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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Ein ganz besonderer Ökothriller

Die Stimme der Kraken
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In dem Buch vereinigen sich mehrere Erzählstränge zu einer phantastischen Geschichte. Auf jeden einzelnen davon muss man sich einlassen können.
Dr. Ha Nguyen reist zur verlassenen Insel Con Dao an, um ...

In dem Buch vereinigen sich mehrere Erzählstränge zu einer phantastischen Geschichte. Auf jeden einzelnen davon muss man sich einlassen können.
Dr. Ha Nguyen reist zur verlassenen Insel Con Dao an, um die im Meer lebenden Kraken zu erforschen. Auf der Insel begegnet sie nicht nur einem lebensechten Androiden, sondern auch den inzwischen veralteten Mönch-Robotern, die den Tempel instand halten.
Parallel dazu wird Eiko als Sklave auf einem Fischereifisch gefangen gehalten. Auch hier regiert eine KI, die Menschen sind hier Arbeitsmaterial. Konzerne, künstliche Intelligenz und Roboter gehen hier Hand in Hand und die ganze Bandbreite der Gefahren und Möglichkeiten aufgezeigt.

Das Thema des Buches ist spannend und wichtig zugleich. Trotzdem zieht es sich an einigen Stellen etwas und ich hatte Probleme mit dem Einstieg. Das Lesen der Namen fiel mir nicht immer leicht und hat mich manchmal stocken lassen.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Magisch

Das White Octopus Hotel
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Dieses Buch hat mich gefesselt und irgendwann nicht mehr losgelassen. Es beginnt mit Eve, die eigentlich keine anderen Menschen mag und sich von niemandem verstanden fühlt. Dass sie ein Tattoo hat, dass ...

Dieses Buch hat mich gefesselt und irgendwann nicht mehr losgelassen. Es beginnt mit Eve, die eigentlich keine anderen Menschen mag und sich von niemandem verstanden fühlt. Dass sie ein Tattoo hat, dass sich selbstständig bewegt und über ihren Körper wandert hilft dabei nicht gerade, normal auf andere zu wirken. Sie hat eine tragische Geschichte hinter sich, als sie noch ein Kind war starb ihre Schwester bei einem Unfall. Eve gibt sich selbst die Schuld daran.
Eines Tages bekommt sie Besuch von einem alten Mann, der – wie ihr Lieblingskomponist – Max heißt. Max stirbt direkt nach dem Besuch, bittet sie aber ins White Octopus Hotel zurück zu kehren. Das seltsame ist, dass Eve Max weder kennt noch jemals in diesem Hotel war. Eine kurze Recherche ergibt, dass es das Hotel zwar wirklich gab, es aber schon vor ihrer Geburt geschlossen wurde.
Aber ist das immer wiederkehrende Motiv des Oktopus nur ein Zufall? Eve hört Gerüchte über magische Gegenstände aus dem Hotel und sucht schließlich die Ruine auf. Von da an wird es Stück für Stück immer verwirrender, denn in diesem Hotel sind Zeitreisen möglich. Man kann also in einer Vergangenheit, an die man sich nicht erinnert, Dinge ändern, die in der Zukunft passieren. Da Menschen altern, aber in der Zeit zurück reisen können sind die Personen dabei irritierenderweise in der Vergangenheit manchmal älter als in der Gegenwart.
Parallel erfahren wir mehr über Max, dessen Jugend ebenfalls von einem harten Schicksal geprägt war. Er musste im Krieg kämpfen und hat viele Freunde im Schützengraben verloren. Auch er gibt sich an einigen Ereignissen die Schuld. Nicht zuletzt daran, dass er überlebt hat.
Es ist also nicht nur ein magisches Fantasy-Buch, sondern auch stellenweise eine traurige und erdrückende Geschichte. Insgesamt aber eine perfekte Mischung, die Autorin Alexandra Bell hat so plastisch und phantasievoll geschrieben, dass es einfach nur Spaß macht, Eve ins White Octopus Hotel zu begleiten.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Ein Buch wie ein Film

Verbrenn das Negativ
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Ich beginne mit den Punkten, die ich nicht so gut fand. Zum einen passte der Titel nicht ganz. "Verbrenn das Negativ" bezieht sich im Deutschen eigentlich nur auf ein Foto-Negativ. Gut, mit ein wenig Phantasie ...

Ich beginne mit den Punkten, die ich nicht so gut fand. Zum einen passte der Titel nicht ganz. "Verbrenn das Negativ" bezieht sich im Deutschen eigentlich nur auf ein Foto-Negativ. Gut, mit ein wenig Phantasie kann man die Nullkopie beim Film auch so nennen, obwohl es ein Positiv ist. Im Englischen ist das Wortspiel perfekt, als Lauras Psychiater ihr rät "Verbrenn das Negative, setz das Positive frei."
Außerdem hat mir das Cover auf Anhieb nicht gefallen. Mittlerweile denke ich, dass es ganz gut zu einem 90er-Jahre Horrorfilm passt. Außerdem ist die Haptik wirklich gut, das versöhnt mich ein wenig.

Aber zum Inhalt: Laura arbeitet für eine Zeitung, ihr Chef ist gleichzeitig ihr Ex-Freund. Und dieser schickt sie nach LA um über eine neue Serie zu berichten. Diese ist ein Remake des Horrorfilms "The Guesthouse". Der Film hat vor allem deshalb Kultstatus erreicht, weil es rund um die Beteiligten einige Todesfälle gab. Ein Lichttechniker stürzte vom Dach, eine Schauspielerin bekam Jahre nach dem Dreh einen Stromschlag usw. Zwischen den Kapiteln gibt es immer wieder besondere Seiten, die Internet-Artikel, Forenbeiträge, Interviews oder Auszüge aus dem Drehbuch darstellen.
Zurück zu Laura, sie hat nämlich ein Geheimnis, denn sie hat in diesem Horrorfilm mitgespielt. Natürlich war die damals noch ein Kind, aber es hat ihr Leben geprägt. So sehr, dass sie mit ihrer Familie umgezogen ist und sogar ihren Namen geändert hat. Sie ist sich trotzdem sicher, dass sie nicht zufällig ausgewählt wurde über die Serie zu berichten. Natürlich hat ihr Chef es herausbekommen und auch das ist im Nachhinein wenig mystisch. Diese unaufgeregte Art macht dieses Buch realistisch und dadurch wirklich spannend. Es ist so nah an der Wirklichkeit, dass die unfassbar verrückten Ereignisse mich wirklich schockiert haben und ich mit Laura mitgefiebert habe bis zum Schluss.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Dieser Thriller baut sich langsam auf

Minnesota
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Der Autor ist bekannt für skandinavische Krimis, dieser spielt nun in Minnesota. Trotzdem erkennt man typische Muster, die ein echter Pageturner braucht. Nesbo hat dabei ein Auge für Details, die erst ...

Der Autor ist bekannt für skandinavische Krimis, dieser spielt nun in Minnesota. Trotzdem erkennt man typische Muster, die ein echter Pageturner braucht. Nesbo hat dabei ein Auge für Details, die erst im Nachhinein Sinn ergeben.
Es geht ins kriminelle Milieu Minnesotas, die Opfer sind Waffenhändler oder Drogendealer. Von Anfang an erfahren wir viel über den Täter und begleiten ihn. Dem gegenüber steht der unsympathische Ermittler Bob, dessen Ehe gescheitert ist und der sich nicht immer korrekt verhält. Natürlich hat auch er eine Vorgeschichte, die wir nach und nach erfahren. Alles zusammen ergibt ein Buch, das man nicht nebenbei lesen oder hören kann. Es hat viel Tiefe und komplizierte Charaktere und eine Story, bei der erst ganz am Ende alle Stränge zusammenlaufen.
Das Hörbuch wird gelesen von David Nathan, einem meiner Lieblingssprecher, der seinen Job hervorragend macht.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Ein etwas anderes Gartenbuch

Mord im Nacktschnecken-Milieu
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Damit keine Missverständnisse aufkommen – es handelt sich um einen Gartenratgeber, der auf witzige Art und Weise bei der Schädlingsbekämpfung hilft, aber auch Sympathien für die kleinen Krabbeltiere weckt. ...

Damit keine Missverständnisse aufkommen – es handelt sich um einen Gartenratgeber, der auf witzige Art und Weise bei der Schädlingsbekämpfung hilft, aber auch Sympathien für die kleinen Krabbeltiere weckt. Wobei natürlich nicht immer Insekten die Schuldigen sind, auch Vögel oder Säugetiere geraten hier in den Fokus.
Es gibt viele kleine „Fälle“, am Anfang steht ein Tatort, z.B. beschädigte oder so abgeknipste Rosenknospen. War es ein Käfer oder am Ende sogar die Blaumeise? Vier Verdächtige werden vorgestellt und am Ende wird aufgelöst, dass der Erdbeerblütenstecher es auf die Fruchtknoten der Rose abgesehen hat. Ein kurzes Porträt des Schädlings erklärt uns auch, warum er sie dringend benötigt.
Dieses Buch ist reich bebildert und lässt sich lesen wie ein Roman. Die 20 kurzen Kapitel sind dabei immer gleich aufgebaut und trotzdem teilweise überraschend. Ich habe viele gelernt ohne, dass es langweilig wurde. n

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