Harter Tobak, da nicht nur eine fiktive Geschichte!
Auf den zerbrochenen Flügeln der FreiheitDer Einstieg in das Buch gelingt super und ich fand alle drei vorgestellten jungen Frauen Cindy, Fiona und Rose, gleich sehr sympathisch. Sie verkörpern das, was junge Leute heute auch machen, haben Ideale ...
Der Einstieg in das Buch gelingt super und ich fand alle drei vorgestellten jungen Frauen Cindy, Fiona und Rose, gleich sehr sympathisch. Sie verkörpern das, was junge Leute heute auch machen, haben Ideale für die sie einstehen und möchten ihr Leben frei von den Vorstellungen, was vielleicht die Eltern sich wünschen, leben. Nur das es für sie die falsche Zeit, und wahrscheinlich auch das falsche Land ist.
Deshalb werden Fiona und Cindy als gestrauchelte Frauen in einem katholischen Magdalenen-Heim
„weggesperrt“, und Rose aus einem anderen Kloster aufgrund ihrer Aufmüpfigkeit dorthin quasi strafversetzt. Unter dem Deckmantel diesen Frauen eine Zukunft zu bieten, werden sie hier aufs Schlimmste ausgebeutet und missbraucht. Die Schilderungen sind sehr erschütternd, zumal dies keine erfundene Geschichte ist, sondern Tatsachen betrifft. Fast kann man es als Entmündigung bezeichnen, denn sie haben keinerlei Rechte mehr – nur Pflichten. Und damit nicht genug, es geschehen weitere Schandtaten, ja Verbrechen, wie Missbrauch, Folterung etc. unter dem Schutz der Kirche, an den Frauen. Rose möchte und kann dies gar nicht glauben, auch wenn es genügend Verdachtsmomente dafür gibt. Da kann ich da sehr gut verstehen, dass sie über die Geschehnisse in ihrer Berufung als Nonne zu leben ins Grübeln kommt.
Letztendlich gelingt allen dreien die Flucht. Mit der Frage „was jetzt“ schlagen sie sich gemeinsam ganz gut durch. Doch dann geraten sie in den Strudel des Irischen Freiheitskampf…
Das daraus für Rose ein glücklicher Umstand wird, ist vielleicht etwas unrealistisch, auch das Cindy ihren Sohn wiedersehen darf. Allerdings passt es in die Geschichte. Und warum soll es nach all dem Leid letztendlich nicht doch ein Happy End geben…
Was mich als Leser glücklich zurücklässt, ist, das alle drei ihren Platz in der Welt gefunden haben. Thierry ist mit Georgina glücklich, ohne Rose nachzutrauern. Und auch Rose ist mit der ihr zugedachten Rolle zufrieden.
Der Autorin ist es somit wunderbar gelungen eine fiktive Geschichte mit tatsächlichen (grausamen) Fakten zu kombinieren. Für mich war dieses Buch absolut lesenswert, zumal ich von den Magdalenenheimen bis dahin noch nichts gehört hatte. Gern empfehle ich dieses Buch weiter.