Traurig, poetisch, ergreifend
Ósmann"'Hinterher ist man immer klüger'. erklärt er und fügte nach einer kurzen Denkpause hinzu: 'Aber man ist trotzdem zu dumm, um sich selbst zu verziehen.'" (S. 215)
Ósmann das neue Buch von Joachim B. Schmidt ...
"'Hinterher ist man immer klüger'. erklärt er und fügte nach einer kurzen Denkpause hinzu: 'Aber man ist trotzdem zu dumm, um sich selbst zu verziehen.'" (S. 215)
Ósmann das neue Buch von Joachim B. Schmidt ist traurig, aber es ist auch ganz zart oder völler schöner Momente und es erzählt die Lebensgeschichte eines außergewöhnlichen Mannes.
Ósmann ist ein Fährmann, Trinker, Poet und Philanthrop, er liebt Geschichten und dichtet gerne. Passend dazu ist der Roman mit kleinen Versen durchzogen, die das Geschehen poetisch untermalen. Es spielt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und ist eine wahre Geschichte, die der Autor beispielsweise durch das Innenleben des Protagonisten ergänzt hat. Die Sprache ist atmosphärisch dicht, und obwohl das Leben in Island damals hart war, weckt das Buch Sehnsucht nach dieser rauen, faszinierenden Landschaft.
Trotz des leichten Humors, den man vom Autor kennt, herrscht eine eher düstere Stimmung vor und trotzdem habe ich mich beim Lesen sehr wohlgefühlt und bin dem Leben des Fährmanns gerne gefolgt. Die Geschichte ist langsam erzählt und erfordert Geduld – kein Buch für zwischendurch, aber eines, das nachhallt.
Fazit: Ósmann ist ganz anders als seine letzten Bücher – eine traurige Geschichte voller zarter, eindringlicher Momente und absolut lesenswert. 5/5 Sterne