Profilbild von Sydneysider47

Sydneysider47

Lesejury Profi
offline

Sydneysider47 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Sydneysider47 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2025

Ein guter Frauenroman

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
0

Worum geht es in dem Buch?
Nina, die Ich-Erzählerin, ist Anfang 50, geschieden. Ihre beiden Kinder Marie und Ben sind bereits erwachsen und ausgezogen.
Nina versucht, Fuß zu fassen in ihrem neuen Leben ...

Worum geht es in dem Buch?
Nina, die Ich-Erzählerin, ist Anfang 50, geschieden. Ihre beiden Kinder Marie und Ben sind bereits erwachsen und ausgezogen.
Nina versucht, Fuß zu fassen in ihrem neuen Leben als Single. Sie arbeitet als Produktionsassistentin für eine Firma, die Serien fürs Fernsehen produziert. Zusammen mit ihrer Kollegin und gleichzeitig besten Freundin Zeynep setzt sie sich dafür ein, dass junge Schauspielerinnen vom Serienstar „Hotte“ nicht mehr belästigt werden.
Auf einer Party bei ihrem Ex-Mann Phil lernt Nina David kennen. David ist 29 Jahre alt, das Zusammensein mit ihm weckt neue Lebensgeister in Nina. Allerdings hat sie Probleme mit dem Altersunterschied und fragt sich, ob es richtig ist, eine Beziehung mit David zu führen.
Lena ist Ninas jüngere Schwester. Sie bewundert Nina für ihre Frauenpower und ihr gutes Aussehen. Verheiratet ist Lena mit dem Anwalt Florian. Sie haben zwei süße Töchter. Lena ist nicht zufrieden mit ihrem Leben – ihre Ehe könnte abwechslungsreicher sein, und sie möchte Freundinnen haben. Deswegen versucht sie, in einer Grunewalder Frauenclique Fuß zu fassen.
Karin, Ninas und Lenas Mutter, hält ihre Töchter immer wieder auf Trab. Beispielsweise, nachdem sie gefallen ist und sich verletzt hat. Nina und Lena kümmern sich um die Mutter, auch wenn sie die nervende Anwesenheit von Monika, Mutters bester Freundin, aushalten müssen.

Meine Meinung zu dem Buch:
Die Autorin hat einen gut zu lesenden Schreibstil. Witzig sind immer wieder zynische Bemerkungen über Personen und Ereignisse.
Es geht hier um drei Geschichten. Erstens die von Nina, geschieden, die David kennen- und lieben lernt und nicht weiß, ob sie wegen des Altersunterschieds ihre Liaison nicht lieber beenden sollte.
Dann lernt man Lena kennen, die insgeheim ihre Schwester Nina beneidet. Ihre Ehe funktioniert nach außen hin gut – aber aus ihrer Ehe ist die „Luft raus“. Sie sucht neue Freundinnen.
Nina und Lena kümmern sich beide um ihre Mutter, die wegen ihres Alters nicht mehr fitl und gesund ist.
Die dritte Geschichte ist die, dass Nina und ihre Freundin und Kollegin Zeynep Beweise dafür finden wollen, dass in der Produktionsfirma, in der sie arbeiten, Frauen unsittlich behandelt werden. Es ist nicht einfach, die Leute, die hier etwas bewirken könnten, zu überzeugen – und so bestimmt diese Geschichte irgendwann die Handlung dieses Romans. Mir war das manchmal zu viel.
Nina erzählt aus der Ich-Perspektive, David ebenfalls. Die Kapitel über Lena werden aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) geschildert. Die ganze Handlung wird im Präsens erzählt.
Nina und Lena sind sympathische Hauptcharaktere. Viele Frauen werden sich in ihnen beim Lesen wiedererkennen. Patchworkfamilien, Wechseljahres- und Eheprobleme und die Beziehung zu den Eltern sind einige Themen des Romans.
Immer wieder gibt es Szenen, über die man lachen kann. Beispielsweise über Lenas Besuch mit der Grunewalder Frauenclique in einer Beauty-Praxis.
Das Leseinteresse an dem Roman ist dadurch geweckt, dass man wissen will, wie es weitergeht zwischen Nina und David. Außerdem will man erfahren, ob es in der Produktionsfirma gelingt, dass Frauen dort nicht mehr belästigt werden.
Ich vergebe vier Sterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2025

Ein erfrischendes Buch

Not your Darling
0

Worum geht es in dem Buch?
Margaret wandert 1950 in die USA ein. Sie hat einen großen Traum: Sie will Maskenbildnerin werden – nicht nur eine von vielen, sondern eine der besten.
So begibt sie sich nach ...

Worum geht es in dem Buch?
Margaret wandert 1950 in die USA ein. Sie hat einen großen Traum: Sie will Maskenbildnerin werden – nicht nur eine von vielen, sondern eine der besten.
So begibt sie sich nach Los Angeles, genauer gesagt nach Hollywood. Sie merkt gleich: Um Erfolg zu haben, braucht man Beziehungen. So versucht sie, Leute kennen zu lernen. Bald lernt sie bei einem bedeutenden Visagisten, wie man Stars so schminkt, dass sie vor der Kamera einzigartig aussehen.
Ihren Namen hat sie geändert – in Loretta Darling. Sie entwickelt sich zu einer gefragten Maskenbildnerin und entwirft nebenher ihre eigene Lippenstiftkollektion.
Jedoch besteht Hollywood nicht nur aus Leuten, die Loretta schätzen und sie fördern wollen, sondern auch aus Männern, die Frauen als Lustobjekt sehen und dabei nicht zimperlich sind. Doch Loretta weiß sich zu wehren – nicht immer sofort, aber es gibt einige Gelegenheiten, es solchen Männern heimzuzahlen…

Meine Meinung zu diesem Buch:
Ich fand dieses Buch sehr erfrischend und gleichzeitig interessant. Ich konnte eintauchen in die Filmwelt und Ereignisse hinter Glanz und Glamour.
Loretta ist sympathisch und ich bewundere sie, wie ideenreich sie ist und wie sie sich durchsetzen kann, um ihre Ziele zu erreichen.
Gut fand ich, dass auch die Problematik, die später als „Me-Too-Problematik“ bezeichnet wurde, thematisiert wurde. Also, dass es in der Filmwelt Herren gibt, für die Frauen als Lustobjekte gelten, die für ein kurzes Abenteuer da sind – und das einfach akzeptieren sollen. Loretta ist eine der Frauen, die sich das nicht gefallen lassen. Sie weiß sich zu rächen – im Verborgenen, aber sie muss aufpassen, dass ihr niemand auf die Schliche kommt.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es ist entspannend und wird nie langweilig. Von mir gibt es dafür 5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2025

Ein Krimi zum Entspannen

Mord im Himmelreich
0

Worum geht es in dem Buch?
Björn Kupernikus arbeitete einst als Schauspieler. Meistens in Nebenrollen, aber das reicht aus, dass er sich jetzt, mit 60 Jahren, zur Ruhe setzen kann und mit seinem Wohnmobil, ...

Worum geht es in dem Buch?
Björn Kupernikus arbeitete einst als Schauspieler. Meistens in Nebenrollen, aber das reicht aus, dass er sich jetzt, mit 60 Jahren, zur Ruhe setzen kann und mit seinem Wohnmobil, namens Otto, auf Reisen fahren kann.
Kaum ist er am Campingplatz Himmelreich angekommen, kann er die Ruhe am Schwielowsee nicht genießen. Denn er muss eine Hündin auf einem Paddleboard retten. Zu seinem Entsetzen befindet sich auf dessen Rückseite ein Toter.
Kupernikus kümmert sich um die Hündin, die er Pinguin nennt. Kommissar Fass ist für die Aufklärung des Kriminalfalls zuständig. Nach Kupernikus‘ Meinung geht das nicht effektiv genug – und so stellt er eigene Überlegungen an. Er redet mit Thiago, einem Mann, der sich um den Campingplatz kümmert – und er besucht das Einstein-Haus, das sich nicht weit vom Campingplatz befindet. Weiterhin freundet er sich immer mehr mit Annabelle Schäfer, einer Künstlerin, an, die dabei war, als er Pinguin rettete und den Toten fand…

Meine Meinung zu diesem Buch:
Ich wollte immer schon einen „Cosy Krimi“ lesen – und da bot sich dieses Buch „Mord im Himmelreich“ an. Der Krimi liest sich leicht, ist amüsant, aber nie albern. Er ist aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (also kein Ich-Erzähler) geschrieben). Die Kapitel bestehen aus Szenen, was ich originell finde.
Als Leser ist man sofort im Geschehen auf dem Campingplatz drin. Björn Kupernikus und Annabelle Schäfer sind sympathisch. Die meisten anderen Menschen, die auf dem Campingplatz oder in der Nähe wohnen, sind einerseits freundlich, aber andererseits ist jeder von ihnen verdächtig.
Kupernikus hofft, mit Hilfe der Hündin auf den Mörder zu stoßen. Er ist auch vorsichtig, nachdem er einen Drohbrief hinter seinem Scheibenwischer entdeckt hat.
Neben kurzweiliger Lektüre wird hier also auch Spannung erzeugt.
Ich vergebe fünf Sterne und empfehle das Buch Lesern weiter, die einen unblutigen und locker geschriebenen Krimi lesen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2025

Zwei Frauen auf einer Insel

Die blaue Stunde
0

Worum geht es in dem Buch?
In einer Ausstellung eines Museums sollen Werke der verstorbenen Künstlerin Vanessa Chapman gezeigt werden. Als jedoch ein menschlicher Knochen in einer Skulptur entdeckt wird, ...

Worum geht es in dem Buch?
In einer Ausstellung eines Museums sollen Werke der verstorbenen Künstlerin Vanessa Chapman gezeigt werden. Als jedoch ein menschlicher Knochen in einer Skulptur entdeckt wird, macht sich James Becker, der Kurator des Museums, auf die Suche. Könnte der Knochen von Julian Chapman, Vanessas Ehemann, der seit einigen Jahren spurlos verschwunden ist, stammen?
Becker will herausfinden, was für ein Mensch Vanessa Chapman war, welche Kunstwerke sie kreierte und was ihre Beweggründe für ihre Kunstwerke waren. Dazu muss er sich mit Grace, einer Ärztin und Freundin von Vanessa auseinandersetzen. Grace lebt immer noch auf Eris Island, einer britischen kleinen Insel, auf der auch Vanessa lebte und arbeitete.
Grace ist merkwürdig, aber auch immer wieder mitteilsam. Becker sichtet Briefe und Fotos von Vanessa Chapman und erfährt einiges. Nicht nur über Vanessas Kunst, sondern auch über ihre Freundschaft zu Grace. Dieses Verhältnis durchlitt nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen – und immer mehr wird klar, dass Eris Island einige dunkle Geheimnisse birgt.

Meine Meinung zu dem Buch:
Der Anfang dieses Buches war spannend, bei der weiteren Lektüre gab es manche Längen. Das Wechseln der Erzählperspektiven macht das Buch interessant. Es gibt Passagen aus der Sicht von Grace – sowohl aus der Gegenwart, aber auch aus ihrer Zeit mit Vanessa. Immer wieder werden Passagen aus Vanessas Tagebuch eingestreut, aber auch Briefe.
Weiterhin erfährt man einiges über den Kurator James Becker. Er wird Vater, seine Frau Helena wird demnächst ein Kind zur Welt bringen.
Die Freundschaft zwischen Vanessa und Grace war oft anstrengend. Grace war sehr besitzergreifend. Das lag an einigen negativen Ereignissen aus ihrem Leben, die sie sehr geprägt haben.
Unterschwellig wird eine psychologische Spannung aufgebaut. Das liegt nicht nur an den Charakteren Vanessa und Grace, sondern auch an einigen ungeklärten Ereignissen, die aber im Laufe der Lektüre gelöst werden.
Der Schluss war für mich überraschend. Nicht das, was ich erwartet hatte, aber dennoch zu der Handlung passend.
Ich vergebe vier Sterne und empfehle das Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2025

Actionreicher deutscher Krimi

Finsteres Herz
0

Worum geht es in dem Buch?
Ein Zeugenschutzprogramm ist schiefgelaufen. Die Polizisten Lona Mendt und Frank Elling sollen mit der Zeugin Sarah an einen sicheren Ort gebracht werden. Doch die Leute, die ...

Worum geht es in dem Buch?
Ein Zeugenschutzprogramm ist schiefgelaufen. Die Polizisten Lona Mendt und Frank Elling sollen mit der Zeugin Sarah an einen sicheren Ort gebracht werden. Doch die Leute, die sie abholen, sind nicht die richtigen. Es kommt zu einer Schießerei, während der Lona und Frank sehr schwer verletzt werden und Sarah fliehen kann.
Die Polizisten Maja Kaminski und Hagen Dudek sollen jetzt ermitteln. Sie sollen herausfinden, was Lona Mendt und Frank Elling herausgefunden haben. Außerdem muss Sarah dringend gefunden werden.
Majas und Hagens Recherchen gestalten sich nicht einfach. Nicht nur, weil wichtige Unterlagen verschwunden sind. Maja und Hagen finden heraus, dass Lona und Frank einer Menschenhändlerorganisation auf der Spur waren. Die Ermittlungen sind gefährlich. Es gilt nicht nur, der Organisation auf die Spur zu kommen, sondern auch die Person bei der Polizei zu finden, die als „Maulwurf“ fungiert und mit den Kriminellen zusammenarbeitet.

Meine Leseerfahrung:
Wer einen actionreichen Krimi sucht, der unblutig ist, kann zu „Finsteres Herz“ von Holger Karsten Schmidt greifen. Die Handlung wird aus der Perspektive des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) beschrieben.
Es gibt zwei Handlungsstränge. Die Geschehnisse rund um Lona Mendt und Frank Elling im Jahre 2006, dann die Geschehnisse rund um Maja Kaminski und um Hagen Dudek im Jahre 2007. Beide Handlungsstränge wechseln sich kapitelweise ab.
Der Leser muss sich dadurch sehr konzentrieren. Viele Leute, auch Polizisten, sind verdächtig. Als Leser weiß man nicht so recht, wem man trauen kann – und tappt somit genauso wie die Ermittler im Dunkeln. Selbst die Ermittler könnten etwas zu verbergen haben.
Ich brauchte einige Zeit, bis ich den Krimi spannend fand. Das Hin- und Herspringen zwischen beiden Handlungssträngen hemmte oft den Lesefluss. Die Ermittlerduos sind sympathisch. Der Krimi bietet einige interessante, aber auch schockierende Wendungen.
Ich vergebe vier Sterne und empfehle das Buch weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere