Auf diesen neuesten und fünften Band der "Lost in Fuseta"-Reihe hab ich mich sehr gefreut, doch leider hat er mich enttäuscht.
Nach einem anderen Krimi, den ich erst aus der Hand legte, als er ausgelesen ...
Auf diesen neuesten und fünften Band der "Lost in Fuseta"-Reihe hab ich mich sehr gefreut, doch leider hat er mich enttäuscht.
Nach einem anderen Krimi, den ich erst aus der Hand legte, als er ausgelesen war, griff ich zu "Einsame Entscheidung". Doch es war ein harziger Einstieg, denn die ersten Kapitel berichten von diversen Situationen mit unterschiedlichen Personen. Man hat also ein paar Anfänge, aber ganz lange keine Ahnung, wie die miteinander verbunden sind. Diese vielen Szenenwechsel machen es im 1/3 Drittel nicht leicht in den Krimi hineinzufinden.
Dazu werden einmal mehr sehr viele bereits bekannte Informationen über die einzelnen Personen des Fuseta-Team geschildert. Fasst diese Infos doch lieber in einem Personenregister zusammen, dann haben neue Leser, die partout nicht mit dem ersten Band beginnen wollen, ihre Infos und treue Leser werden nicht erneut damit gelangweilt.
Enttäuscht bin ich auch von der Polizei-Arbeit. Das Team, das sonst ja sehr gut miteinander arbeitet und auch mal skeptisch ist, vergisst hier an vielen Stellen genauer nachzufragen und es scheint, als nehmen sie den Fall am Anfang gar nicht ernst und als seien sie mehr mit ihren persönlichen Befindlichkeiten beschäftigt.
Das alles verlangsamt den Aufbau sehr. Erst zum Ende hin nimmt die Geschichte (wortwörtlich) Fahrt und Tempo auf und beginnt Spass zu machen.
Leander rockt diesen Fall fast alleine. Hätte Leander nicht immer wieder die Schuhe erwähnt, wären sie ganz schön aufgeschmissen gewesen. Als er später seine Komfortszene verlassen muss, agiert er toll.
Fazit: Für mich leider bisher der schwächste Band der Reihe.
3.5 Punkte.
So gemütlich wie es auf dem Cover aussieht, sieht das Cottage von Drue nicht aus. Es gehörte zwar ihren Grosseltern und sie verbrachte viel Zeit bei ihnen, doch dass sie es nun erbt ist einerseits ein ...
So gemütlich wie es auf dem Cover aussieht, sieht das Cottage von Drue nicht aus. Es gehörte zwar ihren Grosseltern und sie verbrachte viel Zeit bei ihnen, doch dass sie es nun erbt ist einerseits ein Glücksfall - sie hat wieder ein Dach über dem Kopf, wenngleich auch ein kaputtes -, andererseits ist das Cottage in einem erbärmlichen Zustand, der Vormieter hat es verschandelt und nichts repariert.
Doch Drue ist gewillt, es zu renovieren und zieht ein, kurz nachdem sie bei ihrem Vater Brice in der Anwaltskanzlei zu arbeiten beginnt. Das Verhältnis zum Vater ist schlecht, denn Drue ist bei ihrer Mutter aufgewachsen. Diese ist kürzlich verstorben, Drue muss aus der gemeinsamen Wohnung raus und den Kellnerjob ist sie auch los, aufgrund ihres kaputten Knies - vor einigen Monaten beendete sie aufgrund eines Unfalls ihre Karriere als Knitesurferin.
Drue ist in ihren 30ern, sympathisch und witzig. Man fragt sich, wieviel Pech jemand haben kann. Aber es geht noch schlimmer: im Büro erwartet sie eine weitere Überraschung. Drue lässt sich jedoch nicht einschüchtern und will diesen Job behalten. Als eines Tages eine Mutter in die Kanzlei kommt und Gerechtigkeit für ihre vor zwei Jahren verstorbene Tochter fordert, beginnt Drue zu recherchieren. Sie hat es im Gefühl: irgendetwas ist hier gehörig schief gelaufen, weswegen Drue ihren Vater verdächtigt, unsauber zu arbeiten. Als sie im Cottage dann noch eine alte Akte über eine anno 1976 verschwundene Frau findet - Brice war damals Polizist -, ist ihr Detektiv-Gen aktiviert und sie will in beiden Fällen unbedingt herausfinden was passiert ist.
Den Einstieg in den Roman, die ersten paar Seiten, fand ich ein bisschen holprig. Drue kam komisch und zerstreut rüber, doch das legte sich zum Glück blitzschnell. Die Figuren und die Geschichte haben mich fortan begeistert.
Der Roman beinhaltet zwei Cold Cases und ist eigentlich mehr Cosy Krimi als Roman, aber sowas ist man sich von der Autorin ja bereits gewohnt. Mary Kay Andrews hat eine Art zu schreiben, die einen an die Buchseiten fesselt. "Sommerglück zum Frühstück" mit seinen 512 Seiten habe ich deswegen an einem Sonntag durchgelesen.
Ich mag an Andrews Romanen vor allem, dass ihre Protagonistinnen allermeistens ganz normale Berufe haben und nicht, wie bei anderen englischsprachigen Autorinnen oft üblich, prestigeträchtige Berufe. Ihre Figuren, hier ist es Drue, bekommen nichts geschenkt - ausser vielleicht ein altersschwaches Häuschen - und müssen kräftig mit anpacken, um ihren Platz im Leben zu finden. Auch die Nebenfiguren haben ihren Platz verdient, keiner ist überflüssig.
"Sommerglück zum Frühstück" spielt am Sunset Beach in Florida. Man spürt beim Lesen die flirrende Hitze und den Sand in den Schuhen. Zusätzlich zur gut eingefangenen Atmosphäre enthält dieser Roman ein bisschen von allem: Familiendrama, sehr dezente und erst am Ende ein wenig Romantik, dafür ganz viele Geheimnisse und eine tolle Krimihandlung.
Die beiden Cold Cases sind super interessant und besonders im Fall der vermissten Colleen habe ich absolut alle verdächtigt, abwechselnd natürlich. Andrews baut so viele Twists ein, damit macht sie es superspannend.
Fazit: Brilliante Kombination von Roman und Cosy Krimi - macht süchtig und mega viel Spass.
5 Punkte.
Spannend! Aber so was von! Ich konnte diesen vierten Band gar nicht mehr aus der Hand legen, so packend war das neue Abenteuer von Michalis Charisteas und seinem Partner Pavlos Koronaios.
Zudem ist Hannah, ...
Spannend! Aber so was von! Ich konnte diesen vierten Band gar nicht mehr aus der Hand legen, so packend war das neue Abenteuer von Michalis Charisteas und seinem Partner Pavlos Koronaios.
Zudem ist Hannah, die Verlobte von Michalis, in Gefahr. Und das kurz bevor ihre Mutter zu Besuch auf Kreta erwartet wird. Auf einem Ausflug wollen Michalis und Hannah in Anoghia in einer Taverne Abendessen, doch im Dorf wird gefeiert und so sitzen sie länger als geplant. Bis einer der bekanntesten Sänger von Kreta von einem Freudenschuss getroffen wird - was sich schnell als feiger Mord herausstellt. Hannah scheint die Verdächtigen gesehen zu haben. Jene sind aber auch zu gut erkennbar. Ein grosser Pluspunkt für die Kommissare, die sofort zu ermitteln beginnen.
Trotzdem keine einfache Sache, denn die Dörfler schweigen über jahrelange Rivalitäten und anderes. In den oft schlecht zugänglichen Dörfern in den kretischen Bergen wird Tradition hoch geschrieben, die Diskrepanz zu den eher modern eingestellten Stadtbewohner in Küstennähe ist gross. Letztendlich sind Charisteas und Koronaios aber geduldig und beharrlich und kombinieren die Ergebnisse richtig. Besonders Charisteas beweist Fingerspitzengefühl.
"Kretische Ehre" ist so richtig temporeich, und das nicht nur, weil Pavlos Koronaios so rasant auf den Strassen unterwegs ist. Erneut hat es enorm viel Spass gemacht, mit Koronaios und Charisteas auf Kretas Strassen unterwegs zu sein, Neuigkeiten aus den beiden Familien zu erfahren und altbekannte Figuren aus dem Kommissariat in Chania wiederzusehen.
Bisher fanden alle vier Bände an einem anderen Schauplatz auf Kreta statt - zum Glück ist die Insel gross genug, so dass sich Autor Nikos Milonas noch viele weitere noch unbenutzte Orte für Charisteas nächste Fälle aussuchen kann.
Ein Pageturner durch und durch - alles andere muss warten, solange man diesen Fall nicht ausgelesen hat. Stände diese Serie nicht schon längst auf meiner Lieblingskrimireihen-Liste, würde sie allerspätestens mit diesem Fall einen Platz im oberen Viertel meiner Liste bekommen.
Der Titel "Tod im Olivenfass" deutet auf ein Oliventhema hin - doch das ist nur Beiwerk. Tatsächlich geht es im Grossen und Ganzen ums Thema Geigen: Geigenbauer und Geigensammler, gelegentlich auch Violionistinnen ...
Der Titel "Tod im Olivenfass" deutet auf ein Oliventhema hin - doch das ist nur Beiwerk. Tatsächlich geht es im Grossen und Ganzen ums Thema Geigen: Geigenbauer und Geigensammler, gelegentlich auch Violionistinnen - das ist das wahre Umfeld dieses Krimis.
Ich mag Krimis, die mit klassischer Musik bzw. Instrumenten zu tun haben, deshalb hat mir "Tod im Olivenfass" sehr gut gefallen. Eventuell werden aber Leser*innen, die mit dem Thema nichts anfangen können, nicht warm mit diesem Krimi, dennoch sollte man ihm eine Chance geben.
Kurz nachdem Commissario Andreotti, der Chef-Carabinieri von Salò, eine Leiche aus einem Olivenfass bergen musste, trifft er auf Sophia Lange, deren Portemonnaie gestohlen wurde. An ihr riecht er einen Duft, den er auch beim Toten wahrnahm - Als Geigenbauerin kann Sophia ihm sagen, woher dieser Duft kommt und alsbald wird sie zu Andreottis Gehilfin in diesem Fall. Viola Ricci, Carabinieri und in Salò für die Spurensicherung zuständig, unterstützt das Hinbeiziehen von Sophia.
Sophia würde aber liebend gerne noch stärker einbezogen werden, doch Andreotti mauert. Auch wenn Sophia die Fachfrau ist, die erste Geige in Sachen Ermittlung spielt Andreotti. Deshalb macht sich Sophia selbst auf den Weg und holt sich anderweitig Hilfe um eine Spur zu verfolgen. Dies aber nicht bei ihrem Freund aus Kindheitstagen Luigi und seinem Vater Guiseppe, bei dem sie neuerdings in der Geigenwerkstatt arbeitet, auch nicht bei ihrer Tante Marta und Onkel Antonio, in deren Gasthaus sie ein Zimmer bewohnt.
Bis ungefähr zu ihrem 15. Lebensjahr lebte Sophia in Salò und zog dann mit ihren Eltern nach Deutschland. Den Kontakt nach Salò wurde aus diversen Gründen unterbrochen, doch nun hofft sie bei Giuseppe noch das eine oder andere dazu zu lernen und neue Heimat in ihrer alten Heimat zu finden.
Salò scheint mir auf der Karte weniger kleine Gassen zu haben, als im Krimi vorkommen. Aber egal, es machte enorm viel Spass mit Sophia und Andreotti durch die Gassen und Strassen von Salò zu laufen und mit ihnen zu ermitteln. Ich mochte die Charaktere, die alle einige Kanten und Ecken haben. Sogar über das Schlitzohr Freddo muss man oft schmunzeln.
Der Fall um den Toten im Olivenfass wird interessant geschildert, so dass man bis zum Ende hin kaum ahnt, wer dafür verantwortlich ist. Man lernt von Seite zu Seite mehr über den Wert von Geigen und alles was damit zusammenhängt. Das macht den Krimi somit auch sehr lehrreich.
Mich hat "Tod im Olivenfass" bestens unterhalten und irgendwie hoffe ich, dass man zukünftig noch mehr Fälle mit dem ungewöhnlichen Ermittlerpaar erleben kann. Was vielleicht aber schwer zu schreiben ist, denn so viele Gelegenheiten, wo eine Geigenbauerin ihre spezifischen Sachkenntnisse als Detektivin anwenden kann, gibt es wahrscheinlich nicht, aber ich lasse mich gerne überraschen.
Das bringt mich auf meinen einzigen Kritikpunkt, der nichts mit dem Inhalt zu tun hat, denn die Geschichte ist wirklich toll erzählt, fast zu gut schon, weshalb meine Kritik mit dem Drumrum zu tun hat: mir fehlte im Minimum ein Nachwort. Wer sich in dem Thema dermassen detailliert auskennt, um so ein Buch zu schreiben, muss entweder vom Fach sein - oder extrem gut recherchiert haben. Da aber ein Nachwort fehlt, in dem etwaige Recherchen angegeben werden, und man auch sonst nirgendwo etwas über einen "Renato Pozzi" findet (auch nicht zum angeblich gewonnenen Krimi-Wettbewerb), denke ich, dass es sich um ein Pseudonym handelt und auch die damit verbundene Biografie so nicht stimmt. Gerne hätte ich über die wahren Hintergründe des Autors (vielleicht ist es sogar eine Autorin, die womöglich selbst Geige spielt, wer weiss) erfahren, denn so etwas zu schreiben ohne jeglichen Bezug zur Welt der klassischen Musik zu haben, scheint mir fast nicht möglich - ansonsten bräuchte man viel Hilfe bei der Recherche, für die man sich in einem Nachwort bedanken müsste.
Fazit: Für Krimifans hängt beim Lesen von "Tod im Olivenfass" der Himmel voller Geigen - toll und interessant erzählt.
4 Punkte.
Die Spezialistin für St. Peter-Ording-Romane, Tanja Janz, schreibt neu nun auch St. Peter-Ording-Krimis - mit dem perfekt passenden Reihennamen "St. Peter-(M)Ording".
Ilva, die wieder zurück nach Hause ...
Die Spezialistin für St. Peter-Ording-Romane, Tanja Janz, schreibt neu nun auch St. Peter-Ording-Krimis - mit dem perfekt passenden Reihennamen "St. Peter-(M)Ording".
Ilva, die wieder zurück nach Hause zieht, weil die Mutter einen Unfall hatte - und wohl noch aus anderen Gründen, das kommt in den nächsten Bänden sicher noch zur Sprache - kommt quasi gerade zur richtigen Zeit in ihrem Heimatort an: nach einer öffentlichen Diskussion um das geplante und umstrittene Dünenhotel, wird der Architekt in eben jenen Dünen tot aufgefunden.
Ilvas Bruder, Polizist Ernie, verdächtigt Ilvas Jugendliebe Eike. Der legte sich am Tatabend mit dem Architekten an. Ilva, wie auch Ute und Bernd, alle drei sind Lehrer an derselben Schule, "helfen" der Polizei beim Ermitteln. Und sie finden auch tatsächlich einiges heraus, auch wenn sie erst am Ende schneller sind als der Täter.
Lange weiss man nicht, wieso Architekt Hagen sterben musste und dann stehen da plötzlich mehrere Tatverdächtige mit verschiedenen Mordmotiven zur Auswahl. Das gefiel mir, denn so konnte ich bis zum Ende miträtseln. Die spätere Auflösung fand ich einerseits gut, andererseits auch ein kleines bisschen konstruiert und auf einmal zu schnell zu Ende. Mittendrin wurde ich aber immer wieder von unerwarteten Ereignissen positiv überrascht, langweilig wurde es nie.
Dieser Willkommens-Band hat mich gut unterhalten. Die vielen Ermittler - Ilva mit ihren Freunden und Familien - fand ich allesamt sympathisch. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es mit ihnen weiter geht. Nur Fred Glabotki, Ernies Partner bei der Polizei, hab ich nicht immer wortwörtlich verstanden. Einige seiner Redewendungen sind mir nicht geläufig, von daher wär vielleicht ein kleines Glossar am Ende nicht schlecht.
Kann man entweder in den Ferien auf den Dünen auf St. Peter-Ording - mit einem Fischbrötchen in der Hand - oder zuhause auf Balkonien lesen. Dieser Auftaktkrimi macht auf jeden Fall Lust auf mehr St. Peter-(M)Ording!
Fazit: Gemütliche Lesestunden sind mit diesem unterhaltenden Cosy-Krimi garantiert.
4 Punkte.