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Veröffentlicht am 30.05.2022

Wenig überzeugende Handlung...

Was der Morgen verspricht
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Berlin, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Die junge Hannah wächst behütet in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf, mit dem Ziel sie gut und standesgerecht zu vermählen. Doch sie möchte mehr sein ...

Berlin, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Die junge Hannah wächst behütet in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf, mit dem Ziel sie gut und standesgerecht zu vermählen. Doch sie möchte mehr sein als Ehefrau, Hausfrau und Mutter und träumt von einem Medizinstudium, was für Frauen in dieser Zeit noch unvorstellbar ist. Einzig ihr Großvater unterstützt sie in ihrem Vorhaben und erkennt ihr großes Potential.
Leider hat mich dieses Buch nicht wirklich überzeugt. Mir fehlt in der Geschichte etwas die Spannung - die Handlung plätschert eher nur dahin. Hindernisse auf Hannah's Weg lösen sich über kurz oder lang zu ihren Gunsten und ohne Folgen bzw. Nachteile auf: der unbekannte Verlobte wird zum perfekten verständnisvollen Partner, Studium und Mutterschaft sind mit Organisation und Unterstützung doch ganz gut zu bewältigen und auch der anfänglich abgeneigte Professor hält seine schützende Hand über sie. Für die Bedeutung in ihrem - eigentlich schwierigen - Kampf um Gleichberechtigung und gegen bestehende Konventionen ist mir das zu wenig. Letztendlich fügt sich für sie alles, wie sie möchte; ihr Bemühen darum und ihre Enttäuschung bei Rückschlägen kommen meiner Meinung im Verhältnis zu den harmonischen Glücksmomenten zu kurz. Im großen und ganzen liest sich das alles wie eine Aneinanderreihung von mehr oder weniger hervorzuhebenden Geschehnisse ihres (Familien) Alltags und - Lebens.
Es gibt Bücher die man vor lauter Spannung nicht aus der Hand legen möchte. Dieses Buch gehört leider nicht dazu und weiß noch nicht ob ich die Fortsetzungsbände lesen werde...

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Veröffentlicht am 28.05.2022

Das Porträt einer modernen jungen Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist

Das Land, von dem wir träumen
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Als ob die Verluste in den Familien nach dem ersten Weltkrieg nicht schlimm genug sind, bekommen die Deutschen in Südtirol die ganze Macht der italienischen Regierung zu spüren: Deutsch wird verboten, ...

Als ob die Verluste in den Familien nach dem ersten Weltkrieg nicht schlimm genug sind, bekommen die Deutschen in Südtirol die ganze Macht der italienischen Regierung zu spüren: Deutsch wird verboten, Italienisch Amtssprache und auch die deutschen (Familien) Namen werden italienisiert. Während der Bauer Ludwig Bruggmoser Konflikte scheut, wehrt sich seine, als Lehrerin ausgebildete Tochter Franziska gegen diese Bevormundung und gründet eine verbotene Katakombenschule um den Kindern heimlich Deutschunterricht zu geben.
Vor der romantischen Kulisse wilder Berge zeichnet die Autorin das Porträt einer modernen jungen Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist und gegen jedwede gesellschaftlichen Konventionen aufbegehrt. So interessant und gut gemeint die Ansätze sind, erscheint mir der Verlauf der gesamten Handlung doch etwas zu glatt. Auftretende Probleme werden letztendlich immer zum Positiven gelöst und Franziska kann als Siegerin hervorgehen.
Für die damalige Zeit und den - in den Dörfern noch - festgefahrenen Ansichten vom Stand der Frau ist mir das etwas zu unglaubwürdig. Gleiches gilt für die fast problemlose Umsetzung ihrer Ideen und Neuerungen.
Insgesamt ein Buch das, vor allem im Hinblick auf romantische Erwartungen, leicht und flüssig zu lesen ist. Mir fehlte jedoch etwas der Tiefgang sowie die Verknüpfung mit weitreichenderen historischen Fakten.
Solide 3 Sterne!

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Veröffentlicht am 28.05.2022

Grausame Illusionen

Schwarzlicht
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Das Werk eines Wahnsinnigen: in einer für Zaubertricks benötigten Schwerterkiste wird die durchbohrt Leiche einer jungen Frau gefunden. Entsetzt von dieser grausamen Tat hofft sich das Ermittlerteam um ...

Das Werk eines Wahnsinnigen: in einer für Zaubertricks benötigten Schwerterkiste wird die durchbohrt Leiche einer jungen Frau gefunden. Entsetzt von dieser grausamen Tat hofft sich das Ermittlerteam um die Stockholmer Kommissarin Mina Dabiri Unterstützung von dem Mentalisten Vincent Walder. Dieser kann einen Code entschlüsseln der auf einen furchtbaren Countdown hinweist. Je weiter die Ermittlungen voranschreiten umso mehr kristallisiert sich jedoch heraus, das zwischen Vincent und den Taten ein Zusammenhang besteht. Ist er der Mörder der alle täuscht?
Dieses Buch entführt in die Welt der Illusion und Zauberei, ein sehr interessantes Thema das meiner Meinung nach auch sehr gelungen mit den Morden und den Aspekten des Thrillers verbunden ist. Ich mag Bücher, die ausgefallene Motive beinhalten und zusätzlich auch noch Wissen vermitteln. Meiner Meinung nach tut dies dem zuzuordnen Genre keinen Abbruch. Die Charaktere der Akteure sind ebenfalls sehr gut herausgearbeitet, obwohl drei Personen mit Zwangsstörungen mitunter etwas zu viel erscheinen.
Der fesselnde Schreibstil und die spannende Handlung erzeugten einen Sog, den ich mich nur schwer entziehen konnte.
Leider werden zum Ende hin nicht alle meine Fragen beantwortet, als Auftakt einer neuen Buchreihe habe ich da allerdings noch Hoffnung.
Ein Buch das mich auf hohem Niveau hervorragend unterhalten hat und welches ich sehr gern weiter empfehle.

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Veröffentlicht am 11.05.2022

Schicksale und Lebenswege

Waldinneres
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Ein kleines, fast unscheinbare Gemälde von Gustav Klimt und Schicksale, welche sich mit selbigen verbinden...
Zur Zeit des zweiten Weltkrieges hilft Gottfrieds Vater Herrmann Messmer verfolgten Juden, ...

Ein kleines, fast unscheinbare Gemälde von Gustav Klimt und Schicksale, welche sich mit selbigen verbinden...
Zur Zeit des zweiten Weltkrieges hilft Gottfrieds Vater Herrmann Messmer verfolgten Juden, verschlüsselt "Pakete" genannt, bei der Flucht.
Als diese bei Jakob Sandler scheitert, macht sich Herrmann zeitlebens Vorwürfe, die ihn letztendlich in den Tod treiben. Eine Tat die Gottfried ihm nicht verzeihen kann und ihm sein weiteres Leben vorwirft.
Auf verschieden Zeitebenen nähern sich die Handlungsstränge an, um sich dann in der Gegenwart zu verbinden. Zwei Geschichten, die sich unabhängig von einander, und dennoch durch das Bild verbunden, basierend aus dem Vermächtnis und den Erzählungen der Protagonisten, entwickeln.
Monica Subietas gelingt es hervorragend die Figuren so emphatisch zu zeichnen, das trotzdem die anfängliche Abneigung und Unverständnis für einige Akteure plausibel wird.
Und auch wenn viele Begebenheiten etwas zu viel Zufall beinhalten, fast jeder der einzelnen Akteure in einem (lange unbekannten) Zusammenhang zueinander steht, das man als Leser aufstöhnen möchte, überwiegt der positive Eindruck des Buches. Letztendlich schließt sich dadurch am Ende gekonnt der Kreis.
Ein Buch mit trauriger Thematik was mich sehr gefesselt hat und ich gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 05.05.2022

Authentische und berührende Lebensgeschichte

Die drei Emigrationen der Sonja Berg
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"Wenn du mich fragst, wo meine Heimat ist, dann muss ich dir sagen: ich weiß es nicht …" Dreimal musste Sonja Berg emigrieren: 1918 aus Russland, 1934 aus Nazideutschland und 1962 aus dem Südafrika der ...

"Wenn du mich fragst, wo meine Heimat ist, dann muss ich dir sagen: ich weiß es nicht …" Dreimal musste Sonja Berg emigrieren: 1918 aus Russland, 1934 aus Nazideutschland und 1962 aus dem Südafrika der Apartheid. In den 1980er Jahren erzählten sie und ihr Mann Heinz dem damals 18jährigen Autor ihre Lebensgeschichten. Dreißig Jahre später fasst Daniel Becker basierend auf ihren Erinnerungen und eigenen ausführlichen Recherchen beider Leben in einem Buch zusammen. Das Ergebnis ist eine Reise in fast 100 Jahre Zeitgeschichte, die spannender nicht sein könnte.
Dieses Buch ist ein gut recherchierter, mit Fakten belegte Lebensbericht, der den Leser in glanzvolle und grausame Zeiten entführt, die er selbst nur aus Geschichtsbüchern kennen mag.
Mich hat dieses Buch sehr gefesselt und ich kann es an der Thematik interessierten Lesern nur weiterempfehlen!

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