Diese Thriller-Reihe macht einfach Spaß!
NebelbeuteAuch der dritte große Fall der Gruppe 4 hat es in sich, denn Mila hat sich eine Auszeit genommen und folgt der Spur von Johannes Toblach, dem Entführer zweier Mädchen, den sie bislang nicht zur Strecke ...
Auch der dritte große Fall der Gruppe 4 hat es in sich, denn Mila hat sich eine Auszeit genommen und folgt der Spur von Johannes Toblach, dem Entführer zweier Mädchen, den sie bislang nicht zur Strecke bringen konnte. Dies verfolgt sie bis in ihre Alpträume und sie folgt dem Hinweis und fährt in die Berge in ein kleines Dorf, in dessen Nähe sich Toblach versteckt halten soll. Doch kaum kommt Mila dort an, geschehen brutal inszenierte Morde, welche die lokalen Ermittler vor ein Rätsel stellen. Bald wird Mila klar, dass sie nicht nur Jägerin ist, sondern auch Gejagte, denn Toblach agiert nicht alleine. Kurz darauf verschwindet sie und ihre Kollegen der Gruppe 4 reisen besorgt in das Dorf und versuchen, Mila zu finden. Doch die Spuren führen in alle möglichen Richtungen, nur nicht in die richtige. Bis es am Berghang schließlich zum tödlichen Finish kommt...
Zum Buch:
"Nebelbeute" von Benjamin Cors ist der dritte Thriller um die Ermittler Jakob Krogh und Mila Weiss. Der erste erschien 2024 unter dem Titel "Krähentage" und wurde schnell - und völlig berechtigt - zum Bestseller. Auch die Fortsetzung "Aschesommer" war 2025 ein großer Erfolg.
Der Spannungsbogen wird bereits gleich zu Beginn strammgezogen und baut sich von Kapitel zu Kapitel immer mehr auf. Die Kapitel sind von angenehmer Länge, mal kurz, mal länger, aber meistens mit einem Cliffhanger am Ende, der es dem Leser sehr schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Der Schreibstil und die Dialoge sind lebendig und bildstark, die Geschichte an sich nachvollziehbar und glaubhaft, wenn auch natürlich ziemlich abgefahren. Aber gut, man(n) muss sich im weiten Feld der Thrillerwelt ja auch etwas einfallen lassen, was es im besten Falle noch nicht gab. Die Erzählperspektive alterniert zwischen Mila und ihren Kollegen der Gruppe 4, was die Spannung steigert und das Tempo hoch hält. Die Charaktere sind angenehm kantig und interessant - manchmal vielleicht etwas übertrieben kantig wie z.B. dem gehässigen Profiler Bender und der doch etwas anstrengenden, aber liebenswerten Lucy Chang. Doch man lernt im Laufe der Fälle auch die softeren Seiten besser kennen und verstehen, was einem die Protagonisten immer mehr ans Herz wachsen lässt. Auch der Rest des Teams ist interessant und es zeigt sich wieder einmal auf's Neue: Der Spaßfaktor an einer gute Serie steht und fällt mit den Ermittlern und ihrem Team. Neben Neuzugang Lasse spielt auch ein herrenloser Hund eine maßgebliche Rolle und ich hoffe sehr, dass er von der Gruppe 4 adoptiert wird und Teil des Teams wird.
Persönliche Meinung:
Ich habe mich auf das Wiedersehen mit Mila, Jakob und dem Team sehr gefreut und wurde nicht enttäuscht. Auch "Nebelbeute" verdient die Bezeichnung Thriller und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Charaktere sind mir wirklich ans Herz gewachsen und soweit es Mila und Jakob betrifft, scheinen die beiden doch etwas mehr füreinander zu empfinden. Auch fand ich schön, dass der Fall ein befriedigendes Ende gefunden hat.
Was mich allerdingt auch dieses Mal wieder gestört hat:
Auch im dritten Thriller geht nicht namentlich hervor, in welcher Stadt die Gruppe 4 verortet ist. Auch das Dorf in den Bergen wird nicht benannt - ja, nicht einmal das Land (obwohl man ahnt, dass es wahrscheinlich Österreich ist).
Ich verstehe den Sinn nicht, warum Cors die betreffenden Stadt und auch keine Städte in der Umgebung oder zumindest die Region benennt und immer mit "diese Stadt" oder "der Ort in den Bergen", "die Autobahn Richtung Süden" drumherum schreibt. Wenn er keine existierenden Orte nehmen will, kann er doch einen fiktiven nehmen. Nun kann man natürlich diskutieren, ob das überhaupt wichtig ist. Ich für meinen Teil mache mir gerne ein Bild von der Stadt und Umgebung, in der sich eine Geschichte abspielt, da ich mir dann alles besser vorstellen kann. Habe ich das nicht, fehlt mir ein für mich wichtiges Puzzlestück zum Gesamtbild.
Fazit:
Ein Thriller, wie er sein soll: frisch, unterhaltsam und spannend bis zum Schluss mit interessanten Ermittlern, Sackgassen, falschen Spuren, Zeitdruck und einigen Psychopathen. Unbedingt mehr davon!