Nordseefeeling mit verschenktem Potenzial
NordwindworteNach dem wundervoll geschriebenen „Küstenrauschen“ hatte ich mich sehr auf das neue Buch von Marieke Hansen gefreut – und wurde leider ein bisschen enttäuscht.
Dabei hat mir das Setting von „Nordwindworte“ ...
Nach dem wundervoll geschriebenen „Küstenrauschen“ hatte ich mich sehr auf das neue Buch von Marieke Hansen gefreut – und wurde leider ein bisschen enttäuscht.
Dabei hat mir das Setting von „Nordwindworte“ wirklich gut gefallen. Mila kehrt nach einer gescheiterten Beziehung zurück in ihre alte Heimat an die Nordsee und übernimmt den Buchladen ihres Vaters. Dort trifft sie auf Peer, der in dem Ort einen Film drehen möchte – ausgerechnet während des geplanten Büchersommers. Konflikte und Ärger sind damit natürlich vorprogrammiert. Themen wie Liebe, Selbstfindung, Freundschaft, alte Bekanntschaften und die Leidenschaft für Bücher bieten eigentlich viel Potenzial.
Die Atmosphäre an der Küste ist wieder wunderbar eingefangen. Beim Lesen fühlt man sich direkt an die Nordsee versetzt und bekommt sofort Lust, ans Meer zu fahren. Der Schreibstil liest sich angenehm leicht und flüssig.
Leider blieb die Handlung für mich diesmal oft zu oberflächlich und vorhersehbar. Viele Geschichten/ Konflikte wurden angerissen, aber nicht wirklich vertieft oder konsequent zu Ende erzählt. Manche Fragen blieben offen und einige Figuren wirkten auf mich nicht ganz nachvollziehbar – besonders Pia, deren Verhalten ich eher überdreht fand zmund nicht verstehen konnte, woher die alte Feindschaft kommt. Auch ein Auftauchen von Milas Ex-Partner hätte für etwas mehr Spannung sorgen können, kommt aber nicht.
Insgesamt lässt sich das Buch zwar gut lesen und die Grundidee ist wirklich schön, aber im Vergleich zu „Küstenrauschen“ wirkte die Geschichte auf mich nicht ganz ausgereift. Trotzdem ein netter Wohlfühlroman für zwischendurch – nur leider ohne die Tiefe, die ich mir erhofft hatte.