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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2026

Vom Funktionieren zum Aufwachen – eine Geschichte, die unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken bringt

Von Spaß war nie die Rede
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Auch dieses Buch reiht sich optisch wunderbar in die Reihe der Romane von Ellen Berg ein. Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert und passt perfekt zu den anderen Büchern der Autorin. Zu sehen ist ...

Auch dieses Buch reiht sich optisch wunderbar in die Reihe der Romane von Ellen Berg ein. Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert und passt perfekt zu den anderen Büchern der Autorin. Zu sehen ist ein Mann, der entspannt auf einer Parkbank sitzt und Tauben füttert, während eine Frau auf einer anderen Bank scheinbar davon schwebt. Ein schönes Sinnbild für das Thema der Geschichte und für die innere Reise der Hauptfigur.

Im Mittelpunkt steht Fee, Anfang 40, Mutter von zwei Kindern und Ehefrau eines erfolgreichen, sportbegeisterten Oberarztes. Nebenbei arbeitet sie in Teilzeit als Assistentin beim Hautarzt. Ihr Alltag ist komplett durchgetaktet: Familie, Haushalt, Job – und für alle da sein. Fees größtes Problem ist, dass sie einfach nicht Nein sagen kann. Sie versucht es allen recht zu machen, kümmert sich aufopferungsvoll um alles und jeden. Nur eine Person kommt dabei viel zu kurz: sie selbst.

Doch irgendwann wird ihr alles zu viel. Fee beginnt, ihr Leben zu hinterfragen – und führt dabei einen ganz besonderen Dialog: mit ihrem inneren Kind. In Briefen und Gesprächen setzt sie sich mit ihren eigenen Bedürfnissen auseinander und beginnt langsam zu erkennen, was sie eigentlich wirklich will.

Beim Lesen gab es für mich viele Aha-Momente. Gerade das Thema Care-Arbeit steht hier stark im Fokus. Viele Frauen werden sich in Fees Situation wiedererkennen: immer funktionieren, sich um alles kümmern und die eigenen Wünsche hinten anstellen. Genau diese alltäglichen Situationen beschreibt die Autorin sehr treffend und nachvollziehbar.

Der Wendepunkt beginnt mit einem Familienurlaub, der für Fee zu einer Art Neustart wird. Während ihr Ehemann mit der „neuen“ Fee zunächst gar nicht zurechtkommt, reagieren die Kinder ganz anders. Die Veränderungen bringen Bewegung in die Familie und lassen neue Dynamiken entstehen.

Der Schreibstil ist wie gewohnt locker, leicht und sehr unterhaltsam. Das Buch lässt sich wunderbar lesen und man fliegt förmlich durch die Seiten. Gleichzeitig steckt in der Geschichte überraschend viel Tiefe. Zwar spielen auch ein paar esoterische Elemente eine Rolle, die letztlich den Anstoß für Fees Veränderung geben – obwohl sie selbst damit zunächst wenig anfangen kann –, doch insgesamt wirkt die Entwicklung sehr stimmig.

Besonders gefallen hat mir, dass das Buch nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Themen wie Selbstfürsorge, Rollenbilder und persönliche Grenzen werden hier auf eine zugängliche und gleichzeitig sehr reflektierte Weise aufgegriffen.

Für mich gehört dieses Buch definitiv zu den besten, die ich bisher von Ellen Berg gelesen habe. Eine warmherzige, kluge und zugleich sehr unterhaltsame Geschichte über das eigene Leben, Mut zur Veränderung und darüber, dass es nie zu spät ist, sich selbst wieder wichtiger zu nehmen.

Insgesamt ein großartiger Roman mit viel Humor, Herz und Tiefgang – klare 5 von 5 Sternen. ⭐⭐⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Vom Büro in die Berge – eine steile, aber lohnende Reise

Manche mögen's steil
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Auch dieses Buch fügt sich wunderbar in die Reihe von Ellen Berg ein. Das Cover ist wie gewohnt ansprechend und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Es passt optisch gut zum Thema Wandern in den Bergen, ...

Auch dieses Buch fügt sich wunderbar in die Reihe von Ellen Berg ein. Das Cover ist wie gewohnt ansprechend und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Es passt optisch gut zum Thema Wandern in den Bergen, obwohl das abgebildete ältere Paar nicht wirklich zu der eigentlichen Hauptfigur, Victoria, und ihrer Geschichte passt. Ein kletterndes Paar am Berghang hätte das Thema vielleicht besser eingefangen, da es viel mehr von Victorias Abenteuer widerspiegelt.

Victoria ist Softwareentwicklerin und ein echtes Nerd-Girl. Sie arbeitet in einer großen Firma und leitet dort ein Team – menschliche Kontakte sind dabei eher Nebensache. Ihr Leben dreht sich hauptsächlich um die Arbeit, während sie sich in der Einsamkeit des Internets verliert. Ihre Mutter lebt im Heim und ihre einzige enge Freundin ist Kollegin Cat. In der Firma steht nun die Bewerbung um den Posten der IT-Chefin an, aber der Job ist nicht nur ihr Ziel. In einer männerdominierten Branche gibt es ordentlich Konkurrenz – vor allem von den eher unnahbaren Kollegen.

Dann kommt es zu einem Teamtraining in den Bergen, bei dem auch der Chef und viele unliebsame Kollegen dabei sind. Dort begegnet Victoria Joe, dem Bergführer, der sie auf eine Weise durchschaut, die sie zunächst nicht ganz versteht. Die Bergtour wird nicht nur zu einer körperlichen Herausforderung, sondern auch zu einer Entdeckungstour, die Victorias Team und ihre eigenen Kräfte in neuem Licht erscheinen lässt.....

Die Geschichte ist unterhaltsam und spannend - ich bin beim Lesen förmlich über die Seiten geflogen. Besonders schön war es, während des Lesens einen Blick auf die Alpen zu werfen – das hat meine Stimmung noch einmal verstärkt. Die Erzählung nimmt einen mit auf eine Reise, auch wenn es einige vorhersehbare Wendungen gibt. An manchen Stellen blieben für mich jedoch ein paar Fragen offen und es gab die eine oder andere Ungereimtheit.

Nichtsdestotrotz ist es ein solides Buch, das sich locker und leicht lesen lässt. Besonders gefallen hat mir der schöne Epilog, der der Geschichte einen runden Abschluss gibt. Es ist eine Geschichte über berufliche Herausforderungen, Teamdynamik und persönliche Weiterentwicklung, mit einer Prise Humor und Spannung.

Insgesamt ein unterhaltsames Buch, das Spaß macht und zum Nachdenken anregt

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Zum Schmunzeln, Nachdenken und gelegentlichen Selbst-Ertappen

Achtsam jammern
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Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an abgeholt. Schon das Vorwort zeigt, wie viel Bedeutung in scheinbar harmlosen Redewendungen steckt – und wie automatisch wir oft jammern, ohne es bewusst zu ...

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an abgeholt. Schon das Vorwort zeigt, wie viel Bedeutung in scheinbar harmlosen Redewendungen steckt – und wie automatisch wir oft jammern, ohne es bewusst zu merken. Besonders gefallen hat mir der Wechsel zwischen den beiden Autorinnen, der das Lesen lebendig und nahbar macht. Die Mischung aus Humor, Alltagssituationen und fundierten Gedanken sorgt dafür, dass man sich immer wieder selbst ertappt – manchmal schmunzelnd, manchmal nachdenklich. Das Buch zeigt sehr schön, dass Jammern durchaus ein Ventil sein kann, aber auch schnell zur Gewohnheit wird und unsere Wahrnehmung beeinflusst. Gleichzeitig bleibt der Ton nie belehrend. Stattdessen laden viele Beispiele und Denkanstöße dazu ein, das eigene Verhalten zu reflektieren.

Auch das Cover passt wunderbar zum Inhalt: auffällig, humorvoll und mit einem Augenzwinkern gestaltet. Das Huhn darauf wirkt zunächst einfach nur witzig – begleitet einen aber gedanklich tatsächlich durch das ganze Buch und passt perfekt zum Thema. Am Ende gibt es praktische Tipps, wie man aus der Jammerschleife herauskommen kann – alltagstauglich und motivierend.

Fazit: Für mich eine sehr gelungene Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt – und das ich mit einem Lächeln geschlossen habe.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Erwartungen nicht ganz erfüllt – solide, aber etwas zäh

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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Das Buch behandelt ein sehr sensibles Thema: Liebe, Nähe und Selbstfindung in der Lebensmitte. Die Autorin gibt Erika und Jan viel Raum, ihre Gefühle nach einer Affäre zu erkunden und die Gespräche beim ...

Das Buch behandelt ein sehr sensibles Thema: Liebe, Nähe und Selbstfindung in der Lebensmitte. Die Autorin gibt Erika und Jan viel Raum, ihre Gefühle nach einer Affäre zu erkunden und die Gespräche beim Paartherapeuten sind besonders gut umgesetzt. Die Darstellung von Verzweiflung, inneren Konflikten und Reflexionen ist realistisch und nachvollziehbar.
Dennoch konnte mich das Buch nicht vollständig fesseln. Erika bleibt oft in ihren Gedankenschleifen gefangen und die Handlung wirkt stellenweise statisch.
Mir fehlt ein klarer Epilog oder ein spürbarer Fortschritt – vieles bleibt unentschieden, und die Geschichte tritt für meinen Geschmack zu lange auf der Stelle. Trotz der präzisen, gefühlvollen Sprache und der tiefen Einblicke in das Älterwerden konnte ich emotional nicht vollständig an Erika herankommen.

Wer eher nach leisen Zwischentönen und Reflexionen sucht, wird hier fündig. Wer Spannung oder klare Entwicklungen erwartet, könnte enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Musikalische Denkanstöße für moderne Arbeitswelten

Work Life Remix.
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Das Buch greift viele Themen auf, die unsere Arbeitswelt aktuell prägen: New Work, Homeoffice-Erfahrungen seit Corona, veränderte Erwartungen und der Einfluss von KI. Vieles davon fühlt sich beim Lesen ...

Das Buch greift viele Themen auf, die unsere Arbeitswelt aktuell prägen: New Work, Homeoffice-Erfahrungen seit Corona, veränderte Erwartungen und der Einfluss von KI. Vieles davon fühlt sich beim Lesen sehr nah an der eigenen Realität an.
Die musikalische Bildsprache (Mischpult, Takt, Remix) macht das Modell anschaulich und lädt zur Selbstreflexion ein. Besonders der Gedanke des „Feintunings“ statt eines kompletten Neustarts erscheint mir praxisnah. Gleichzeitig zeigt sich: Nicht alles ist beliebig remixbar. Viele Ideen stoßen in bestehenden Strukturen, gesetzlichen Vorgaben oder Teamrealitäten an Grenzen. Gegen Ende geht es mir etwas schnell und manche Impulse bleiben eher theoretisch.
Gestalterisch ist das Buch hochwertig: Softcover, etwas größer als A5, mit rauer Oberfläche. Das dominante Blau und der Kassettenrekorder auf dem Cover wecken 80er-Assoziationen und passen gut zum Remix-Gedanken.
Der Preis von 39 € ist allerdings ambitioniert.
Insgesamt ein zeitgemäßes, gut strukturiertes Buch mit starken Denkanstößen – mit leichten Abzügen in Praxisnähe und Preis.

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