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Veröffentlicht am 21.06.2021

Japan und Liebe erleben

Der kleine Teeladen in Tokio
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Ihr habt Lust auf eine zweiwöchige Reise nach Tokio? Dann begleitet Fiona, die bereits in Kopenhagen dabei war, auf ihrer Reise. Die junge Fotografin hat ein Stipendium erhalten. In diesen 14 Tagen wird ...

Ihr habt Lust auf eine zweiwöchige Reise nach Tokio? Dann begleitet Fiona, die bereits in Kopenhagen dabei war, auf ihrer Reise. Die junge Fotografin hat ein Stipendium erhalten. In diesen 14 Tagen wird ihr als Mentor der japanische Professor Araki zur Seite gestellt. Doch der hat einen Trauerfall in der Familie und wird von Gabriel Burnett, einem erfolgreichen englischen Fotografen und mehrfacher Preisgewinner, vertreten.

Gabe hat sichtlich nicht gross Lust - und merkt erst noch nicht, dass er Fiona eigentlich kennen müsste. Fiona ist gelinde gesagt genervt, macht aber das Beste aus der Situation. Obwohl sie scheu ist, auf den Mund gefallen ist sie nicht. Sie bringt Gabe aus der Reserve, zeigt auf seine negativen Punkte, die er theoretisch kennt, aber bisher nichts dagegen unternahm. Er selbst ermuntert Fiona ihrer manipulativen Mutter Gegenwehr zu geben. So helfen sie sich gegenseitig, was beide zwar anfänglich nicht als Hilfe sehen, und trauen ihren erneut aufgewallten Gefühlen dennoch nicht.

Die Charaktere sind liebenswürdig, haben aber alle ihre Ecken und Kanten, egal ob die Briten oder Japaner. Die scheue Fiona will unbedingt fotografieren, sucht sich viele Sujets aus, denn am Ende soll sie ihre japanischen Bilder in London ausstellen, doch die finale Idee fehlt ihr noch. Gabe hat sich aufgegeben, nimmt aber noch Kundenaufträge an, ihm fehlt seit einigen Jahren aber das Feuer für seinen Job. Haruka ruht in sich selbst, kann aber auf ihre Art gut zeigen, wenn sie mit einer Verhaltensweise nicht einverstanden ist. Teenager Mayu fand ich super gut gezeichnet: einerseits teenietypisch rebellisch, macht sie es ihrer Mutter und Grossmutter nicht leicht, gesteht Fiona aber, dass sie beide liebt und später in die Fussstapfen ihrer Grossmutter treten möchte.

Fionas Gastfamilie (Teemeisterin und Grossmutter Haruka, Mutter Setsuko, Teenietochter Mayu) und auch Gabe zeigen Fiona Tokio und bringen ihr und allen Leserinnen die japanische Kultur ein wenig näher. "Der kleine Teeladen in Tokio", im Original der sechste Band der "Romantic Escapes"-Serie, macht deshalb Lust auf eine Reise nach Tokio und erzählt zeitgleich eine schöne Liebesgeschichte. Fotografiert wird natürlich auch.

Nach 2020 bin ich ein wenig ausgehungert nach Reisen und Kulturen entdecken. So genoss ich es total, mit Fiona zusammen Tokio zu entdecken: mit einem Hochgeschwindigkeitszug fahren, an einer Teezeremonie teilnehmen, einen Schrein besuchen, Tempura und Ramen essen, Karaoke singen und noch ganz vieles mehr. Obwohl mich eine Reise nach Tokio nie reizte, gebe ich nach diesem tollen Roman von Julie Caplin Japan eine Chance. Falls es die Gelegenheit dazu gäbe, würde ich mich nicht mehr dagegen sperren.

Dieser Geschichte bin ich von der ersten Seite an verfallen. Julie Caplin hat so einen leichten, aber doch intensiven Schreibstil, so dass man erst nach der letzten Seite wieder zurück in der Realität ankommt.

Fazit: Diese schöne Lovestory macht auch aus Japan-Skeptikern Japan-Fans!
5 Punkte.

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Veröffentlicht am 15.06.2021

Ein würdiges Jubiläum

Bretonische Idylle
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Mit "Bretonische Idylle" feiert die Krimiserie um George Dupin den 10. Geburtstag. Oder anders gesagt: das zehnjährige Dienstjubiläum an seiner nun nicht mehr neuen Arbeitsstelle in der Bretagne.

Wer ...

Mit "Bretonische Idylle" feiert die Krimiserie um George Dupin den 10. Geburtstag. Oder anders gesagt: das zehnjährige Dienstjubiläum an seiner nun nicht mehr neuen Arbeitsstelle in der Bretagne.

Wer erinnert sich auch noch an den ersten Band, als George strafversetzt wurde und neu beginnen musste? Sein eigenwilliges Ermitteln ist mittlerweile für seine Untergebenen ganz normal geworden. Dass er nur mit Café im Blut richtig nachdenken kann und ab und an seine Ruhe braucht um sich Notizen zum jeweils aktuellen Fall zu machen, ist schon fast normaler Alltag. Auch ist jedem bekannt, dass George nicht gerne Schiff fährt.

Doch dies muss Dupin in seinem zehnten Fall, einige Tage vor dem grossen Fest, erneut tun. Hinüber auf die Belle-Île geht es kaum anders. Der an einem schönen Morgen aufgefundene Tote stammt von dort. Patric Provost, Schafzüchter von der schönen Insel, hat die Belle-Île nur einmal jährlich verlassen, zum Geburtstag seines Onkels. Genau diesen Tag hat der Mörder erwischt - bewusst oder zufällig?

Patric war bei allen unbeliebt. Es gibt keinen, der ihn mochte, nicht mal sein Onkel. Alle innovativen Ideen der Inselbewohner hat Patric sabotiert. Er war niemandes Freund, ein schlechter Arbeitgeber und ein Nein-Sager, der niemandem etwas gönnte oder auch nur zwei Zentimeter entgegen kam. In diesem Umfeld ermittelt Dupin mit seinem Team, unterstützt vom Insel-Commandant Cosqueric.

Rival stammt von der Insel und hat Heimvorteil. Er erzählt wie immer bretonische Sagen, diesmal solche, die sich um die Belle-Île ranken. Nolwenn hingegen lässt keine Anrufe an Dupin vergehen, ohne ihm nicht noch mindestens einen bretonischen Sätze abzuverlangen.

Zusammen mit dem Team erleben die Leser die Belle-Île, und wie so oft beim Lesern der Dupin-Bände, bekommt man sofort Lust, den Schauplatz zu besuchen. Ein Café oder Whisky im Garten des Goulou zu trinken oder ein Essen beim Leuchtturm, bei dem auch Vegetarier in Versuchung geraden könnten, das berühmte Salzlamm der Insel zu degustieren und dabei über die Möglichkeit einer autarken Energiegewinnung zu diskutieren.

Dieser Fall ist interessant, obwohl ich mir bald sicher war, wie er ausgehen wird. Bis dahin passiert aber noch einiges Unvorhergesehenes und wie immer ist das Ermittlungs- und Erzähl-Tempo extrem hoch. Apropos Erzählen: einige Verdächtige würde man am liebsten knebeln, damit sie nicht so viel reden, Madame Corbel zum Beispiel. Riwal ist fast schon stumm dagegen.

Mir hat es Spass gemacht, Dupin und sein Team bei ihrem Jubiläum zu begleiten.

Den Fall hab ich in weniger Tagen ausgelesen, als er gelöst wurde. Ich staunte dabei über einige tolle Ideen betreffend Alibiüberprüfungen, und freue mich, wenn der nächste Fall - hoffentlich ohne Schifffahrt für Dupin - ansteht.

Fazit: Mit "Bretonische Idylle" feiert die Serie ein würdiges Jubiläum!
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 14.06.2021

Bilder und Badehosen

Mord in Parma
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"Mord in Parma" ist der Auftakt einer neuen Krimiserie, von der der erste Teil im italienischen Parma angesiedelt ist. In Parma ist nicht nur der Schinken berühmt, sondern auch die Galleria Nazionale im ...

"Mord in Parma" ist der Auftakt einer neuen Krimiserie, von der der erste Teil im italienischen Parma angesiedelt ist. In Parma ist nicht nur der Schinken berühmt, sondern auch die Galleria Nazionale im Palazzo della Pilotta, die Bilder des einheimischen Künstlers Correggio beherbergt.

Eins von Correggios Bildern taucht urplötzlich in München auf. Paolo Ritter, Mitarbeiter des LKA, soll den Transport des wertvollen Gemäldes zurück in die Heimat begleiten. Paolo wundert sich zwar über den Job, denkt aber, dass er auch noch eine weitere Aufgabe in Italien zu bewältigen hat - er hat eine Abneigung gegen das Land, gegen Sand, gegen Kaffee. Einiges davon ist familiär geprägt, anderes hat er sich angewöhnt. Aber alles aus Gründen, die die Leserschaft nach und nach erfahren.

Eigentlich sollte er am nächsten Tag gleich wieder zurück fahren, doch erst gibt es ein Planänderung bei der Transportfirma, dann ändert der Tod des Galeriekurators Paolos Pläne. Zusammen mit Lucia, die er in Cervia kennenlernt, will er herausfinden, wieso der Museumskurator sterben musste. Der gewissenhafte Paolo legt sich mit dem deutsche-Gründlichkeit-hassende Commissario Borghese an, denn der will einfach nicht sehen, dass Signor Tantaro nicht eines natürlichen Todes starb.

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, bleibt es nicht nur bei dem einen Zusammenstoss mit dem Kommissar. Für Paolo ist das nicht so angenehm, für die Leser hingegen schon.

Dani Scarpa (ein Pseudonym eines deutschen Krimi-Autors) präsentiert uns einen eigenwilligen und auf den ersten Blick sonderbaren Ermittler, der sich in diesem ersten Band zuerst um seine Vergangenheit kümmert - damit die Zukunft beginnen kann. Zu Gast in seinem Kopf ist erst ein kleiner Junge in roter Badehose, später begleitet ihn Tantaro.

Unterstützt wird Paolo von Köchin Lucia, die er auf seiner Reise kennenlernt. Lucia hilft Paolo nicht nur mit der italienischen Sprache, sie hilft ihm auch öfters aus der Patsche und bringt ihm das so verhasste italienische Dolce Vita näher.

Paolos Vorgesetzte und Verlobte Julia bleibt vom fernen München zugeschaltet, viel bekommt man von ihr nicht mit, braucht man auch nicht. Paolo, Lucia und Borghese - die drei reichen vollends aus, mehr an Personal braucht dieser Krimi wirklich nicht.

Der Kriminalfall an sich ist interessant und spannend, denn der Mord an Tantaro war nur ein Steinchen im Rad, es passiert noch einiges mehr - langweilig wird es nie.

Nach dem Ende bin ich nun natürlich gespannt, ob und wie es mit Paolo weitergeht - ich bin jedenfalls gerne dabei, seine weiteren Schritte zu begleiten.

Fazit: Ein humorvoller, aber auch interessanter Italien-Krimi mit einem ebensolchen Ermittler. Naja, das mit dem Humor muss er vielleicht noch ein bisschen lernen. (Der Paolo, nicht der Autor - der hat es im Griff!)
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Zwei Ermittler im Einklang

Mord au Vin (Claire Molinet ermittelt 1)
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Krimis, die in Frankreich angesiedelt sind, mag ich. Ebenso mag ich es, wenn das Thema Weinanbau in einem Roman vorkommt. Deshalb griff ich zum ersten Band der neuen Krimiserie von Sandrine Albert, ein ...

Krimis, die in Frankreich angesiedelt sind, mag ich. Ebenso mag ich es, wenn das Thema Weinanbau in einem Roman vorkommt. Deshalb griff ich zum ersten Band der neuen Krimiserie von Sandrine Albert, ein Pseudonym für die Autorin Sandra Aslund, die bereits eine mehrteilige Provence-Kommissarin-Serie geschrieben hat.

In dieser neuen Serie gibt es gleich zwei Ermittler: zum einen Commandant Raoul Chénier und die junge Privatdetektivin Claire Molinet - eine der wenigen, die sich wirklich so nennen darf, wie man im Krimi erfährt. Ob das real auch so ist, entzieht sich meiner Kenntnis, aber für die Geschichte macht es Sinn, denn Claire wird somit auch von der Polizei, hier im Speziellen von Raoul, ernst genommen. Beide leben erst seit wenigen Jahren in Bordeaux.

Claire ist aber auch Foodbloggerin, nicht nur, damit sie ihre Ermittlungen gut verschleiern kann. Sie soll eine vermisste Studentin, nur wenig jünger als sie selbst, suchen. Der einzige Anhaltspunkt könnte die Bar sein, in der Délia arbeitete.

Man ahnt es, dass es sie gibt, aber lange scheint es nicht danach: Berührungspunkte zwischen Claires Fall und dem von Raoul. Ihn beschäftigt eine im Sand verbuddelte Leiche, die der Hund von Claires Gärtner und Freund mit gewissen Vorzügen, Philippe, entdeckte. Die Dünenleiche ist die vor drei Jahren verschwundene Winzerin Anaïs. Mögliche Tat-Motive wären Eifersucht und Erbstreitereien. Raoul stochert im Heuhaufen.

Ich mochte beide Ermittler. Sie sich auch. Claire und Raoul merken schnell, dass ihnen beiden gedient ist, wenn sie ihre Informationen teilen. Jeder bleibt an seinem Fall, aber mit Bonus-Informationen, die sie beide weiterbringen.

Mir gefiel diese Herangehensweise sehr. Es war schön zu lesen, dass man ohne Gesichtsverluste miteinander arbeiten kann, ohne dass jemand sich wichtiger als der andere fühlt und eine Zusammenarbeit von Anfang an möglich ist - und nicht erst nach zig Fällen, wie das in vielen Krimi-Reihen üblich ist.

Das Thema "Weinbau mit oder ohne Pestizide" ist top aktuell - in einigen Tagen wird hier in der Schweiz über ein Pestizid-Verbot abgestimmt. Beim Lesen wünschte ich mir, dass sich alle Wähler die nötigen Infos auf solch eine einfache, aber deutliche Weise erlesen könnten.

Nicht nur aufgrund des Themas ist "Mord au Vin" ein interessanter Krimi. Die beiden Ermittler mag ich und deshalb würde ich mich auf weitere Fälle freuen. Ich bin gespannt, was das beachtenswerte Gespann in Zukunft noch leisten wird.

Fazit: Ein toller Krimi-Reihen-Start, der mich für sich eingenommen hat.
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 08.06.2021

Schönes Wiedersehen, aber spannungsarm

Madame le Commissaire und die panische Diva
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Der Klappentext hörte sich vielversprechend an. Isabelle kurz in Paris zu erleben, das tönt gut - wenn man ihre Vorgeschichte kennt, ist man interessiert und gespannt zu erfahren, wie es ihr dabei geht. ...

Der Klappentext hörte sich vielversprechend an. Isabelle kurz in Paris zu erleben, das tönt gut - wenn man ihre Vorgeschichte kennt, ist man interessiert und gespannt zu erfahren, wie es ihr dabei geht.

Doch bis es soweit ist, kümmert sich Isabelle in Ramateulle um eine berühmte Sängerin, die gestalkt wird. Die Sängerin ist eine Diva, panisch gerade zu Recht. Isabelle und Apollinaire durchleuchten sämtliche Bekannte von Colette Gaspard, kommen aber nicht vorwärts mit ihren Backgroundchecks, Observationen und ihrer Verdächtigenliste.

Nichts hilft, die Gaspard wird weiterhin bedroht - sogar in Paris, so dass Isabelle wider Willen ihre Reisetasche packen und einige Tage in Paris verbringen muss. Die Spur wird heiss, die Reise könnte sich also auszahlen.

Ich genoss es, Paris mit den Augen von Isabelle zu sehen und alte Bekannte wie Rouven, Nicolas, Clodine, Isabelle erneut und endlich einmal Maurice Balancourt "live" zu treffen. Diese Wiedersehen machten für mich den Reiz in diesem achten Band aus.

Aber leider blieb die erwartete Spannung in diesem Band aus. Pierre Martin gibt sich zwar alle Mühe, doch mir hätte er weitere wirklich Verdächtige auftischen müssen, die mich vielleicht auf eine falsche Fährte führen hätten können. Es gab zu wenig Möglichkeiten an in Frage kommenden Tätern.

Ich war Madame le Commissaire und Co. um Längen voraus und wartete, bis sie endlich den richtigen Hinweis bekam und um die Ecke dachte und somit endlich auf die richtige Spur kam. Hätte sie mich gefragt, wäre ihr einiges erspart geblieben

Für mich ist es daher der langweiligste Band bisher, da mich auch der Twist am Ende nicht überraschen konnte.

Fazit: Ein schönes, aber leider spannungsarmes Wiedersehen mit den Helden aus Fragolin.
3.5 Punkte.

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