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Veröffentlicht am 12.10.2020

Mahnung und Erinnerung

Der Klang der Schwalbe
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Mit dem ungestümen Mut der Jugend meldet sich der 18jährige Niederländer Ruurd nicht zum Arbeitsdienst und taucht unter. Für diesen Leichtsinn er muss einen sehr hohen Preis zahlen. Als Arbeitsverweigerer ...

Mit dem ungestümen Mut der Jugend meldet sich der 18jährige Niederländer Ruurd nicht zum Arbeitsdienst und taucht unter. Für diesen Leichtsinn er muss einen sehr hohen Preis zahlen. Als Arbeitsverweigerer wird er in das Lager Amersfoort transportiert, wo deutsche Aufseher den Gefangenen das Leben zur Hölle machen. Als Zwangsarbeiter wird er mit anderen nach Deutschland verschleppt, um dort unter anderem im Steinbruch „Emil“ eine unterirdische Rüstungsanlage, das Geheimprojekt Schwalbe, zu errichten, dessen Eigentümer die Rheinisch Westfälische Kalkwerke dafür zwangsenteignet
Die junge Helga wurde mit der Enteignung des Betriebes als Sekretärin durch die Operation Todt „übernommen“ und muss nun die Pläne zu dem geheimen Hydrierwerk protokolieren. In ihr regt sich Widerstand. Und auch ihre Cousine kann vor dem Elend nicht die Augen verschließen und versorgt heimlich die eingesperrten Zwangsarbeiterinnen mit Lebensmitteln. Das Erleben dieser drei Protagonisten verläuft nebeneinander und steht für meine Begriffe stellvertretend für das erfahrene Leid, aber auch die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung gegenüber den Zwangsarbeitern, wohlwissend sich dabei selbst in Gefahr zu bringen.
Uta Baumeister ist mit diesem Buch meines Erachtens ein authentischer Abriss des Geschehens gelungen, der so oder ähnlich passiert sein dürfte. Der Leser wird in die Zeit versetzt, fühlt und leidet mit den Figuren.
Ein Buch der Mahnung und gegen das Vergessen, welches ich sehr gern weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 12.10.2020

Geheimnisvolles Australien

Die Perlenschwester
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Nach dem Tod ihres (Adoptiv)Vaters sucht auch CeCe nach den Spuren ihrer Herkunft. Durch Stars Abnabelung ebenfalls entwurzelt, lässt sie sich in Thailand treiben, bis es sie endlich nach Australien verschlägt. ...

Nach dem Tod ihres (Adoptiv)Vaters sucht auch CeCe nach den Spuren ihrer Herkunft. Durch Stars Abnabelung ebenfalls entwurzelt, lässt sie sich in Thailand treiben, bis es sie endlich nach Australien verschlägt. Auf ihre innere Stimme hörend begibt sie sich auf die Suche nach ihrer Familie und ihrem wahren Talent – dem Malen. Nach und nach kann sie auch Zuversicht in sich erlangen, um auch allein, ohne ihre Schwester, ihr Leben zu meistern.
Die „Vergangenheitsgeschichte“ ist ebenfalls sehr lesens-/hörenswert, erfährt man nebenbei auch noch viel über die australische Besiedlungsgeschichte durch die Europäer.
Nachdem ich die Vorgängergeschichte „Die Schattenschwester“ etwas fad fand, begeisterte mich die Autorin hiermit wieder sehr.
Klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 12.10.2020

Clara's Schicksal

Die Pianistin
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Meiner Meinung nach ist Beate Rygiert wie beabsichtigt hervorragend gelungen, Clara’s Schicksal „…fühl- und erlebbar zu machen.“ (Nachwort, Seite 363)
Als Leipzigerin kam ich bereits sehr früh mit Clara ...

Meiner Meinung nach ist Beate Rygiert wie beabsichtigt hervorragend gelungen, Clara’s Schicksal „…fühl- und erlebbar zu machen.“ (Nachwort, Seite 363)
Als Leipzigerin kam ich bereits sehr früh mit Clara und Robert Schumann in Verbindung. Von ihrem strengen Vater sowie Robert’s Leiden wusste ich, umso beeindruckender ist diese Geschichte, die teils biografisch, teils mit Fiktion verknüpft ein Bild dieser starken und kämpferischen Frau aufzeigt.
Nach dem langen und harten Streit mit dem Vater um ihr Liebesglück versucht sie desillusioniert den Spagat zwischen Ehefrau, Mutter und Künstlerin zu meistern, was zu Lasten ihrer Karriere und auch Gesundheit geht. So ist es eine Erlösung als sich dieses Kapitel mit einer Versöhnung mit sich selbst an Robert’s Sterbebett schließt und sie diese Chance nutzt an ihre Karriere als Pianistin anzuknüpfen.
Es ist somit nicht nur die Geschichte einer romantischen Liebe, sondern auch die, einer Liebe in schwierigen Zeiten als auch einer großartigen Künstlerin, die die Autorin sehr sensibel zeichnet.
Dieses Buch ist eine geglückte Hommage an eine starke Frau, das ich sehr gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 05.10.2020

Wer nur ein einziges Leben rettet...

Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt
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Nachdem das Deutsche Reich große Teile Mitteleuropas besetzt hatte, sahen die Flüchtlinge nur noch Zuflucht in Portugal. Jedoch wurde dazu ein portugiesisches Visum benötigt, um von Frankreich via Spanien ...

Nachdem das Deutsche Reich große Teile Mitteleuropas besetzt hatte, sahen die Flüchtlinge nur noch Zuflucht in Portugal. Jedoch wurde dazu ein portugiesisches Visum benötigt, um von Frankreich via Spanien nach Portugal ausreisen zu können. Aristides de Sousa Mendes ist zur Zeit dieser Flüchtlingswelle Generalkonsul in Bordeaux. Er widersetzt sich allen Anweisen des portugiesischen Ministerpräsidenten Salazar und stellt trotz anderslautender Anordnungen die dringend benötigten Visa aus. Darüber hinaus wies er ihm untergeordneten Beamten an, ebenfalls diese Visa auszustellen. Als Salazar davon erfuhr, enthob er Mendes seines Amtes. In dem darauffolgenden Disziplinarverfahren gelang es Mendes nicht sich zu rehabilitieren, was den sozialen Abstieg seiner Familie zur Folge hatte. Nach mehreren Schlaganfällen verstarb er verarmt 1954 in Portugal.
Dagmar Fohl gelingt es hervorragend, Mendes Beweggründe sowie die sich damit drastisch veränderten Lebensumstände darzulegen. Dabei bedient sie sich der Ich-Form, wodurch der Leser Mendes sehr nah kommt. So hervorzuheben wie Mendes Engagement bei der Unterstützung der Flüchtlinge war, umso leichtsinniger erscheint dies jedoch für ihn und vor allem seine große Familie. Manchmal hatte man den Eindruck, ein großes Kind tut nur das, was es will. Dies wird auch besonders in der Beziehung zu Andree deutlich. Das Angenehme mitnehmen, aber sich der Verantwortung nicht stellen. Für unzählige Flüchtlinge war jedoch aber genau dieses Nicht-Nachdenken über die Verantwortung der Rettungsanker.
Ein sehr lesenswertes Buch!

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Veröffentlicht am 03.10.2020

Blut und Asche

Blutasche
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Über das Land verstreut sterben junge Frauen während eines Brandes in ihrem Haus. Ein Zusammenhang ist zuerst nicht zu erkennen, bis dem Polizeianwärter Neil Unstimmigkeiten auffallen. Ein erneuter Fall ...

Über das Land verstreut sterben junge Frauen während eines Brandes in ihrem Haus. Ein Zusammenhang ist zuerst nicht zu erkennen, bis dem Polizeianwärter Neil Unstimmigkeiten auffallen. Ein erneuter Fall ruft das MID auf den Plan und es offenbart sich Schreckliches. Die Taten werden im Darknet veröffentlicht und gegen Höchstgebote kann der perverse Zuschauer die Regie bestimmen…
Es ist von Vorteil, den Vorgängerband gelesen zu haben um die Zusammenhänge bzw. Beziehungen der Personen untereinander besser verstehen zu können.
Sage Dawkins versteht es auch in diesem Buch wieder hervorragend, den Leser auf falsche Fährten zu locken, die doch so überzeugend sind. Dadurch entfaltet sich ein Sog, der es unmöglich macht dieses Buch aus der Hand zu legen. Im Vergleich zu den Vorgängerbänden ist dies meiner Meinung nach aber der schwächste Band – deshalb empfehle ich „Blutasche“ mit soliden 4 Sternen.

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