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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2026

Ungewöhnlich

Schleifen
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Ich habe die Vorgängerromane des Autors Elias Hirschl nicht gelesen , aber davon viel Gutes gehört.
Das Cover erschien mir zunächst wenig aussagekräftig, der Titel ebenso.
Kurz zum Inhalt:
Franziska Denk ...

Ich habe die Vorgängerromane des Autors Elias Hirschl nicht gelesen , aber davon viel Gutes gehört.
Das Cover erschien mir zunächst wenig aussagekräftig, der Titel ebenso.
Kurz zum Inhalt:
Franziska Denk leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, dass sie mitbekommt, ereilt sie sofort. In dem Mathematiker Otto Mandl findet Franziska einen Seelenpartner und sie lernt sich mit Wörtern aus toten Sprachen zu immunisieren. Die beiden sind absolut sprach besessen und forschen nach der perfekten Sprache.
Aber natürlich kann diese Inhaltsangabe in keinster Weise widergeben , was wirklich in diesem Roman passiert. Es hat auch ein paar Seiten gedauert , ehe ich mich entschieden habe , weiter zu lesen. Die Geschichte ist schon ganz schön schräg, aber das Durchhalten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Man muss sich beim Lesen schon richtig konzentrieren , denn das Buch dreht sich um sprachphilosophische Fragen.
Es ist faszinierend, wie der junge Autor Sprache, Philosophie und Naturwissenschaften miteinander verbindet . Sprache ist bei ihm viel mehr als nur ein Mittel zur Kommunikation, es ist Experiment, Machtmittel und Sucht und so viel mehr , als wir zunächst glauben. Und das schafft er alles in einer leichten , schon fast spielerischen Schreibweise.
Hirschl schreibt einen klugen Roman, dessen Inhalt man sich zunächst erarbeiten muss , der aber zunehmend Spaß macht und nachwirkt.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Das Leben als Leinwand

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Alena Schröders Roman "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" umfasst 352 Seiten .
Das Cover gefällt mir gut, auch wenn ich zunächst den Zusammenhang zur Geschichte nicht vollständig erkannt hatte. ...

Alena Schröders Roman "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" umfasst 352 Seiten .
Das Cover gefällt mir gut, auch wenn ich zunächst den Zusammenhang zur Geschichte nicht vollständig erkannt hatte. Das Cover hätte mich dennoch nicht unbedingt zum Lesen animiert, aber der Verweis auf den Bestseller "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" schon.
Interessant fand ich , dass am Ende des Buches eine Leseprobe genau dieses Bestsellers abgedruckt ist . Dieses Buch steht im Zusammenhang zu dem aktuellen Roman von Alena Schröder, aber eine Lektüre ist für das Verständnis des Buches nicht notwendig.
Der Roman beginnt in Berlin 1989 mit einem Prolog , in dem sich im Notaufnahmelager Marienfelde die dort arbeitende pensionierte Ärztin Evelyn Borowski und die aus der DDR kommende Marlen Engels treffen.
Danach entwickelt sich die Geschichte in zwei Handlungssträngen weiter und wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und zwischen Güstrow und Berlin ,den beiden Orten des Geschehens.
In einem angenehm lesbaren Schreibstil gelingt es der begabten Autorin beide Zeitebenen miteinander zu verbinden und dennoch jeweils eigene Welten erlebbar zu machen.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Wunderbar

Geliebt
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Dieses wunderbare Buch mit dem Titel „Geliebt“ kann ich für große und kleine Leute eindeutig empfehlen.
Schon alleine wegen der wundervollen Illustrationen, die wie Federn aufs Papier gebracht wurden. ...

Dieses wunderbare Buch mit dem Titel „Geliebt“ kann ich für große und kleine Leute eindeutig empfehlen.
Schon alleine wegen der wundervollen Illustrationen, die wie Federn aufs Papier gebracht wurden. Das beginnt schon beim Cover, das uns geradezu mit an die Hand nimmt mit einem zarten Rosaton.
Der Prolog ist sehr gut durchdacht, nahezu philosophisch anmutend.
Inhaltlich geht es in dem Werk um die Liebe; die Liebe zu anderen Menschen aber auch zu sich selbst. Angesprochen werden nahezu nebenbei Themen wie Zuneigung und Nähe , aber auch Mut und Verletzlichkeit.
Die Autorin und Illustratorin Magdalena Fournillier schafft dazu eine Verbindung von emotionalen kurzen Textpassagen mit liebevollen Zeichnungen. Viele der Textstellen ließen mich kurz innehalten und nochmal lesen.
Die wunderschönen zarten Illustrationen, mal in schwarzweiß als Zeichnungen, mal aquarelliert und dann wieder als reine Aquarelle haben mich ganz besonders begeistert, da ich selbst male.
Das Buch ist auch insgesamt sehr hochwertig gestaltet und eignet sich hervorragend als geschenkt für einen lieben Menschen.
Die Untergliederung in Jahreszeiten macht das Buch zu einem Werk, das man immer mal wieder in die Hand nehmen kann.
Das Buch ermutigt uns , in diesen schwierigen Zeiten auf die kleinen Dinge im Leben zu achten , die manchmal die größten Freuden bringen.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Unerwartet

Mein Freund Rilke
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Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Ich bin ein Fan von Rainer Maria Rilke und war wirklich sehr gespannt , ihn in einer neuen, modernen Perspektive kennenzulernen. Ich hätte auch nicht erwartet , ...

Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Ich bin ein Fan von Rainer Maria Rilke und war wirklich sehr gespannt , ihn in einer neuen, modernen Perspektive kennenzulernen. Ich hätte auch nicht erwartet , dass man das mit einer Graphic Novel so gekonnt ermöglichen kann.
Die Journalistin Ellen soll einen Artikel über Rainer Maria Rilke schreiben, den sie zwar namentlich kennt , dessen Werk ihr aber völlig unbekannt ist. Und dann beginnt eine Liebesgeschichte zwischen ihr und dem berühmten Poeten über zwei zeitebenen hinweg.
Das ist schon ein ziemliches Experiment , an das sich die Autorin Melanie Garanin anlässlich Rilkes 150. Geburtstages heranwagt. Der Leser muss schon offen sein für diese Idee, sonst wird er keinen Gefallen an dem Buch finden. Einerseits weil die Geschichte zwischen zwei Welten spielt und andererseits weil der Leser sich schon ziemlich konzentrieren muss, um dieser Geschichte folgen zu können. Grafisch gibt es aber Hilfestellungen durch Darstellungen in bunt und sepia.
Melanie Garanin wagt es, die Genre Biografie, Fiktion und Comic miteinander zu verbinden.
Die Art der Zeichnungen , eher leicht dahingezauberte Skizzen, sprechen mich sehr an. Sie folgen in ihrer Farbigkeit dem Lauf der Beziehung zwischen den Beiden. Man erfährt Einiges über den Lebensweg und die Gedichte des berühmten Dichters. Nicht viel davon war neu für mich , die Art und Weise der Darstellung hat mich nach anfänglicher Überraschung sehr angesprochen. Hervorragend gelungen sind die Einschubpassagen und die unterschiedlichen Schriftarten.
Diese Art „Biographie“ wird dazu beitragen , den Poeten neu zu entdecken , vielleicht sogar eine neue Leserschaft anzusprechen und zu ermutigen , sich mit Klassikern zu beschäftigen.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Neue Miss Marple ?

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Agatha Christie lässt grüßen! Ich mag Krimis , die nicht so blutrünstig sind , sondern eher im „alten“ Stil daherkommen.
Der Untertitel „Mord nur für geladene Gäste“ ist ein bisschen skurril, weist aber ...

Agatha Christie lässt grüßen! Ich mag Krimis , die nicht so blutrünstig sind , sondern eher im „alten“ Stil daherkommen.
Der Untertitel „Mord nur für geladene Gäste“ ist ein bisschen skurril, weist aber auf gewolltes Miträtseln hin.
So ein Krimi ist genau richtig , wenn die Abende wieder früher dunkel werden und man gemütlich bei Kerze und Tee lesen möchte. Und letztens war schon so ein Abend. Den nutzte ich ,um den Krimi in einem Rutsch durchzulesen. Das fiel mir überhaupt nicht schwer , denn es handelt sich hier wirklich um spannende und amüsante Lektüre. Das dunkel gestaltete Cover passt ausgesprochen gut dazu.
Besonders hat mir beim Buch „Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ aber der britische Humor gefallen und Location in einem altertümlichen englischen Herrenhaus. Auch die Einladung, die die 77 Jahre alte Rosemary – Mimi- erhält erinnert sehr an die Kriminalromane von Agatha Christie und auch an deren Zeit, obwohl der Krimi in der gegenwart spielt. Und dann wird die Gastgeberin Jane ermordet aufgefunden …, ein spannendes Spiel, der Täter mittendrin, beginnt.
Eine zusätzliche nette Idee sind die kleinen „Steckbriefe“ der anwesenden 12 Personen . Zur Handlung soll hier nicht mehr verraten werden.

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