Sieben Tage Online
Just Watch MeDel braucht Geld. Dringend. Dann kommt ihr die Idee, sie wird einen Livestream starten, in dem sie zum Spenden aufruft. Schließlich braucht sie das Geld für ihre Schwester, die im Koma liegt und deren ...
Del braucht Geld. Dringend. Dann kommt ihr die Idee, sie wird einen Livestream starten, in dem sie zum Spenden aufruft. Schließlich braucht sie das Geld für ihre Schwester, die im Koma liegt und deren Behandlung unfassbar teuer ist. Doch je länger Del online ist, desto mehr verliert sie sich in ihrem Stream und würde bald alles tun, um mehr Spenden zu erreichen.
Den Inhalt des Buches zu beschreiben, ist gar nicht mal so leicht. Del ist keine Protagonistin, die automatisch für Sympathie sorgt, aber trotzdem ist man von ihrem Handeln gefesselt. Sobald sie ihren Stream angefangen hat, fühlte es sich so an, als wäre man mittendrin und würde, statt das Buch zu lesen, gerade live den Stream schauen. Es fühlte sich echt und greifbar an, auch weil Themen angesprochen worden sind, wie Krankenversicherungen und schreckliche Apartments in New York, die mehr mehr als realistisch waren. Die regelmäßigen Kommentare ihrer Follower, die häufig abgedruckt waren, haben es noch echter wirken lassen.
Trotzdem war es nicht immer leicht Del zu begleiten. Ihre Handlungen nahmen Züge an, die sie körperlich an ihre Grenzen getrieben haben und das wurde detailreich beschrieben. Nicht immer angenehm. Auch ihre Fixierung auf den laufenden Stream, aber auch auf andere Dinge, war sehr intensiv und man merkt schnell, dass Del einiges mit sich herumträgt. Ein paar Informationen zu Del und ihrem Leben bekommt man zwar nach und nach, aber für noch mehr Tiefe, hätte ich mir ein paar weitere private Momente und Informationen gewünscht. Die emotionalen Szenen die es gab, empfand ich jedoch als gelungen.
Insgesamt war es eine spannende Erfahrung "Just Watch Me" zu lesen und ich habe bisher nicht vergleichbares gelesen, ein Muster das sich häufig bei den Büchern aus dem Pola-Verlag erkennen lässt.