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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2019

Mord am Bassin d’Arcachon

Winteraustern
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An das Bassin d’Arcachon habe ich bisher nur gute Erinnerungen – aus dem Urlaub. Mörder sind mir da nicht begegnet, aber Austernzüchter wohl.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit Luc Verlain in Berührung ...

An das Bassin d’Arcachon habe ich bisher nur gute Erinnerungen – aus dem Urlaub. Mörder sind mir da nicht begegnet, aber Austernzüchter wohl.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit Luc Verlain in Berührung komme. Ich habe schon den Krimi „Château Mort“ : Luc Verlains zweiten Fall gelesen und war angetan von der sehr bildreichen und detaillierten Schreibweise des Autors und der Thematik eingebettet die Hitze des Sommers in den Weinbergen.Nun also Winterzeit und Austern.
Zum Inhalt:
Es ist Winterzeit am Bassin d’Arcachon; Hochsaison für die Austernzüchter. Allerdings gönnt nicht Jeder denen ihren Gewinn- Austerndiebe agieren mit immer drastischeren Methoden. Luc Verlain trifft sich mit seinem Vater, einem ehemaligen Austernzüchter, um dessen einstige Wirkungsstätte zu besichtigen. Dabei stoßen sie auf einen zusammengeschlagenen Mann und die übel zugerichteten Leichen zweier junger Männer, deren Identität sie zunächst nicht kennen. Da setzen Luc Verlains Ermittlungen an. Immer tiefer dringen Luc und seine Partnerin Anouk in ein Milieu von Missgunst, Neid und viel Geld ein.
Der Krimi ist ebenso stimmungsvoll erzählt , wie gewohnt: mit detaillierten Beschreibungen von Sprache, Landschaft, den Menschen und ihren Tätigkeiten der am Atlantik gelegene Region Aquitaine. Auch die Charaktere sind wie immer sehr differenziert und liebevoll gezeichnet.

Veröffentlicht am 04.11.2019

Ein tolles Geschenk – auch für Nichtsegler

Kochen nach Beaufort
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Das Kochbuch „Kochen nach Beaufort“ mit dem Untertitel „Rezepte für jede Windstärke“ ist ein Kochbuch, welches eigentlich gezielt für Segler gedacht ist. Deshalb ist es kapitelartig in fünf Windstärken ...

Das Kochbuch „Kochen nach Beaufort“ mit dem Untertitel „Rezepte für jede Windstärke“ ist ein Kochbuch, welches eigentlich gezielt für Segler gedacht ist. Deshalb ist es kapitelartig in fünf Windstärken unterteilt; die ausschlaggebend sind für den Aufwand der Gerichte und die besonderen Anforderungen an den Koch. Außerdem gibt Angaben zum Bordproviant und der Ausstattung der Kombüse, aber auch gezielte Hinweise zu spezielleren Zutaten.
Gekocht werden kann Herzhaftes, aber auch Süßes. Und natürlich Fisch! Die Darstellung der Rezepte ist sehr übersichtlich – also auch gut lesbar bei Windstärken…
Ein Plus sind die schönen Bilder , die originelle Verpackung: wetterdicht in einer ansprechenden Metalldose und der beiliegende Pfannenwender .
Somit ist dieses Kochbuch das ideale Geschenkpaket für alle, die gern auf dem Wasser unterwegs sind, oder aber beim Campen mit dem Bulli Bus. Ich habe schon eine Idee , wer dieses Kochbuch vom Weihnachtsmann erhalten wird.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Nordisch - Nesser – gut?

Der Verein der Linkshänder
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Nesser ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren Krimis betreffend.
Kommissar Van Veeteren ist mittlerweile Ruheständler, aber so wirklich kann er sich nicht von seiner früheren Arbeit lösen. Zumal ...

Nesser ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren Krimis betreffend.
Kommissar Van Veeteren ist mittlerweile Ruheständler, aber so wirklich kann er sich nicht von seiner früheren Arbeit lösen. Zumal ihn seine Lebenspartnerin Ulrike Frommli darin noch bestärkt, sich eines alten , falsch gelösten Falles erneut anzunehmen. Da ist natürlich auch Van Veeterens Ehrgeiz angestachelt.
Statt seinen 75. Geburtstag in Neuseelande zu feiern – was er nie vorhatte- begibt er sich von seinem geheimen Urlaubsdomizil in die Ortschaft Oosterby .
Damals in den 60ern kamen vier Menschen aus dem Verein der Linkshänder ums Leben. Da der fünfte nicht gefunden wurde, war es schnell klar, dass er der Mörder sein müss. Nun fand man ihn aber tot auf- zur selben Zeit ermordet wie die anderen vier.

Das Buch – immerhin 604 Seiten dick- beginnt um 1957 und wechselt zunächst immer wieder zwischen den Zeitebenen um 1990 und 2012 und verweilt dann ausschließlich in der Gegenwart. Es ist in drei Teile und 63 Kapitel gegliedert, die Kapitelüberschriften mit Jahr und Ort der Ereignisse erleichtern das Lesen enorm.
Zu Beginn ist es schwer , das Buch aus der Hand zu legen. Der Spannungsbogen wird sehr gekonnt aufgebaut. Später aber flaute die Spannung etwas ab , weil sich die Ermittlungen in die Länge zogen .
Aber mit seinem latent leichten Humor schafft der Autor es immer wieder, Spannung zu erzeugen . Dabei philosophiert er in gekonnter Weise über das Leben, gespickt mit originellen Formulierungen.
Leider ist dieses Buch nicht das beste des Schriftstellers .
Fazit der LP: Nordisch - Nesser – ginge besser

Veröffentlicht am 09.09.2019

Starke Erkenntnis

Ein anderer Takt
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Die kleine Stadt Sutton im Nirgendwo der Südstaaten. An einem Nachmittag im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und macht ...

Die kleine Stadt Sutton im Nirgendwo der Südstaaten. An einem Nachmittag im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und macht sich auf den Weg in Richtung Norden. Ihm folgt die gesamte schwarze Bevölkerung des Ortes.
Fassungslos verfolgen die weißen Bewohner den Exodus. Was bringt Caliban dazu, Sutton von einem Tag auf den anderen zu verlassen? Wer wird jetzt die Felder bestellen? Wie sollen die Weißen reagieren?

Kelleys wiederentdeckter Roman, er erschien bereits 1962 in New York, ist heute ebenso aktuell wie damals. Rassistische Gedanken prägen auch heute noch das Leben vieler Amerikaner, vor allem auf dem Lande und in den kleinen Städten des Südens. Michelle Obama hat das in ihren Buch „Becoming“ klar nachgewiesen.
Das Cover schlicht schwarz/weiß, ist eindrucksvoll gewählt.
Tucker , der vermeintliche Protagonist kommt selbst nicht zu Wort kommt, obwohl der Anstoß des Romans ist und den „Takt“ vorgibt. Nun ändert sich dieser Takt.
Reflektiert wird dieser Taktwechsel durch den Perspektivwechsel , den Kelley verwendet. Aus der jeweiligen Perspektive verschiedener Weißer – ausschließlich Weißer !- beleuchtet er die Ereignisse – eine eindrucksvolle Idee . Ein schwarzer Schriftsteller betrachtet sachlich , aber manchmal auch mit leichtem Spott, die Reaktionen des weißen Amerikas.
Der letzte Teil des Romans rundet den entstandenen Eindruck ab und macht brutal deutlich, welche rassistische Stimmung herrschte und auch heute noch herrscht.
Aber in den Tagebucheintragungen davor (S.267f)erfahren wir eine starke Erkenntnis , die auch unser Leben bestimmen sollte :“Man hat nur eine einzige Chance: wenn man kann und wenn man will. Wenn eins davon fehlt, braucht man’s gar nicht erst zu versuchen. …“

Veröffentlicht am 14.08.2019

Brisantes Südstaatendrama

Verratenes Land
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Ein ziemlich dickes Buch – aber es ist ja auch eine große Aufgabe , die sich der Autor Greg Iles da gestellt hat . Und es gelang ihm schon in der Leseprobe die Themen Macht, Korruption, Mord gut anzureißen. ...

Ein ziemlich dickes Buch – aber es ist ja auch eine große Aufgabe , die sich der Autor Greg Iles da gestellt hat . Und es gelang ihm schon in der Leseprobe die Themen Macht, Korruption, Mord gut anzureißen. Das macht er in einer sehr nüchterne aber anschaulichen Art , teilweise mit lakonischen Einwürfen…
Marshall McEwan kehrt nach fast 30 Jahren wieder in seine Heimatstadt Bienville, Mississippi zurück. Der »Bienville Pokerclub« lenkt wie eh und je alle Vorgänge in Wehe der Stadt. Dieser Zusammenschluss von Reichen und Mächtigen – einer der schon immer bestehen zu scheint – ist der Ausgangsort für Marshalls Nachforschungen. Und der Anlass ist der mysteriöse Tod von Marshalls Ziehvater Buck Ferris. Der Archäologe ist den Mitgliedern des Pokerclubs mit seinen Ausgrabungsplänen ein Dorn im Auge…
Greg Iles gelingt ein eindrückliches Bild der Südstaaten-Atmosphäre zu zeichnen. dabei legt er nicht nur Wert auf die Handlung, sondern auch auf die tolle Landschaft.
Meisterhaft gelingt es ihm auch die Zerrissenheit des Protagonisten darzustellen , der sich schuldig fühlt am Tod seines älteren Bruders. Dabei ist die Ich-Perspektive des Autors gut gewählt und sucht direkte Nähe zum Leser.
Dabei ist das Buch viel mehr als ein Thriller; ein glaubwürdiges Aufzeichnen der Atmosphäre in den Südstaaten und zudem über alle Seiten hinweg spannend.
Ich habe noch keine Bücher der sogenannten Natchez-Trilogie gelesen, aber nach „Verratenes Land“ werde ich das definitiv tun.