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Veröffentlicht am 13.08.2020

„Dieser Schmerz ist meine Strafe dafür das ich überlebt habe…“ (C.Klein)

Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein
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Nachdem sie Auschwitz überlebt hat, wird die junge Tschechin Cecilia „Cilka“ Klein der Kooperation mit dem Feind und aufgrund ihrer Sprachkenntnisse als Spionin verdächtigt und zu 15 Jahren Zwangsarbeit ...

Nachdem sie Auschwitz überlebt hat, wird die junge Tschechin Cecilia „Cilka“ Klein der Kooperation mit dem Feind und aufgrund ihrer Sprachkenntnisse als Spionin verdächtigt und zu 15 Jahren Zwangsarbeit im Gulag Workuta, nördlich des Polarkreises in Sibirien, verurteilt. Dass sie die Vergewaltigungen hat über sich ergehen lassen, um zu Überleben sieht keiner.
Die Entscheidung für Leben oder Tod ist oft nur ein schmaler Grat, und Cilka hängt noch zu sehr am Leben um sich dagegen zu entscheiden. Doch damit gerät sie immer wieder in Situationen, die sie selbst als Fluch empfindet, anderen nur Unheil zu bringen. Ihr Wille zu überleben wird ihr zum Vorwurf gereicht sich dadurch auf die Seite des Feindes gestellt zu haben.
Basierend auf Erzählungen über die realen Cilka, verknüpft mit fiktiven Charaktern, schildert Heather Morris sehr gelungen ihre innere Zerrissenheit das Richtige zu tun, als auch die unmenschlichen Lebensumstände bzw. den Leidensweg der Gefangenen. Hervorzuheben ist dabei Cilkas’s unermüdlicher Einsatz für andere, indem sie ihr zustehende Vergünstigen an andere weitergibt und auch harte Bestrafungen auf sich nimmt, nur um Ungerechtigkeit anzuprangern. Mitunter hatte ich beim Lesen fast das Gefühl, das dies ihre Art und Weise ist, sich für ihr Überleben in Auschwitz zu entschuldigen.
Es ist ein eindringliches Buch, das noch lange nachwirkt, und es freut mich zu lesen, dass sie nach ihrer Entlassung ihr Lebensglück noch finden konnte.
Sehr gerne empfehle ich es am Thema interessierten weiter.

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Veröffentlicht am 10.08.2020

Tritt meine Fürsorge nicht mit Füßen…

Der Behüter: Thriller
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Im Abfall vor dem Krankenhaus wird eine junge Frau tot aufgefunden. Ihrem Zustand nach wurde sie arg misshandelt. Wer ist diese Fremde und besteht etwa ein Zusammenhang zu weiteren vermissten jungen Frauen?
Ein ...

Im Abfall vor dem Krankenhaus wird eine junge Frau tot aufgefunden. Ihrem Zustand nach wurde sie arg misshandelt. Wer ist diese Fremde und besteht etwa ein Zusammenhang zu weiteren vermissten jungen Frauen?
Ein weiterer Handlungsstrang, in dem sich ein Mann rührend um misshandelte Frauen kümmert, wirft ebenfalls Fragen auf. Worin besteht der Zusammenhang – oder gibt es gar keinen?
Das Buch fesselt bereits ab den ersten Seiten. Wenn zwar anfänglich zwischen den vielen agierenden Personen noch nicht erkannt werden kann, was sie verbindet, ändert sich dies im weiteren Verlauf der Handlung. Man bekommt somit langsam eine Ahnung von den absurden Beweggründen, die einen schaudern lassen.
Auch wenn das die Taten in keinster Weise rechtfertigt, kann ich die Absicht des Täters in gewisser Weise sogar nachvollziehen. Und das sind für mich immer die am schwersten zu "verdauenden" Thriller.
Einmal begonnen konnte ich dieses Buch nur schwer aus der Hand legen – so fesselnd waren Schreibstil und Handlung!
Catherine Shepard hat ihre Sache auch hier wieder sehr gut gemacht - ich mag ihre Bücher sehr und wurde auch von diesem nicht enttäuscht! Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 10.08.2020

Leider sehr langatmig...

Glanz der Ferne
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Die junge Victoria (Vicky) von Gentzsch ist in ihrer Familie sehr unglücklich – der Vater gibt ihr die Schuld am Tod ihrer Mutter – und der Stiefmutter kann sie eh nicht etwas recht machen. Aufgrund ihres ...

Die junge Victoria (Vicky) von Gentzsch ist in ihrer Familie sehr unglücklich – der Vater gibt ihr die Schuld am Tod ihrer Mutter – und der Stiefmutter kann sie eh nicht etwas recht machen. Aufgrund ihres ungestümen Verhaltens wurde sie bereits von mehreren Schulen verwiesen – sie ist also das schwarze Schaf – und das lässt sie auch jeder spüren.
Liebe und Wertschätzung erfährt sie erst im gemeinsamen Haushalt ihrer Großmutter und Tante Friedericke von Hartung. Allerdings knüpfen verschiedene Personen ein gefährliches, intrigantes Netz um derer von Hartung zu schaden. Und dabei gerät Vicky in eine Falle, die eigentlich ihren Cousinen galt…
„Glanz der Ferne“ ist der letzte Teil einer Triologie – kann allerdings unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.
Iny Lorentz verspricht fesselnde Bücher im historischen Kontext. Meiner Meinung nach ist dies hier leider nicht so gut gelungen. Der Beginn war für mich quälend langatmig, so dass ich dieses Buch anfänglich zu Gunsten anderer mehrmals bei Seite gelegt habe. Der erneute Einstieg war dabei umso schwieriger. Bis endlich mal etwas Bewegung in die Geschichte kommt, vergeht gefühlt eine Ewigkeit, und auch dann gibt es immer wieder sehr langgezogene Stellen.
Der Inhalt an sich ist recht spannend, könnte jedoch unter Reduzierung der vielen agierenden Personen doch etwas gestrafft werden. Schon allein wie die einzelnen Familienmitglieder zueinanderstehen, würde das Buch ausfüllen. Ein Personenregister ist am Ende des Buches angeführt, was wiederum durchaus hilfreich ist, um das Geflecht zu Durchschauen. Sehr interessant sind auch die geschichtlichen Anmerkungen – dieser „Brauch“ war mir bis dato noch nicht bekannt.
Den Titel finde ich auch etwas unglücklich gewählt, denn damit könnte man nur den Abschluß des Buches in Verbindung bringen.
Alles in allem ein Buch, das man Lesen kann, wenn man viel Zeit (oder keine andere Lektüre) hat. Ich würde es jedoch nicht noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Komplizierte Liebe in schwierigen Zeiten

Ein Traum vom Glück
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Katharina kommt nach dem Krieg mit ihren beiden Töchtern Bärbel und Inge bei ihrer recht pragmatisch veranlagten Schwiegermutter Mine im Ruhrpott unter, während ihr Mann Karl immer noch vermisst wird. ...

Katharina kommt nach dem Krieg mit ihren beiden Töchtern Bärbel und Inge bei ihrer recht pragmatisch veranlagten Schwiegermutter Mine im Ruhrpott unter, während ihr Mann Karl immer noch vermisst wird. Die lebensfrohe "Schickse aus Berlin " wird von den Anwohnern sehr skeptisch beäugt. Trotz dieser allgemein schwierigen Situation bemüht sich Katharina um den Aufbau einer Nähstube um finanziell unabhängiger zu werden.
Mit dem unverhofften Auftauchen von Johannes, dem Sohn von Karl's, aus der Gefangenschaft, entwickelt sich zwischen ihm und Katharina eine zarte Liebe - die nicht sein darf. Und dann steht eines Tages Karl vor der Tür....

Die schwierige Nachkriegssituation wird von Eva Völler ungeschönt dargestellt. Verwoben mit der doch etwas komplizierteren Familiengeschichte ist damit ein sehr lesenswertes Buch entstanden, das neben der Liebes- bzw. Beziehungsthematik vor allem auch Einblicke in das damals schwierige Alltagsleben mit seinen gängigen Ansichten von Anstand und Moral gewährt.
Mir hat dieses Buch sehr angesprochen und auch gut gefallen, so das ich es zügig gelesen habe. Der Folgeband liegt schon bereit.
Sehr gern empfehle ich "Ein Traum vom Glück" deshalb weiter.

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Gelungenes Psychospiel

Ich beobachte dich
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Seit Lindsay mit ihrer Tochter Sophia vor ihrem gewalttätigen und besitzergreifenden Mann Andrew flüchtete, lebt sie nach seiner angekündigten Freilassung aus dem Gefängnis in Angst und Schrecken, das ...

Seit Lindsay mit ihrer Tochter Sophia vor ihrem gewalttätigen und besitzergreifenden Mann Andrew flüchtete, lebt sie nach seiner angekündigten Freilassung aus dem Gefängnis in Angst und Schrecken, das er sie findet und sich der Alptraum wiederholt. Als er auftaucht sucht er vor allem Kontakt zu seiner Tochter, die dem nicht abgeneigt ist. Durch sie erfährt er auch den geheimen Wohnort- beginnt die Schikane nun erneut...?
Chevy Stevens gelingt es hervorragend, eine Stimmung des Zweifelns und Argwohn aufzubauen, der dazu führte, das ich neben Andrew auch jeden anderen männlichen Charakter im Verdacht hatte. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, findet sich fast in jeder Reaktion oder Verhalten etwas unstimmiges. Dadurch ist die Handlung überaus fesselnd und spannend - ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Sehr gelungen ist auch das doch eher überraschende Ende, damit hätte ich nicht gerechnet.
"Ich beobachte dich" hat mich überzeugt und ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter!

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