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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2026

Soll ich? Oder lieber nicht?

Restsommer
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INHALT
Was Dominik einmal macht ist früh klar: er übernimmt das Bestattungsunternehmen seines Vaters. Aber will er das selbst auch? Dominik und Biff sind zwei Teenager an der Grenze zum Erwachsenwerden ...

INHALT
Was Dominik einmal macht ist früh klar: er übernimmt das Bestattungsunternehmen seines Vaters. Aber will er das selbst auch? Dominik und Biff sind zwei Teenager an der Grenze zum Erwachsenwerden und mit dem Wunsch einen letzten coolen Sommer zu verbringen. Und was passiert danach? Wie viel Mut kostet es, sich gegen den Wunsch seines Vaters aufzulehnen?

EINDRUCK UND FAZIT
Coming-of-Age gefällt mir nur bedingt, aber dieses Buch hier tut es. Ein guter Roman, der am Ende ziemlich Fahrt aufnahm und mich auf jeden Fall überraschte. Ich habe mich beim lesen auch in die 2003er Jahre zurückversetzt gefühlt (bin allerdings ein bisschen jünger), das war ganz wundervoll. Dominik ist mir richtig ans Herz gewachsen, ich fand den Charakter sehr gut gezeichnet. Eine Geschichte voller Herzschmerz und Hoffnung, Entscheidungen und Selbstzweifel. Ein sehr ruhige, emotionale Geschichte, die am Ende etwas wilder wird, aber insgesamt eher ruhig bleibt. Ambivalente Gefühle in der Teenagerzeit kennen wir alle noch gut, oder?

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Beklemmende Stimmung

Unter Wasser
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„Die Welle holt mich ein. Dunkelheit verschlingt mich. Mein Kopf wird nach hinten gerissen, als hätte jemand mich an den Haaren gepackt und zurück gezerrt. Meine Fußknöchel werden nach oben, mein Kopf ...

„Die Welle holt mich ein. Dunkelheit verschlingt mich. Mein Kopf wird nach hinten gerissen, als hätte jemand mich an den Haaren gepackt und zurück gezerrt. Meine Fußknöchel werden nach oben, mein Kopf nach unten geschleudert. Er wirbelt mein Körper herum, und ich drehe mich wie ein Kreisel. (…) ich versuche, die Kontrolle zurückzugewinnen, doch es ist unmöglich. Mein Körper dreht und windet sich weiter.“ Seite 163

INHALT
Marissa lebt mit ihrem Vater in Thailand. Dort lernt sie ihre Freundin Arielle kennen. Beide sind wie Pat und Patterchen, eigentlich immer zusammen. Bis der Tsunami kommt, und Arielle stirbt. Dieses Buch beschreibt Marissas Leben, welches von diesem Zeitpunkt an, voller Verlust und Erinnerungen geprägt ist. In zwei Erzählsträngen (Thailand und New York) begleiten wir Marissa in ihrer Trauer um ihre Freundin.

„Zur Liste derer, die man zeitlich unbegrenzt betrauern darf, gehören: Eltern (wenn sie jung gestorben sind), Ehepartner (wenn man selbst noch jung ist), Geschwister (wenn beide jung sind) oder ein Kind (immer). Aber zu lang um jemanden zu trauern, mit dem man nur befreundet war, ist verpönt. Nach einer gewissen Zeit muss man über ihren Tod hinweggekommen sein.“ Seite 33

EINDRUCK UND FAZIT
Mehrere Punkte haben mich an diesem Buch sehr beeindruckt: die vielen Informationen zu Tieren und Wasser und Landschaft fand ich sehr beeindruckend und absolut passend integriert. Die Beschreibungen der Welle und alles darum herum fand ich wahnsinnig beklemmend, aber auch unglaublich spannend. Und tatsächlich zuletzt der Fakt, das Trauer um eine Freundin thematisiert wird. In den meisten Büchern kennen wir Trauer nur bei Partnern oder Familienangehörigen und lernen deren Lebensgeschichte kennen. In diesem Buch ist es anders, denn es sind Freundinnen und hierbei stellt sich die Frage, wie sehr darf man um eine Freundin trauern. Eine beeindruckende Thematik in guter Umsetzung. Das Buch liest sich ruhig, fast meditativ. Der melancholische Ton gefiel mir in diesem Buch gut!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Nach Hause kommen

Statt aus dem Fenster zu schauen
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„Irgendwann werden sie mal so alt sein wie wir. Und wir werden mal so alt sein wir unsere Eltern und dann noch älter und dann gar nicht mehr. Das Leben ist kurz. Ich muss gar nichts, außer zu leben.“ Seite ...

„Irgendwann werden sie mal so alt sein wie wir. Und wir werden mal so alt sein wir unsere Eltern und dann noch älter und dann gar nicht mehr. Das Leben ist kurz. Ich muss gar nichts, außer zu leben.“ Seite 340

INHALT
Sophie langweilt sich. Studium doof. Praktikum doof. Grossstadt doof. Sie kauft spontan und ohne viel Überlegungen, ein Haus in Ostdeutschland. Als sie das Haus das erste Mal sieht, stellt sie fest, dass es nicht nur sanierungsbedürftig ist, sondern ziemlich heruntergekommen. Nichtsdestotrotz zieht sie ein, und fängt an, sich kreativ auszutoben.

„Aber ich bin Studentin, und für studierende entsprechend 3100 € etwa 1550 Mittagessen. Das sind etwa dreieinhalb Jahre Mensanudeln. Und ich habe gerade auf meine nächsten 1550 Mittagessen verzichtet und stattdessen ein Haus gekauft.“ Seite 10

EINDRUCK UND FAZIT
Das Buch fühlt sich an wie nach Hause kommen, nach einem anstrengenden Tag. Es zu lesen, machte mich richtig emotional (vielleicht weil wir auch gerade ein Haus in Ostdeutschland kaufen). Ich mochte Sophie, eine wirklich sympathisch gezeichnete Protagonistin. Ein Traum, den viele haben und Sophie einfach lebt. Ein Coming- of- Age Roman, der mir richtig gut gefallen hat! Kauft das Buch und träumt euch weg!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Ein grandioses Buch!

Die Dinner Party
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„Als ich dort im Keller stehe, weiß ich nur, dass ich die gleiche namenlose Angst verspüre, wie eine Woche zuvor mit Andrew auf dem Sofa, ein Gefühl, dass mich oft überkommt, in diesem Haus, im Garten, ...

„Als ich dort im Keller stehe, weiß ich nur, dass ich die gleiche namenlose Angst verspüre, wie eine Woche zuvor mit Andrew auf dem Sofa, ein Gefühl, dass mich oft überkommt, in diesem Haus, im Garten, im Dorf, in der Landschaft, überall, wo ich bin und immer allein sein werde.“ Seite 36

INHALT
Pola Geschichten sind anders. Diese hier ist ganz besonders - und völlig anders, als das was man kennt. Franca studiert Literaturwissenschaft. Nachdem der familiäre Rückhalt wegbricht, fängt sie an zu trinken und lernt Andrew kennen. Die Beziehung zu diesem Mann ist alles andere als ihre Rettung, sondern treibt sie eher noch mehr ins Unglück. Es folgt eine harmlose Einladung zu einer Dinnerparty, die nimmt allerdings eine dramatische Wendung.

„Ich hätte nein sagen können, und vielleicht wäre es besser gewesen, sei es auch nur, um nicht zudem zu werden, was ich jetzt bin: eine Verlobte Hausfrau mit Schürze, die sich mit Alkohol und Netflix zu dröhnt.“ Seite 247

EINDRUCK UND FAZIT
Dieses Bucht hat mich absolut in den Bann gezogen und einiges an Redebedarf erzeugt. Gut, dass @charlit.reads und ich es gemeinsam gelesen haben. Eine Geschichte, die so spannend geschrieben ist, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die explosive Stimmung vor und während der Dinnerparty ist kaum in Worte zufassen. Man liest und liest, und merkt erst im Nachhinein wie sehr man in der Geschichte steckte, wie sehr sich Dynamiken verschieben können und wie viele Warnsignale überhört - und übersehen werden können. Grosse Empfehlung!

„Aber die Geschichte ist ja nur der Anfang eines Buches. Und ein Buch endet erst dann, wenn es nicht mehr gelesen wird.“ Seite 315

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Mit welcher Rolle identifizierst du dich?

Alle meine Mütter
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INHALT
Ein Buch über Mutterschaft in allen Facetten. Es geht um verschiedene Mutterrollen: gewollt, ungewollt, verzweifelt und voller Hoffnungen. Kein klassischer Roman, sondern ein eintauchen in das Muttersein ...

INHALT
Ein Buch über Mutterschaft in allen Facetten. Es geht um verschiedene Mutterrollen: gewollt, ungewollt, verzweifelt und voller Hoffnungen. Kein klassischer Roman, sondern ein eintauchen in das Muttersein und die verschiedenen Varianten. Anwesende oder abwesende Mütter und Mütter, die, die wir selbst wählen. Ein hinschauen und nicht wegsehen. Ein Buch über uns selbst in der Mutterrolle, wer wollen wir sein und wann scheitern oder zweifeln wir?

EINDRUCK UND FAZIT
Dieses Buch hat mich mehr als zum nachdenken angeregt, eine Rezension konnte ich deshalb auch erst mehrere Wochen nach dem Lesen des Buches schreiben. Beziehungen zu unseren Müttern sind so verschieden und oftmals auch nicht sehr einfach. Deshalb ist die Frage ‚Welche Mutter möchte ich sein für mein Kind?‘, noch viel bedeutender, und für mich ein sehr emotionales Thema. Auch Themen, wie Mutter-sein-wollen oder Nicht-Mutter-sein-wollen, beschäftigen mich schon lange und sind Themen, die im Buch thematisiert werden. Fakt ist, hier wird nichts beschönigt. Eine poetische, feinfühlige Erzählung, die eher eine biographischen Charakter hat, als einen klassischen Roman. Ein ungewöhnliches Buch, was lange in Erinnerung bleibt!

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