Spannend
LimerenceLimerence war mein erstes Buch der Autorin und hat mich vor allem durch seine Atmosphäre gepackt. Lionswood Prep wirkt nach außen perfekt und elitär, aber schon nach wenigen Seiten spürt man, dass hinter ...
Limerence war mein erstes Buch der Autorin und hat mich vor allem durch seine Atmosphäre gepackt. Lionswood Prep wirkt nach außen perfekt und elitär, aber schon nach wenigen Seiten spürt man, dass hinter dieser Fassade etwas Dunkles lauert. Genau dieses unterschwellige Gefühl von Kontrolle, Macht und Geheimnissen zieht sich durch das ganze Buch.
Poppy mochte ich insgesamt sehr. Als Stipendiatin steht sie automatisch außerhalb dieser privilegierten Welt, was ihre Perspektive besonders spannend macht. Man merkt deutlich, wie sehr sie zwischen Vernunft und Anziehung schwankt – gerade in Bezug auf Adrian. Teilweise hätte ich mir gewünscht, dass sie klarere Grenzen setzt. Gleichzeitig macht genau dieses emotionale Verstricktsein sie authentisch und greifbar.
Adrian ist definitiv eine spannende Figur. Nach außen hin der charismatische Golden Boy, doch immer wieder blitzen kontrollierte, dominante und undurchsichtige Seiten auf. Genau dieses Wechselspiel aus Faszination und Unbehagen trägt die Handlung. Allerdings muss ich sagen, dass mir der Dark-Romance-Aspekt über weite Strecken etwas zu zurückhaltend war. Die Geschichte ist düster und intensiv, keine Frage – aber dieses wirklich Grenzüberschreitende oder moralisch Verstörende, das ich mit Dark Romance verbinde, bleibt lange eher Andeutung als konsequente Ausarbeitung.
Der Schreibstil ist flüssig, und man kommt schnell und gut durch das Buch. Insgesamt lebt Limerence weniger von extremen Schockmomenten als von psychologischer Spannung, Obsession und diesem ständigen Spiel zwischen Anziehung und Gefahr. Auch wenn ich mir im Dark-Romance-Bereich noch etwas mehr Mut gewünscht hätte, hat mich die Geschichte gefesselt und neugierig auf die weitere Entwicklung gemacht.