Profilbild von Suska

Suska

Lesejury Star
offline

Suska ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Suska über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2025

Drei Frauen und die Liebe

Das Haus der Wiederkehr
0

Großbritannien, 50er Jahre. Im beschaulichen Küstenstädtchen Merham leben die beiden jungen Frauen Lottie und Celia. Die Freundinnen sind wie Schwestern aufgewachsen und unzertrennlich. Während es Celia ...

Großbritannien, 50er Jahre. Im beschaulichen Küstenstädtchen Merham leben die beiden jungen Frauen Lottie und Celia. Die Freundinnen sind wie Schwestern aufgewachsen und unzertrennlich. Während es Celia aber in die große weite Welt hinaus zieht, fühlt sich Lottie pudelwohl in Merham. Die beiden sind fasziniert von dem Art-Deco-Haus am Meer, in das kürzlich eine Künstlerfamilie eingezogen ist. So oft wie möglich sind sie dort zu Besuch. Als Celia nach London geht und mit ihrem Verlobten Guy zurückkehrt, weiß Lottie sofort: das ist der Mann ihrer Träume.

50 Jahre später bekommt die junge Mutter Daisy den Auftrag, das Haus am Meer zu renovieren und ein Hotel daraus zu machen. Gerade von ihrem Freund verlassen und mit ihrem Leben überfordert, zieht sie in das Haus und kümmert sich um die Renovierung. Die ehemalige Besitzerin steht ihr dabei mit Rat und Tat zur Seite. Doch das Haus birgt so seine Geheimnisse.

Anfangs konnte mich das Hörbuch nicht richtig mitreißen. Die Geschichte um Lottie, Celia und das Haus zog sich in die Länge, es gab viele Namen und die Künstler im Haus spielten doch eine eher kleine Rolle. Erst nach dem Zeitsprung wurde es interessanter, die Geschichte um Daisy und die Renovierung und damit natürlich auch die Geschichte des Hauses war deutlich spannender. Ab jetzt habe ich mitgefiebert, wer die ehemalige, etwas spröde Besitzerin sein könnte und ob man noch erfährt, wie es Lottie und Celia weiter ergangen ist. Am Ende blieben für mich noch einige Fragen offen, trotzdem hatte ich alles in allem eine gute Hörzeit. Gelesen war das Buch fantastisch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2025

Sommer, Sonne und ein großes Geheimnis

The Surf House
0

Die junge Londonerin Bea ist für einen Modeljob in Marrakesch, als ihr alles zu viel wird. Sie schmeißt den Job hin und will sich eine Auszeit nehmen. Doch sie kommt nicht weit: sie verläuft sich in der ...

Die junge Londonerin Bea ist für einen Modeljob in Marrakesch, als ihr alles zu viel wird. Sie schmeißt den Job hin und will sich eine Auszeit nehmen. Doch sie kommt nicht weit: sie verläuft sich in der Medina der Stadt und wird von zwei Männern verfolgt und bedroht, als Marnie ihr zu Hilfe eilt. Kurzerhand nimmt diese sie mit in ihr Surf Hostel in einem kleinen marokkanischen Dorf an der Küste. Bea bekommt ein Zimmer, einen Aushilfsjob und lernt surfen. Endlich fühlt sie sich frei und geborgen in dieser kleinen Gemeinschaft aus Aussteigern und Surfurlaubern. Bis der Amerikaner Seth auftaucht, der nach seiner Schwester sucht. Savannah wurde das letzte Mal im Surf House gesehen und ist seitdem spurlos verschwunden? Was ist passiert? Bea muss bald feststellen, dass in ihrem kleinen Paradies nichts ist, wie es scheint.

Lucy Clarke entführt ihre Leser immer in ein anderes Land. Ich war mit ihr schon auf einer kleinen griechischen Insel und in Schottlands Bergen. Nun geht es also nach Marokko. Ich konnte den Vibe in dem kleinen Surf Hostel regelrecht spüren. Die Autorin beschreibt die Szenerie und den Sport so lebendig, dass man das Gefühl hat, mit durchs Wasser zu gleiten, ohne zu ausufernd und theoretisch zu werden. Wer da keine Lust aufs Surfen bekommt. Oder zumindest auf Sonne, Sand und Meer.

Das Buch konnte mich aber auch mit seiner Geschichte fesseln. Bea versucht, gemeinsam mit Seth hinter das Verschwinden von Savannah zu kommen. Zwischendurch wechselt die Autorin die Zeitebene und der Leser ist mit Savannah in der Vergangenheit. Stück für Stück kommt die Wahrheit ans Licht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2025

Eindrucksvolle Schilderung des Lebens im israelischen Grenzgebiet

Ein Tag im Leben von Abed Salama
0

Ein Tag im Leben von Abed Salama schildert eindrucksvoll das Leben, die Unterdrückung und den Widerstand von Palästinensern in Israel. 

Abeds fünfjähriger Sohn Milad freut sich riesig auf den Schulausflug ...

Ein Tag im Leben von Abed Salama schildert eindrucksvoll das Leben, die Unterdrückung und den Widerstand von Palästinensern in Israel. 

Abeds fünfjähriger Sohn Milad freut sich riesig auf den Schulausflug zu einem Indoor Spielplatz. Der Bus mit den palästinensischen Kindern muss einen großen Umweg fahren, weil er den direkten Weg nicht nehmen darf. Bei schlechtem Wetter passiert das Schreckliche: ein LKW rammt den Bus, er brennt völlig aus. Bürokratische Hürden verhindern ein schnelles Eintreffen der Rettungskräfte, Augenzeugen müssen selber helfen. 


Rund um dieses Ereignis erzählt das Buch die Geschichten von Menschen, die mit dem Unfall zu tun haben. Die Geschichten zeigen die Konflikte und Hürden in diesem Gebiet rund um Jerusalem zwischen israelischen und palästinensischen Menschen. Sehr persönliche Geschichten mit sehr viel Leid und auch Gewalt und Widerstand, vor allem auf der palästinensischen Seite.


Schwierig beim Lesefluss waren die vielen vielen Namen der unterschiedlichen Menschen. Es gibt zwar ein Personenverzeichnis, aber ich habe schnell aufgegeben, alles verstehen zu wollen. 


Das Buch hat den Pulitzer Preis in der Kategorie Sachbuch gewonnen, für mich ist es aber eher eine biographische Erzählung. Wer mehr über das Leben im israelischen Grenzgebiet seit 1947 erfahren möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Man bekommt durchaus eine differenzierte Sicht auf die Dinge. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2025

Wieder ein spannender Fall

Grenzfall - In der Stille des Waldes
0

Alexa Jahn und Bernhard Krammer bleibt nach dem letzten Fall keine Zeit zum Verschnaufen. Alexa, die noch mit einer Verletzung zu kämpfen hat, begleitet spontan ihren ehemaligen Kollegen Jan auf der Suche ...

Alexa Jahn und Bernhard Krammer bleibt nach dem letzten Fall keine Zeit zum Verschnaufen. Alexa, die noch mit einer Verletzung zu kämpfen hat, begleitet spontan ihren ehemaligen Kollegen Jan auf der Suche nach einem Zeugen in einem alten gemeinsamen Fall. Neue Hinweise deuten darauf hin, dass die beiden damals den Falschen verhaftet haben. Krammer ist indes mit einem seltsamen Fund beschäftigt. Auf einer Baustelle werden zwei ausgestopfte Dachse gefunden. Im Inneren: Babykleidung. Er macht sich auf die Suche nach dem Präparator der Dachse, der gemeinsam mit seinem Sohn verschwunden ist. Auch von dessen Frau fehlt jetzt jede Spur. Die örtliche Polizei will den Fall zu den Akten legen, aber sein Gefühl sagt ihm, dass da etwas dahinter steckt. Etwas Tragisches.

Das Buch knüpft wieder direkt an das Ende des zweiten Teils an. Ohne Pause geht es für die beiden Ermittler weiter. Abwechselnd ist der Leser mit Alexa und Krammer unterwegs. Weil ich Krammers Fall interessanter fand als Alexas, hat mich der ständige Wechsel bei jedem Kapitel etwas gestört. Es geht immer nur schrittweise voran. Beide Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben. Ab und an wird in kursiver Schrift die Sichtweise von anderen Personen eingestreut - ER oder SIE. Lange weiß man nicht, mit welchem Fall diese Einschübe zu tun haben, nur ganz langsam kommt man dahinter. Die Auflösung hat mir dann wieder gut gefallen, wenn sie auch nicht so überraschend wie die letzte war. 

Das Buch endet mit einem Cliffhanger. Es geht also spannend weiter in Band 4. Ich bin dabei! 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.01.2025

Aus Krimidinner wird Realität

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
0

Jonathan und seine Verlobte Lotta haben ihre alten Freunde Hanna, Tristan und Kiano zu einem Krimidinner in ein abgelegenes Restaurant in der Eiffel eingeladen. Krimidinner waren ihr Hobby. Bis vor fünf ...

Jonathan und seine Verlobte Lotta haben ihre alten Freunde Hanna, Tristan und Kiano zu einem Krimidinner in ein abgelegenes Restaurant in der Eiffel eingeladen. Krimidinner waren ihr Hobby. Bis vor fünf Jahren, als die sechste im Bunde, Maria, auf einem gemeinsam besuchten Festival spurlos verschwand und nie wieder aufgetaucht ist. Das Spiel soll an alte Zeiten anknüpfen und die entstandenen Risse in der Freundschaft wieder kitten. Aber schnell merken die Fünf: Der Fall, den sie lösen sollen, ist nicht fiktiv. Zu viele Parallelen zu Marias Verschwinden tauchen auf. Erinnerungen kommen hoch. Und mit ihnen die zentrale Frage: Wer am Tisch könnte ein Mörder sein?

Ich mag die Kapiteleinleitungen. "Gereicht wird ein Gin Tonic mit bestem Hendrick's Gin und einem Spritzer unerwünschter Erinnerungen". Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der Fünf auf zwei Zeitebenen. Damals und heute. Nach und nach stellt sich heraus, dass alle Fünf ein Mordmotiv gehabt hätten.

Das abgelegene Restaurant, dazu noch ein Sturm, der es unmöglich macht, die Location zu verlassen, die sich aufheizende Stimmung, Lügen, Verrat und Geheimnisse – das alles zusammen kreiert eine spannende Atmosphäre, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Stellenweise war mir die Sprache zu vulgär, es wurden zu viele Drogen zu leichtfertig und selbstverständlich konsumiert, aber alles in allem ein fesselnder Krimi, der sich lohnt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere