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Veröffentlicht am 17.03.2024

Wenn eine KI ihre eigenen Spielregeln entwickelt

Die Burg
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In dem Roman geht es um Nevio, einen Milliardär, der eine Burg gekauft und sie in eine Escape-Welt umgebaut hat. Diese Escape-Welt wird mit einer hochmodernen KI, KIsmet, betrieben und kann sich ...

In dem Roman geht es um Nevio, einen Milliardär, der eine Burg gekauft und sie in eine Escape-Welt umgebaut hat. Diese Escape-Welt wird mit einer hochmodernen KI, KIsmet, betrieben und kann sich je nach Gruppe deren Wünschen anpassen. Doch bereits bei den ersten Tests mit einer ausgewählten Gruppe eingeladener Gäste, läuft nicht alles so wie geplant. Denn die KI verfolgt ihre eigenen Spielregeln.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Die erste Perspektive ist die von Maxim, der ebenfalls mehrere Escape-Räume besitzt und somit ein Experte auf diesem Gebiet ist. Er ist Teil der ersten Gruppe, die die Burg testen soll. Die zweite Erzählperspektive ist Alissas. Sie ist Mitarbeiterin der Burg und soll sich später um die verschiedenen Belange der Gäste kümmern und diese während des Spiels aus dem Kontrollraum beobachten.
Bei der ersten Versuchsgruppe handelt es sich um fünf Gäste, die aus unterschiedlichen Bereichen kommen. Dazu kommt noch ein Mitarbeiter der Burg, der auch an der Programmierung von KIsmet beteiligt war und Nevio selbst. Doch es stellt sich sehr schnell heraus, dass nicht alles nach Plan läuft und KIsmet sehr gut über ihre Besucher und deren Schwächen informiert ist. So dass alle sehr schnell an ihre physischen und mentalen Grenzen kommen.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, wobei manche Szenarien schon sehr stark an Horrorbilder erinnerten und sehr viel mit Ekelszenarien gespielt wurde. Dies hat mich doch sehr gestört. Dennoch war es eine sehr fantasievoll erzählte Geschichte und sowohl die Protagonisten als auch die Nebencharaktere waren sehr gut dargestellt und feinskizziert. Vor allem hat mir jedoch der große Showdown am Ende gefallen, bei dem der ganze Hintergrund und alle Fragen aufgelöst und logisch beantwortet wurden. Die Geschichte war immer sehr abwechslungsreich und spannend erzählt und durch die Perspektivwechsel war ich auch immer darüber informiert, was sich im Kontrollraum und in der Burg, außerhalb der Escape-Welt abspielte, was zusätzliche Spannung erzeugte. Auch die Sprache war stets sowohl den Personen als auch den Figuren in den einzelnen Szenarien angepasst, was diese sehr authentisch wirken lässt. Ich hatte beim Lesen oftmals den Eindruck, dass sich die Autorin in ihrer Fantasie einmal richtig austoben konnte, da in dieser Geschichte alles möglich war und keine rationalen oder logischen Grenzen gesetzt werden mussten, das Ende wiederum sehr schlüssig war.
Fazit: Ein spannender Thriller, der trotz der fiktionalen Geschichte über die Möglichkeiten und Grenzen der KI-Technik, nachdenklich macht.

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Veröffentlicht am 09.03.2024

Ein absoluter Wohlfühlroman

Wo die Sonne die Wellen berührt
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Lene Hansen nimmt die Leser in ihrem Roman mit an die Cote d'Azur. Hier treffen sich zufällig Annie, Hannah und Henrik in Bonnemer und werden zu Freunden. Diese drei Protagonisten, die alle in ihrem Berufsleben ...

Lene Hansen nimmt die Leser in ihrem Roman mit an die Cote d'Azur. Hier treffen sich zufällig Annie, Hannah und Henrik in Bonnemer und werden zu Freunden. Diese drei Protagonisten, die alle in ihrem Berufsleben sehr erfolgreich sind oder waren, wurden sehr authentisch dargestellt, was mit sehr gut gefallen hat. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der drei Protagonisten erzählt, was mich tiefer in die Geschichte der einzelnen Personen eintauchen lies und sie mir somit näherbrachte. Es war für mich ein absoluter Wohlfühlroman, der mich in das Savoir Vivre Frankreichs eintauchen lies, da sowohl die Landschaft als auch die Kulinarik Frankreichs sehr lebendig und bildhaft beschreiben wurde. Die Protagonisten waren sehr sympathisch und machten während des Romans nicht nur eine Urlaubsreise, sondern auch eine kleine Reise zu sich selbst. Ich finde es immer sehr schön, wenn man während eines Romans auch eine Entwicklung der Protagonisten sehen kann, was Lene Hansen hier sehr gut herausgearbeitet hat. Der Schreibstil war sowohl mitreisend als auch sehr bildhaft, so dass ich mit jeder Seite sowohl tiefer in die Geschichte als auch nach Bonnemer eintauchen konnte.

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Veröffentlicht am 09.03.2024

Eine "rätselhafte" Jagd durch Barcelona

Desaparición en Barcelona
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Ein Escape-Buch auf Spanisch. Diese Idee fand ich schon toll und das Buch dazu hat mich auch überzeugt. In dem Buch wird Teos Geschichte erzählt, der seine entführte Freundin Mireia sucht und von den Entführern ...

Ein Escape-Buch auf Spanisch. Diese Idee fand ich schon toll und das Buch dazu hat mich auch überzeugt. In dem Buch wird Teos Geschichte erzählt, der seine entführte Freundin Mireia sucht und von den Entführern mit Rätseln quer durch Barcelona geschickt wird, um sie zu finden. Das Buch ist mit Vokabelhilfen und Infos sowie Bildern zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten ausgestattet. Die Rätsel haben mir sehr viel Spaß gemacht und auch das Niveau A1 war angemessen. Ich musste zwar einige Vokabeln nachschauen, das lag aber daran, dass ich Spanisch schon einige Zeit nicht mehr praktiziert habe. Ich fand sowohl die Geschichte als auch die Rätsel sehr abwechslungsreich und man musste die Rätsel immer lösen, um die Geschichte weiterzulesen, da diese nicht chronologisch hinterlegt war. Auch das gewählte Setting war sehr gut gewählt, da viele Sehenswürdigkeiten Barcelonas beschrieben wurden. Ein Buch, das mir sehr viel Spaß gemacht hat und ich würde mich auf weitere in dieser Reihe freuen.

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Veröffentlicht am 06.03.2024

Eine für alle und alle für Eine...

Sturmmädchen
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...ist das Motto mit dem sich die drei Freundinnen Elli, Margot und Käthe gegenseitig unterstützen. Doch es dauert nicht lange und die Freundschaft der Mädchen wird auf eine harte Probe gestellt. Denn ...

...ist das Motto mit dem sich die drei Freundinnen Elli, Margot und Käthe gegenseitig unterstützen. Doch es dauert nicht lange und die Freundschaft der Mädchen wird auf eine harte Probe gestellt. Denn der Nationalsozialismus macht auf vor dem kleinen Eifelstädtchen, in dem Elli und Käthe leben und in dem Margots Eltern ein Ferienhaus besitzen, nicht halt.
Die Geschichte beginnt im Frühsommer 1933 und die Nationalsozialisten sind auch in der Eifel immer präsenter. Dies führt dazu, dass sie die Wege der drei Freundinnen in unterschiedliche Richtungen bewegen. Käthe ist begeistert von der Ideologie, während sich Margot als Jüdin davon bedroht fühlt. Elli, die eine Gehbehinderung hat und im Dorf nur als „Hinkemädchen“ bezeichnet wird, ist in das Dorfleben nie wirklich integriert. Ihre Mutter Alma, eine verwitwete Hebamme, versucht daher immer alle Schwierigkeiten und Bedrohungen von ihr fernzuhalten. Elli steht im Mittelpunkt der Geschichte und die Geschehnisse werden aus ihrer Perspektive erzählt. Sie hat es aufgrund ihrer Einschränkung nicht einfach und wird oftmals nicht ernst genommen. Sie selbst denkt daher oft über sich, dass sie nichts kann und zu nichts nütze ist. Doch diese Einstellung ändert sich im Lauf der Geschichte und ich durfte eine enorme Wandlung von Elli miterleben. Lily Bernstein versteht es anhand eines Dorfes und drei sehr verschiedener Frauen die Zeit des Nationalsozialismus lebendig werden zu lassen. Hierbei lernte ich sowohl eine starke Protagonistin als auch sehr starke Nebencharaktere kennen und es wurden sämtliche Facetten von Persönlichkeiten sehr genau gezeichnet. Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt und wurde aufgrund der sehr gut ausgewählten Hörbuchsprecherin noch verstärkt.

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Veröffentlicht am 27.02.2024

Eine faszinierende Reise in das Ägypten zur Zeit der Ausgrabungen

Das Lächeln der Königin
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...und das Berlin Anfang des letzten Jahrhunderts. Der Roman handelt hauptsächlich von James Simon, einem erfolgreichen, jüdischen Textilunternehmer. Er setzt sich für viele soziale Projekte ...

...und das Berlin Anfang des letzten Jahrhunderts. Der Roman handelt hauptsächlich von James Simon, einem erfolgreichen, jüdischen Textilunternehmer. Er setzt sich für viele soziale Projekte in Berlin ein, unterstützt aber auch die Ausgrabungen von Ludwig Borchardt in Ägypten. Dieser findet bei seinen Ausgrabungen in der ägyptischen Wüste die Büste der Nofretete. Bei dem Streit, der nun zwischen England, Frankreich und Deutschland ausbricht, wird diese letztendlich Deutschland zugesprochen und kann 1924 im Neuen Museum in Berlin ausgestellt werden.
Der Roman von Stefanie Gerhold ist sehr flüssig geschrieben und hat stellenweise ein wenig Sachbuchcharakter. Der Protagonist James Simon steht sowohl mit seiner wirtschaftlichen Tätigkeit als auch mit seiner Familiengeschichte im Mittelpunkt des Romans. Am Beispiel seiner Familie wird jedoch auch sehr viel an geschichtlichem Hintergrund wie dem Ersten Weltkrieg, der Weltwirtschaftskrise, der Beginn des Nationalsozialismus und dem damit einhergehenden Antisemitismus sehr beeindruckend geschildert. Am interessantesten fand ich jedoch die Geschichte um die Büste der Nofretete von ihrer Entdeckung bis zu ihrem Weg in das Neue Museum in Berlin. Ich hätte mir ein wenig mehr Beschreibungen von Borchardts Ausgrabungen gewünscht, da ich die leider recht kurzen Episoden hierüber sehr interessant fand.
Fazit: Ein sehr gelungener Roman, um eine besondere Zeit und einen besonderen Menschen.

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