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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.05.2026

Eine Geschichte über Zugehörigkeit

Where We Belong
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„Where We Belong“ von Wiktoria A. Wieczorek hat mich emotional wirklich überrascht. Die Geschichte von Zofia und Nils fühlt sich unglaublich nahbar und echt an, gerade weil Themen wie Ausgrenzung, Vorurteile ...

„Where We Belong“ von Wiktoria A. Wieczorek hat mich emotional wirklich überrascht. Die Geschichte von Zofia und Nils fühlt sich unglaublich nahbar und echt an, gerade weil Themen wie Ausgrenzung, Vorurteile und das Gefühl, nirgendwo richtig dazuzugehören, so authentisch dargestellt werden. Besonders die Rückblicke in Zofias Schulzeit haben mich oft traurig gemacht, weil man ihre Einsamkeit und Unsicherheit richtig spüren konnte. Gleichzeitig mochte ich, dass das Buch trotz der schweren Themen nie komplett hoffnungslos wirkt.
Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen, weil er sehr flüssig und emotional ist, ohne dabei kitschig zu werden. Die wechselnden Zeitebenen haben der Geschichte zusätzlich Tiefe gegeben und dafür gesorgt, dass man die Beziehung zwischen Zofia und Nils besser versteht. Vor allem Zofia war für mich eine starke Protagonistin, die viele Verletzungen mit sich trägt und trotzdem ihren Weg geht.
Was mir allerdings ein wenig gefehlt hat, war mehr Tiefe bei Nils. Seine Gedanken und Gefühle hätten für mich teilweise noch ausführlicher sein dürfen, damit manche Entscheidungen nachvollziehbarer wirken. Auch das Ende ging mir persönlich etwas zu schnell. Einige Konflikte wurden relativ plötzlich aufgelöst, obwohl ich mir gerade dort noch mehr emotionale Gespräche und Entwicklung gewünscht hätte.
Trotzdem hat mich das Buch insgesamt sehr berührt. Es ist nicht einfach nur eine Liebesgeschichte, sondern behandelt wichtige Themen wie Herkunft, Identität und Vorurteile auf eine sehr gefühlvolle Weise. Für mich definitiv ein starkes Debüt mit viel Herz und Emotion.
4 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Slow Burn trifft Gothic Vibes

Weavingshaw
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„Weavingshaw“ von Heba Al-Wasity hat mich komplett in seine düstere, melancholische Atmosphäre gezogen. Dieses Buch lebt nicht von permanenten Plot Twists oder rasender Action, sondern von Stimmung, Geheimnissen ...

„Weavingshaw“ von Heba Al-Wasity hat mich komplett in seine düstere, melancholische Atmosphäre gezogen. Dieses Buch lebt nicht von permanenten Plot Twists oder rasender Action, sondern von Stimmung, Geheimnissen und einer unterschwelligen Spannung, die sich langsam aufbaut. Genau das hat für mich unglaublich gut funktioniert.
Besonders das Setting war für mich ein absolutes Highlight. Die verfluchten Hallen von Weavingshaw, die Moorlandschaft, die Geister und diese bedrückende Gothic Stimmung wirkten fast filmreif. Man merkt beim Lesen richtig, wie viel Liebe in die Atmosphäre geflossen ist. Ich hatte ständig das Gefühl, selbst durch die dunklen Flure zu laufen oder die bedrückende Kälte der Welt zu spüren.
Leena mochte ich als Protagonistin sehr. Sie ist verletzlich, aber gleichzeitig stark und entschlossen. Besonders ihre Fähigkeit, mit den Toten zu sprechen, macht sie interessant und hebt sie von vielen typischen Fantasy Heldinnen ab. Saint Silas war für mich ebenfalls ein großer Pluspunkt. Endlich mal ein morally grey Charakter, der wirklich geheimnisvoll und gefährlich wirkt, ohne dabei unangenehm oder toxisch geschrieben zu sein. Die Dynamik zwischen den beiden ist eher leise und intensiv statt überdramatisch, was perfekt zur Geschichte passt. Der Slow Burn wurde hier wirklich gut umgesetzt.
Der Schreibstil ist sehr atmosphärisch und teilweise fast poetisch. Gerade Fans von Gothic Fantasy oder düsterer Romantasy werden hier wahrscheinlich komplett auf ihre Kosten kommen. Gleichzeitig behandelt das Buch auch ernstere Themen wie Ausgrenzung, Ungleichheit und Schuld, wodurch die Geschichte mehr Tiefe bekommt.
Trotzdem war nicht alles perfekt. Vor allem im Mittelteil hatte das Buch für mich einige Längen. Die Handlung entwickelt sich stellenweise wirklich sehr langsam und man muss Geduld mitbringen. Wer eher schnelle Fantasy mit viel Action erwartet, könnte hier Schwierigkeiten haben. Manche Szenen hätten für meinen Geschmack etwas kürzer sein können. Gerade am Anfang brauchte ich ein wenig, um richtig in die Geschichte hineinzufinden.
Aber genau wegen dieser langsamen Entwicklung funktionieren die Atmosphäre, die Figuren und die emotionale Spannung später umso besser. Das Ende hat mich dann komplett wieder abgeholt und jetzt brauche ich definitiv Band 2.
Für mich ist „Weavingshaw“ eine richtig starke Gothic Romantasy mit einzigartiger Stimmung, tollen Charakteren und einer intensiven Slow Burn Dynamik. Nicht perfekt im Pacing, aber atmosphärisch so stark, dass mich das kaum gestört hat.
⭐⭐⭐⭐⭐ 5/5 Sterne

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Starkes Oz Retelling mit kleinen Schwächen

West of Wicked. Folge deinem Verlangen
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„West of Wicked“ war für mich ein Buch mit richtig starken Ansätzen, das mich aber nicht komplett überzeugen konnte. Die düstere Neuinterpretation von Oz fand ich unglaublich spannend und atmosphärisch. ...

„West of Wicked“ war für mich ein Buch mit richtig starken Ansätzen, das mich aber nicht komplett überzeugen konnte. Die düstere Neuinterpretation von Oz fand ich unglaublich spannend und atmosphärisch. Gerade am Anfang war ich sofort in der Geschichte drin. Nikki St. Crowe schafft es, diese bekannte Welt deutlich dunkler, gefährlicher und auch sinnlicher wirken zu lassen. Besonders die Mischung aus Dark Fantasy, Romantasy und den bekannten Oz Elementen hat mir gefallen. Dorothy wirkte hier deutlich erwachsener und gebrochener als in den klassischen Versionen, was gut zur Stimmung des Buches passt. Auch die morally grey Charaktere und die geheimnisvolle Atmosphäre konnten mich neugierig machen.
Der Schreibstil liest sich angenehm locker und flüssig, wodurch ich schnell durch die Seiten gekommen bin. Die Kapitel aus verschiedenen Perspektiven fand ich ebenfalls gelungen, weil man dadurch mehr Einblicke in die Charaktere und ihre Motive bekommt. Einige Szenen waren wirklich spannend und hatten genau diese düstere Magie, die ich mir von einer Oz Retelling wünsche. Besonders die Idee, bekannte Figuren wie den Scarecrow oder den Tin Man neu zu interpretieren, mochte ich sehr.
Trotzdem hatte das Buch für mich leider einige Schwächen. Vor allem in der Mitte hat die Geschichte deutlich an Spannung verloren. Es gab Passagen, die sich gezogen haben und eher wie Vorbereitung auf die Fortsetzung wirkten, statt wirklich die Handlung voranzubringen. Teilweise fehlte mir auch etwas Tiefe bei den Charakteren und bei der Welt. Gerade weil das Setting so viel Potenzial hat, hätte ich mir noch mehr Hintergrundinformationen und emotionalen Aufbau gewünscht. Die Romance konnte mich ebenfalls nicht komplett abholen, weil manche Entwicklungen für mich etwas zu schnell kamen.
Insgesamt fand ich „West of Wicked“ unterhaltsam und atmosphärisch, aber nicht komplett rund. Wer Dark Romantasy, morally grey Charaktere und düstere Märchenretellings liebt, wird hier wahrscheinlich trotzdem Spaß haben. Für mich war es ein solider Auftakt mit starken Ideen, aber auch einigen Längen und verschenktem Potenzial.
3 von 5 Sternen. ⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Hat mich gepackt, aber nicht komplett umgehauen

Lucifer Ascending – One Sinful Secret
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Ich bin ehrlich: Das Buch stand vor allem wegen der Optik auf meiner Wunschliste und als ich es dann in der Hand hatte, war ich direkt verliebt. Das Cover ist einfach unglaublich schön gestaltet, richtig ...

Ich bin ehrlich: Das Buch stand vor allem wegen der Optik auf meiner Wunschliste und als ich es dann in der Hand hatte, war ich direkt verliebt. Das Cover ist einfach unglaublich schön gestaltet, richtig düster und gleichzeitig elegant. Und dieser Farbschnitt? Wirklich ein kleines Highlight im Regal. Es gehört definitiv zu den Büchern, die man nicht nur liest, sondern auch einfach gern anschaut.
Zum Glück konnte der Inhalt da größtenteils mithalten.
Die Geschichte startet direkt mit einer intensiven, eher düsteren Stimmung, die sich konsequent durchzieht. Man wird ziemlich schnell in diese Welt aus Dämonen, Schuld und verbotenen Deals reingezogen. Ich mochte total, dass das Ganze nicht zu „glatt“ ist, sondern auch mal unangenehm wird. Genau das gibt der Story eine gewisse Tiefe.
Die Charaktere haben mir insgesamt gut gefallen, vor allem weil sie nicht perfekt sind. Die Dynamik zwischen den Hauptfiguren ist von Anfang an spürbar und entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter, ohne sich komplett vorhersehbar anzufühlen. Da ist viel Spannung, Emotion und auch ein bisschen toxisches Chaos dabei, was irgendwie genau zum Setting passt. Gerade diese morally grey Vibes machen einen großen Teil des Reizes aus.
Der Schreibstil war für mich ein großer Pluspunkt. Sehr flüssig, gut lesbar und an den richtigen Stellen auch richtig atmosphärisch. Es gibt Szenen, die sehr bildlich beschrieben sind, ohne überladen zu wirken. Ich hatte oft dieses typische „okay, nur noch ein Kapitel“-Gefühl und plötzlich war wieder viel mehr Zeit vergangen als geplant.
Trotzdem gab es auch ein paar Punkte, die für mich nicht ganz perfekt waren. Im Mittelteil hatte die Story für mein Empfinden ein paar kleinere Längen. Da hätte man hier und da etwas kürzen können, um das Tempo konstant hoch zu halten. Außerdem waren manche Entwicklungen nicht komplett überraschend. Ich konnte ein paar Dinge schon relativ früh erahnen, was ein bisschen Spannung rausgenommen hat.
Was ich aber positiv sagen muss: Auch wenn manches vorhersehbar war, hat es sich nie langweilig angefühlt. Die Atmosphäre, die Figuren und die emotionale Komponente haben das gut aufgefangen.
Insgesamt ist es für mich ein sehr gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht. Wer düstere Romantasy mit intensiven Beziehungen, moralisch grauen Figuren und einer gewissen Schwere in der Story mag, sollte sich das Buch definitiv anschauen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Reihe weitergeht und werde ziemlich sicher dranbleiben.

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Unterhaltsam, atmosphärisch und nicht ganz perfekt

Wycherleys - Die Debütantin
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Ich habe Wycherleys – Die Debütantin mit ziemlich hohen Erwartungen angefangen, weil mich die Mischung aus Regency-Gesellschaft und Hexenwelt total gereizt hat. Und ich kann sagen, vieles davon hat für ...

Ich habe Wycherleys – Die Debütantin mit ziemlich hohen Erwartungen angefangen, weil mich die Mischung aus Regency-Gesellschaft und Hexenwelt total gereizt hat. Und ich kann sagen, vieles davon hat für mich richtig gut funktioniert, auch wenn es ein paar Schwächen gab.
Was mich direkt abgeholt hat, war das Setting. Diese elegante, leicht steife High-Society-Atmosphäre mit Bällen, Erwartungen und gesellschaftlichem Druck trifft auf Magie, Flüche und Intrigen. Das ergibt eine spannende Kombination, die sich frisch anfühlt, auch wenn man ähnliche Ansätze vielleicht schon aus anderen Romantasy-Büchern kennt. Ich hatte oft dieses Gefühl von „Bridgerton, aber mit Hexen“, und genau das hat für mich den Reiz ausgemacht.
Die Hauptfigur Aurelia fand ich wirklich gelungen. Sie ist keine typische perfekte Heldin, sondern macht Fehler, zweifelt und trifft nicht immer die klügsten Entscheidungen. Gerade das hat sie für mich sehr greifbar gemacht. Man merkt, wie sehr sie zwischen den Erwartungen ihrer Familie und ihren eigenen Wünschen hin- und hergerissen ist. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mir gut gefallen, auch wenn ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.
Auch die Beziehung zwischen Aurelia und Jules hat mir Spaß gemacht. Dieses leichte Enemies-to-Lovers Knistern ist definitiv da, ohne zu übertrieben oder kitschig zu werden. Die Dialoge zwischen den beiden haben oft richtig Spaß gemacht, vor allem wenn sie sich gegenseitig herausfordern. Allerdings hätte ich mir hier stellenweise noch mehr emotionale Intensität gewünscht, da es manchmal ein bisschen zu schnell ging.
Der Schreibstil ist angenehm locker und sehr gut zu lesen. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen, weil es sich einfach flüssig anfühlt. Gerade am Anfang hat mich das Buch sofort gepackt. Die Atmosphäre wird schön transportiert, sodass man sich die Welt gut vorstellen kann.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich das Tempo in der Mitte des Buches. Da gab es einige Passagen, die sich etwas gezogen haben und wo die Handlung nicht so richtig vorangekommen ist. Außerdem waren manche Wendungen für mich nicht komplett überraschend, besonders wenn man im Genre schon etwas erfahrener ist.
Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt echt gut unterhalten. Es ist ein Buch, das sich perfekt eignet, wenn man Lust auf Magie, gesellschaftliche Intrigen und eine Prise Romance hat. Auch wenn es nicht in allen Punkten komplett überzeugt, hat es genug Charme, um dranzubleiben.
Am Ende bin ich mit einem guten Gefühl rausgegangen und bin auf jeden Fall neugierig, wie es in der Reihe weitergeht.
4 von 5 Sternen ⭐️

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