Julia Kröhn lädt uns mit “Das Lied der Rose” in eine Zeit der großen Ereignisse im Mittelalter ein und unterstützt ihre Offerte mit einer lebendigen Erzählsprache, die von Poesie und Wärme geprägt ist ...
Julia Kröhn lädt uns mit “Das Lied der Rose” in eine Zeit der großen Ereignisse im Mittelalter ein und unterstützt ihre Offerte mit einer lebendigen Erzählsprache, die von Poesie und Wärme geprägt ist und deutlich nachhallt.
Uns wird unter anderem eine farbenprächtige Welt in Toulouse präsentiert, in deren Mitte Guillaume XI. mit seinem Charisma und seiner Launenhaftigkeit steht. An seiner Seite seine Frau Philippa, klug, indes auch widersprüchlich und berechnend. Sie verfolgt ihre Ziele, mit der sie sich gegen die Dominanz der Männer zu behaupten versucht, auf subtile Weise. Herzenswärme scheint ihr fremd zu sein oder zumindest misst sie dieser wenig Bedeutung bei.
Daneben spielen die Kreuzzüge eine Rolle, und die Autorin beleuchtet auf gelungene Weise Aspekte über die Ereignisse, die im Grunde der christlichen Welt nur marginale und zeitbeschränkte Erfolge brachten, dafür aber viel Leid und Tod auf allen Seiten.
Das berührt. Und Julia Kröhn bietet dem brutalen Vorgehen während des Kreuzug-Alltags ein Äquivalent: die zärtliche Begegnung zweier Liebenden - Sahar und Marian. Ein Hoffnungsschimmer in einer dunklen Zeit.
Wir haben die Möglichkeit, die Charaktere auf ihrem Weg zu begleiten, mit ihnen ihre eigenen Überzeugungen auf den Prüfstand zu stellen und sich Neuem und der Freizügigkeit des Geistes zu öffnen, eine Wertung des Tuns und der Gedanken vorzunehmen, die geschilderten Empfindungen nachzuvollziehen.
So fügen sich einzelnen Handlungsbilder in leiser und kraftvoller Dramatik zu einem Ganzen, beleuchten das Schicksal von einst realen und fiktiven Figuren eindrücklich und mit Hochachtung vor der Recherchearbeit für diesen historischen Roman.
Venedig im Februar. Klirrende Kälte hält die Bewohner der Lagunenstadt in ihren Häusern. Nur wer es unbedingt muss, traut sich dick angezogen aus dem Haus.
Dies ist jedoch nicht das einzige Problem. ...
Venedig im Februar. Klirrende Kälte hält die Bewohner der Lagunenstadt in ihren Häusern. Nur wer es unbedingt muss, traut sich dick angezogen aus dem Haus.
Dies ist jedoch nicht das einzige Problem. Die Gassen von Venedig sind nicht mehr sicher. Mehrere Überfälle haben sich zugetragen, bei denen vorzugsweise ältere Menschen ausgeraubt werden.
Deshalb warnen die Stadtoberen, sich in den Abend- und Nachtstunden allein nach Draußen zu begeben. Allerdings lässt sich das oftmals nicht vermeiden. Und so wird auch die Nachbarin von Commissario Luca Brassoni, Signora Vasconi, niedergerannt. Sie kommt allerdings mit dem Schrecken und leichten Verletzungen davon. Hingegen hat eine gute Freundin von ihr, Signora Donata, eine wohlhabende, immer perfekt gekleidete Dame, die in einem der schönsten Palazzi der Stadt wohnt und stets großzügig für notleidende Tiere und Menschen spendet, nicht so viel Glück, für sie gibt es keine Hilfe mehr. Ob dies daran liegt, dass Donata ihren teuren Schmuck – Diamantohrringe und Perlenkette – offen getragen hat?
Luca ist nach seiner Elternzeit seit zwei Tagen wieder in der Questura. Noch hält sich sein Arbeitseifer in Grenzen, er hat die Zeit mit seiner drei Monate alten Tochter Valentina sehr genossen. Aber aus seinem Ansinnen, es erst einmal ruhig anzugehen, wird nichts.
Der Tod von Signora Donata wirft Fragen auf. Denn nicht nur, dass es ein Einzeltäter gewesen ist, sondern auch die Brutalität des Vorgehens verwundert. Sie ist mittels eines gezielten Messerstiches ins Herz ums Leben getötet worden. Das passt nicht zur bisherigen Vorgehensweise der Straßenräuber.
Und wäre das nicht genug, bittet Signora Vice Questore Silvia Bertuzzi ihn, vertretungsweise die Leitung der Dienststelle zu übernehmen, weil sie sich wegen einer Erkrankung einer längeren Behandlung unterziehen muss.
Bald gerät Signora Donatas Neffe Paolo Conti ins Visier der Ermittler. Der Tierarzt hat Schulden und benötigt dringend Geld, um seine marode Praxis zu sanieren. Indes hatte seine Tante mit Enterbung gedroht ...
Luca Brassoni und seine Mannschaft lösen in “Venezianische Geheimnisse” bereits ihren zehnten Fall. Erneut schafft es Daniela Gesing nicht nur, das atmosphärische Venedig als Ort der Ereignisse in ihre Geschichte einzubinden, die einen mit ihrem freundlichen Erzählton für sich einnimmt und geschickt konstruiert ist. Wie es sich für einen Krimi gehört, verfügt sie auch über entsprechende Spannungsmomente und Wendungen, die durchaus überraschen und zu einer nachvollziehbaren Lösung des Falles führen. Ein weiteres Stilmittel der Autorin sind die verwendeten italienischen Bezeichnungen, an die ich mich ein weiteres Mal gewöhnen musste. Außerdem gestattet sie auch in diesem Band wieder kurze Einblicke in die Gedanken des Mörders.
"Venezianische Geheimnisse" bietet ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Personen, mit denen mitgefühlt werden kann, weil sie sich alltäglichen Problemen in Beruf und Familie gegenübersehen und diese meistern. Die in großen Teilen sympathische Figurengruppe zeigt unterschiedliche Charakterzeichnungen mit der Möglichkeit, sich in diese hineinzuversetzen.
Hier steht die Arbeit zwar im Mittelpunkt des Geschehens, gleichwohl spielt der private Hintergrund der Figuren eine wesentliche Rolle, ohne von der eigentlichen Handlung abzulenken. Insgesamt macht die Autorin abermals deutlich, dass ein funktionierendes Team Hand in Hand miteinander und nicht gegeneinander zu Ergebnissen gelangen kann und dabei auch einzelne Aktionen von vorpreschenden Mitarbeitern wie zum Beispiel Ispettrice Barbara Valgoni akzeptiert.
Luca Brassonis zehnter Fall überzeugt mit einem ausgezeichnet entwickelten Kriminalfall, der mit Kurzweil gelesen werden kann.
Jütland auf der Kimbrischen Halbinsel ist im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung die Heimat vieler germanischer Stämme. Das Zusammenleben wie auch die Kooperation mit reisenden Händlern und Schaustellern ...
Jütland auf der Kimbrischen Halbinsel ist im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung die Heimat vieler germanischer Stämme. Das Zusammenleben wie auch die Kooperation mit reisenden Händlern und Schaustellern ist friedlich, selbst römische Kaufleute zieht es auf die Märkte im Norden. Doch dann landen im Hafen des Stammes von Landogar römische Kriegsschiffe, die dortige Wehrhecke wird abgeholzt und eine Palisade errichtet. Das ruft das Misstrauen von Erkenhild, einer jungen Kriegerin unter dem Heerführer Thorwaltshunt, auf den Plan. Ob diesen Römern, die angeblich nur zum Schutz angeworben wurden, nicht weitere folgen – womöglich in einem riesigen Heer?
Warum zögert Thorwaltshunt? Glaubt er den Beteuerungen von Landogar und verschließt die Augen vor einem denkbaren Angriff der Römer?
Erkenhild will gegen die drohende Gefahr gewappnet sein und sich dabei nicht nur auf das Geschick der Krieger ihres Stammes verlassen. Deshalb beauftragt sie Katek, eine junge, aber äußerst geschickte Diebin, einen Kessel, der als mächtige Wunderwaffe gegen Feinde gilt, aus dem Grab der Druidin Tilrun zu holen. Allerdings erklärt sie Katek nicht, dass dieses Grab mit einer Fluchrune geschützt wird, die allein das Schicksal des Räubers bestimmt.
Bei dem versprochenen „Zauber“ des Kessels ist es nicht verwunderlich, dass noch mehr Menschen seiner habhaft werden wollen …
„Die Kriegerin des Nordens“ ist ein historisches Epos, das einen hervorragend recherchierten Hintergrund offenbart und eine Interpretation des Schicksals des Kessels von Gundestrup präsentiert. Charlotte Fondraz bietet mittels ausgefeiltem Erzählton und hohem Spannungsfaktor ein abenteuerliches Wechselspiel zwischen beschaulichen und düsteren Szenen, dramatischen, traurigen und hoffnungsvollen Ereignissen auf der Jagd nach dem silbernen Kessel, das mich beim Lesen oftmals mitgerissen und in das Geschehen real wirkend eingebunden hat. Die detaillierten Schilderungen der Örtlichkeiten, herrschenden Verhältnisse wie auch die Einblicke in die nordische Mythologie tragen zu einer wissenserweiternden Lektüre bei, ohne in ermüdende Sachlichkeit abzugleiten.
Hervorzuheben ist, dass es der Autorin ausgezeichnet gelingt, dass ich die Handlungen, Einschätzungen und vor allem die Gefühlswelt der Protagonisten nachvollziehen und ihnen folglich mit Verständnis und Mitgefühl begegnen kann.
Vier unterschiedliche Frauen werden in den Mittelpunkt der Geschichte gerückt. Sie befinden sich neben einigen männlichen Figuren in einer besonderen Position und stellen sich jede auf ihre Art und Weise den Herausforderungen, Erwartungen und Überzeugungen, versuchen diese nicht immer gerecht, gleichwohl jedoch mit Tapferkeit zu meistern.
Zum einen ist da die Kriegerin Erkenhild, die mit stillschweigender Duldung ihrer Druidin Busla, den Raub des Kessels und folglich die Begebenheiten in Gang setzt, in dem sie Katek, die Diebin, beauftragt. Und wie wäre der Verlauf der Handlung ohne Friya, die ihre Hausgemeinschaft verlassen muss, in den Eisenminen ein notdürftiges Einkommen hat und durch Zufall an einen Teil des Kessels gelangt.
Mit sämtlichen Frauen hat Charlotte Fondraz komplexe und in ihrer Entwicklung bemerkenswerte Charaktere geschaffen, die in ihrer menschlich tiefgründigen Gestaltung in Erinnerung bleiben.
Erwähnen möchte ich auch das umfangreiche Personenregister mit der Auflistung der Figuren, beispielsweise nach ihrer Stammeszugehörigkeit, sowie das umfangreiche Glossar.
„Die Kriegerin des Nordens“ dürfte all jene begeistern, die sich von einer Mischung aus Historie, Abenteuer, Heldenmut und Protagonisten mit Ecken und Kanten unterhalten lassen wollen.
Mit „Das Erbe der Karolinger“ hat Claudius Crönert ein Familienepos geschaffen, in dem die ausführliche Demonstration der historischen Ereignisse und Persönlichkeiten durch fiktive ergänzt wird. Von Anfang ...
Mit „Das Erbe der Karolinger“ hat Claudius Crönert ein Familienepos geschaffen, in dem die ausführliche Demonstration der historischen Ereignisse und Persönlichkeiten durch fiktive ergänzt wird. Von Anfang an zieht die Erzählweise, bei der die Begeisterung für die Historie zu spüren ist, in den Bann.
Claudius Crönert versteht sein Handwerk. Er kann eine Geschichte in einer atmosphärischen Dichte entwerfen, in der einstige reale Persönlichkeiten ein „Gesicht“ und einen Charakter bekommen. Dabei orientiert sich der Autor zwar an dem, was bekannt ist, geht aber selbstverständlich darüber hinaus, damit das Geschehen mit lebendig handelnden Personen gefüllt wird und schaffft außerdem seine eigene Interpretation.
Der Roman enthält viele dramatische Szenen, in denen prägnante Ereignisse geschildert werden. Dabei beinhaltet die Familien“soap“ reichlich Konflikte, die sich vereinzelt abstellen lassen, dann aber erneut aufflammen. Bewundernswert ist hierbei, wie Claudius Crönert den Überblick behält und uns nicht nur die Historie, sondern auch anschaulich das damalige Leben und die Beziehungen und Empfindungen seiner „Darsteller“ vermittelt.
So entfaltet „Das Erbe der Karolinger“ einen permanenten Sog und bietet das reinste Lesevergnügen hinsichtlich der Gestaltung und Entwicklung der Handlung und der einzelnen Personen.
Insgesamt nimmt die Emotionalität im Verlauf der Begebenheiten zu, wodurch die Menschen noch greifbarer werden.
„Das Erbe der Karolinger“ steht unter keinem guten Stern. Es ist bekannt, welche Folgen die Kämpfe für das fränkische Reich, das Karl der Große einst geschaffen hat, haben werden.
Aber davon ahnen die Protagonisten nichts. Ob sie dann anders gehandelt hätten? Das kann bezweifelt werden. Ich glaube es jedenfalls nicht. So bekommen wir dank der zum Teil sehr intensiven Darstellung von Claudius Crönert die Gelegenheit, sie bei dem Weg zu begleiten, um uns eine eigene Meinung zu bilden und unsere Sympathiepunkte an alle zu verteilen.
Mila Volkmann ist nach dem an der Berliner Charité abgeschlossenen Medizinstudium ihrem Traummann David nach Hannover gefolgt und tritt eine neue Stelle als Assistenzärztin in der Anästhesie am Oststadt-Klinikum ...
Mila Volkmann ist nach dem an der Berliner Charité abgeschlossenen Medizinstudium ihrem Traummann David nach Hannover gefolgt und tritt eine neue Stelle als Assistenzärztin in der Anästhesie am Oststadt-Klinikum an. Ihr Leben ist voller schöner und erfüllender Dinge: Da sind David und ihre Arbeit in der Klinik, ihre Familie in Thüringen, zu der sie regelmäßig Kontakt hat und zu Besuch fährt, ihre beste Freundin Helen, die ebenfalls die Koffer gepackt und in Hannover eine neue Heimat gefunden hat.
Zum vollendeten Glücklichsein fehlt der jungen Frau bloß noch ein Baby. Allerding will es damit partout nicht klappen, und Mila gelangt immer mehr zu der Erkenntnis, dass sie diesen Wunsch alleine hegt, David noch kein Kind möchte und er die Familienplanung nur noch mit Schmerz und Stress verbindet.
Und wäre das nicht schon irritierend genug, entwickelt Mila Gefühle für ihren zwar bei erster Betrachtung unnahbar wirkenden, gleichwohl attraktiven Oberarzt Sayan Allahyari, ohne sich diese einzugestehen.
„Unter dem Blick seiner dunklen Augen fühle ich mich so verstanden, so wahrgenommen wie nie zuvor in meinem Leben.“ (Seite 114)
Einmal davon abgesehen, dass sie sich in seiner Gegenwart in ein tollpatschiges Kind verwandelt, was denkbar ungünstig für ihr berufliches Dasein ist, läuft der Job in der Klinik nicht rund, und auch David zieht sich zurück.
Als sie schließlich lebensbedrohlich erkrankt und auf Hilfe angewiesen ist, scheint sie allein, und es ist Sayan, der sie auffängt, bei sich aufnimmt und sie pflegt. Er hüllt sie ein in einen Kokon aus Fürsorge und Zuneigung.
„Kleines Glühwürmchen. Ich habe Angst um dich, weißt du das?“ (Seite 192)
Nun steht Mila vor einem Dilemma und damit alles auf den Prüfstand, wovon sie bislang geträumt hat.
„Die Macht, die mich zu Sayan hinzieht, gleicht einer Naturgewalt und stellt alles in den Schatten, was ich jemals für David empfunden habe.“ (Seite 195)
Wer wird am Ende des holprigen Weges inmitten dieses Gefühlschaos auf sie warten?
„Herzkrank“, eine sogenannte „Hospital Romance“, ist Anna Hensels Debüt. In dem Liebesroman, der (unter anderem) in einem Krankenhaus angesiedelt ist, rückt die Autorin mit Mila Volkmann eine junge Ärztin in den Mittelpunkt und erzählt ihre Liebesgeschichte.
Anna Hensel weiß, wovon sie schreibt, das offenbart ein Blick auf ihren eigenen beruflichen Werdegang. Schließlich ist sie selbst Medizinerin und hat als Assistenzärztin in verschiedenen Kliniken gearbeitet und einerseits den herausfordernden Alltag mit Patienten und die Auseinandersetzung mit den Widrigkeiten des Gesundheitswesens sowie die kräftezehrende Härte dieser Tätigkeit erfahren, andererseits ebenso die erfüllenden Momente.
Deshalb hat mir ihre authentische, realitätsnahe und unverfälschte Darstellung vom Krankenhausalltag gefallen, und ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin der Handlung ein paar mehr Szenen in der Klinik gegönnt hätte. Denn leider spielt dies nach der Erkrankung von Mila lediglich nebensächlich und kaum eine Rolle.
Auch wenn die Handlung und ihre Figuren ihrer Fantasie entspringen, hat Anna Hensel sich von vielen eigenen Erlebnissen inspirieren lassen, so dass wir unmittelbar und in einer gewissen Tiefe in die in die gedankliche und emotionale Welt einer angehenden Fachärztin einbezogen werden, wenn diese sich besonders zu Beginn ihrer Ausbildung in der Anästhesie einigen beruflichen Herausforderungen ihrer Laufbahn gegenüber sieht und dann plötzlich selbst zur Patientin wird, weil sie – wie in manchen Berufsständen üblich – in eigener gesundheitlicher Angelegenheit etwas zu sorglos gewesen ist.
„Herzkrank“ beweist, dass Ärzte wie alle anderen nur allzu menschlichen Regungen unterliegen und dass es völlig einerlei ist, welcher Berufsgruppe jemand angehört:
Wenn die Gefühle überhandnehmen, kann auch bei einer jungen Ärztin Chaos herrschen, sobald sie sich plötzlich zwischen zwei Männern wiederfindet und das Seelenleben völlig durcheinandergerät.
Dies beschreibt Anna Hensel auf eine ausgeglichene und wohltuend unaufgeregte Art und Weise, sensibel und gelegentlich mit einem sentimentalen, zu zuckrigem Hauch, aber auf jeden Fall mit einer Erzählstimme, die bis zu uns als Leser durchdringt. Sie lässt dabei ihre Protagonistin Mila selbst berichten, so dass hauptsächlich die Emotionslage im Wechsel zwischen Euphorie und Enttäuschung beim Triangel Mila, David und Sayan deutlich zu Tage tritt und gut nachvollziehbar ist, wobei ich mir ab und an mehr Festigkeit in den Empfindungen von Mila gewünscht hätte.
Hervorzuheben ist zudem, dass bei Anna Hensel die Herkunft keine Rolle spielt. Es wird nur kurz erwähnt, dass die Wurzeln von einem Teil von Sayans Familie offensichtlich nicht in Deutschland liegen, jedoch im Verlauf der Handlung nicht weiter thematisiert. Was zählt sind die Werte und Emotionen eines Mannes, die von der Autorin überzeugend ausgeführt werden.
Insgesamt verfügt die Geschichte über eine Leichtigkeit, die auch im Verbund mit den geschilderten Konflikten anschaulich und unterhaltend ist.