Der Autor präsentiert in einem gelungenen, komplexen Konzept mittels ausgewählter Ereignisse sehr anschaulich tausend Jahre deutscher Geschichte in Romanform. Sehr treffend charakterisiert schon der (eher ...
Der Autor präsentiert in einem gelungenen, komplexen Konzept mittels ausgewählter Ereignisse sehr anschaulich tausend Jahre deutscher Geschichte in Romanform. Sehr treffend charakterisiert schon der (eher schlichte) Titel diesen Roman. Etwas ungewöhnlich ist der Aufbau über viele Generationen hinweg – aber nach kurzer Eingewöhnung kann man sich gut hineinfinden. Sehr gut finde ich den von Generationen zu Generationen weitergegebenen Säbel, der sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht.
Während ich im ersten Kapitel ob der ausführlichen Beschreibung der Kampfszenen einige Schwierigkeiten hatte, las sich für mich Kapitel um Kapitel flüssiger. Im Kontext der jeweiligen Epoche wird das Leben (und Leiden) der einfachen Leute sehr gut nachvollziehbar geschildert. Der Schreibstil ist sehr verständlich und plastisch und ich habe mich in die jeweilige Epoche bzw. Situation sehr gut hineinfühlen können. Gut abgerundet wird das ganze Werk durch reale (mir bekannte als auch unbekannte) geschichtliche Personen, die mich mehr als einmal anregten genauer dazu nachzulesen.
Für Leser „einfacher“ historischer Romane vielleicht etwas zu komplex - jedoch bei Interesse an historischem Hintergrund sehr zu empfehlen.
Ich kannte Dora Heldt bisher nur aus eher leichten und lustigen Büchern und bin überrascht, dass sie hiermit auch in einem etwas anderen Genre ein für meine Begriffe sehr lesenswertes Buch geschrieben ...
Ich kannte Dora Heldt bisher nur aus eher leichten und lustigen Büchern und bin überrascht, dass sie hiermit auch in einem etwas anderen Genre ein für meine Begriffe sehr lesenswertes Buch geschrieben hat.
Ausgangspunkt sind vier – ursprünglich unzertrennliche – Freundinnen (Marie, Jule, Friedericke und Alexandra), die seit ihrer Kindheit quasi als Freundschaftskleeblatt viele unbeschwerte Tage am Haus am See verbrachten, welches Maries Familie gehört. Doch nun ist bereits seit zehn Jahren nach einem Streit fast jeglichen Kontakt abgebrochen – dies lässt vermuten, dass etwas sehr Schlimmes passiert sein muss.
Gelungen ist die Gliederung in die einzelnen Kapitel, die aus der jeweiligen Perspektive der vier, ihren Alltag, als auch die Verbindung zueinander und ihre Sicht der Dinge schildern.
Man sieht die Hauptfiguren förmlich vor sich, mit ihrem jeweiligen Charakter und Eigenheiten und erfährt sehr viel von den vier Frauen – auch von ihrem Lebensumfeld - und kann sie dadurch sehr gut einschätzen. Eine jede hat irgendwie ihr Päckchen zu tragen.
Es wird durch den Bruch (und das Geheimnis darum) der vier Freundinnen eine Spannung aufgebaut, welche auch über die erste CD hinaus anhält.
Marie, die sanfte und gefühlvolle, hinterlässt nach ihrem Tod den drei verbliebenen ein schweres, allerdings sehr gut durchdachtes Erbe: alle drei erben das Haus am See – daran ist jedoch die Bedingung geknüpft eine Zeit lang – wie früher – zu Pfingsten jeweils einige Tage gemeinsam (!) miteinander zu verbringen.
Diese Idee des Versöhnungsversuchs ist von Marie sehr gut gedacht, obwohl man sich durchaus vorstellen könnte, das sich einige verbiegen würden, nur um an diese Erbschaft zu kommen, die ja einiges wert ist. Doch im Lauf der Handlung bekommt man mit, dass alle drei abgeneigt bis ablehnend darin sind, Maries letzten Wunsch zu erfüllen.
Es ist sehr traurig zu hören, wie die einst so feste Freundschaft der Vier zerbrochen ist. Die Schilderung ihrer ganzen gemeinsamen Erlebnisse, so etwas kann man doch nicht einfach wegwerfen.
Immer mehr kristallisiert sich heraus, das Marie – trotz oder vielleicht auch wegen ihrer Krankheit - die einzig richtig Glückliche und Lebensbejahende in diesem Quartett ist (herrlich ist ihr Begriff der „Lebensliebe“). Und nach und nach wird die Belastung der anderen immer deutlicher – die sich teils in ihrem jetzigen Leben selbst belügen. Und Ursprung allen Leids scheinen die Männer zu sein.
Über die Ursache des Bruchs und des großen Schweigens bin ich etwas enttäuscht. Da ist es wieder das allbekannte Problem und Ursache vielen Übels: man deutet in Beobachtungen oder Gesagtes Dinge hinein, die so gar nicht stimmen. Aber anstatt es zu hinterfragen, zieht man seine eigene Schlüsse und richtet sein Verhalten danach aus. Das ist sehr schade – und wahrscheinlich „von außen“ betrachtet viel einfacher zu erkennen, als bei sich selbst.
Sehr berührend wiederrum ist jedoch Maries Glauben an die Freundschaft und ihre „Regieanweisung“, alles zu ermöglichen, das die drei Zerstrittenen sich wieder annähern und überhaupt erst einmal wieder miteinander reden – was ihr letztendlich auch gelungen ist.
Dies ist ein sehr tiefsinniges Buch über Freundschaft, Vertrauen, Liebe und Zusammenhalt. Es hat mich selbst sehr oft zum Nachdenken und der Reflexion des eigenen Verhaltens angeregt – deshalb gibt es von mir dafür eine klare Leseempfehlung!
Hervorheben muss ich unbedingt, dass sich dieses Buch so flüssig liest und so fesselnd ist, dass ich es gar nicht aus der Hand legen konnte!
Sehr eindrücklich wird das schlimme Schicksal, das die drei ...
Hervorheben muss ich unbedingt, dass sich dieses Buch so flüssig liest und so fesselnd ist, dass ich es gar nicht aus der Hand legen konnte!
Sehr eindrücklich wird das schlimme Schicksal, das die drei Protagonisten Raquel, Rosetta und Rocco nach Argentinien treibt, geschildert. Ich fühlte sehr mit ihnen, vor allem mit den zwei Frauen, die, nur aufgrund ihres Geschlechtes weniger Wert zu sein scheinen und nur für Eines zu gebrauchen: den (be)herrschenden Männern zur Verfügung stehen müssen. Zu der damaligen Zeit so üblich und schon mit der Geburt war mit der Herkunft das Leben vorgezeichnet: Unterdrückter oder Beherrscher. Und „frau“ wird bestraft, weil sie sich dagegen wehrt… und nur das fordert, was ihr eigentlich zustehen würde. Eine schreiende Ungerechtigkeit.
Sehr interessant und erschütternd finde ich die Information zu Zwi Migdal. Anfänglich glaubte ich wirklich noch, dass diese Organisation etwas Gutes will. Vielleicht auch weil sie jüdischen Ursprungs war.
Alle drei haben es in dem Land ihrer Hoffnung nicht leicht.
Rosette wird per Strafbefehl gesucht, weil sie sich gegen den Baron, der sie betrogen hat, zur Wehr setzte. Sehr deutlich wird hierbei wieder, das nicht Recht Recht ist, sondern der Recht hat, der in höherer Position ist und Geld hat. Mittels Rocco kann Rosetta die Flucht gelingen – die kurze Begegnung reicht für das Verzaubern beider und die Suche beider zueinander wird ein Schwerpunkt dieses Romans werden.
Raquel, als Kind bzw. Heranwachsende wird am Schlimmsten mit der grausamen Wirklichkeit konfrontiert – das die Organisation die junge Mädchen in Osteuropa einsammelte, nicht Gutes beabsichtigt: sondern sie zur Arbeit als Prostituierte zwingt (die fast einzige Arbeit für die Vielzahl der Frauen vor Ort um zu Überleben).
Rosetta und Raquel haben nie wirklich eine Chance – bzw. sorgt ihre aufrichtige Art mit der sie sich für andere einsetzen für Probleme. Sie wählen nicht den Weg des geringsten Widerstandes bzw. schauen weg. Nein – obwohl es ihnen nur Nachteile bringt, kämpfen sie noch für andere. Das zeigt wahre Größe und ich habe große Achtung vor beiden. Und das sie trotz aller widrigen Umstände ihren Lebensmut nicht verlieren, obwohl es sehr oft aussichtlos scheint. Rocco handelt ähnlich gerecht und aufrichtig, was auch ihm die eine oder andere Schwierigkeit einbringt.
Die gesamte Situation der Einwanderer ist mehr als schlecht. Die Frauen haben kaum die Chance für ehrliche Arbeit, als letzte Lösung bleibt die Prostitution, ob nun als Gefangene oder freiwillig. Die Männer könnten – gerade im Hafen - noch Arbeit finden, doch auch hier sind die Umstände menschenunwürdig und Ausbeutung. Man braucht schon viel Durchhaltevermögen, Stärke und vermutlich auch Glück, um hier nicht unterzugehen. Der Traum vom besseren Leben in der neuen Welt ist sehr rasch ausgeträumt!
Immer wenn ich dachte, es kann für die Hauptfiguren nicht mehr schlimmer kommen, gab es wieder einen herben Schlag, von dem sie sich jedoch nicht unterkriegen haben lassen. Ich bin erstaunt über ihre Kraft, jeden neuen Schicksalsschlag zu überstehen und daraus sogar noch neue Kraft zu schöpfen. Alle drei kämpften auf ihre Weise – und aus ihrer Überzeugung. Rosetta als „Bürgermeisterin der Frauen“. Rocco als Unbestechlicher, der seinen Weg geht, seinen Traum der Verlademaschine verwirklicht und sich letztendlich durch seine Haltung sogar den Respekt des verhassten Mafia-Boss Tony gewinnt. Und die „kleine“ Raquel, die über sich hinauswächst und von allen unterschätzt wird, die sich zäh durchbeißt, ihren einzigen Ausweg zur Erfüllung ihres Traumes darin sieht, ein Junge zu werden und sich im Schreiben entfaltet.
Ich habe bisher noch kein Buch von Luca Di Fulvio gelesen, aber dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Die Figuren als auch die Handlung sind sowohl gut durchdacht als auch treffend beschrieben. Ich konnte mich immer sehr gut ein denken und habe mit ihnen gelitten und gebangt. Dieses Buch hat mich sehr berührt und es bleibt für mich als krönender Abschluss der Gedanke, niemals seine Hoffnung und Träume aufzugeben, egal wie widrig die Umstände gerade sind – und nicht zu vergessen: Ein Miteinander, statt Gegeneinander kann vieles bewirken. Rosetta, Raquel und Rocco haben dies getan, sind ihren Weg gegangen und haben ihr Glück mehr als verdient.
Für mich gibt es deshalb für dieses Buch eine klare Leseempfehlung!
Ich bin gut in das Buch und die Handlung reingekommen – es liest sich sehr flüssig und so spannend, dass man es fast nicht unterbrechen kann.
Durch die sehr ausführliche Beschreibung wurde ich gleich ...
Ich bin gut in das Buch und die Handlung reingekommen – es liest sich sehr flüssig und so spannend, dass man es fast nicht unterbrechen kann.
Durch die sehr ausführliche Beschreibung wurde ich gleich in die Szenerie versetzt und fühle mit den drei weiblichen Hauptfiguren: der Hebamme Martha Vogelsang, der Wärterin Elisabeth und der Gräfin Ludovika. Allen dreien ist gemeinsam, das sie in ihrem Denken und Handeln doch sehr fortschrittlich sind – und vor allem die Gräfin nicht in das übliche Klischee der verwöhnten reichen Dame passt.
Jeder hat vor dem Hintergrund der Charite sein eigenes Päckchen zu tragen und doch entwickelt sich im Lauf der Handlung sehr positiv.
Überhaupt ist sehr gut gelungen, dass die Charite Dreh- und Angelpunkt dieser Handlung bleibt. Schwere Schicksale wechseln mit glücklichen Verläufen, genauso wie die handelnden bzw. beschriebenen Personen. Einige begleiten den Hörer nur einen Teil des Hörbuches, andere fast durchgängig. An letzteren kann man ihre Entwicklung natürlich besser festmachen.
Sehr gut gefällt mir die Einbindung realer Personen wie z.B. Dr. Diefenbach in eine Handlung mit fiktiven Personen. Alles ist sehr stimmig und gelungen.
Für dieses Buch gibt es von mir deshalb eine klare Empfehlung!
Der Einstieg in das Buch war aufgrund des flüssigen Schreibstils und der guten Spannung sehr leicht. Jemand (ein Mann/eine Frau?) zwingt einen Mann zum Selbstmord durch Erhängen – um zu rächen, was dieser ...
Der Einstieg in das Buch war aufgrund des flüssigen Schreibstils und der guten Spannung sehr leicht. Jemand (ein Mann/eine Frau?) zwingt einen Mann zum Selbstmord durch Erhängen – um zu rächen, was dieser getan hat? Die Ehefrau erleidet ob des Anblicks einen Schock, bleibt sonst jedoch recht reserviert.
Die ermittelnden Polizisten Pfeiffer und Schätzlein haben beide ihr Päckchen zu tragen, wovon bisher nur andeutungsweise zu erfahren ist.
Dem ersten Mord folgen weitere unnatürliche Todesfälle, die in ein Muster zu passen scheinen. Eine Spur führt zu einer Domina, die jedoch kurze Zeit später ebenfalls tot aufgefunden wird. Nach der Erkenntnis, dass alle Opfer durch die gemeinsame Schulzeit – und ein Ereignis, das offensichtlich damals passiert sein muss – zusammenhängen, gibt es plötzlich fast zu viele Spuren. Dies tut dem Buch jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil, man fiebert regelrecht mit und ist gespannt auf die Lösung – die durch die vielen Lösungsansätze etwas verschleiert wird, was ich jedoch als sehr gelungen empfinde.
In immer rascherer Abfolge zeigen sich neue Spuren bzw. Verbindungen, die schnelles Handeln erforderlich machen.
Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse regelrecht und präsentieren eine doch überraschende Wende.
Authentisch finde ich den gut dosierten Einsatz vom Dialekt. Leider läuft man dabei rasch Gefahr, zu viel einzubauen, und dann wird es für den unkundigen Leser rasch anstrengend. Doch das ist hier nicht der Fall.
Mich hat dieses Buch sehr gefesselt so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte- dies spricht auch für dieses Buch. Von mir deshalb dafür eine klare Leseempfehlung!