Unter der Oberfläche
„Unter Wasser“ von Tara Menon ist momentan auf Social Media sehr gehypt – und nachdem ich es gelesen habe, kann ich absolut verstehen warum.
In dem Buch begleiten wir Marissa, die mit ihrem Vater in Thailand ...
„Unter Wasser“ von Tara Menon ist momentan auf Social Media sehr gehypt – und nachdem ich es gelesen habe, kann ich absolut verstehen warum.
In dem Buch begleiten wir Marissa, die mit ihrem Vater in Thailand lebt und dort Arielle kennenlernt. Zwischen den beiden entsteht eine unglaublich besondere und intensive Freundschaft. Schon relativ früh liegt dabei dieses unterschwellige Gefühl über der Geschichte, weil man weiß, welches Ereignis 2004 die Welt erschüttert hat – und irgendwann beginnt man zu ahnen, in welche Richtung sich alles entwickeln könnte.
Die Geschichte springt immer wieder zwischen 2004 und 2014. Erzählt wird alles aus Marissas Sicht und ich mochte total, wie deutlich man den Unterschied zwischen ihr als Kind und als Erwachsene spürt. Als Kind wirkt sie offen, neugierig und voller Leben, während sie in New York eher orientierungslos wirkt und man merkt, dass die Vergangenheit sie nie wirklich losgelassen hat.
Dieses Buch lebt meiner Meinung nach nicht davon, dass ständig etwas passiert oder die Handlung schnell vorangeht. Es lebt von Gefühlen, Erinnerungen, Trauer und davon, wie Marissa mit Verlust umgeht. Ich glaube genau deshalb hat es mich auch so berührt.
Was mich aber am meisten überzeugt hat, war die Atmosphäre. Die Schreibweise war unglaublich schön und die Beschreibungen vom Meer, vom Tauchen und von den Inseln waren so bildhaft, dass ich komplett in die Geschichte eintauchen konnte. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst dort zu sein.
Auch die Freundschaft zwischen Marissa und Arielle hat mich komplett überzeugt. Arielle wirkt mutig, frei und so eng mit der Natur verbunden und ich mochte sehr, wie präsent sie über das ganze Buch hinweg bleibt.
Besonders spannend fand ich außerdem, dass die beiden Naturkatastrophen zwar immer im Hintergrund stehen, aber für mich eigentlich für etwas viel Größeres stehen: dafür, dass sich Natur nicht kontrollieren lässt – und Gefühle, Trauer und Vergangenheit eben auch nicht.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich so schnell über dieses Buch hinwegkomme. Es war keine Geschichte, die mich durch Spannung gepackt hat, sondern durch ihre Stimmung, ihre Sprache und die Gefühle, die sie hinterlassen hat.