli auch ganz nett.

Dennoch hatte ich eine gute Zeit mit dem Buch. Wer also auf der Suche nach einem rasanten Jugendthriller ist, ist mit "Jemand in ist deinem Haus" sehr gut bedient.

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Veröffentlicht am 24.01.2022

Cold Case

DUNKEL
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Hulda ist Kommissarin bei der Polizei und steht kurz vor ihrer Pensionierung. Aufgrund einer neuen Anstellung eines jungen Kommissars, der ihren Platz einnehmen soll, wird sie unfreiwillig schon früher ...

Hulda ist Kommissarin bei der Polizei und steht kurz vor ihrer Pensionierung. Aufgrund einer neuen Anstellung eines jungen Kommissars, der ihren Platz einnehmen soll, wird sie unfreiwillig schon früher pensioniert. Zur Versöhnung darf sie sich einen allerletzten, bereits zu den Akten gelegten Fall aussuchen. Sofort beginnt sie zu ermitteln und stößt dabei auf einige Gefahren und neue Erkenntnisse, die der vorherige Ermittler wohl zu übersehen haben scheint.

Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen auf verschiedenen Zeitachsen und von unterschiedlichen Charakteren erzählt. Nach und nach fügen sich die einzelnen Stränge zusammen und lüften den bisher ungelösten Fall.

Die Charaktere sind allesamt leider ziemlich platt. Die Protagonistin ist nicht ganz so unsympathisch, wie ich nun oft gelesen habe, aber sie ist dennoch weit davon entfernt, eine Sympathieträgerin zu sein.
Hauptsächlich wird man mit Huldas Gedanken und daraus resultierender Unzufriedenheit ihrer Pensionierung konfrontiert, die in dem Alter sicherlich stark präsent sind, mich aber irgendwann zum Augenrollen brachten.
Die Aufklärung darüber, warum sie ein eher verschlossener Charakter ist, fand ich am Ende nochmal gut, um vieles nachvollziehen zu können, jedoch hätte ich mir das ein wenig früher gewünscht, um vielleicht eine Verbindung zu ihr aufbauen zu können.

Der Fall an sich war interessant und hatte viel Potenzial (das Verschwinden von zwei jungen Frauen, zwielichtige Drogengeschäfte, Asylbewerber etc.), aber je länger ich darüber nachdenke, desto unbefriedigter bleibe ich zurück.

Die fehlende Spannung, die leider erst auf den letzten Seiten aufkam, machten es mir nicht gerade angenehmer.

Wer auf ein rasantes Tempo und Spannungselemente verzichten kann, wird dennoch von "Dunkel" unterhalten werden.

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Veröffentlicht am 18.01.2022

Nicht ausgeschöpftes Potenzial

Ich will dir nah sein
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Lester Sharp arbeitet im Londoner Fundbüro des öffentlichen Verkehrs. Dort kümmert er sich um allerlei abgegebene Fundsachen, die hin und wieder so ein großes Interesse in ihm auslösen, dass er sie in ...

Lester Sharp arbeitet im Londoner Fundbüro des öffentlichen Verkehrs. Dort kümmert er sich um allerlei abgegebene Fundsachen, die hin und wieder so ein großes Interesse in ihm auslösen, dass er sie in seine private Sammlung übernimmt.
Als die junge Balletttänzerin Erin in die Wohnung neben ihm zieht, merkt man jedoch erst richtig, dass Lester noch so viel sonderbarer ist, als zunächst angenommen. Denn er will Erin nah sein. Unangenehm nah.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus zwei verschiedenen Blickwinkeln und auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt, was oftmals durch Datums- und Uhrzeitanzeigen gekennzeichnet wird. Dabei erhält der:die Leser:in einen umfassenden Einblick sowohl in Erins Gefühls- und Privatleben als auch in das von Lester. Die Passagen aus der Vergangenheit verschwimmen anfangs zwar sehr mit der Gegenwart und es fiel mehr schwer, zu differenzieren, jedoch klarte sich das Bild von Seite zu Seite mehr auf.

Die Charaktere wirken genau so, wie es wahrscheinlich die Absicht der Autorin gewesen ist: Man entwickelt Mitleid und Mitgefühl mit Erin, die die Sympathieträgerin der Geschichte ist. Ebenso entwickelt man eine Abneigung und Antipathien zu Lester, der grenzüberschreitend und befremdlich wirkt.

Der Schreibstil an sich ist nicht schlecht, dennoch tat ich mich unerklärlich schwer damit. Die Wörter wollten nicht so ganz fließen, die Geschichte packte mich nicht allumfassend, weswegen ich das Buch öfters aus der Hand legte.
Eventuell lag es an den fehlenden Spannungsmomenten, die mir in dem Kontext einfach zu wenig waren. Das Potenzial wäre klar dagewesen und hin und wieder sog ich auch die Luft scharf ein und traute mich kaum, mich zu bewegen. Leider gab es genau zwei Momente, in einem Buch, das sich in das Psychothriller Genre einreiht. In meinen Augen leider zu wenig, um mich begeistert zurückzulassen.

Alles in allem ist es eine Geschichte, die unangenehme Beklemmung auslösen und am Ende mit einer für mich unvorhersehbaren Wendung überraschen kann. Dennoch konnte mich das Buch aufgrund der fehlenden Spannungselemente nicht wirklich fesseln.

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