Ein Kind im Krieg
Vergiss nicht zu tanzen, HannaAnne reist zu ihrer Mutter in eine norddeutsche Kleinstadt, um sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Kurz vor ihrem Tod deutet ihre Mutter Hanna ein Familiengeheimnis an, von dem Anne bisher nichts wusste. ...
Anne reist zu ihrer Mutter in eine norddeutsche Kleinstadt, um sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Kurz vor ihrem Tod deutet ihre Mutter Hanna ein Familiengeheimnis an, von dem Anne bisher nichts wusste. Bald darauf findet sie ein Buch, das ihre Mutter geschrieben hat.
Die kleine Hanna wächst in Westpommern in einem kleinen Dorf auf einem Bauernhof auf. Hier lebt sie gemeinsam mit ihren Eltern, ihrem Großvater und ihren 2 Brüdern. Später kommt noch die kleine Rosa hinzu. Die Familie ist streng katholisch und muss sich gemeinsam mit weiteren Siedlern in der evangelischen Gegend zurechtfinden. Als der 2. Weltkrieg ausbricht, ist sie etwa acht. Der Nationalsozialismus hat schon lange Einzug ins Dorf und zum Teil auch in Hannas Familien gehalten. Während sie versucht zu verstehen, was hier eigentlich passiert, nimmt die Geschichte ihren Lauf. Ihre älteren Brüder ziehen teils freiwillig, teils unfreiwillig in den Krieg. Die kleine Rosa, geboren mit einer Gaumenspalte, entwickelt sich nicht so, wie normale Kinder. Als die Familie zum Ende des Krieges schließlich von der roten Armee vertrieben wird, verlieren sie die kleine Rosa auf dem Weg. Hanna gibt sich die Schuld und schweigt fortan über ihre kleine Schwester.
Hannas Geschichte ist sehr berührend. Erzählt aus ihrer kindlichen Sicht, die vieles nicht versteht, wird die Kriegszeit sehr authentisch. Nicht nur der Nationalsozialismus, sondern auch die Religion, Sorgen um die Kinder, um die Zukunft, machen der Familie zu schaffen.
Zeitweise zieht sich das Buch leider sehr in die Länge. Die Flucht am Ende und Annas Suche nach der verschollenen Rosa werden hingegen sehr schnell abgehandelt. Das passt nicht so gut zusammen und erweckt den Eindruck, als hätte das Buch schnell zu Ende gebracht werden müssen. Das fand ich etwas schade. Trotzdem ist die Geschichte, die zwar fiktiv, aber doch biografisch ist, sehr lesenswert. Und in der heutigen Zeit auch sehr bedrückend.