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Veröffentlicht am 04.02.2020

Leider langweilig

Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie
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Bisher mochte ich fast alle Romane von Rachel Joyce. Mich sprach das Thema von "Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie" an, denn ich verkaufte während meiner Ausbildung im Bücherladen auch Schallplatten ...

Bisher mochte ich fast alle Romane von Rachel Joyce. Mich sprach das Thema von "Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie" an, denn ich verkaufte während meiner Ausbildung im Bücherladen auch Schallplatten und bekam den Einzug der CD's hautnah mit. Zufällig war das genau in der Zeit, in der auch dieser Roman spielt. Das Jahr 1988 stimmt, nur nicht das Land und die Stadt.

CD-Gestelle zu putzen ist eindeutig einfacher als LP-Gestelle, aber soweit überlegt Mister Frank in London nicht. Er weigert sich, hauptsächlich aus nostalgischen Gründen und allen Überredungstaktiken der Vertreter zum Trotz, CD's zu verkaufen.

Frank ist ein Einzelgänger, dennoch freundet er sich mit den Ladenbesitzern und den Bewohnern in seiner Strasse an. Es bildet sich sowas wie eine Clique, bestehend aus Tätowiererin Maud, Pater Anthony mit seinem Devotionalienladen, Kit, der Frank im Laden hilft und einigen anderen. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Baufirma, die sämtliche Gebäude der Strasse aufkaufen wollen.

Da taucht plötzlich eine Frau in Grün vor Franks Laden auf, in die sich Frank auf den ersten Blick verliebt. Doch die Frau ohne Namen erscheint nur ganz selten im Plattenladen. Obwohl die beiden sich leicht anfreunden, bleibt die Frau auf Distanz und gibt sich geheimnisvoll. Aber auch Franks Harmonietalent hält sich in Grenzen. Er ist eher einer der sich ausklinkt.

Und das war mit ein Grund, wieso dieser Roman so unglaublich langatmig war. Die Geschichte hat mich gelangweilt, denn es passiert grosso modo lange nur dasselbe: Ilse kommt und verschwindet, Frank hat Angst vor Gefühlen und will keine CD's verkaufen.

Erst zum Schluss, nach einem Zeitsprung 20 Jahre später und auf den letzten 80 Seiten, wurde die Geschichte wieder interessanter. Deshalb vergebe ich doch noch knappe 3 anstatt nur 2 Punkte.

Da mir Rachel Joyce Romane bisher gefallen haben, war ich enorm enttäuscht von Mister Franks fehlendem Talent für Harmonie.

Fazit: Die Idee mit dem Plattenladen ist toll, aber eindeutig viel zu langweilig umgesetzt.
Knappe 3 Punkte.

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Veröffentlicht am 04.02.2020

Die Frau, die vom Himmel fiel

Spanischer Feuerlauf
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Wie habe ich mich auf den dritten Band gefreut - und noch mehr, als er überraschend anstatt Anfang März schon Anfang Februar bei mir eintraf. Der Grund dafür: das eBook erscheint einen Monat früher als ...

Wie habe ich mich auf den dritten Band gefreut - und noch mehr, als er überraschend anstatt Anfang März schon Anfang Februar bei mir eintraf. Der Grund dafür: das eBook erscheint einen Monat früher als die Printausgabe, die ab dem 2. März erhältlich ist.

Bei ihrer dritten gemeinsamen Ermittlung werden auch Karl Lindberg und sein Schwager Alex Diaz überrascht. Beide haben frei und schauen sich den traditionellen Umzug des Feuerlaufs an. Karl und seine Frau Alba vom Balkon ihrer Freunde, die an der Via Laietana wohnen. Doch plötzlich ist es mit dem Vergnügen vorbei, denn mitten auf der Strasse wird eine tote Frau entdeckt. Sie scheint vom Himmel gefallen zu sein - als ob es nicht schon schwer genug wäre, den Fundort inmitten dieser riesigen Menschenmenge zu sichern, müssen die Ermittler nun auch Erfahrung bringen, wer die Tote ist und woher sie kam.

Dank hervorragender Teamarbeit finden sie dies schnell heraus. Es ist eine Frau, die seit Jahren vermisst wird. Wo sich die Frau in den letzten Jahren aufgehalten hat, wieso sie verschwunden ist und was schlussendlich zu ihrem Tod und ihrem Fund während des Umzugs führte ist ein grosses Rätsel, das Alex und Karl schnellstmöglich lösen müssen.

Denn dieser Fall kommt für Karl zur denkbar schlechtesten Zeit: sein Sohn Rafa zieht mit seinem Freund gerade in die erste eigene Wohnung und Alba ist hochschwanger, sie erwarten in den kommenden zwei Wochen ihr zweites Kind.

Während in Band 2 die beiden Kommissare oft auf falsche Fährten geführt wurden, wird es nun einfacher zu ermitteln. Sogar ihre Chefin Maria Arbol gibt sich nahe wie noch nie, dennoch ist auch dieser Fall nicht ohne - und um einiges gefährlicher als die ersten zwei Bände.

Fesselnd und mit vielen Überraschungen gespickt kommt "Spanischer Feuerlauf" daher. Den Kriminalroman aus der Feder von Catalina Ferrera konnte ich kaum aus der Hand legen und so hatte ich ihn innert einem Tag ausgelesen.

Nach drei tollen Fällen kann ich sagen, dass die beiden aus der Mossos d'Esquadra mein Herz erobert haben und die Reihe zu einer meiner Lieblingskrimiserie geworden ist.

Fazit: Erneut ein packender und höchst interessanter Kriminalfall für Lindberg/Diaz - das einzig Traurige daran ist, dass wir Leser nun wieder ein Jahr auf den nächsten Fall warten müssen.
5 Punkte.

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Veröffentlicht am 31.01.2020

Grossartig erzählt

Leas Spuren
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Da ich im vorherigen Roman der Autorin, "Das geheime Lächeln", Mühe mit der Protagonistin hatte und mir auch einige andere Dinge nicht so gefielen, war ich umso mehr auf "Leas Spuren" gespannt - auch hatte ...

Da ich im vorherigen Roman der Autorin, "Das geheime Lächeln", Mühe mit der Protagonistin hatte und mir auch einige andere Dinge nicht so gefielen, war ich umso mehr auf "Leas Spuren" gespannt - auch hatte ich ein bisschen Angst, dass es mir wieder nicht hundertprozentig gefallen würde. Meine Befürchtungen betreffend "Leas Spuren" waren zum Glück aber umsonst, wie sich ganz schnell herausstellte.

In zwei Zeitebenenen erzählt Bettina Storks ihre neue Geschichte, die wieder in Paris und in Deutschland spielt. So wird 2016 die in Stuttgart lebende Marie unerwartet zur Teilerbin - sie erbt von dem ihr unbekannten Victor Blanc zusammen mit dessem Enkel Nicolas eine Wohnung in Paris, jedoch angeknüpft daran ist der Fund eines Gemäldes. Alle sind überrascht, doch bald wird klar, dass Victor Blanc Maries Grosstante Charlotte Schneider gekannt haben muss.

Charlotte lebte im Jahr 1940 in Paris, doch wo sie arbeitet und was sie machte, das weiss niemand so genau. Was Victor mit Charlotte zu tun hatte, ist auch keinem aus seiner Familie bekannt. Historikerin Marie und Journalist Nicolas forschen gründlich in der Vergangenheit von ihren Verwandten nach, damit sie auch das unbekannte Bild aufspüren können, denn sonst verfällt ihr Erbanteil. Ob sie den wirklich wollen, wissen sie selbst noch nicht.

Obwohl ich betreffend dem verschollenen Bild eine Vermutung hatte, die dann auch zutraf, war die Lektüre von "Leas Spuren" total spannend. Gut, dass noch Ferien waren, so konnte ich bis spät Nachts lesen!

Wunderschön erzählt die Autorin wie Charlotte durch Victor Paris kennen lernt und wie genau Charlotte die Situation in Deutschland beobachtet. Es war so ein bisschen ein Blick von aussen, obwohl sie ja mitten drin war. Das Schicksal ihrer Nachbarn und Bekannten zu verfolgen, war sehr traurig und berührend. Ebenso das tragische Los der Bewohner der Rue Oberkampf und der Rue Saint-Maur.

In diesem Roman steht die Kunstszene von Paris in der Nazizeit und die Résistance im Vordergrund. Wenn man in den Medien vom damaligen Kunstraub hört, findet man es zwar ungeheuerlich was da alles passierte. Wenn man es aber in eine Geschichte verwoben erzählt bekommt, so wie hier in "Leas Spuren" ist man einfach nur entsetzt und betroffen.

Dieser Roman ist hervorragend und detailliert recherchiert, besticht durch tolle Charaktere und einer unglaublich spannenden Geschichte auf knapp 500 Seiten, von denen keine einzelne langweilig ist oder unnötig wäre. Die Story wird auch Lesern gefallen, die nicht so gerne Romane über die Nazizeit lesen, denn "Leas Spuren" beinhaltet alles im genau richtigen Mass.

Fazit: Enorm fesselnder Roman, grossartig erzählt von Autorin Bettina Storks, den man unbedingt lesen muss.
5 Punkte.

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Veröffentlicht am 31.01.2020

Das Leben der Hotelgäste

Das kleine Glück am Weihnachtsabend
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Als ich "Das kleine Glück am Weihnachtsabend" sah, dachte ich, es handle sich um einen netten Weihnachtsroman. Umso überraschter war ich, als ich merkte, dass dabei die Lebensgeschichten der aktuellen ...

Als ich "Das kleine Glück am Weihnachtsabend" sah, dachte ich, es handle sich um einen netten Weihnachtsroman. Umso überraschter war ich, als ich merkte, dass dabei die Lebensgeschichten der aktuellen Hotelgäste erzählt wird, und weshalb sie gerade jetzt zwei oder mehr Tage in der Sugar Loaf Lodge verbringen. Sie alle werden schönere Weihnachtstage haben als erhofft. Auch die Mistelzweige vom Cover kommen am Ende zum Einsatz.

Ein roter Faden ist zwar gegeben und die Grundgeschichte mit dem angeblichen Geist des Hotels fand ich ganz nett. Mir waren aber die vielen Gäste-Geschichten zu viel, auch wenn die Autorin immer wieder Verbindungen schafft.

Durch die vielen Lebensgeschichten empfand ich es nicht als typischen Weihnachtsroman - er endet einfach an Weihnachten - und denke, man kann den Roman das ganze Jahr über lesen.

Sheila O'Flanagans Schreibstil gefällt mir. Auch wenn ich von diesem Roman etwas ganz anderes erwartet habe, werde ich ihre anderen Bücher, wovon eins auf meinem SuB wartet ("Helle Nächte am Meer"), sicher noch lesen.

Fazit: Anders als erwartet, stellenweise zu langatmig (einen halben Punkt Abzug deswegen), aber dennoch gut geschrieben.
3.5 Punkte.

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Veröffentlicht am 30.01.2020

So schön das Cover, so nervig die Protagonistin

Liebe geht durch den Garten
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Das Cover ist ein Eye Catcher, eins der schönsten, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Da war ich natürlich auch neugierig auf den Inhalt. Garten-Romane mag ich und so dachte ich, diese Schrebergarten-Geschichte ...

Das Cover ist ein Eye Catcher, eins der schönsten, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Da war ich natürlich auch neugierig auf den Inhalt. Garten-Romane mag ich und so dachte ich, diese Schrebergarten-Geschichte könnte was für mich sein.

Doch der Roman beginnt schon mal recht schräg. Die Protagonistin Anna ist eine Nervensäge, sie verhält sich einfach - Entschuldigung - saudoof.

Anna hat viel zu tun mit ihrer Arbeit als Illustratorin und ihren beiden Söhnen. Der Sommer steht vor der Türe und die Bauarbeiter ebenso. Die Renovationsarbeiten im Haus sind laut, das zehrt logischerweise an den Nerven.

Als Anna einen Bericht über Gärten liest, kommt sie auf die Idee, sich selbst einen zu mieten. Ohne viel zu überlegen, macht sie sich auf die Suche und findet auch bald einen. Und auch jetzt: ohne zu überlegen, was mit einem Schrebergarten alles auf sie zukommt, unterschreibt sie den Vertrag. Völlig blauäugig!

Leider geht es so weiter, und so zieht sich das vom Anfang an bis fast ganz zum Schluss durch den Roman. Sei es Annas Verhalten gegenüber ihrer Vermieterin gleich am Anfang oder kurz darauf, als Anna ihr Velo im Gebüsch versteckt, nur damit der Präsident des Schrebergartenvereins nicht sieht, dass sie nicht Auto fährt.

Da hilft es auch nichts, dass ihre Gartennachbarn eigentlich ganz nett sind, und sich darunter sogar ein nettes männliches Exemplar befindet, Paul, mit dem Anna sich mehr als nur Gartenarbeit vorstellen kann. Doch als auch Sabine um ihn buhlt, kommt es zum Hahnen, bzw. Hühnerkampf...

Ich mag solche Protagonisten einfach nicht und dann könnte die Geschichte drumrum noch so gut sein, man kann sie einfach nicht geniessen, weil da immer die nervige Prota rumspaziert.

"Liebe geht durch den Garten" hat gute Ansätze, konnte mich aber aufgrund der Hauptfigur mit ihren übertriebenen Handlungen nicht überzeugen. Nur das Cover liebe ich nach wie vor.

Der Schreibstil ansonsten war angenehm und ich kann mir vorstellen, einen weiteren Roman der Autorin zu lesen. Nur bitte dann mit einem Protagonist, bei dem es einen nicht die Fingernägel einrollt.

Fazit: Ohne die naive Protagonistin wäre die Geschichte wohl ganz nett.
3 Punkte.

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