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Veröffentlicht am 25.06.2019

Tryggves Cold Case

Das vergessene Haus
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Endlich wurde der dritte Teil der Anki Karlsson-Serie übersetzt! Das rote Haus auf dem Cover sieht gemütlich aus, und gerne würde man das als Ferienhaus nutzen. Doch nach dem Lesen des Krimis würde man ...

Endlich wurde der dritte Teil der Anki Karlsson-Serie übersetzt! Das rote Haus auf dem Cover sieht gemütlich aus, und gerne würde man das als Ferienhaus nutzen. Doch nach dem Lesen des Krimis würde man sich wohl erst genauer über das Haus informieren, bevor man seine Ferien dort verbringt.

Denn in "Das vergessene Haus" geht es um eine ehemalige Ferienlager-Siedlung für Mütter und Kinder, in der es leider nicht so idyllisch wie auf dem Cover aussah.

Kerstin Weström kam vor Jahren mit ihrer kleinen Tochter Ninni nach Smissarve. Für Ninni waren es schöne Tage, die abrupt endeten, da ihre Mutter mit ihr unverzüglich nach Hause fuhr. Was war damals geschehen?

Kerstin leidet mittlerweile an Demenz, zuckt aber bei Fotos aus Smissarve zusammen. Journalistin Ninni will wissen, was damals passierte und plant eine Reportage über die "Stiftung Mütterhaus" zu schreiben. Kurz nachdem sie vor Ort zu recherchieren beginnt, wird sie bedroht. Einige Tage nachdem Ninnis zweiter Artikel in der Zeitung gedruckt wird, verschwindet sie urplötzlich.

Anki, die sich ebenfalls für die Geschichte von Smissarve interessiert, forscht nach Ninnis Verschwinden selbst nach und kann der Polizei einige Hinweise geben. Auch Tryggve hat ein grosses Interesse an der Story, denn er nahm damals eine Anzeige von Kerstin auf, doch der Fall blieb ungelöst.

Der Fall spielt sich in der kirchlichen Umgebung von Smissarve ab, ein wenig entfernt von Mullvald, dem Dorf, in dem Anki und Tryggve wohnen. Leider gab es kein Wiedersehen mit anderen Dorfbewohnern, was ich ein wenig bedauerte. Immerhin bekommt Anki Besuch von ihrer Enkelin Maja, die für einige Wochen bei ihr wohnt.

Das Thema ist (leider) immer wieder aktuell, eher bekannt aus dem irischen Raum und gibt dem Kriminalroman einen ernsten Touch. Einige Dinge waren mir zu wenig genau beschrieben, fast vernachlässigt worden - zum Beispiel als man nach Ninni suchte, hätte die Polizei ganz leicht herausfinden können, wann sie in Schweden eingereist ist.

Trotzdem konnte mich auch dieser Gotlandkrimi fesseln und ich hatte ihn in einem Tag ausgelesen.

Fazit: Solider und ruhiger Kriminalfall, in dem ein Cold Case nach Jahren endlich gelöst wird.
4 Punkte.

Veröffentlicht am 19.06.2019

NYC, die Hamptons und kulinarische Köstlichkeiten

Die kleine Bäckerei in Brooklyn
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Foodjournalistin Sophie kennen die Leser des kleinen Café in Kopenhagen bereits. Im ersten Band der Serie war Sophie aber noch eine Foodbloggerin. Sie arbeitet bei einem Magazin und bekommt die Möglichkeit ...

Foodjournalistin Sophie kennen die Leser des kleinen Café in Kopenhagen bereits. Im ersten Band der Serie war Sophie aber noch eine Foodbloggerin. Sie arbeitet bei einem Magazin und bekommt die Möglichkeit für ein halbes Jahr im Rahmen eines Jobtausches nach New York zu gehen, sagt aber erst mal ab.

Doch die Leser des ersten Bandes wissen auch, dass etwas nicht wirklich koscher ist in der Beziehung von Sophie und James. Auf den ersten Seiten von "Die kleine Bäckerei in Brooklyn" erfahren wir nun endlich den Grund für das komische Gefühl, das wir alle hatten, es hat uns nicht getäuscht. Sophie trennt sich sofort von James und fliegt kurzentschlossen nach New York.

Hier erwartet sie ein hübsches, aber leeres Appartement und die herzliche Vermieterin Bella, die unten im Haus ihr kleines Café führt. Bellas Cousin Todd arbeitet für dieselbe Zeitschrift wie Sophie und hat ihr die Wohnung verschafft.

Todd ist ein Traum von Mann und Gerüchten zufolge ein Womanizer. Sophie mag ihn gut, er hilft ihr wo er nur kann und möchte ihr auch die Stadt zeigen. Doch Sophie geht auf Abstand, was ihr je länger je schwerer fällt. Gut, wird sie von Paul, einem anderen Arbeitskollegen, umschwärmt und eingeladen. Doch es ist einfach nicht dasselbe, wie wenn Sophie mit Todd zusammen Zeit verbringt.

Bella hingegen hat ein Auge auf Wes geworfen, doch der will scheinbar nichts von ihr wissen. Bellas Backkünste sind gefragt, sie hat viel zu tun, aber zu wenig Zeit - Sophie hilft ihr, zusammen sind sie ein tolles Team, die Arbeit macht beiden Spass. Die sechs Monate vergehen wie im Flug, doch ans Heimkehren möchte Sophie lange noch nicht denken.

Es braucht ein wenig bis die schön erzählte Geschichte Fahrt aufnimmt, doch dann kann man sich in ihr versinken und mit Sophie und ihren Freunden New York, die Hamptons und kulinarische Köstlichkeiten entdecken und dabei Spass haben.

Sophie und Todd sind gelungene Charaktere, beide haben ähnliche Familienhintergründe und sind doch sehr unterschiedlich aufgewachsen. Sophie glaubt an die wahre Liebe, auch noch nach der Enttäuschung mit James. Todd hingegen gibt sich ganz anders als er ist, und will von einer echten Beziehung nichts wissen, zu unglaubhaft wird es ihm zuhause vorgelebt. Sophie findet in den sechs Monaten zu sich und zurück ins eigene Leben, wird mutig und steht für ihre Überzeugung ein.

Das Thema Essen und Backen wird gross geschrieben, ist aber immer nur Nebensache in der Geschichte. Okay, ich bin aber auch kein Fan von Cupcakes und Torten und deshalb immun - ich schau mir die schön und aufwendig verzierten Backwaren lieber an, als dass ich sie esse. Von daher haben mir Bellas und Sophies Backkünste nicht den Mund wässrig gemacht.

Fazit: Eine nette Geschichte, nicht ganz so fetzig wie die Kopenhagen-Story, aber auf jeden Fall eine entspannende Sommerlektüre.
4 Punkte.

Veröffentlicht am 17.06.2019

Spannend wie immer

Provenzalischer Rosenkrieg
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Bereits als ich den Titel in der Vorschau fand, war ich verliebt in das tolle Cover. Nur der Titel schien auf den ersten Blick nicht zum "rosigen" Titel zu passen.

Auf den zweiten Blick passt der Blick ...

Bereits als ich den Titel in der Vorschau fand, war ich verliebt in das tolle Cover. Nur der Titel schien auf den ersten Blick nicht zum "rosigen" Titel zu passen.

Auf den zweiten Blick passt der Blick aufs Meer aber sehr gut. Denn es stellt sich bald schon heraus, dass der Unfalltod von Parfümeur Lucien Aubert wohl kein Unfall war. Kurz darauf wird der bekannte Parfümeur Hervé Bousquet ermordet. Seine Nachbarin Anouk Debris steht schnell unter Verdacht - nicht nur für Hervés, sondern auch fürs Luciens Tod Schuld zu sein. Sie hat in beiden Fälllen kein Alibi, obwohl sie vom Tode Hervés erst im Haus von Charlotte und Pierre unterrichtet wurde.

Pierre Durand soll ihr helfen und will sich einige freie Tage nehmen. Doch der neue Bürgermeister stellt sich quer. Mit Hilfe von Pierres Assistent Luc und der neuen Sekretärin Penelope kann er sich dann aber doch um Anouks Fall kümmern. Beide halten die Stellung und helfen ihm mit Recherche-Arbeiten.

Es ist ein undurchsichtiger Fall. Pierre weiss nicht, wem er trauen kann und wem nicht, denn viele haben ein Interesse an Hervés Vermächtnis. Bis am Ende ist nicht klar, wer der Täter ist. Ich wusste zwar bald, wer es sein könnte, aber trotzdem war alles offen, was mich manchmal an meiner Vermutung zweifeln liess - es blieb spannend bis zum Schluss.

In "Provenzalischer Rosenkrieg" taucht der Leser ein in die Welt der Parfümherstellung, ist beim Rosen pflücken mit dabei und lernt in Cléments Lefevres Fabrik einiges über die Vor- und Nachteile der synthetischen Düfte.

Mir machte es Spass mit Pierre durch Grasse zu streifen und einen Abstecher ans Meer zu machen und weit weg von Sainte-Valérie zu sein, denn der neue Bürgermeister Maurice Marechal ist noch unsympathischer als Arnaud Rozier. Doch Marechal hat auch Dreck am Stecken - ich nehme an, im nächsten Band erfahren wir mehr über ihn.

Fazit: Interessanter Hintergrund, viel Provence-Atmosphäre und spannend wie immer.
4 Punkte.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Uferlose Ausschweifungen

Die Glocke von Whitechapel
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Es gibt Serien, die sind vom ersten bis zum letzten Teil durchwegs spannend. Dann gibt es solche, die man spätestens nach dem dritten Teil nicht mehr weiterliest oder andere die gut beginnen, aber nach ...

Es gibt Serien, die sind vom ersten bis zum letzten Teil durchwegs spannend. Dann gibt es solche, die man spätestens nach dem dritten Teil nicht mehr weiterliest oder andere die gut beginnen, aber nach dem fünften Band immer schlechter werden.

Die Peter-Grant-Serie gehört in eine andere Kategorie. Da gibt es Bände, die super sind, und solche, die sterbenslangweilig sind. Nach der tollen Kurzgeschichte "Geister auf der Metropolitan Line" freute ich mich auf "Die Glocke von Whitechapel", doch leider erwies sich dieser Band als der langweiligste von allen sieben Bänden.

Das Folly sucht nach Martin Chorley und nach Lesley. Bald schon merken Peter Grant, Sarah Guleed und Nightingale, dass Chorley etwas im Schilde führt. Etwas, was vielleicht mit der Artus-Sage zu tun hat oder mit den Römern - dies herauszufinden ist Peters Aufgabe. Daneben wird Chorley gesucht und gejagt, doch jedesmal erwischt er der Polizei.

Die Handlung wird immer wieder durch uferlose Ausschweifungen und Wiederholungen unterbrochen. Peter - der übrigens zum Constable Inspector befördert wurde - spult beständig römische Geschichte und anderes Historisches runter, dies so, dass selbst mir, die Geschichte mag, langweilig wird dabei. Auch verliert er sich öfters seitenweise in Erinnerungen, nur um auf etwas zu kommen, das man auch in einem Satz erzählen könnte und ausserdem nichts zu der aktuellen Szene beiträgt. Wenn diese Dinge wenigstens etwas mit der Situation zu tun hätten, okay, aber das hatten sie nur sehr selten.

"Die Glocke von Whitechapel" war so ermüdend zu lesen, langatmig sondergleichen, so dass ich anstatt in ein bis zwei Tagen wie sonst, tagelang an diesem Band festhing und nicht vorwärts kam. Da war sogar die Navi CSI Folge im TV, die ich bereits dreimal sah, noch spannender.

Der Fall selbst überzeugte mich auch nicht, ebensowenig wie der Schluss - Spoiler: ich frage mich noch immer, was mit der Glück passierte. Ohne die ewigen Erklärungen und nur auf den tatsächlichen Fall bezogen wäre das Buch locker mit 200 Seiten oder weniger durchgekommen.

Deshalb freue ich mich auf die Kurzgeschichte "Der Oktoberman", die im September erscheint, da muss sich Ben Aaronovitch wieder aufs Wichtige konzentrieren - es könnte also wieder ein Highlight werden.

Trotz der Enttäuschung über diesen Band gibt es doch noch Positives zu berichten: zum einen wird die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Polizeiabteilungen immer besser, die Vorurteile gegen das Folly schwinden langsam. Zum anderen gefiel mir die Geschichte um Fingerhut sehr gut. Die Szenen, in denen Peter Fingerhut kennen lernte, waren weitaus die spannendsten im ganzen Buch.

Fazit: Nichtsdestotrotz ist der Band mit dem schönsten Cover, "Die Glocke von Whitechapel", leider der langweiligste Teil bisher.
2 Punkte.

Veröffentlicht am 14.06.2019

Bezaubernd und romantisch

Die kleine Parfümerie der Liebe
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Naivität und amerikanische Oberflächlichkeit - das waren meine Hauptkritikpunkte an den ersten zwei Bänden der "Paris in Love"-Serie. Deshalb war ich sehr gespannt auf den nun vorliegenden dritten Teil, ...

Naivität und amerikanische Oberflächlichkeit - das waren meine Hauptkritikpunkte an den ersten zwei Bänden der "Paris in Love"-Serie. Deshalb war ich sehr gespannt auf den nun vorliegenden dritten Teil, in dem auch wieder eine Amerikanerin Paris erobern soll.

Es ist die knapp 30jährige Del, die für einen Parfüm-Wettbewerb nach Paris kommt. Sie wurde zusammen mit fünf anderen Teilnehmern ausgewählt und darf sich in der traditionsreichen Parfümerie Leclère den Aufgaben stellen.

Del wurde von ihrer Grossmutter in die Welt des Duftes eingeweiht. Doch seit dem Tod von Nan will ihr nichts mehr recht gelingen. Auch ihr Traum, in New York eine Parfümerie zu eröffnen, mit ihrer Zwillingsschwester Jen an ihrer Seite, klappte nicht. Wenn sie diesen Wettbewerb gewinnen würde, hätte sie neues Kapital um sich diesen Traum zu erfüllen.

Von Tag zu Tag ist Del immer mehr von Paris begeistert. Sie erlaubt sich sogar den Gedanken, wie es wäre hier zu leben, vielleicht sogar an der Seite von Sébastien, den jungen Chef der Parfümerie. Während sie sich Tagträumen hingibt, aber immer wieder von ihrer Vernunft besiegt wird, konkurrenzieren sich einige ihrer Kollegen. Del ist vorsichtig, denn auch sie könnte Opfer von Ablenkungsversuchen werden. Dabei hätten sie doch alle Freunde sein können. Immerhin mit zwei anderen aus der Teilnehmergruppe freundet sie sich an - als Leser mag man alle drei und drückt ihnen allen den Daumen.

Die Autorin hat hier nicht nur die Atmosphäre in Paris richtig gut eingefangen, sondern auch die Protagonistin lebensecht charakterisiert. Man spaziert mit Del durch die Strassen und hofft, dass sie sich total fallen lassen und ihre Lebenspläne über den Haufen werfen kann.

Viele der anderen Figuren sind ebenso toll, zum Beispiel Lex, Aurélie und Lila. Man spürt ihre Sehnsucht, ihre Trauer und ihre Träume. Auch jene von Sébastien, der erst vor einem Jahr seinen Vater verloren hat und sich in der Rolle als Firmenchef erst finden muss.

Endlich hat sich Rebecca Raisin von der Oberflächlichkeit verabschiedet und tischt uns glaubwürdige Figuren auf. Zudem nimmt die Autorin uns mit in die Welt des Parfüms, und beschreibt alles so klar und schön, dass man sich die beschriebenen Düfte gut vorstellen kann. Es ist definitiv der schönste und beste Band der dreiteiligen Serie.

Leser der vorherigen Bänden werden sich an den kurzen Wiedersehen mit Océane und Anouk erfreuen. "Die kleine Parfümerie der Liebe" kann jedoch sehr gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Fazit: Bezaubernd und romantisch - wie ein Spaziergang durch Paris, bei dem man die Zeit vergisst.
5 Punkte.