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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2021

Überraschend

Ich und der Andere
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Jim Morrisons Musik ist eigentlich nicht so meine, aber das Cover in ungewohntem Gelb mit Wiedererkennungswert weckte meine Neugier. Ich erinnere mich noch gut , dass ich vor mehreren Jahren mit meinen ...

Jim Morrisons Musik ist eigentlich nicht so meine, aber das Cover in ungewohntem Gelb mit Wiedererkennungswert weckte meine Neugier. Ich erinnere mich noch gut , dass ich vor mehreren Jahren mit meinen Schülern auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise sein Grab suchten.
Morrison starb am 3. Juli 1971 im Alter von 27 Jahren. Und sofort stellte ich mir die Frage - wie so oft bei zu früh verstorbenen Personen- wie wäre sein Leben verlaufen? Unspektakulär? Im Drogensumpf? Als Bohemien und gefeierter Dichter? Oder lebt er noch unerkannt auf den Seychellen?
Eine interessante Sache , uns den Musiker mit einem wahrlich fiktiven Roman näher zu bringen. Die Umstände, unter denen Morrison ums Leben kam, haben immer wieder zu Diskussionen unter Anhängern geführt, zumal es nach seinem Tod keine weiteren Tests an dem Leichnam gegeben haben soll und sein Sarg stets verschlossen blieb. Der Autor ,der österreichische Schriftsteller Jürgen Kaizik, nutzt diese Unklarheiten und baut darauf die Grundidee seines Buches auf.
Jim Morrison erzählt in Ich-Form von seinem Leben , auch mit den „Doors“, wir nehmen Anteil an seinen , manchmal von Drogen erweiterten , Gedanken.
Der Andere ist ein erfundener Lehrer und Dichter, den Morrison "Hölderlin" nennt und der zu Morrisons Muse und Phantom wird.
Kaiziks Roman ist zwar Fiktion , dennoch trifft er den Zeitgeist der späten 60er-Jahre und der Hippie-Bewegung.
Lässt man sich ein auf die Lektüre, verschwimmen Sänger und Lehrer immer mehr , vieles wird undeutlich , aber die wichtige Momente in Jim Morrisons Leben werden psychologisch glaubhaft erzählt.

Veröffentlicht am 18.01.2021

Ein nun klareres Vaterbild

Vati
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Ein verschwommenes Foto ziert das Cover und machte mich sofort neugierig.
Dann erinnerte ich mich , den Namen der Autorin schon gehört zu haben – richtig ; Monika Helfer schrieb unlängst den Roman „ Die ...

Ein verschwommenes Foto ziert das Cover und machte mich sofort neugierig.
Dann erinnerte ich mich , den Namen der Autorin schon gehört zu haben – richtig ; Monika Helfer schrieb unlängst den Roman „ Die Bagage“ , der sehr gute Kritiken bekam und umso gespannter war ich auf ihr neues Werk mit dem Titel "Vati".

Dieser Roman ist ein schmales Bändchen; ein ganz leises , aber inhaltsschweres Buch. Umso angenehmer ist Monika Helfers leichter , fast poetischer Schreibstil . Für Alle, die Sprache lieben - ein Genuss. Man hält man beim Lesen inne , um den einen oder anderen Satz nochmals zu lesen. Toll der Satz: »Man kann nicht auf einem Foto sehen, was einer denkt!«
Dabei an manchen Stellen Distanziertheit – Helfer benutzt Zweiwortsätze um deren Aussagekraft noch zu steigern. Ich persönlich finde das sehr passend , die Autorin bewertet nicht , sondern überlässt das uns als Leser.
Die Autorin lässt uns an der Geschichte ihrer Familie teilhaben, mit einem besonderen Blick auf ihren Vater. Er wollte „Vati“ genannt werden, weil das moderner und zeitgemäßer klinge. Er war ein Mann mit Beinprothese, ein Abwesender, ein Witwer, ein Pensionär, ein Literaturliebhaber. Monika Helfer umkreist das Leben ihres Vaters und erzählt von ihrer eigenen Kindheit und Jugend und versucht vorsichtig , sich ihrem Vater anzunähern und seine vielen Facetten zu ergründen. Allein schon die Art und Weise , in der ihr das gelingt, macht den Roman lesenswert.
Monika Helfer fühlt sich ihrem Vater trotz seiner Ecken und Kanten auch deshalb so nah , weil er es war , der schon früh in ihr die Liebe zur Literatur und zum Lesen entfacht hat.

Nach der Lektüre weiß ich , dass das verschwommene Cover des Buches wunderbar zum Inhalt passt . Verschwommen präsentiert sich das Bild vom Vater ; die Erinnerungen an ihn werden langsam klarer. Aber dennoch bleiben blinde Flecke. So ist das eben bei Menschen , auch bei solchen , die wir zu kennen glauben.
Aber:
„ Wir alle haben uns sehr bemüht.“ heißt es am Ende des Romans.

Veröffentlicht am 14.01.2021

Eine andere Juli Zeh

Socke und Sophie – Pferdesprache leicht gemacht
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Juli Zeh schätze ich als Autorin sehr. Überrascht war ich allerdings , sie als Autorin eines Kinderbuches zu finden und war deshalb sehr gespannt.
Umso mehr habe ich mich gefreut, das Buch gewonnen zu ...

Juli Zeh schätze ich als Autorin sehr. Überrascht war ich allerdings , sie als Autorin eines Kinderbuches zu finden und war deshalb sehr gespannt.
Umso mehr habe ich mich gefreut, das Buch gewonnen zu haben.
Als Erstes möchte ich das wunderschöne Cover von Flix erwähnen; liebevoll gestaltet und zugleich aussagekräftig. Es geht also um mehr als „nur“ eine Pferdegeschichte – das überrascht mich bei der Autorin wiederum nicht.
Ebenso wenig hat mich die Stilsicherheit von Juli Zeh überrascht; sie überzeugt durch eine frische, altersgerechte Schreibweise.
Die zwei unterschiedlichen „Gedankenwelten“; einmal des Kindes Sophie, einem pferdebegeisterten Mädchen und zum anderen des Pferdes Socke erleichtern den kleinen Lesern das Verständnis für die Handlung und verdeutlichen , dass Mensch und Tier unterschiedliche Sichtweisen haben und es auf das gegenseitige Verstehen ankommt.
Jedem pferdebegeisterten Kind – nicht nur Mädchen!- wird eine tolle Geschichte erzählt, aber auch ganz viel Hintergrundwissen zum Thema Pferd vermittelt .
Ich bin begeistert!

Veröffentlicht am 01.12.2020

fantastische Weihnachtsgeschichte

Kleiner Weihnachtsbaum
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Ein ideales Vorlesebuch für die Weihnachtszeit.
Der kleine Weihnachtsbaum wünscht sich so sehr Freunde. Hoch oben auf einem Berg fühlt er sich ganz schrecklich einsam. Doch dann ziehen der kleine Kai ...

Ein ideales Vorlesebuch für die Weihnachtszeit.
Der kleine Weihnachtsbaum wünscht sich so sehr Freunde. Hoch oben auf einem Berg fühlt er sich ganz schrecklich einsam. Doch dann ziehen der kleine Kai und seine große Schwester Klara los, um im Wald ein Picknick zu machen. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!
Eine klare Kaufempfehlung , denn das Buch erzählt nicht nur anrührend und mit viel Fantasie über das Entstehen einer Freundschaft, sondern es hat noch dazu diese tollen Illustrationen vonAlla Churikova.
Gut , dass der Autor Gary Cooper diese emotional ansprechende Geschichte veröffentlicht hat , obwohl sie zunächst nur für seine Kinder gedacht war.
Das Lesealter ist mit 3 Jahren angegeben – das ist möglich , aber wäre sicher in Abschnitten sinnvoller , denn dann kann man mit den Kleinen auch ausgiebig über die Bilder sprechen und die Kinder spekulieren lassen , wie die Geschichte weitergeht.
Ein Extralob noch für den massel Verlags für den klimaneutralen Druck.

Veröffentlicht am 15.11.2020

Neuling für mich

Die Djurkovic und ihr Metzger
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Bisher kenne die Reihe um Metzger bisher nicht. Die LP war etwas kurz , um mir einen echten Eindruck zu verschaffen, aber sehr humorvoll, die Figuren wirklich skurril. Ich war gespannt, wie es weiter geht ...

Bisher kenne die Reihe um Metzger bisher nicht. Die LP war etwas kurz , um mir einen echten Eindruck zu verschaffen, aber sehr humorvoll, die Figuren wirklich skurril. Ich war gespannt, wie es weiter geht und ob ich Fan dieser Reihe werde.
Mein Fazit: Ein netter Krimi für kurzweilige Leseabende. Aber ich bin kein Fan von Thomas Raab geworden. Vielleicht sollte ich aber noch andere Bücher von ihm lesen.
Die Geschichte an sich ist recht nett , aber ich fand sie nicht überragend. Sie beginnt ganz banal mit dem Kauf des Hochzeitsanzuges von Willibald Metzger. Dabei trifft er seinen verhassten Sandkasten– und Schulkameraden. Das ist kein guter Anfang für den Metzger, aber es kommt noch schlimmer…
Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, außer dass die Djurkovic seine Zukünftige ist und plötzlich verschwindet.
Thomas Raab schreibt witzig und kurzweilig, lässt einen oft schmunzeln. Gewöhnungsbedürftig ist allerding die Verwendung der deutschen Sprache. Vollständige Sätze – oft Fehlanzeige.
Sein Krimi liest sich schnell mal zwischendurch. Mir fehlt etwas Tiefgründigkeit.

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