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Veröffentlicht am 07.08.2023

Ganz viel Liebe für Protas und den Schreibstil

Das irrationale Vorkommnis der Liebe – Die deutsche Ausgabe von »Love on the Brain«
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Ist "Das irrationale Vorkommnis der Liebe" vorhersehbar? Spielt die Autorin Ali Hazelwood mit altbekannten Mustern, die sie bereits in ihrem vorigen Roman verwendet hat? Absolut! Liebe ich das Buch trotzdem ...

Ist "Das irrationale Vorkommnis der Liebe" vorhersehbar? Spielt die Autorin Ali Hazelwood mit altbekannten Mustern, die sie bereits in ihrem vorigen Roman verwendet hat? Absolut! Liebe ich das Buch trotzdem und hatte die besten Lesestunden meines Lebens? Hunderprozent!

Ich habe Alis Buch schon eine Weile bei mir stehen und wollte es mir aufheben, wenn ich Zeit dafür haben würde, weil es wahrscheinlich war, dass ich den Nachfolger von "Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe" wegatmen würde. Anders als sein Vorgänger, der für mich etwas komplett Neues war, war "Das irrationale Vorkommnis der Liebe" inhaltlich schon sehr vorhersehbar und große Enthüllungen sah man bereits seit dem ersten Drittel des Buches kommen. Während mich das aber manchmal stört oder mir die Lust am Lesen nimmt, was es mir hier nicht nur schlichtweg egal, ich habe mich auf die Auflösung und die Reaktionen der Protas gefreut. Warum? Weil der Schreibstil der Autorin einfach nur genial ist.

Ich bin durch die Seiten geflogen. Die Anziehung zwischen den Protas ist spürbar, Bee und Levi waren einfach nur großartig, genauso wie die Nebencharaktere. Ich musste schon wieder so oft schmunzeln, weil Ali einfach eine riesige Portion Humor in ihre Romane packt. Bee war für mich als Protagonistin einzigartig, ihr Kampfgeist, ihre quirlige, liebevolle Art, ihr Witz und ihre Intelligenz. Ich glaube, ich könnte noch ein Buch über Bee lesen, dass sie einfach bei ihrem Alltag zeigt, so sehr mochte ich sie. Und Levi ist der perfekte Bookboyfriend, wenn man erstmal hinter seine Fassade schaut.

Fazit: Ich liebe Ali und ihre Romane. Die Handlung ist bei diesem sehr vorhersehbar, aber die Charaktere sind umso großartiger.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Titanen, Hexen und ganz viel mehr!

Bronwick Hall – Dornengift
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Bronwick Hall ist mein erster Roman von Lara Labas und zu Beginn des Lesens hat die Autorin es geschafft, mich wieder in meine Jugend zurückzuführen. Ich hatte dieses kribbelige Lesegefühl, dass ich früher ...

Bronwick Hall ist mein erster Roman von Lara Labas und zu Beginn des Lesens hat die Autorin es geschafft, mich wieder in meine Jugend zurückzuführen. Ich hatte dieses kribbelige Lesegefühl, dass ich früher beim Lesen von Romanen hatte, die mich in ihre Welt gezogen haben und die ich nicht beiseite legen wollte. Protagonistin Blaine befindet sich (auch ein bisschen stereotypisch, aber ich hab so mitgegiebert) in der Abseitsrolle, gebeutelt durch ihr unliebevolles Umfeld. Ihr Vater ist ein Verräter, ihre Familie grenzt sie aus und eigentlich hat sie niemanden, denn andere hält sie stattdessen lieber von sich fern. Ihr Scheinverlobter Karan verhält sich zusätzlich alles andere als liebevoll. Eins kommt zum anderen und plötzlich ist Karan vergiftet und bangt um sein Leben. Blaine, die ihr vorteilhaftes Leben dahinschwinden sieht, das an ihre Verlobung mit Karan gebunden ist, gibt sich gemeinsam mit ihrem Dozenten Henry auf die Suche nach einem Gegengift.

Blaine ist auf keinen Fall eine perfekte Protagonistin. Ich empfand sie vor allem zu Beginn als zu lethargisch in ihrer Rolle, sie hat sich viel zu viel gefallen lassen, aber sie entwickelt sich immer weiter. Ich mochte, dass sie auch eine eigennützige Seite hat, die nicht verschönert wurde. Karan ist ein A*, man kann es nicht anders sagen, aber auch er zeigt zum Ende hin viel Charakterentwicklung. Henry fand ich total cool (schmacht*), er bleibt souverän, erwachsen. Auch Linden mochte ich als beste Freundin gerne, ebenso wie viele weitere der Nebenprotagonisten.

Der Schreibstil von Lara Labas ist flüssig und passt perfekt zu der Geschichte. Die magische Welt wurde mir zu blass beschrieben, weshalb ich lange Zeit zwischen vier und fünf Sternen schwankte. Vieles ist einfach so, ohne Zusammenhänge zu erklären und manche Erklärungen wirkten auf mich auch einfach zu simpel, als wären sie einfach hingeworfen. Und ich verstehe immernoch nicht, warum es jetzt in der magischen Welt keine Fleischalternstiven mehr geben soll, wenn es doch alles andere problemlos gibt...?

Aber nun zum riesigen Plus des Buches: Der Spannungsfaktor. Die Autorin hat sich eine Geschichte überlegt, in der immer etwas passiert, in der viele Fragen aufgeworfen und manche geklärt werden, in der es viele Feinde, aber auch Verbündeten zu finden gibt und eine Hintergrundgeschichte, die über mehrere Jahrzehnte spielt. Ich empfand insbesondere den Teil, der in Bronwick spielte, super spannend, denn hier wurde das mystische, gefährliche Setting wirklich grandios eingefangen. Dadurch, dass das Buch einfach ein spannendes, emotionales Leseerlebnis ist, also ganz klar eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.06.2023

Auf dem Weg zur Selbstbestimmung

Eine Lady hat die Wahl
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Zur Regency-Zeit war es als Frau alles andere als einfach, selbst bestimmt zu leben. Viel mehr galt es, sich den gesellschaftlichen Regeln und vor allem den Männern unterzuordnen. In "Eine Lady hat die ...

Zur Regency-Zeit war es als Frau alles andere als einfach, selbst bestimmt zu leben. Viel mehr galt es, sich den gesellschaftlichen Regeln und vor allem den Männern unterzuordnen. In "Eine Lady hat die Wahl" begleitet man Eliza, die auch unter diesen Regeln und ihrem Ehemann litt und langsam lernt, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen.

Zunächst dachte ich, einen typischen, historischen Liebesroman zu lesen, allerdings zeigten sich nach und nach die modernen Einflüsse à la Bridgerton. Eliza ist zunächst eine verhaltene, junge Frau, die überraschend das Erbe ihres verstorbenen Ehemanns erhält und auf einmal auf eigenen Beinen steht. Dabei wird sie stet von ihrer Cousine und besten Freundin Margaret begleitet, vor allem als lebensfroh und schlagfertig beschrieben werden kann. Die beiden entschließen sich, nach Bath zu reisen und hoffen dort, mit mehr Freiheit leben zu dürfen.

Eliza und Margaret waren zwei tolle weibliche Protagonistinnen. Während Margaret von Anfang an lebensfroh und risikobereiter ist, legt Eliza nach und nach ihr Pflichtbewusstsein ab und entwickelt sich zu einer selbstständigen Frau. Währenddessen ist sie gefangen zwischen zwei Männern, die immer wieder ihre Wege schneiden: Somerset, ihre alte Jugendliebe, die sie vor Jahren nicht heiraten konnte, da sie dessen älteren, vermögenderen Bruder heiraten musste und Melville, Jungesselle und Schwerenöter, der es wiederum mit den Regeln nicht so ernst nimmt. Lange Zeit wusste ich nicht, an wen sie schlussendlich ihr Herz verschenken würde.

Das ist das tolle an diesem Roman: Nichts ist schwarz-weiß (wie ich es sonst meist in diesem Genre lese), sondern es gibt viele Grautöne, sodass man die Handlungsweisen vieler Charaktere vielleicht nicht mag, aber nachvollziehen kann. Dies führt auch zu der ein oder anderen unerwarteten Entwicklung, die den Roman - und Eliza - in eine neue Richtung schubst. Insbesondere zum Ende hin kommt dadurch viel Spannung auf. Zu Beginn verlief mir die Handlung zu schleppend und Ereignisse wurden zu ausführlich erzählt, sodass mir hier ein wenig die Spannung fehlte. Das letzte Drittel des Buches schlägt hier eine vollkommen andere Richtung ein.

Alles in allem ein toller, gut geschriebener, überraschender Roman, über Eliza, die sich im alten England selbst und damit auch zu sich findet. Um es mit Elizas Worten zu sagen: "Sie ist sehr jung, und wer sie ist ... mag sich noch einmal ändern."

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Veröffentlicht am 16.06.2023

Zukunftsträume

Love Always Hopes
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In "Love always hopes" geraten Juna und Leo in einen Wettbewerb darüber, wer der oder die bessere PraktikantIn im Hotel "Ludovika" ist. Während es Junas großer Traum ist, irgendwann ein eigenes Hotel zu ...

In "Love always hopes" geraten Juna und Leo in einen Wettbewerb darüber, wer der oder die bessere PraktikantIn im Hotel "Ludovika" ist. Während es Junas großer Traum ist, irgendwann ein eigenes Hotel zu haben, sie sich aber nicht traut, dies ihren Eltern zu sagen, kann Leo eigentlich gar nicht schnell genug vom Hotelgewerbe wegkommen. Er will lieber Musiker werden - zum Unmut seiner Eltern, denen das Hotel Ludovika gehört und die wollen, dass er in ihre Fußstapfen tritt. Ganz nebenbei lernen Juna und Leo sich kennen ... und lieben.

Ich hatte bei dem Buch in die Leseprobe reingelesen und empfand den Schreibstil als super flüssig und spannend. Man beginnt gemeinsam mit Juna vor dem Studierendenbüro und der Ungewissheit, wie es für sie weitergeht. Nach und nach lernt man ihre Familie kennen, die wirklich sehr warmherzig ist. Zu Beginn kam ich sehr gut im Buch an - dank des tollen Schreibstils.

Dieser blieb auch gut, allerdings hat mich die Geschichte ab der Mitte leider verloren. Es kam für mich nicht genügend Spannung auf. Für einen Großteil der Geschichte verfolgt man Juna und Leo einfach dabei, wie sie ihre Arbeit im Hotel verrichten und wie sie sich kennenlernen. Es gibt eher weniger Konfliktpunkte oder Chancen zur Entwicklung, stattdessen dreht sich alles bei beiden um den Wunsch einer anderen Zukunft, was im Buch äußerst ausführlich - für mich ab einem gewissen Punkt einfach zu ausführlich - behandelt wird. Auch Juna und Leo waren als Charaktere freundlich, man mochte sie, aber sie blieben für mich durch den Fokus auf das eine Thema zu blass und ich konnte nicht wirklich mit ihnen mit fiebern. Hier hat Leo noch ein paar mehr Ecken und Kanten.

Das Buch empfehle ich jedem, der ein ruhiges Leseerlebnis wünscht und den die Hotelthematik interessiert, denn der Schreibstil ist toll. Auch erwähnenswert ist der christliche Glauben, den viele der Protagonisten leben und der daher auch immer wieder thematisiert wird.

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Veröffentlicht am 11.06.2023

Der Blutkönig und seine Königin

King of Battle and Blood
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Was für eine Reise. "King of battle and blood" hat es mir zunächst alles andere als leicht gemacht. Die Geschichte von Isolde und Adrian beginnt mit viel spice, eher wenig Inhalt und kommt daher auf den ...

Was für eine Reise. "King of battle and blood" hat es mir zunächst alles andere als leicht gemacht. Die Geschichte von Isolde und Adrian beginnt mit viel spice, eher wenig Inhalt und kommt daher auf den ersten 200 Seiten kaum voran. Prinzessin Isolde wird von Adrian ausgewählt, ihn zu heiraten, im Gegenzug schließt er einen Friedensvertrag mit ihrem Land. Erst ab circa der Hälfte des Buches offenbaren sich nach und nach die geschichtlichen Verstrickungen und warum es überhaupt zum Krieg kam, ebenso, wie Adrian gerade Isolde auswählte.

Vielleicht merkt man schon, dass mich das Buch zu Beginn nicht überzeugen konnte. Isolde war für mich nicht gerade eine Sympathieträgerin. Selbstbewusst finde ich super, hier wirkte es mitunter überheblich. Adrian hingegen wirkt zu Beginn kalt. Die Beziehung zwischen ihr und Adrian ist zunächst rein körperlich und wirkt mitunter überzogen (sehr, sehr viel spice - eine Verbindung, die zunächst nur auf Anziehung beruht). Und vor allem gab es für mich zu viele Parallelen zum Blood-and-Ash-Universum und zu der Geschichte "Shadow and Ember", was mich wohl am meisten gestört hat, weil ich mit letzterer schon so meine Probleme hatte und nun das Gefühl hatte, die Geschichte ein weiteres Mal zu lesen ... (Mädchen soll bösen, der eigentlich nicht ganz so böse ist, König heiraten und töten, sie verlieben sich aber ineinander, Mädchen ist Mensch, er Vampir, Mädchen ist bewandert mit Waffen, die Blutbäume, ...)

... bis schließlich der Mittelteil begann. Wenige Bücher schaffen es, mich ab diesem Zeitpunkt noch zu überzeugen, aber man muss einfach sagen, dass die Autorin einen tollen, flüssigen und spannenden Schreibstil hat, der auch immer wieder kleine Wow-Momente geschaffen hat. Ab der Hälfte des Buches kommt bezüglich einiger Andeutungen Licht ins Dunkle UND es war ganz anders, als ich erwartet habe. Ab da an habe ich die Geschichte geliebt, denn nun treten auch noch Hexen auf und dieser Plot-Twist war vielleicht ab einem bestimmten Zeitpunkt zu erahnen, aber gibt dem Buch zum Glück eine ganz neue Richtung, die mir richtig gut gefallen hat. Auch die Anziehung zwischen Isolde und Adrian macht mehr Sinn, auch, weil beide immer mehr von sich Preis geben. Adrian wurde richtig sympathisch, weil er sich in Bezug auf Isolde immer wieder verletzlich zeigte und manche seiner Worte haben mir ein bisschen Herzklopfen entlockt. Auch Isoldes innere Zerrissenheit in Bezug auf ihre Heimat wird deutlich, denn sie verliebt sich in Adrian, obwohl er doch ihr Gegner ist.

Zum Ende bin ich sehr versöhnt mit diesem Buch auseinander gegangen und möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Für Vampirfans, die viel spice lieben, gibt es dazu eine große Empfehlung.

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