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Veröffentlicht am 12.11.2022

Eine vielversprechende Handlung, die sich leidet in Nebensächlichkeiten verzettelt

Auf der Spur des Jägers
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Der vermutlich Raubüberfall mit Todesfolge an einer jungen Frau auf einer belebten Strasse entpuppt sich bald als gezielte Tat.
Hauptkommissar Jan Tommen kann mit seinen Kollegen rasch einen vermutlichen ...

Der vermutlich Raubüberfall mit Todesfolge an einer jungen Frau auf einer belebten Strasse entpuppt sich bald als gezielte Tat.
Hauptkommissar Jan Tommen kann mit seinen Kollegen rasch einen vermutlichen Täter ermitteln, doch die widersprüchlichen Spuren irritieren ihn.
Der Ermittlungsdruck wächst, als kurz darauf in einem stark frequentierten Park ein Mann brutal zu Tode geprügelt wird. Die extreme Vorgehensweise lässt einen Zusammenhang vermuten...
Ich liebe Bücher, bei denen die einzelnen Handlungsstränge und Geschehnisse im ersten Eindruck für mehr Verwirrung als erkennbare Zusammenhänge sorgen. Alexander Hartung ist dies hier hervorragend gelungen, jede Idee zu einem Täter und Motiv wird im nächsten Kapitel wieder über den Haufen geworfen. Umso gespannter war ich auf die Zusammenhänge zwischen den Akteuren. Doch leider verzettelt sich der Autor im weiteren Verlauf in ausführlichen Nebenhandlungen und auch die Auflösung des ganzen Falls konnte mich nicht wirklich überzeugen. Ich würde dieses Buch nicht noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 08.11.2022

Beklemmend, berührend, traurig...

Lügen über meine Mutter
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Auf Kindheitserinnerungen basierend schildert die Autorin das Zusammenleben ihrer Eltern und Familie in Westdeutschland zur Zeit des kalten Krieges, in denen immer noch Vorurteile gegenüber den Vertriebenen ...

Auf Kindheitserinnerungen basierend schildert die Autorin das Zusammenleben ihrer Eltern und Familie in Westdeutschland zur Zeit des kalten Krieges, in denen immer noch Vorurteile gegenüber den Vertriebenen und althergebrachte Rollenverteilung dominieren.
Für mich, im selben Alter wie das Erzähler-Ich ist es unverständlich, wie die, doch sehr vernünftige und bodenständige Mutter sich den Wünschen und Anforderungen ihres, vor allen in Gelddingen, recht naiv agierenden Gatten beugt und wenn sie mal aufbegehrt dann doch nur eher halbherzig. Es wird sehr deutlich, wie unsere Vorgängergeneration unter völlig anderen Prämissen aufgewachsen und erzogen wurde - in Westdeutschland wahrscheinlich noch sehr viel ausgeprägter als im Osten.
Ein Buch das mich in seiner Deutlichkeit sehr berührt hat, welches ich gerne weiterempfehle und was zu Recht für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde.

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Veröffentlicht am 08.11.2022

Märchen sind realer als man glaubt

Schmerz und kein Trost
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Halb gezwungen, halb freiwillig begibt sich Kriminalhauptkommissar Erik Donner in psychologische Behandlung und landet damit mitten in einem neuen Fall. Denn ein anonymer Anrufer erpresst die Psychologin ...

Halb gezwungen, halb freiwillig begibt sich Kriminalhauptkommissar Erik Donner in psychologische Behandlung und landet damit mitten in einem neuen Fall. Denn ein anonymer Anrufer erpresst die Psychologin nachdem er deren Sohn entführt hat...
Bereits der Einstieg ins Buch ist mehr als gelungen und es fällt schwer, es einmal begonnen, aus der Hand zu legen.
Die Handlung ist extrem fesselnd und immer wenn man denkt, es könnte nicht schlimmer kommen, setzt Haller noch einen drauf. Mit den relativ kurzen Kapiteln dazu, hat man eigentlich keine Chance sich dem Buch zu entziehen. Je tiefer ich in das Buch eintaucht, umso mehr Lösungsideen kamen mir.
Jedoch musste ich dabei aufpassen bei der Vielzahl von Personen bzw. Mordopfern den Überblick nicht zu verlieren. Gleichzeitig hoffte ich, daß es der Autor schafft bei dieser Vielschichtigkeit alle Fäden stimmig zu verknüpfen und dies ist ihm auch hervorragend gelungen.
Sehr interessant finde ich den Bezug zu den Kinder- und Hausmärchen (KHM) der Gebrüder Grimm. Von der zugrunde liegenden Geschichte KHM22a habe ich zum ersten Mal gehört und sie ist zurecht aus dem Kompendium entfernt wurden.
Für mich ein Buch mit Lese-Wiederholungsfaktor, welches ich sehr gern weiter empfehle!

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Veröffentlicht am 05.11.2022

Stille Helden

Ein Kind namens Hoffnung
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Berlin 1938. Das gut situierte jüdische Ehepaar Hans und Sara Sternberg leben zusammen mit ihrem Sohn Leon und der Köchin Elly in einer Villa im noblem Dahlem. Während Sara die akute Gefahr erkennt und ...

Berlin 1938. Das gut situierte jüdische Ehepaar Hans und Sara Sternberg leben zusammen mit ihrem Sohn Leon und der Köchin Elly in einer Villa im noblem Dahlem. Während Sara die akute Gefahr erkennt und ihre Flucht plant, will Hans alles aussitzen, vertraut darauf daß der braune Spuk bald vorbei ist. Als eines Abends die Nazis Sara und Hans festnehmen gibt Elly geistesgegenwärtig Leon als ihr Kind aus. Durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre gibt sie ihr eigenes Leben regelrecht auf um alles zu geben um Leon zu schützen und ihr Versprechen Sara gegenüber einzulösen: Leon zu ihr zurückzubringen.
Aus einer spontanen Reaktion entsprungen manifestiert sich Ellys Beschützerdrang zu ihrer Lebensaufgabe, worüber sie sich selbst vergisst. Selbst ihre eigene Tochter stellt sie dabei hinter Leon.
Als Leser ist man begeistert, wenn Romanfiguren über sich hinauswachsen um andere zu retten. Und doch frug ich mich die ganze Zeit, ob ich den Mut dazu gehabt hätte. Oder ist es vielleicht der Zeit geschuldet, das fast instinktiv gehandelt wurde um selbst zu überleben oder selbiges anderen zu ermöglichen? Innerhalb von Sekundenbruchteilen wird eine Entscheidung getroffen, die nicht nur das Leben des Schützlings sondern auch das eigene nachhaltig verändert.
Rückblickend mit dem heutigen geschichtlichen Kenntnisstand mag es allerdings auch einfacher sein, sich zu positionieren
Obwohl sehr mutig und fleißig, kann ich wiederrum andere Entscheidungen Ellys nicht nachvollziehen. Gerade die Judenverfolgung müsste doch ihren Glauben an das Gute im Menschen erschüttert haben und (über) vorsichtig werden lassen.
Was mich auch sehr verwunderte war die nationalsozialistische Haltung von Ellys Vater. Kirche mit ihren Pfarrern waren für mich bisher immer der Gegenpol zu der politischen Ebene, ob es im Nationalsozialismus oder Sozialismus der Fall gewesen sei.
Fazit: Eine spannende und berührende Geschichte, in der Elly trotz aller guten Taten für mich allerdings nicht unbedingt zum Sympathieträger wurde.

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Veröffentlicht am 05.11.2022

Egoistisches Ziel: Mutterliebe

Mutterliebe
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Die alleinerziehende Nora ist schockiert als ihre Tochter Louisa auf dem kurzen Weg zu ihrer Haustür verschwindet. Erst verdächtigt sie Louisa's Vater, doch dieser hat seine Tochter wie vereinbart abgeliefert. ...

Die alleinerziehende Nora ist schockiert als ihre Tochter Louisa auf dem kurzen Weg zu ihrer Haustür verschwindet. Erst verdächtigt sie Louisa's Vater, doch dieser hat seine Tochter wie vereinbart abgeliefert. Nora wird immer verzweifelter, weil auch die Polizei ihr nicht glaubt und ihr psychischer Zustand sie selbst in Verdacht geraten lässt. Aber nach und nach kommen noch haarsträubendere Dinge ans Licht...
Die Story baut sich abwechselnd aus Sicht eines entführten Kindes und aus Nora's Erleben auf. Dabei kamen mir beim Lesen immer mehr Zweifel bezüglich Nora's psychischer Gesundheit. Mitunter sprichwörtlich mit dem Kopf durch die Wand gibt Nora (aus Muttersicht zwar verständlich) ihre eigene Suche und Recherche nicht auf, obwohl sie mehrfach von der Polizei eingebremst und verwarnt wird. Die ständige Konfrontation aufgrund ihrer Unbelehrbarkeit wurde mir auf die Dauer dann doch etwas zu viel, auch wenn sie zum Erfolg führte.
In der Auflösung des Falls passten sich auch die Eindrücke des Kindes stimmig ein, welche mich sehr gelungen fast bis zum Ende auf eine falsche Fährte geführt hat.
Ein sehr fesselndes Buch mit überraschenden Wendungen, welches ich empfehlen kann.

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